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Die große Klima-Diskussion

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j-d-s schrieb:
... dass Klimaanpassung statt Klimaschutz sehr viel billiger ist - aber politisch nicht gewollt.

Dass dem nicht so ist, hat Krugman schon vor 20 Jahren berechnet.

Mir ist auch nicht klar, wie das mit der Klimaanpassung funktionieren soll.
Es geht ja nicht darum, dass du dir dann einfach für dein Haus eine Klimaanlage besorgst.
Man denke nur an die Lebensmittelproduktion. Die ist jetzt schon kritisch und im großen Stil nicht anpassbar. Wenn XY Mio. Hektar nicht mehr für Ackerbau genutzt werden können, wo will man dann alternativ produzieren?

Ganz zu schweigen vom Skisport. Man kann die Alpen nicht höher bauen.
 
Tyrolens schrieb:
Man denke nur an die Lebensmittelproduktion. Die ist jetzt schon kritisch und im großen Stil nicht anpassbar. Wenn XY Mio. Hektar nicht mehr für Ackerbau genutzt werden können, wo will man dann alternativ produzieren?
Gar nicht denn wenn man Klimawandel und vor allem auch die begrenzten Ressourcen politisch wirklich ernst nehmen würde, müsste der Zuwachs der Weltbevölkerung durch eine konsequente weltweite Zweikindpolitik gestoppt werden. Dafür müsste man dann aber auch Sorge tragen das nicht wie in vielen Ländern leider Usus, die Familie für die Altersversorgung zuständig ist aber auch das nicht die lokale Landwirtschaft durch geförderte Überschußexporte ihre Wettbewerbsfähigkeit verliert.
Das bedingte im Nahrungsmittelbereich ein Vernichtungsverbot und den Zwang zu einer dort geltenden strikt ausgeglichenen Handelsbilanz damit nur das exportiert wird das durch den Import hier aus klimatischen Gründen nicht erzeugbarer Lebensmittel abgedeckt ist. Die dadurch freiwerdenden Flächen stünden dann zur Produktion von Bioenergieträgern zur Verfügung.
 
Nocki schrieb:
Nur löst sich das Problem des Klimawandels dann nicht von selbst oder kostenfrei- Du gibst das gleiche Problem halt eine Generation weiter. Abgesehen davon könnten dann Aktivitäten wie Skifahren gar nicht mehr stattfinden, abgesehen davon hätte man einen ansteigenden Meeresspiegel, massives Artensterben, und vielleicht könnten die Leute dann noch in Skandinavien, Nordamerika und auf dem Südpol leben- Vorrausgesetzt, es gibt dann keine so starken Wetterextreme, dass die Anpassung dann teurer bis unmöglich wird. Anders gesagt: Man hätte dann die Kosten für den irgendwan zwingend notwendigen Klimaschutz (welcher sich dann vllt. durch das Ausgehen von Erdöl, Kohle etc. erübrigt) zusätzlich zu jenen der Anpassung und Umsiedlung. Und dazu noch eine kleinere bewohnbare Fläche für gleich viele Menschen.

Du hast da offenbar eine falsche Vorstellung der Folgen eines ungebremsten Klimawandels. Sogar die einschlägigen Studien (IPCC usw.) dazu sagen nicht voraus, dass nur "Skandinavien, Nordamerika und der Südpol" bleiben. Wenn (bspw.) in Südeuropa dann Tropisches Klima wäre, wäre das dadurch nicht unbewohnbar.
Ganz generell würden selbst bei den schlimmsten Szenarien nur relativ geringe Flächen unbewohnbar werden (weil sie Überflutet werden), denn Menschen sind in der Lage, auch mit hohen Temperaturen klar zu kommen (siehe Arabien sowie Tropische Gegenden), insbesondere dann wenn man technische und bauliche Anpassungen trifft.

Man kann auch relativ einfach Gebäude so errichten, dass sie durch Naturkatastrophen kaum noch zerstört werden können, wenn man zusätzlich bestimmte Gebiete nicht bebaut (wo große Fluten oder Erdrutsche drohen), und bspw. gegen Waldbrände umforstet, Schneisen errichtet und Löschflugzeuge anschafft (bspw. hat Deutschland exakt 0 Löschflugzeuge).

