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Die große Klima-Diskussion

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Wooly schrieb:
Sorry, aber das ist doch nur Gejammer. Wenn du mit deinem Beruf und deiner Profession nicht genug verdienen kannst, und selbst mit Tonnen mit Subventionen nicht auf einen grünen Zweig kommst, dann stimmt halt das Geschäftsmodell nicht.

Das klingt für mich reichlich selbstgerecht. Vor allem, da ich annehme, dass Du selbst nicht ansatzweise über profunde Sachkenntnisse im Bereich Agrarwirtschaft und der politischen Entwicklung in diesem Bereich verfügst. Nur, weil Du beim Bio-Bauern kaufst, bist Du noch lange kein Agrarexperte. Ich tanke auch bei Shell und habe trotzdem keine Ahnung davon, wie man nach Öl bohrt. :wink: :wink: :wink:

Die aktuelle Situation zeigt, dass es durchaus Sinn macht, mit "Subventionen" die Erzeugung von Nahrungsmitteln in der EU zu stützen.

Wooly schrieb:
Ich, und wahrscheinlich ganz viele Selbständige in Deutschland, die längst nicht die Lobby haben und die Subventionen bekommen, kommen ja auch klar.

In welchem Ausmaß musstest Du Dich dabei gegen ausländische Billigangebote behaupten? Und in wie weit warst Du daran beteiligt, Millionen von Menschen zu ernähren?
 
wmenn schrieb:
Nach dem "Super-El Nino" 2015/2016 folgten ja einige Jahre mit relativ konstanten Temperaturen, und nun eben dieser extreme Anstieg, der aber noch innerhalb der Unsicherheit der Modelle liegt.
Vielleicht haben wir ja Glück und es folgen jetzt auch wieder einige "kühlere" Jahre.
(Allerdings sind z. B. die Meerestemperaturen immer noch extrem hoch...
https://climatereanalyzer.org/clim/sst_daily/)
dein optimismus in ehren, mein "g'sunder hausverstand" oder wie formulieren das die schwurbler immer(?) glaubt nicht daran.
wär schön wenn ich nochmals einen halbwegs normalen winter am alpenostrand erleben könnte
so wie hier 2006

https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?t=15073

oder hier 2005

https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=156068
 
wmenn schrieb:
(Allerdings sind z. B. die Meerestemperaturen immer noch extrem hoch...
https://climatereanalyzer.org/clim/sst_daily/)

Wahnsinn mit welchem Abstand 2024 bereits jetzt auf 2023 folgt. Das kann nix Gutes bedeuten.
Ich hoffe mal, dass das so schon mit in den Berechnungen für die zukünftigen Lufttemperaturen miteinbezogen wurde.

Denn spontan würde ich denken, dass höhere Meerestemperaturen auch nicht mehr ausreichend abgekühlt werden könnten und vorallem auch enormen Einfluss auf das Klima im Winter haben.
 
gelöscht
 
Gejammer??
Ist es nicht andersrum?
Ihr heult doch hier rum, das alles nicht mehr bezahlbar ist (Bauern / Verbraucher) und daher argumentiert Ihr Euch wund um alles zurückzudrehen.
Und am besten gar nix machen. Scheiss auf das Klima. Nach mir die Sinnflut solange es an meinen Geldbeutel geht.
Habt Ihr Kinder? Denk Ihr an Ihre Zukunft?
Dann würde ich gerne sinnvolle Vorschläge hören WIE der Klimaschutz erreicht werden kann und nicht was NICHT geht...

Und wenn die Vorschläge tatsächlich gut wären könnt Ihr sie auch gerne an unsere demokratisch gewählten Vertreter weiterreichen.
Es bringt NICHTS hier andauert auf die von uns allen gewählten Vertreter zu schimpfen. Macht es halt besser wenn Ihr bessere Ideen habt.

