wetterstein schrieb:
Jochem Marotzke, Direktor am Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg, Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, IPCC Koordinierender Leitautor 2014, ist da nicht so pessimistisch:
Quantifying the role of internal variability in the temperature we expect to observe in the coming decades
Indeed, and perhaps counter intuitively, in all models a lack of warming, or even a cooling trend could be observed at all individual points on the globe, even under the largest greenhouse gas emissions.
...
Finally we show that even out to thirty years large parts of the globe (or most of the globe in MPI-GE and CMIP5) could still experience no-warming due to internal variability
https://pure.mpg.de/rest/items/item_3180826_3/component/file_3235686/content
Irgendwie passt für mich dieser Text nicht zur 1. Abbildung, also weder die Zitatschnipsel aus dem Abstract noch die ausführlichere Beschreibung im Artikel. Es wird immer von Abkühlung geschrieben, aber gleichzeitig sehen insbesondere beide "mean trend"-Karten von Abbildung 1 nach einer leichten bis mittleren Erwärmung aus, und das über nahezu die ganze Erde verteilt. Bei "min trend" sehe ich eine Dominanz der Abkühlung und bei "max trend" eine Dominanz der Erwärmung. Methodisch fehlt mir aber zumindest eine kurze Erklärung wie diese "trends" berechnet werden, und was "min", "max" und "mean" in diesem Zusammenhang genau bedeuten, bzw. wie diese bestimmt wurden.
Auch fehlte mir zunächst eine Erklärung der "internal variability" und wie diese in den Modellen quantifiziert wird. Die Autoren gehen zwar in der Einleitung darauf ein und ziehen einen Vergleich mit dem Schmetterlingseffekt, aber da der Artikel hauptsächlich über diese modellinterne Variabilität geht, wüsste ich tatsächlich gerne etwas mehr über ihre Bestimmung. Beim genaueren Hinsehen fiel mir allerdings auf: in den Bildunterschriften versteckt sich eine entsprechende Kurz-Definition - etwas unorthodox in meinen Augen, aber möglich.
Gerne möchte ich noch aus den Schlussfolgerungen zitieren:
These maps clearly demonstrate the cooling that could occur under increasing greenhouse gases, caused by internal variability. In the short-term all points on the globe could individually experience cooling or no warming, although in a probabilistic sense they are much more likely to warm.
Ich denke letzteres bezieht sich auf Abbildung 5 (letzte "Zeile"), in der es so aussieht, als ob eine überwältigende Mehrheit der Gitterpunkte der einzelnen Ensemble-Mitglieder einen Trend zur Erwärmung aufweist.
Und damit komm ich noch zur Sprache, das Englische ist leider oftmals nicht besonders exakt. Dabei beziehe ich mich auf das Wort "could". Ist damit "konnte" (Imperfekt, Indikativ) oder "könnte" (Konjunktiv) gemeint? Ich tendiere in allen hier gebrachten Zitaten stark zum Konjunktiv, denn immerhin handelt der ganze Artikel um Unsicherheiten und Möglichkeiten... Fakt ist aber, dass "konnte" oder "könnte" den Inhalt einer Aussage massiv beeinflussen kann.