Das "Ausgehen" von Erdöl (oder Kohle) ist ein hypothetisches Szenario, das nennt sich "Globales Ölfördermaximum", das sollte seit den 80ern immer in den nächsten 5 Jahren bevorstehen, trat bis heute nie ein :D.
Auch hier ist der Grund, dass es immer neue Entdeckungen gibt und immer weitere technische Entwicklung. Fracking, Ölsand, Kohleverflüssigung usw. - effektiv ist der Vorrat daher unbegrenzt. Sogar E-Fuels sollen derzeit (!) "nur" dreimal so teuer sein wie normales Benzin - und das entzieht ja der Atmosphäre Co2. Alleine mit Großtechnischer Produktion und Nutzung von Atomkraft für den notwendigen Strom zur Herstellung von E-Fuels könnte man es vmtl. bereits heute preislich zum Benzin gleichstellen.

Tyrolens schrieb:
j-d-s schrieb:
... dass Klimaanpassung statt Klimaschutz sehr viel billiger ist - aber politisch nicht gewollt.

Dass dem nicht so ist, hat Krugman schon vor 20 Jahren berechnet.

Mir ist auch nicht klar, wie das mit der Klimaanpassung funktionieren soll.
Es geht ja nicht darum, dass du dir dann einfach für dein Haus eine Klimaanlage besorgst.
Man denke nur an die Lebensmittelproduktion. Die ist jetzt schon kritisch und im großen Stil nicht anpassbar. Wenn XY Mio. Hektar nicht mehr für Ackerbau genutzt werden können, wo will man dann alternativ produzieren?

Ganz zu schweigen vom Skisport. Man kann die Alpen nicht höher bauen.

Bewässerung, Gewächshäuser, Genveränderte Pflanzen, Düngemittel... es gibt viele Möglichkeiten. Es wird auch zusätzliche Flächen geben, bspw. in Kanada und Russland, die momenten zu kalt sind zum Ackerbau.
Nicht zuletzt ist das Gerede vom "Wassermangel" immer sehr seltsam: Wir lassen Unmengen an Süßwasser einfach in die Meere fließen. Wenn wirklich Mangel bestünde, könnte man mit Staumauern sämtliches Süßwasser nutzen bevor es ins Meer gelangt.

In Bezug auf den Skisport gibt es doch die Studie, dass selbst bei +4 Grad im Jahr 2100 die beschneiten Hänge noch 100 Tage pro Winter nutzbar sind.
Wobei auch in Bezug auf die Höhe noch viel machbar ist: Die Alpen werden zwar nicht höher, wohl aber die Skigebiete. Die enden derzeit oft auf ~3300 Metern Höhe (nur wenige, wie Zermatt oder L2A sind deutlich höher). Die höheren Berge auch mit Skinutzbarem Terrain gibt es, nur wird halt von Umweltschützern ständig verhindert, dass man sie auch bebaut.

Generell ist es als allererstes mal nötig - sogar wenn man die Konzeption "Klimawandel verhindern" verfolgt - dass man rechtlich das Querulantentum und Verhinderitis abschafft.
Denn die "Umweltschützer" (oder zumindest "Bürgerinitiativen" vor Ort) sind ja meist gegen alles - Windräder schädigen Vögel, Strommasten die Landschaft, Eisenbahnlinien Grund und Boden, Straßen, Skilifte, Industriegebie (sogar für Elektroautos), Wohngebiete sind natürlich generell böse, das "Versiegelung" und "Flächenverbrauch" sowie natürlich "Schaden für seltene Maulwürfe" oder einfach nur "Umweltverschandelung".

Dass sowas die Sache verzögert ist aber rein politisch erzeugt, weil zum einen Politiker die von dem Ort stammen plötzlich dagegen sind (bspw. CSU-Politiker bei nahezu allen Bauprojekten in Bayern, Lars Klingbeil (SPD) bei ner Bahnlinie durch seinen Wahlkreis usw.) - Stromtrassen finden die zwar gut, aber bitte nur im Nachbarwahlkreis.
Aber vor allem hat man (in D übrigens erst 2005) das Verbandsklagerecht geschaffen, womit selbsternannte Vereinigungen, die nicht demokratisch legitimiert sind, für das Allgemeinwohl klagen können. Die Vertretung des Allgemeinwohls ist aber immer Aufgabe von durch die Allgemeinheit gewählten Vertretern.
Dazu kommen dann noch Leute die zwar tatsächlich beschwert sind (weil bspw. ihr Land für ein Bauprojekt benötigt wird), aber auch denen gibt man rechtlich erst die Möglichkeit, alleine durch Klagen die Sache um Jahre oder Jahrzehnte hinauszuzögern.