Ich für meinen Teil finde es richtig:
- Ölheizungen und Gasheizungen auszutauschen (oder nur noch in seltenen Fällen zu nutzen, Stichwort 65% erneuerbar heisst ja 35% der Heizleistung dürfen noch konventionell sein (zb. bei strengem Frost!))- Warum? Weil es immerhin 10% der CO2 Emissionen in Deutschland sind.
- Mobilität umzustellen (Bahn, Elektroauto, Fahrrad) - warum? Weil es 18% sind.
- Die Industrie in die Pflicht zu nehmen - warum? weil es 20% sind
- Und insbesondere im Energiesektor so schnell wie möglich umzustellen - warum? Weil es 38% sind!!!

So. Wo wollt Ihr jetzt ansetzen wenn nicht in den Bereichen?
Oder wie soll es gehen ohne Geld auszugeben?
 
Sehr forsch formuliert :D
Ich schreib mal, dr Einfachheit halber, farbig ins Zitat.
ralleycorse schrieb:
...............................................
Ich für meinen Teil finde es richtig:
- Ölheizungen und Gasheizungen auszutauschen (oder nur noch in seltenen Fällen zu nutzen, Stichwort 65% erneuerbar heisst ja 35% der Heizleistung dürfen noch konventionell sein (zb. bei strengem Frost!))- Warum? Weil es immerhin 10% der CO2 Emissionen in Deutschland sind.
Also man sollte die Leute so lange in Ruhe lassen, bis der erneuerbare Anteil am Energiemix akzeptabel ist
2023 lag der Anteil lt. Bundesumweltamt bei 22%. Bedeutet de facto, statt mit Öl heizt man bei Wärmepumpen mit Kohle und Gas.
Bin überzeugt, unter denn aktuellen Verhältnissenn wäre ein Durchpeitschen verfassungswidrig.


- Mobilität umzustellen (Bahn, Elektroauto, Fahrrad) - warum? Weil es 18% sind.
Du wohnst inn der Stadt. Da kann man das fordern.

- Die Industrie in die Pflicht zu nehmen - warum? weil es 20% sind
Du hast den Begriff "internationer Wettbewerb" schon mal gehört?"
........................................
 
Bocky schrieb:
wmenn schrieb:
(Allerdings sind z. B. die Meerestemperaturen immer noch extrem hoch...
https://climatereanalyzer.org/clim/sst_daily/)

Wahnsinn mit welchem Abstand 2024 bereits jetzt auf 2023 folgt. Das kann nix Gutes bedeuten.
Ich hoffe mal, dass das so schon mit in den Berechnungen für die zukünftigen Lufttemperaturen miteinbezogen wurde.

Denn spontan würde ich denken, dass höhere Meerestemperaturen auch nicht mehr ausreichend abgekühlt werden könnten und vorallem auch enormen Einfluss auf das Klima im Winter haben.

Es ist mir ein Rätsel, wie Freunde des Wintersports, die jedes Jahr sehen, wie schnell sich das Klima verändert, die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen in Frage stellen können. Wenn jemand ein Interesse an einer möglichst geringen Erwärmung haben sollte, dann wir oder nicht?

Es ist unglaublich frustrierend. Es werden so große Anstrengungen für Klimaschutz unternommen und trotzdem geht der CO2-Ausstoß global nicht zurück.
Seit 2013 haben wir immerhin einen leichten Seitwärtstrend. Ich weiß, es klingt banal, aber der Klimaschutz wird in China und den USA und nicht in DACH entschieden.
Was mir Hoffnung macht ist, dass vor allem die erneuerbare Energieerzeugung immer billiger wird und längst wettbewerbsfähig ist (sehe ich jeden Tag in meinem Beruf). Wir haben eigentlich alle Technologien, die wir brauchen, jetzt müssen wir nur noch die PS auf die Straße bringen.

