Hat denn noch jemand Lust, inhaltlich weiter zu diskutieren?
Meiner Wahrnehmung nach waren wir da als letztes bei den Kosten für die Energiewende.
Die von einem absoluten Klimaexperten hier kolportierte Zahle von 500-600 Mrd € konnte ich spontan beim googlen nur in einer Studie finden, die von der "Initiative neue soziale Marktwirtschaft" beauftragt wurde.
Da recht deutlich ist, woher intentionsmäßig bei denen der Wind weht, wollte ich gerne eine zweite Meinung und habe eine Studio des Fraunhofer ISE Instituts gefunden.
Hier mal völlig verkürzt und vereinfacht, was davon bei mir bei mir hängen geblieben ist in Stichpunkten:
- Die Kosten für die Energiewende werden wirtschaftlich alles andere als ein Selbstläufer, es kommen schon hohe Investitionskosten etc auf uns zu
- Wenn eine ernsthafte Aussage über "Was kostet uns die Energiewende?" machen will, muss man die Kosten für Schaffung der Energiewende den Kosten für das "Weiter so ohne Energiewende" (Ersatz auslaufender Kraftwerke, Wartung- und Betrieb der jetzigen Infrastruktur etc etc) gegenüberstellen.
- Wenig überraschend ist auch, dass der Fortführung der jetzigen Energiestrategie deutlich günstiger ist als die Energiewende
- Großer Unsicherheitsknackpunkt bei dem Kostenvergleich ist jedoch die Preisentwicklung bei den fossilen Brennstoffen. Durch die Energiewende ergeben sich ja Einsparpotenziale dadurch, dass man mehr und mehr auf fossile Brennstoffe verzichten kann. Je höher die Preise für Brennstoffe steigen (würden), desto geringer fällt der Kostenvorteil bei der "Weiter so"-Strategie aus
- Wenn man das Potenzial für das Einsparen von Brennstoffkosten aus dem Kostenvergleich heraus lässt (also keinen Preisanstieg für fossile Brennstoffe erwartet), wäre die Energiewende je nach round about 1070 Mrd € teurer als die "Weiter so"-Strategie bis 2050
- Steigen die Preise für fossile Brennstoffe bis 2050 jährlich um mehr als 3% ist der Kostenvorteil der "Weiter so"-Strategie aufgehoben.
- Im Worst Case aus Sicht der Befürworter der Energiewende würden geschätzt je nach Klimazielszenario gut 1070 Mrd € Kosten für die Energiewende bis 2050 auf uns zukommen. Das wären jährliche Mehrkosten von knapp 30 Mrd €. Oder anders ausgedrückt ca. 0,8% des Bruttoinlandsprodukts.
Mich persönlich schrecken diese Zahlen jetzt nicht. Klar wird die Energiewende eine große finanzielle Herausforderung, aber nach meinem Dafürhalten sind Größenordnungen wie 0,8% des BIP für solche zentralen Themen stemmbar. Wenn man im Vergleich dazu sieht, dass die NATO zB einfordert, dass auch Deutschland mindestens 2% seines BIP für Verteidigungsausgaben vorhalten soll (aktuell ca. 1,2%) und das zumindest von der Union (speziell der CSU) auch tatsächlich ernsthaft in Betracht gezogen wird, wäre mit persönlich die Größenordnung für die Energiewende die Sache absolut wert.
Als kleines Beispiel: Selbst wenn das ganze steuerfinanziert auf den Bürger abgewälzt werden soll, würde man bspw. durch den Erhalt des Solidaritätszuschlag in seiner jetzigen Form, schon über die Hälfte der Energiewende bezahlen können
An meiner unprofessionell verkürzten und vereinfachten und natürlich ganz und gar falschen Darstellung der Ergebnisse der Studie können sich die Spezialisten gerne abarbeiten und/oder ganz viele EIKE-Links dagegen halten
Studie:
https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/was-kostet-die-energiewende.html