Nocki schrieb:
Nur löst sich das Problem des Klimawandels dann nicht von selbst oder kostenfrei- Du gibst das gleiche Problem halt eine Generation weiter. Abgesehen davon könnten dann Aktivitäten wie Skifahren gar nicht mehr stattfinden, abgesehen davon hätte man einen ansteigenden Meeresspiegel, massives Artensterben, und vielleicht könnten die Leute dann noch in Skandinavien, Nordamerika und auf dem Südpol leben- Vorrausgesetzt, es gibt dann keine so starken Wetterextreme, dass die Anpassung dann teurer bis unmöglich wird. Anders gesagt: Man hätte dann die Kosten für den irgendwan zwingend notwendigen Klimaschutz (welcher sich dann vllt. durch das Ausgehen von Erdöl, Kohle etc. erübrigt) zusätzlich zu jenen der Anpassung und Umsiedlung. Und dazu noch eine kleinere bewohnbare Fläche für gleich viele Menschen.
Du hast da offenbar eine falsche Vorstellung der Folgen eines ungebremsten Klimawandels. Sogar die einschlägigen Studien (IPCC usw.) dazu sagen nicht voraus, dass nur "Skandinavien, Nordamerika und der Südpol" bleiben. Wenn (bspw.) in Südeuropa dann Tropisches Klima wäre, wäre das dadurch nicht unbewohnbar.
Ganz generell würden selbst bei den schlimmsten Szenarien nur relativ geringe Flächen unbewohnbar werden (weil sie Überflutet werden), denn Menschen sind in der Lage, auch mit hohen Temperaturen klar zu kommen (siehe Arabien sowie Tropische Gegenden), insbesondere dann wenn man technische und bauliche Anpassungen trifft.
Man kann auch relativ einfach Gebäude so errichten, dass sie durch Naturkatastrophen kaum noch zerstört werden können, wenn man zusätzlich bestimmte Gebiete nicht bebaut (wo große Fluten oder Erdrutsche drohen), und bspw. gegen Waldbrände umforstet, Schneisen errichtet und Löschflugzeuge anschafft (bspw. hat Deutschland exakt 0 Löschflugzeuge).
Das "Ausgehen" von Erdöl (oder Kohle) ist ein hypothetisches Szenario, das nennt sich "Globales Ölfördermaximum", das sollte seit den 80ern immer in den nächsten 5 Jahren bevorstehen, trat bis heute nie ein

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Auch hier ist der Grund, dass es immer neue Entdeckungen gibt und immer weitere technische Entwicklung. Fracking, Ölsand, Kohleverflüssigung usw. - effektiv ist der Vorrat daher unbegrenzt. Sogar E-Fuels sollen derzeit (!) "nur" dreimal so teuer sein wie normales Benzin - und das entzieht ja der Atmosphäre Co2. Alleine mit Großtechnischer Produktion und Nutzung von Atomkraft für den notwendigen Strom zur Herstellung von E-Fuels könnte man es vmtl. bereits heute preislich zum Benzin gleichstellen.
Tyrolens schrieb:
j-d-s schrieb:
... dass Klimaanpassung statt Klimaschutz sehr viel billiger ist - aber politisch nicht gewollt.
Dass dem nicht so ist, hat Krugman schon vor 20 Jahren berechnet.
Mir ist auch nicht klar, wie das mit der Klimaanpassung funktionieren soll.
Es geht ja nicht darum, dass du dir dann einfach für dein Haus eine Klimaanlage besorgst.
Man denke nur an die Lebensmittelproduktion. Die ist jetzt schon kritisch und im großen Stil nicht anpassbar. Wenn XY Mio. Hektar nicht mehr für Ackerbau genutzt werden können, wo will man dann alternativ produzieren?
Ganz zu schweigen vom Skisport. Man kann die Alpen nicht höher bauen.
Bewässerung, Gewächshäuser, Genveränderte Pflanzen, Düngemittel... es gibt viele Möglichkeiten. Es wird auch zusätzliche Flächen geben, bspw. in Kanada und Russland, die momenten zu kalt sind zum Ackerbau.
Nicht zuletzt ist das Gerede vom "Wassermangel" immer sehr seltsam: Wir lassen Unmengen an Süßwasser einfach in die Meere fließen. Wenn wirklich Mangel bestünde, könnte man mit Staumauern sämtliches Süßwasser nutzen bevor es ins Meer gelangt.
In Bezug auf den Skisport gibt es doch die Studie, dass selbst bei +4 Grad im Jahr 2100 die beschneiten Hänge noch 100 Tage pro Winter nutzbar sind.
Wobei auch in Bezug auf die Höhe noch viel machbar ist: Die Alpen werden zwar nicht höher, wohl aber die Skigebiete. Die enden derzeit oft auf ~3300 Metern Höhe (nur wenige, wie Zermatt oder L2A sind deutlich höher). Die höheren Berge auch mit Skinutzbarem Terrain gibt es, nur wird halt von Umweltschützern ständig verhindert, dass man sie auch bebaut.
Generell ist es als allererstes mal nötig - sogar wenn man die Konzeption "Klimawandel verhindern" verfolgt - dass man rechtlich das Querulantentum und Verhinderitis abschafft.
Denn die "Umweltschützer" (oder zumindest "Bürgerinitiativen" vor Ort) sind ja meist gegen alles - Windräder schädigen Vögel, Strommasten die Landschaft, Eisenbahnlinien Grund und Boden, Straßen, Skilifte, Industriegebie (sogar für Elektroautos), Wohngebiete sind natürlich generell böse, das "Versiegelung" und "Flächenverbrauch" sowie natürlich "Schaden für seltene Maulwürfe" oder einfach nur "Umweltverschandelung".
Dass sowas die Sache verzögert ist aber rein politisch erzeugt, weil zum einen Politiker die von dem Ort stammen plötzlich dagegen sind (bspw. CSU-Politiker bei nahezu allen Bauprojekten in Bayern, Lars Klingbeil (SPD) bei ner Bahnlinie durch seinen Wahlkreis usw.) - Stromtrassen finden die zwar gut, aber bitte nur im Nachbarwahlkreis.
Aber vor allem hat man (in D übrigens erst 2005) das Verbandsklagerecht geschaffen, womit selbsternannte Vereinigungen, die nicht demokratisch legitimiert sind, für das Allgemeinwohl klagen können. Die Vertretung des Allgemeinwohls ist aber immer Aufgabe von durch die Allgemeinheit gewählten Vertretern.
Dazu kommen dann noch Leute die zwar tatsächlich beschwert sind (weil bspw. ihr Land für ein Bauprojekt benötigt wird), aber auch denen gibt man rechtlich erst die Möglichkeit, alleine durch Klagen die Sache um Jahre oder Jahrzehnte hinauszuzögern.
Daher müsste man als allererstes, wenn man irgendwie zügig vorankommen will, zum einen massenhaft Richter einstellen (damit ein Verfahren eben nur 2 Monate braucht statt 5 Jahre - denn in den 5 Jahren wird nicht gebaut) - und zum anderen politisch die Behörden anweisen, die Projekte so schnell wie möglich umzusetzen und immer nur die allerkürzestmöglichen Fristen gewähren, statt auf "Dialog" usw. mit den Gegnern zu setzen (da die normalerweise Fundamentalopposition üben und nicht überzeugt werden können).
Wenn wir schon in den 50ern, 60ern und 70ern in Bezug auf Bauvorhaben so vorgegangen wären wie heute, gäbe es wohl gar keine Autobahnen.