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Jan Tenner schrieb:
Dein Analogiebeispiel steht meinem in puncto Schwachsinn überhaupt nichts nach. Wenn du nicht ernsthaft diskutieren kannst, dann lass es doch bitte!
Wenn Du ohne Pöbeleien nicht posten kannst, dann lass es doch bitte!

Jan Tenner schrieb:
Es gibt vom Frauenhofer ISE reale Feldtests, ob und zu welchem Grad zB Wärmepumpen in Bestands- oder gar Altbauten wirtschaftlich betrieben werden können, ohne oder mit moderaten (zB Heizkörper austauschen) Sarnierungen. Darauf aufbauend gibt es auch Schätzungen/Berechnungen, wie viele Wohnhäuser das betreffen könnte. Argumentiere doch bitte mit solchen Zahlen/Größen und nicht mit alarmistischen Schwachsinnsvergleichen! Du könntest ja zB mal kundtun, wie viele Wohnhäuser es deiner Meinung nach in Deutschland gibt (auch gerne im Verhältnis zu allen Wohnhäusern), die einen Sanierungsbedarf von 300.000€ haben, um sie auf eine klimafreundlichere Heiztechnik umrüsten zu können?

Die Sanierungskosten habe ich aus den Medienberichten zur Sanierung der Parteizentrale der Grünen errechnet. Wenn Du das als Schwachsinn bezeichnest, dann musst Du das mit den Grünen ausmachen. Ich glaube nicht einmal, dass sie dort eine Luxussanierung betrieben haben. Bei den Kosten liegen sie zwischen dem zweiten und dritten Drittel, was typischerweise für eine umfassende Sanierung veranschlagt wird.

Ca. 60% des Wohngebäudebestandes in Deutschland wurde bis 1977 errichtet (Quelle: destatis 2023). Abzüglich der bereits sanierten Objekte und zuzüglich der 25%, die zwischen 1978 und 2001 errichtet wurde, besteht da bei der Mehrzahl der Gebäude ein erheblicher Sanierungsbedarf.

In Altbauten liegen die mittleren Jahresarbeitszahlen von Luft-Wärmepumpen zwischen 2,4 und 2,7. Da Wärmestrom derzeit doppelt so teuer ist wie Erdgas, rechnet sich der Mehraufwand für eine Luft-WP derzeit nicht. Mein Nachbar hat auf die ganze Förderung verzichtet, eine nicht förderungsfähige WP selbst eingebaut (er hat einen Kälteschein) und heizt damit vor allem in der Übergangszeit, wenn eine WP den höchsten Wirkungsgrad hat. So halten sich die Kosten in Grenzen und der Nutzen ist rechnerisch auch belegbar. Ich denke, das ist eine Lösung, mit der ich mich anfreunden kann. Zumal abseits der Monate November bis Januar auch genügend Strom aus Sonne und Wind im Netz sein dürfte, was aktuell grad nicht immer der Fall ist.
 
NeusserGletscher schrieb:
Wenn jemand ein Haus mit 150 qm hat, dann reden wir überschlägig von Kosten in Höhe von 300.000 Euro. Hier ist es nicht mehr eine Frage von Moral oder CO2-Bepreisung, so eine Summe muss man erst einmal aufbringen, finanzieren und bis zur Rente nach Möglichkeit abzahlen. Hier geht es um die nackte Existenz.
Das kommt sehr drauf an welche Ansprüche man an eine Sanierung stellt. Ich verwende eine Luft-Luft-Wärmepumpe die 90 qm Wohnnutzfläche temperiert und die mich vor 5 Jahren bei Selbstinstallation etwa € 2500,- kostete. Die gebraucht angeschaffte Vorgängeranlage wurde aufgrund undicht gewordener Lötstellen im Außenteil ausgemustert. Stromanbieter liefert schon seit langem nur 100% Ökostrom an Privathaushalte.
Das Gebäude ist Bj. 1982 und eine thermische Sanierung tu ich mir sicher nicht mehr an; dafür müssten außerdem Bauvorschriften geändert werden denn meine Haushälfte wurde vom Vorbesitzer offensichtlich exakt nach der Grundstücksgröße geplant was dazu führt, das ich die Gebäudekubatur baurechtlich nicht durch eine Zusatzisolierung erweitern könnte da die Bebauungsdichte überschritten würde.
 