Daher müsste man als allererstes, wenn man irgendwie zügig vorankommen will, zum einen massenhaft Richter einstellen (damit ein Verfahren eben nur 2 Monate braucht statt 5 Jahre - denn in den 5 Jahren wird nicht gebaut) - und zum anderen politisch die Behörden anweisen, die Projekte so schnell wie möglich umzusetzen und immer nur die allerkürzestmöglichen Fristen gewähren, statt auf "Dialog" usw. mit den Gegnern zu setzen (da die normalerweise Fundamentalopposition üben und nicht überzeugt werden können).

Wenn wir schon in den 50ern, 60ern und 70ern in Bezug auf Bauvorhaben so vorgegangen wären wie heute, gäbe es wohl gar keine Autobahnen.
 
Selbstverständlich ist es so, dass nur Projekte im Schnellverfahren durchgezogen werden, die deine Zustimmung finden.

Wenn das bei Dingen so praktiziert würde, die du ablehnst, wäre das ja Diktatur.
 
Pancho schrieb:
Selbstverständlich ist es so, dass nur Projekte im Schnellverfahren durchgezogen werden, die deine Zustimmung finden.

Wenn das bei Dingen so praktiziert würde, die du ablehnst, wäre das ja Diktatur.

Auch wenn ich deinem Vorredner nur ungern zustimme, hat mit seinem Passagen zu den Verzögerungen von Projekten komplett recht.

Z.b. der gesamte Netzausbau, der für die Energiewende notwendig ist, hinkt meilenweit hinterher, da es gegen jede neue Trasse zahlreiche Bürgerinitiativen gibt, die dagegen klagen. Das für zu ewigen Genehmigungsverfahren. Eigentlich hätten bis zum Ausstieg aus der Kernenergie längst die DC Trassen aus dem Norden in den Süden stehen sollen. Nun fängt man erst jetzt langsam mit dem bauen an.

Klar sind auch die von Grund auf langen Genehmigungsverfahren und auch Regionale Politiker Schuld (gerade die CSU ist da voll dabei).

Aber das permanent Dagegensein der Bürger gegen alles, was einen selber schädigt aber für die Allgemeinheit notwendig ist, ist ein riesen Problem.

Ähnlich ist es ja bei der Windkraft...
Ein Highlight war hier, als bei mir in der Gegend ein Einpark errichtet werden sollte und es dagegen eine Klage einer Bürgerinitiative aus einem anderen Bundesland gab.
 
TVT schrieb:
Aber das permanent Dagegensein der Bürger gegen alles, was einen selber schädigt aber für die Allgemeinheit notwendig ist, ist ein riesen Problem.

Ähnlich ist es ja bei der Windkraft...
Ein Highlight war hier, als bei mir in der Gegend ein Einpark errichtet werden sollte und es dagegen eine Klage einer Bürgerinitiative aus einem anderen Bundesland gab.
Wenn bei der Genehmigung einer Stromtrasse die Vorschriften bez. Elektrosmog eingehalten werden, müssten meiner Meinung nach die Kläger erst eine mögliche Schädigung wissenschaftlich begründet nachweisen bevor ein Einspruch überhaupt von einem Gericht angenommen werden dürfte.
Einspruchsrecht gegen Windkraftanlagen von Leuten die nicht als Nachbarn unmittelbar davon betroffen sind dürfte es eigentlich gar nicht geben - hier gehörten schnellstens die Genehmigungsvorschriften überarbeitet.
Dies gehörte bei allen Bauvorhaben ausnahmslos so gehandhabt ansonsten kommen wir mit der Energieproduktionsumstellung, Bahnausbau etc. nie weiter.
 
Ja, jeder will weniger Bürokratie und schnellere Umsetzung....aber wehe, es geht um Dinge, die einem selber nicht passen. Dann wird schnell nach Gesetze, Normen und sonstige Möglichkeiten gesucht, um dagegen vorzugehen. Und ein totalitäres System wie es in sehr vielen Staaten in der Welt gibt, wollen bei uns (zum Glück) auch die wenigsten.
Ich weiß nicht, ob es nur Einbildung oder Zufall ist, dass es in meiner Wahrnehmung häufig die gleichen sind, die nach mehr Freiheit schreien und sich gleichzeitig über sämtliche Dinge aufregen, die man doch nicht zulassen könne. Also so wie die CSU...über die Grünen falsche Behauptungen bzgl. "Verbotspartei" verbreiten, aber eine Legalisierung von THC mit allen mitteln bekämpfen wollen. Dass die Energiewende z.B. in Bayern so dermaßen hinter her hinkt liegt mit Sicherheit nicht nur an den Bürgern, da hat die CSU schon selber einen gehörigen Anteil daran.