Zur deutschen Politik und den Grünen: Ich muss Wooly zustimmen, die Empörung über das Heizungsgesetz war an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Die halbe Welt benutzt Klimaanlagen, nur in D glaubt man, es sei der Untergang des Abendlandes. Öl- und Gasheizungen blasen viele Treibhausgase in die Luft und irgendwann musste der Wechsel einfach kommen. Ich bin generell kein großer Freund der Grünen, aber man muss ihnen zugute halten, dass sie damals mit dem EEG der Photovoltaik weltweit zum Durchbruch verholfen haben (D war jahrelang das Land mit der größten installierten PV-Kapazität). Ironischerweise haben sie damit dem Skisport wahrscheinlich mehr geholfen als alle Seilbahnsubventionen zusammen.
 
Meine Kommentare in

Fab schrieb:
Also man sollte die Leute so lange in Ruhe lassen, bis der erneuerbare Anteil am Energiemix akzeptabel ist
2023 lag der Anteil lt. Bundesumweltamt bei 22%. Bedeutet de facto, statt mit Öl heizt man bei Wärmepumpen mit Kohle und Gas.
Bin überzeugt, unter denn aktuellen Verhältnissenn wäre ein Durchpeitschen verfassungswidrig.[/i][/color]
Der Umbau der Heizungen kann nicht von heute auf morgen erfolgen, sondern wird Jahre dauern.
Im Klimaschutz haben wir nicht unendlich viel Zeit. Deshalb muss die Energie- und Wärmewende parallel erfolgen. Der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix wird weiter steigen und damit werden auch die Wärmepumpen immer umweltfreundlicher.
Das mit den 22% stimmt nicht der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch (und Wärmepumpen laufen bekanntermßen mit Strom) lag 2023 bei 46%.

Fab schrieb:
- Mobilität umzustellen (Bahn, Elektroauto, Fahrrad) - warum? Weil es 18% sind.
Du wohnst inn der Stadt. Da kann man das fordern.
Elektroautos können auch auf dem Land eingesetzt werden. Ein Grund, warum die deutsche Automobilindustrie so leidet, ist, dass sie den Trend zur Elektromobilität aus Arroganz verschlafen hat. Die Tage des Verbenners sind gezählt, entweder unsere Industrie geht mit oder sie geht unter.

Fab schrieb:
- Die Industrie in die Pflicht zu nehmen - warum? weil es 20% sind
Du hast den Begriff "internationer Wettbewerb" schon mal gehört?"
........................................
Ein Grund, warum Energie in Europa so teuer ist, liegt darin, dass wir fossile Energieträger teuer importieren müssen, während sie zum Beispiel in den USA im eigenen Land vorhanden sind.
Der Ausbau der eigenen erneuerbaren Energieerzeugung und die Elektrifizierung sind Teil der Lösung und nicht Teil des Problems.

Wir müssen etwas tun, da sind wir uns wohl alle einig. Wenn du bessere Ideen hast, @Fab, wie wir als Menschheit unsere Treibhausgasemissionen reduzieren können, dann raus damit, ich bin gespannt.
 
Tiob schrieb:
Fab schrieb:
Also man sollte die Leute so lange in Ruhe lassen, bis der erneuerbare Anteil am Energiemix akzeptabel ist
2023 lag der Anteil lt. Bundesumweltamt bei 22%. Bedeutet de facto, statt mit Öl heizt man bei Wärmepumpen mit Kohle und Gas.
Bin überzeugt, unter denn aktuellen Verhältnissenn wäre ein Durchpeitschen verfassungswidrig.[/i][/color]
Der Umbau der Heizungen kann nicht von heute auf morgen erfolgen, sondern wird Jahre dauern.
Im Klimaschutz haben wir nicht unendlich viel Zeit. Deshalb muss die Energie- und Wärmewende parallel erfolgen. Der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix wird weiter steigen und damit werden auch die Wärmepumpen immer umweltfreundlicher.
Das mit den 22% stimmt nicht der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch (und Wärmepumpen laufen bekanntermßen mit Strom) lag 2023 bei 46%.

