hch schrieb:
Skitobi schrieb:
Und noch mehr Sinn macht natürlich den Bahnverkehr massiv zu stärken, aber da müsste man ja mal für neue Strecken Geld in die Hand nehmen.
... die dann wieder zu Protesten führen
Du redest von neuen Strecken, es wäre ja schonmal sehr viel erreicht, wenn man bestehende Bahnstrecken besser nutzen würde beziehungsweise für diese Geld in die Hand nehmen, um die Attraktivität und damit den Transportanteil auf der Schiene zu steigern. Dazu gehört unter anderem auch, die zahlreichen dieselbetriebenen Strecken zu elektrifizieren, was umwelttechnisch jedoch nur etwas bringt, wenn der Strom aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Die Bahn wirbt zwar mit "100 % Ökostrom", was jedoch nicht wirklich stimmt. Der folgender Artikel ist zwar schon etwas älter, beschreibt aber dennoch gut die Situation:
https://www.dw.com/de/wie-grün-ist-...Bahnstrom kommt zu 90,7,5 Prozent aus Erdgas.
Andererseits gibt es großen Nachholbedarf auch was Anbindungen und Umsteigezeiten anbelangt. Es wird sehr viel Geld in den Fernverkehr, insbesondere das ICE-Netz gesteckt, was durch dessen gute Auslastung auch gerechtfertigt ist. Allerdings bleit der Regionalverkehr oft auf der Strecke, oft ist die Reisezeit deutlich höher, als mit dem privaten Kraftfahrzeug. Personen, die abseits der großen "ICE-Metropolen" leben, haben nichts vom Hochgeschwindigkeitsnetz, wenn ihr Anschlusszug fehlt beziehungsweise sich die Reisezeit durch ihn erheblich in die Länge zieht.
Bei Fahrten ohne Fernverkehrszüge kann es auch noch teuer werden, da es keinen Sparpreis gibt, und spezielle Angebote (wie Lädertickets) die Fahrgäste dann wieder an bestimmte Uhrzeiten beziehungsweise Strecken binden.
Auch muss die Bahn zuverlässiger werden. Wir steigen ganz selbstverständlich ins Auto, und wissen beziehungsweise meinen zu wissen, mit 100 %-iger Sicherheit zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Bei der Bahn sieht es da ganz anders aus. Ich versuche Bahnfahrten zu vermeiden, bei denen es zeitlich wirklich darauf ankommt.
Derzeit werden in Süddeutschland zwei bedeutende Eisenbahnstrecken elektrifiziert, davon abhängige Nebenstrecken, auf denen derzeit auch die gleichen Fahrzeuge fahren, bleiben jedoch ohne Strom. Ich bin gespannt, inwiefern sich die Reisedauer im Regionalverkehr verändert und ob es bei unterschiedlichen Zielen durch neu hinzugekommene Umstiege beziehungsweise Wegfallen von Neigetechnikzügen (die DB meidet elektrisch betriebene Bogenschnellzüge) nicht sogar länger dauern könnte.
Und auch die Fahrkartenpreise im Allgemeinen sind in Deutschland sehr hoch. Es sparen nur Fahrgäste, die lange im Voraus buchen, gerade in Zeiten wie diesen möchte aber niemand sein Ticket schon einige Monate vorher kaufen, wenn noch alles in den Sternen steht....
Und genau aus diesen Gründen, bevorzugen dann doch einige Menschen verständlicherweise das Auto, ob strom- oder kraftstoffbetrieben, und nehmen dafür auch andere Unannehmlichkeiten wie Stau oder Parkplatzsuche in Kauf.