Manchmal sind die einfachsten Lösungen die besten. :D In Deutschland sind Bauvorschriften Ländersache. In den meisten Fällen wird aber eine nachträglich aufgebrachte Dämmung nicht auf die Grundflächenzahl angerechnet und auch der Nachbar muss ggf. eine Überbauung bis zu einem gewissen Grad hinnehmen.
 
Und ohne dafür Werbung machen zu wollen sondern nur als Beispiel ist der nächste Innovationsschub im Anrollen; solche Luft-Wasser Wärmepumpen können aufgrund der hohen, noch wirtschaftlichen erreichbaren Sekundärtemperaturen einen bestehenden Heizwasserkreislauf weiternutzen was bis dato nur bei Fußbodenheizungen möglich war.:

https://lambda-wp.at/luft-waermepumpen/
 
heute morgen habe ich mir den ersten Teil des Plusminus Podcasts zu Wärmepumpen angehört: https://www.ardaudiothek.de/episode...e-bei-uns-teurer-als-im-ausland/ard/14003043/
Kernthemen: Auch aufgrund der Förderungen sind in Deutschland Wärmepumpen signifikant teurer als in anderen Ländern. Es wird mal ein vergleichbares Haus in Deutschland und Frankreich verglichen: neue Gastherme 10.000 Euro, Wärmepumpe Frankreich 10.000, Wärmepumpe Deutschland 30.000 minus 15.000 Förderung und ganz extrem eine Wärmepumpe in Großbritannien nach Abzug der Förderung grad mal 600 Euro.
In Deutschland ist halt die Tendenz, da die Förderung prozentual auf die Gesamtkosten gerechnet wird, es recht teuer anzusetzen, da man dann ja auch mehr zurück bekommt. Frankreich und Großbritannien haben einkommensabhängige Förderungen, die auch noch fix sind, dadurch sind dort die Preise anders (nein, ich will hier natürlich nicht sagen, dass die Hersteller bzw. Handwerkermeister sich Geld vom Staat zusätzlich holen wollen).
Aber auch die Bürokratie und fehlende Mitarbeiter für den Einbau sind wohl Mitschuld an den Preisen.
 
kaldini schrieb:
Wärmepumpe Deutschland 30.000 minus 15.000 Förderung
Man darf sich ja durchaus mal fragen wie diese Mondpreise von Wärmepumpen zu rechtfertigen sind die von den Herstellern aufgerufen werden. Es werden gängige kältetechnische Komponenten verwendet die es seit Jahrzehnten gibt und die erprobt sind, man hat hier das Rad nicht neu erfunden. Selbst wenn ich vergoldete Plattenwärmetauscher einbaue, wie kommt man bitte auf 30 000 Euro?
 
Spezialwidde schrieb:
kaldini schrieb:
Wärmepumpe Deutschland 30.000 minus 15.000 Förderung
Man darf sich ja durchaus mal fragen wie diese Mondpreise von Wärmepumpen zu rechtfertigen sind die von den Herstellern aufgerufen werden. Es werden gängige kältetechnische Komponenten verwendet die es seit Jahrzehnten gibt und die erprobt sind, man hat hier das Rad nicht neu erfunden. Selbst wenn ich vergoldete Plattenwärmetauscher einbaue, wie kommt man bitte auf 30 000 Euro?

Unser Ex-Finanzminister würde auf die Frage klar antwortet, dass das der Markt schon regelt ... aber es ist wohl nicht so einfach mit einer simplen Google Suche getan.