Fab meint den Primärenergieverbrauch. Die Zahl stimmt. Und wenn man bei jeder zusätzlichen Wärmepumpe den Marginalansatz wählt, weil im Winter der Strommix sich nun einmal ganz anders darstellt als im Jahresmittel, dann ist es noch ein weiter Weg.

Tiob schrieb:
Ein Grund, warum Energie in Europa so teuer ist, liegt darin, dass wir fossile Energieträger teuer importieren müssen, während sie zum Beispiel in den USA im eigenen Land vorhanden sind.

Das stimmt einfach nicht. Bei den Strompreisen liegt Deutschland in Europa an vierter Stelle. In Österreich kostet der Strom fast nur die Hälfte, bei halbem spezifischen CO2 Ausstoß pro kWh. Wasserkraft machts möglich.


Tiob schrieb:
Wir müssen etwas tun, da sind wir uns wohl alle einig. Wenn du bessere Ideen hast, @Fab, wie wir als Menschheit unsere Treibhausgasemissionen reduzieren können, dann raus damit, ich bin gespannt.

Wie wäre es, wenn erst einmal die Protagonisten von #AllesPlattMachen den Nachweis führen, dass ihr Konzept funktioniert und bezahlbar ist? Ich warte immer noch auf ein Statement von offizieller Seite, wieviel im Jahr 2045 die Kilowattstunde Strom kosten wird. Ohne versteckte Kosten, reproduzierbar und technisch auf Machbarkeit geprüft.

Der Bundesrechnungshof sieht offenbar hier Nachholbedarf.
 
NeusserGletscher schrieb:
Fab meint den Primärenergieverbrauch. Die Zahl stimmt. Und wenn man bei jeder zusätzlichen Wärmepumpe den Marginalansatz wählt, weil im Winter der Strommix sich nun einmal ganz anders darstellt als im Jahresmittel, dann ist es noch ein weiter Weg.
Da Wärmepumpen bekanntlich mit Strom und nicht mit dem deutschen Primärenergiemix betrieben werden, ist für die Bewertung der Bruttostrommix und nicht der Bruttoenergiemix heranzuziehen. Wie gesagt: Sowohl die Wärmewende als auch der Ausbau der regenerativen Stromerzeugung werden nicht von heute auf morgen erfolgen. Deshalb muss der Ausbau der Wärmepumpe parallel erfolgen. Damit wir in Zukunft, wenn viel erneuerbarer Strom im Netz ist, auch die Infrastruktur haben, unsere Häuser damit zu beheizen. Das muss doch selbst dir einleuchten?


NeusserGletscher schrieb:
Das stimmt einfach nicht. Bei den Strompreisen liegt Deutschland in Europa an vierter Stelle. In Österreich kostet der Strom fast nur die Hälfte, bei halbem spezifischen CO2 Ausstoß pro kWh. Wasserkraft machts möglich.
Damit bestätigst Du genau meine Aussage, dass der Ausbau der heimischen Energieerzeugung der richtige Weg ist, um langfristig Preisstabilität und Versorgungssicherheit für Europa zu gewährleisten. Wir müssen schon aus politischen Gründen weg von fossilen Energieimporten. Mit dem Kauf von Öl und Gas haben wir in der Vergangenheit nur Despoten in Asien und im Nahen Osten reich gemacht und das europäische Handelsdefizit vergrößert. Wenn Trump uns vom Schiefergas abschneidet dann wird es schnell dunkel in Europa! Energieautarkie ist das Gebot der Stunde.
NeusserGletscher schrieb:
Wie wäre es, wenn erst einmal die Protagonisten von #AllesPlattMachen den Nachweis führen, dass ihr Konzept funktioniert und bezahlbar ist? Ich warte immer noch auf ein Statement von offizieller Seite, wieviel im Jahr 2045 die Kilowattstunde Strom kosten wird. Ohne versteckte Kosten, reproduzierbar und technisch auf Machbarkeit geprüft.
Was willst du jetzt genau. Soll dir der Herr Bundeskanzler persönlich bestätigen, dass du im Jahr 2045 35ct/kWh bekommst oder was? Niemand weiß, wie sich Technologien und Preise entwickeln werden. Wir wissen aber mit Sicherheit, dass die Weltbevölkerung wächst und damit die Nachfrage nach Energieressourcen, während gleichzeitig die Emissionsrechte immer knapper werden. Gleichzeitig sinkt der Preis für erneuerbare Energien kontinuierlich und ist heute schon günstiger als alle anderen Energieformen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist ökonomisch absolut sinnvoll.