/edit: Rechtschreibfehler korrigiert
 
Für mich bedeutet Energiewende vor allem Abzocke. Find das alles so absurd.

Das aller schlimmste aber bleibt die missliche Informationslage. Viele der Quellen die einem Ottonormalo zur Verfügung stehen verfolgen eine Agenda in die eine oder andere Richtung und es ist zumindest gefühlt unmöglich sich eine unabhängige, faktenbasierte Meinung zu bilden.

Ich persönlich nehme den Klimawandel deutlich wahr. Nicht zuletzt besonders in den milder werdenden Wintern die immer weniger Schnee bringen. Das sog. Aussterben von Skigebieten in Deutschland ist für mich zumindest ein Indiz dass es nicht nur ein Gefühl ist.

Ohne das Thema politisieren zu wollen würde ich gerne anmerken, dass es mir an praktischen Lösungen für den alltag mangelt. Und von einem Nichtvorhandensein eines globalen Konsens möchte ich erst gar nicht anfangen.
 
mark13 schrieb:
Das aller schlimmste aber bleibt die missliche Informationslage. Viele der Quellen die einem Ottonormalo zur Verfügung stehen verfolgen eine Agenda in die eine oder andere Richtung und es ist zumindest gefühlt unmöglich sich eine unabhängige, faktenbasierte Meinung zu bilden.
Einen der katastrophalen kommunikativen Hauptfehler der zur mangelnden Akzeptanz von Maßnahmen führte sehe ich darin, daß man nie eine konkretisierte Preisentwicklungsprognose der konventionellen Energieträger möglichst von unabhängigen Fachleuten errechnen und publizieren ließ.
Wenn den Menschen klargemacht würde wie sich die Energiepreise in den nächsten 30 Jahren durch die zumindest absehbare Marktlage und die Co2 - Abgabe konkret entwickeln werden, hätte man Anhaltspunkte zur Abschätzung ob und welche Maßnahmen man im eigenen Bereich treffen sollte.
 
Petz schrieb:
Einen der katastrophalen kommunikativen Hauptfehler der zur mangelnden Akzeptanz von Maßnahmen führte sehe ich darin, daß man nie eine konkretisierte Preisentwicklungsprognose der konventionellen Energieträger möglichst von unabhängigen Fachleuten errechnen und publizieren ließ.
Wenn den Menschen klargemacht würde wie sich die Energiepreise in den nächsten 30 Jahren durch die zumindest absehbare Marktlage und die Co2 - Abgabe konkret entwickeln werden, hätte man Anhaltspunkte zur Abschätzung ob und welche Maßnahmen man im eigenen Bereich treffen sollte.
Ich denke hätte man vor 10 Jahren gewusst was das für den einzelnen bedeutet hätte man für diese Vorhaben sicherlich keine Unterstützung bekommen...

Ebenso der Atomausstieg. Der erhoffte Domino-Effekt ist ausgeblieben und ob der Reaktor jetzt 50km westlich oder östlich des Rheins in die Luft fliegt ist doch auch egal. Das wir nicht Mal innerhalb Europas am selben Strang ziehen ist bedenklich.
 
Damals wurde die Klimaerwärmung auch von praktisch niemanden außer einigen wenigen Wissenschaftlern wie beispielsweise Mojib Latif wirklich ernstgenommen; auf die Tagesordnung schaffte es das Problem erst dann wirklich als die ersten deutlichen Auswirkungen für jedermann sichtbar wurden.

Die Atomkraft blieb und ist nur deshalb überhaupt noch Thema weil die Betreiber in der damaligen Atomkrafteuphorie nirgends dazu gezwungen wurden die hochgerechneten Gesamtkosten einer Endlagerung anteilig ihren Erzeugerpreisen zuzurechnen; wäre dies nämlich geschehen hätte keine betriebswirtschaftlich denkende Firma auch nur einen einzigen Meiler aufgestellt sondern sich auf andere Energiequellen konzentriert.
 
