NeusserGletscher schrieb:Interessanter Thread. Jetzt wird hier seit 10 Jahren über die Auswirkungen des Klimawandels diskutiert und was hat sich in dieser Zeit grundlegend geändert? Der Flottenverbauch von PKW ist auf dem Papier gesunken. E-Autos und Hybride werden mit Null Emissionen berechnet, obwohl, wenn man die Herstellung der Akkus auf die Laufleistung runterbricht und den Ladestrom reinrechnet, E-Autos oft sogar eine schlechtere Ökobilanz haben als sparsame Verbrenner. Kanzlerin Merkel hat eine ihrer wenigen klaren Wahlaussagen gebrochen und sich von dem Ziel, die Emissionen von Treibhausgasen bis 2020 um 40% gegenüber dem Stand von 1990 zu vermindern, im Koalitionsvertrag verabschiedet. Und ein nicht unerheblicher Teil der Treibhausgase ist durch die Verlagerung der Produktion schlicht einfach nur in andere Länder gewandert. Die USA haben den Klimawandel schon immer geleugnet und seit der Simpel Trump in das weisse Haus eingezogen ist, wird dem Fetisch Wachstum wieder alles andere untergeordnet.
Die Häufigkeit singulärer Wetterereignisse hat subjektiv zugenommen. Alle paar Jahre gibt es einen Jahnhundertsturm oder eine Jahrhundertflut. Die Winter sind in den letzten 30 Jahren deutlich wärmer geworden. Und was hat sich in der Politik geändert? Die Politik setzt unverändert auf Wirtschaftswachstum. Ein Trend, abgesehen von kosmetischen Korrekturen grundsätzlich etwas zu ändern, ist nicht in Sicht. Viele beschlossene Maßnahmen bringen in der Theorie mehr als in der Praxis und Einsparungen werden oft genug wieder vom globalen Wachstum aufgefressen. So gehts nicht weiter.
Klimaschutz heisst, wir müssen den Planeten auch vor uns Menschen schützen. Entweder reduzieren wir alle unseren Lebensstandard oder wir reduzieren die Zahl der Menschen, welche diesen Lebensstandard beanspruchen. 1950 gab es gerade einmal 2,53 Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Aktuell sind es um die 7 Milliarden. Nur Narren können glauben, dass diese Entwicklung auf Dauer so weiter gehen kann. Der Club of Rome hat bereits 1972 vor den Grenzen des Wachstums gewarnt. Doch wie auch heute wollten die meisten die unbequemen Ansichten nicht hören.
Was mich betrifft, so habe ich den Glauben an die Weltpolitik verloren, fundamentale Dogmen in Frage zu stellen und grundsätzlich ihr Verhalten zu ändern. Es wird also weiter wie bisher laufen. Also genieße ich den Wintersport, solange es noch möglich ist. Meine Kinder müssen nicht unter der Torheit heutiger Politiker leiden, einfach deswegen, weil ich keine in die Welt gesetzt habe. Auch das ist eine Form von Klimaschutz. Was im Rahmen meiner Möglichkeiten steht, das setze ich um. Aber ich mache auch nicht jeden Blödsinn mit. Kompakt-Leuchtstofflampen habe ich schnell wieder aus meinem Haushalt verbannt, nachdem ich realisiert hatte, dass die Lampen lange vor dem Ablauf der versprochenen Lebensdauer entweder rapide an Leuchtkraft verloren oder sich wegen technischer Defekte vorzeitig verabschiedeten. Derzeit rüste ich auf LED um, auch, weil so z.B. die Fassungen und Gehäuse thermisch deutlich weniger beansprucht werden und so z.B. mein Spiegelschrank im Bad sicher noch ein paar Jahrzehnte halten wird. Aber das sind aus meiner Sicht nur Tropfen auf dem heissen Stein, wenn es um die Auswirkung auf das Weltklima geht.
Edit: Typo
Genau solche Argumente bringen die Umweltextremisten auch. Es wird Umweltschutz zum Selbstzweck erklärt, für den man auch gravierend in das Leben aller Menschen eingreifen darf. Schon alleine die Aussage "entweder Lebensstandard reduzieren oder Zahl der Menschen" reduzieren zeugt von extremer Menschenverachtung.
Denn man muss die Frage stellen, wozu das ganze? Damit es nicht um ein paar Grad wärmer wird, der Meeresspiegel um ein paar Meter steigt und es ein paar schwere Stürme weniger gibt?
Wenn wir mal realistisch sind, ist der Klimawandel selbst in seinen schlimmsten Prognosen kein Weltuntergang. Es drohen auch keine großen Katastrophen, die nicht durch geeignete Maßnahmen beherrschbar wären. Wenn es wärmer wird, verwenden wir eben Klimaanlagen, wenn der Meeresspiegel steigt bauen wir Deiche oder siedeln die Menschen um, gegen Stürme baut man Häuser und Infrastruktur stabiler. Das sind alles Dinge, die bereits heute technisch machbar sind.
Demgegenüber setzen viele törichterweise darauf, den Klimawandel zu verhindern bzw. zu begrenzen, wo noch völlig zweifelhaft ist, ob das überhaupt gelingt, wo noch gar nicht die Technologien vorhanden sind, um das zu bewerkstelligen, und wofür man in das tägliche Leben aller Menschen massivst eingreifen muss, wo die Kosten um ein vielfaches höher liegen als bei Variante 1.
Man hat hier eine gewaltige Hysterie geschaffen, und durch den Duktus vieler gesellschaftlichen Kräfte wird die Vernunft völlig ausgeblendet, es wird nichtmal im Ansatz diskutiert, ob der allgemein propagierte Weg der einzige ist oder ob es vielleicht bessere gibt.
Diese Entwicklung ist äußerst gefährlich, weil sie zu einer totalitären Gesellschaftsordnung führen kann, in der jeder Einzelne jeden Aspekt seines Lebens dem ultimativen Ziel "Umweltschutz" unterordnen muss und dieses keiner Hinterfragung oder Verhältnismäßigkeitsabwägung zugänglich ist.