Der Umstieg auf eigene erneuerbare Energieerzeugung ist also eigentlich nur positiv:
* wir schonen die Umwelt und erhalten die Lebensgrundlagen für unsere Kinder und Enkelkinder
*wir werden energiepolitisch autarker und müssen uns nicht mehr von Despoten auf der Nase herumtanzen lassen
*Wir tun etwas für die Gesundheit, indem wir Abgase reduzieren, die erwiesenermaßen massenhaft Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen.
und vor allem
*Wir retten unseren geliebten Wintersport.

Wovor hast du denn Angst, NeusserGletscher, warum hängt dein Herz so an den ollen Ölheizungen :wink:
 
Tiob schrieb:
Was willst du jetzt genau. Soll dir der Herr Bundeskanzler persönlich bestätigen, dass du im Jahr 2045 35ct/kWh bekommst oder was?
Nun, genau so eine Kalkulation ist meiner Ansicht nach eine der Grundvoraussetzungen, ohne die man keine Beschlüsse fassen darf. Die Endverbraucher werden vielleicht noch überzogene Preise schlucken oder auswandern, die Wirtschaft aber macht auf jeden Fall die Tore zu, wenn sie nicht mehr wettbewerbsfähig produzieren kann.

Das sind die einfachsten Grundlagen der Ökonomie, die sollten selbst Dir einleuchten :wink: :wink: (Du kannst mir die Retourkutsche beizeiten zurück schicken)

Tiob schrieb:
Niemand weiß, wie sich Technologien und Preise entwickeln werden.

Vielleicht sollten wir Herrn Niemand als Wirtschaftsminister vorschlagen? :wink:

Tiob schrieb:
Gleichzeitig sinkt der Preis für erneuerbare Energien kontinuierlich und ist heute schon günstiger als alle anderen Energieformen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist ökonomisch absolut sinnvoll.

Deswegen steigt in Deutschland der Preis für Strom, seit dem Rot-Grün vor 23 Jahren den Ausstieg aus der Kernenergie und den Ausbau von Sonne und Wind beschlossen hat. Der hat sich seit dem mehr als verdreifacht.

Der Punkt ist:

  • Deutschland hat weder genügend Wasserkraft noch Geothermie, um daraus seinen Energiebedarf zu decken
  • volatile Energiequellen wie Sonne und Wind sind derzeit viel zu teuer, weil man immer eine parallele Stromversorgung vorhalten muss
  • je mehr Windräder und Solarparks gebaut werden, desto teuerer wird der Betrieb der Backup-Infrastruktur, weil deren Kosten auf immer weniger erzeugte Energie umgelegt werden müssen

Derzeit sehe ich als einzigen Ausweg aus diesem Dilemma, dass jemand den Superspeicher erfindet, der unendlich viel Energie zu geringen Kosten speichert. Auch über mehrere Monate. Andere Optionen sehe ich in unseren Breiten nicht.
 
Julian96 schrieb:
Es geht momentan schon damit los, dass Beispielsweise aus der Ukraine Weizen in Massen zu uns kommt, der bei uns, unter Einhaltung von Mindestlöhnen, Qualitätsstandards und Umweltauflagen nie und nimmer zu diesem Preis produziert werden kann.

da gebe ich dir recht, und das ist die EU ja gerade jetzt vor ein paar Tagen angegangen ... der Weizen ist bis jetzt zwar noch raus, aber anscheinend wird auch da noch nachverhandelt. Halt auch ein klassisches Henne & Ei Problem, man will der Ukraine helfen, aber müsste dann wieder Ausgleichszahlungen vornehmen ...