Petz schrieb:
Die Atomkraft blieb und ist nur deshalb überhaupt noch Thema weil die Betreiber in der damaligen Atomkrafteuphorie nirgends dazu gezwungen wurden die hochgerechneten Gesamtkosten einer Endlagerung anteilig ihren Erzeugerpreisen zuzurechnen;

Ursprünglich wurde den Betreibern der AKW wurde sogar erlaubt, hohe Rückstellungen für den Rückbau und die Endlagerung zu bilden. Mit diesem steuerfreien Spielgeld haben sie sich dann überall in die örtlichen Versorger eingekauft und wurden im Lauf der Zeit immer mächtiger. Erst, als Merkel ihre 360° Wende beim Atomausstieg hinlegte, hat sie den Betreibern ein Druckmittel in die Hand gegeben, mit dem sie sich mit einer vergleichsweise kleinen Ablasszahlung von der Verpflichtung für die Übernahme der Kosten der Endlagerung freikaufen konnten.

Hintergrund war auch, dass die Atomkonzerne begonnen hatten, sich aufzuspalten. Also den risikobehafteten Geschäftszweig vom Zukunftsgeschäft zu trennen. Die Rückstellungen waren auch nicht insolvenzsicher in einer unabhängigen Stiftung angelegt, im Fall einer Pleite hätte der Bund alle Kosten übernehmen müssen. In 2016 hat dann der Bund sämtliche Kosten für die Endlagerung übernommen, die Betreiber konnten sich mit 23 Milliarden € freikaufen.

Petz schrieb:
wäre dies nämlich geschehen hätte keine betriebswirtschaftlich denkende Firma auch nur einen einzigen Meiler aufgestellt sondern sich auf andere Energiequellen konzentriert.

Wenn man das überall so konsequent zu Ende denken würde, dann hätte man nie einen Kohleschacht graben dürfen. Weil, wie wir heute wissen, die Ewigkeitskosten und immer wieder aufretenden Bergschäden auch in die Milliarden gehen. Nur, ohne Kohle hätte es die industrielle Entwicklung nie gegeben.

Man hätte auch nie nach Öl bohren dürfen und wir würden heute noch mehr als 60% unserer täglichen Zeit mit dem Erwerb von Nahrung verbringen.

Windräder dürfe man auch nicht bauen. Weil der Rückbau der Fundamente ist auch nicht immer oder vollständig vorgesehen. Und wo am Ende das ganze Glasfasergedöns landet, weiß auch noch niemand so richtig.

Irgend einen Tod stirbt man halt immer.
 
Zum Unterschied zu den AKW - Betreibern sind aber die gewerblichen Nutzer der von Dir angeführten anderen Energiequellen nicht aus ihrer Haftung raus und die Nachsorgekosten bewegen sich nur auf Bruchteilchen dessen was die sichere Atommüllagerung bis zum Abbau der Reststrahlung erfordern wird.
 
Petz schrieb:
Zum Unterschied zu den AKW - Betreibern sind aber die gewerblichen Nutzer der von Dir angeführten anderen Energiequellen nicht aus ihrer Haftung raus und die Nachsorgekosten bewegen sich nur auf Bruchteilchen dessen was die sichere Atommüllagerung bis zum Abbau der Reststrahlung erfordern wird.

Wie hoch sind denn die Kosten?
 
Kommt darauf an was man als Folgekosten mit einrechnet. Auch wenn dafür etliche Milliarden aufgewendet werden müssen wird der Atommüllendlagerbetrag in die Billionen gehen und den muß man bei allen Energieträgern aber auch in den Vergleich zur erzeugten Energiemenge setzen.
 
Und die Kosten der Unfälle?

Tschernobyl? ca. 1000Mrd. USD

Fukushima? mind. 200Mrd USD

Wurde/wird das jemals in den Strompreis eingerechnet?
 
Billionen... oh je, da ist viel Unwissen im Spiel....
Gibt ja nicht wenige mit der Materie vertraute, die davon ausgehen, dass Atommüll in wenigen Jahzehnten zu einer gesuchten Ressource wird für die viel Geld bezahlt wird, damit man die abgenutzten Brennstäbe in neuen Reaktorgenrationen weiter verwenden kann. Dadurch wird die Reststrahlung der Brennstäbe immer weiter reduziert und verbraucht.
 
Ich nehme von den selben Personen gleichermaßen eine extrem skeptische Erwartungshaltung was technische Entwicklungen angeht wahr, wenn sie das Speicherproblem für regenerative Energien betrifft, aber eine geradezu euphorisch-optimistische Haltung für das Atommüllproblem.
Rational ist das für mich nur schwer nachvollziehbar.
 
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