Julian96 schrieb:
Wie kann man nur sagen das Geschäftsmodell ist schlecht wenn man den Markt als einzelner Landwirt gar nicht in der Hand hat. Wenn man den Preis gar nicht selbst bestimmt. Das finde ich in der Tat geradezu beleidigend!

Das ist dann doch wieder zu kurz gesprungen ... ich kenne einfach inzwischen viele Landwirte, die sich da teilweise sehr erfolgreich rausgenommen haben. Das geht schon anders, nicht mit Massentierhaltung, und nicht mit dem Versuch mit jedem Land auf der Welt über Masse & Preis konkurieren zu wollen ... aber man muss sich dann auch bewegen, und das fällt in meiner Wahrnehmung vielen Landwirten eher schwer.


Julian96 schrieb:
Zumal es einen riesigen Unterschied zwischen Landwirtschaft und jeder anderen Industrie gibt. Bei der Landwirtschaft ist es in der Bevölkerung und Politik gängige Position, dass das Land bei einem solch essentiellen Grundbedürfnis zur Selbstversorgung zumindest einigermaßen fähig sein muss. Und da die Gesundheit unserer Umwelt, unsere Tiere und von uns selbst unmittelbar mit der Landwirtschaft Zusammenhängen, sind hier eben auch Wege besser, die auf die meisten anderen Branchen nicht passen. Man könnte die Landwirtschaft soweit abbauen, dass nur das produziert wird, was im Direktvertrieb weg geht. Damit würde man aber bei den Lebensmittel komplett vom Ausland abhängig werden, weil der Direktvertrieb eben nur 5% ausmacht, und das will man eben nicht.

Ich würde es eher Gesundschrumpfen nennen .. und ja ich wäre da absolut dafür. Diese Bauernhofromantik mit der Selbstversorgung trifft doch eh auf die meisten Betriebe nicht mehr zu ... sonst hätte man ja auch keine Probleme mit der Konkurrenz aus dem Ausland. Und gefühlt kommen doch eh schon ein Großteil der Lebensmittel aus dem Ausland ... dem Industriegemüse ist es egal wo es auf Nährfliess groß wir, und dem Verbraucher in Deutschland ja zu großen Teilen auch.
 
Übrigens, ich will keinen Bauern hier einfach runtermachen, aber wenn ein Geschäftsmodell nicht funktioniert, oder einem alles nicht mehr in Kram passt, dann muss man sich als Unternehmer halt was anderes überlegen ... egal wie alt und prestigeträchtig der Hof ist. Und diese Denke scheint doch irgendwie nicht so verbreitet zu sein ... incl. das ein Unternehmer halt auch ein nicht geringes Risiko auf sich nimmt.

Und jetzt zurück zum Klima ... auch wenn das Thema Nahrungsmittel ja auch ein nicht unwesentlicher Faktor ist. Wie schön wenn wir uns alle vegan ernähren würden ... aber wenn Tiere halt so gut schmecken ... :biggrin: :biggrin: :biggrin:
 
gelöscht
 
Erst, wenn der letzte Bauer ruiniert, der letzte Acker stillgelegt, das letzte Moor renaturiert wurde, werdet Ihr merken, dass man Bürokratie nicht essen kann. :wink:

@Julian96 darfst Du gerne weiter verwenden :wink:
 
NeusserGletscher schrieb:
Tiob schrieb:
Was willst du jetzt genau. Soll dir der Herr Bundeskanzler persönlich bestätigen, dass du im Jahr 2045 35ct/kWh bekommst oder was?
Nun, genau so eine Kalkulation ist meiner Ansicht nach eine der Grundvoraussetzungen, ohne die man keine Beschlüsse fassen darf. Die Endverbraucher werden vielleicht noch überzogene Preise schlucken oder auswandern, die Wirtschaft aber macht auf jeden Fall die Tore zu, wenn sie nicht mehr wettbewerbsfähig produzieren kann.

Das ist so eines deiner Lieblingsstilmittel bei jeder Diskussion.

Argumentum ad ignorantiam

Das grundlegende Schema ist dabei: das Fehlen von Evidenz für eine Behauptung wird als Beweis dafür betrachtet, dass stattdessen eine andere Behauptung wahr ist, oder es wird alternativ dazu eine persönliche Voreingenommenheit als Beweis oder Widerlegung angenommen. Dies ist keine gültige Schlussweise im Sinne der formalen Logik.

Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Argumentum_ad_ignorantiam

Würde jemand die geforderte Prognose auf den Tisch legen, würdest Du bemängeln, dass so etwas nicht seriös möglich ist. Ein alles in allem ziemlich toxischer Diskussionsstil.
 
Julian96 schrieb:
Die Ökonomie ist immer das eine, denn aus Lust und Liebe machen die wenigsten etwas. Aber ich finde die Landwirtschaft muss man anders betrachten als andere Wirtschaftszweige, weil sie so fundamental ist, so nah an der Natur und so prägend für die Natur.
Und wenn ich so sehe wie mit Natur und Tier so allgemein umgegangen wird, dann fände ich persönlich mehr Bauernhofromantik sehr wünschenswert.

Vielleicht ist es auch das Geschäftsmodell der Zukunft, dass die Landwirtschaft als Hauptberuf ausgedient hat und mehr Menschen nebenher aus Leidenschaft oder Ausgleich auf dem Feld arbeiten. Ich habe auch einen Job und mache die Landwirtschaft nebenher. Für mich ist die Bewirtschaftung der Felder gar nicht wegzudenken, auch wenn ich dabei draufzahle. Für mich liegen auch nicht 1600€ Getreide auf meinem kleinen Kipper, sondern der Jahresbedarf an Brot für 100 Menschen. Das hat für mich einen unbezahlbaren Wert.
Trotzdem sind die Investitionen in der Landwirtschaft natürlich enorm und wenn es ein zu großes Verlustgeschäft wird überlege ich mir trotzdem wie es weiter geht. Nicht anders wie wenn der Skisport immer teurer wird.

Die Frage ist halt eher wie zukünftig all die Menschen ernährt werden, denn dafür gibt es nicht genug Bauern aus Leidenschaft. Irgendwer muss die Nahrung halt dann doch erzeugen. Mit der Weiterentwicklung von heutigen Billigländern ist zu erwarten dass auch die irgendwann mal den Punkt erreichen werden an dem wir heute sind. Und auch dann muss die Lebensmittelversorgung von irgendwem zu irgendeinem einem Preis immernoch gewährleistet werden.

Von einer vollständig veganen Ernährung halte ich nichts. Sowohl persönlich als auch allgemein wenn ich daran denke wie wichtig Mist und Gülle für Biobetriebe sind. In einem vernünftigen Maß ist der Kreislauf zwischen Pflanze Mensch und Tier gar nicht so verkehrt wie manche Extremveganer es gern hätten.
Und dann wiederhole ich mein Argument an dich von weiter oben: Wäre es dann nicht viel sinnvoller, ähnlich wie bei der Stromerzeugung viel kleinteiliger zu denken. Also die kleinen Landwirte subventionieren, die Klein und Mikrolandwirtschaft zu fördern. Gut fürs Ökosystem, gut fürs Klima. Aber auch wie bei der Energiefrage sind die Lobbyisten nicht die Klein- und Biobauern.

Ich hab mal eine Studie gelesen, hätte man die kleinen Kraftwerke, die es früher überall gab, alle modernisiert, hätten wir nicht nur ausreichend Energie, sondern auch vor Ort, da wo sie gebraucht wird. Ein wenig holt man das ja jetzt mit der PV nach, die ja dezentral auf den ganzen leeren Dächern, als Überdachung von Autobahnen usw. irre Potential hat..
 
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