Hier mal wie ich finde ein paar schöne Infos:

https://www.youtube.com/watch?v=cs0z5A18nNw


Mein Bruder in London kam bei der Planung übrigens bei sehr ähnlichen Preisen heraus wie in Deutschland. Woher sind denn die Zahlen aus England/Frankreich?
 
Danke für das Video, trotzdem kranke Welt, vor Allem die Wucherpreise für das Kleinmaterial. Ein paarSchläuche, ein bisschen Blech für die Konsole und ein paar Gummipuffer hunderte Euro... Nee dann würde ich mir doch lieber eine VRF Klimaanlage ins Haus holen und dazu noch nen Warmwasserspeicher mit eigener Huckepackwärmepumpe. Dann kann ich im Sommer sogar kühlen, das ist ja bei den immer brutaleren Sommern auch kein Kuxus mehr. Die kosten ja erstaunlicherweise nicht die Welt. Von mir aus noch ein Kamin oder Pelletofen für die ganz kalten Tage, der Kamin wird ja frei wenn die alte Heizung rausfliegt.
 
Spezialwidde schrieb:
Nee dann würde ich mir doch lieber eine VRF Klimaanlage ins Haus holen.
Leider wird das wieder mal gerade dort wo hohe Wirkungsgrade erzielbar wären durch Vorschriften blockiert. Im Falle einer Erdwärmepumpe mit höchstem Wirkungsgrad beim Heizbetrieb bekommt man keine Genehmigung für VRF - Anlagen weil ja im Falle eines Leitungslecks nebst dem sowieso an die Oberfläche steigenden Kältemittel ein Teil der geringen, im System zirkulierenden Ölmenge ins Grundwasser gelangen könnte. Energetisch macht es einen großen Wirkungsgradunterschied ob man primärseitig mit Winteraussenluftminustemperaturen oder jenen Plusgraden arbeiten kann die eine im Garten tief verbuddelte kältemitteldurchströmte Kupfererdspirale bringt. ich hatte ja nicht umsonst vor Jahrzehnten noch zwei meiner damaligen Bagger am Grundstück stehen... :tongue: ;D :mrgreen:
 
Petz schrieb:
Spezialwidde schrieb:
Nee dann würde ich mir doch lieber eine VRF Klimaanlage ins Haus holen.
Leider wird das wieder mal gerade dort wo hohe Wirkungsgrade erzielbar wären durch Vorschriften blockiert. Im Falle einer Erdwärmepumpe mit höchstem Wirkungsgrad beim Heizbetrieb bekommt man keine Genehmigung für VRF - Anlagen weil ja im Falle eines Leitungslecks nebst dem sowieso an die Oberfläche steigenden Kältemittel ein Teil der geringen, im System zirkulierenden Ölmenge ins Grundwasser gelangen könnte. Energetisch macht es einen großen Wirkungsgradunterschied ob man primärseitig mit Winteraussenluftminustemperaturen oder jenen Plusgraden arbeiten kann die eine im Garten tief verbuddelte kältemitteldurchströmte Kupfererdspirale bringt. ich hatte ja nicht umsonst vor Jahrzehnten noch zwei meiner damaligen Bagger am Grundstück stehen... :tongue: ;D :mrgreen:

VRF-Anlagen sind eigentlich immer Luft/Luftwärmepumpen. Ich glaube du meinst direktverdampfende Erdanlagen. Das kommt ja gar nicht in die Tüte weil deren Installation ja die Kosten ins Unermessliche treibt. Ich hab ehrlichgesagt noch nichts anderes als Erd- Wasserwärmepumpen gesehen,Erd-VRF ist mir gänzlich unbekannt. Die werden auch so so weit ich weiß gut wie gar nicht mehr eingesetzt, alleine schon wegen der großen Kältemittelfüllmenge. VRF zeichnen sich ja dadurch aus dass sie diverse Heiz/Kühlstellen gleichzeitig versorgen können. Man ersetzt also Heizkörper durch Klimatruhen. Mitunter kann sogar ein Raum gekühlt, zb unterm sonnenbeschienenen Dachgeschoss und mit dieser Wärme ein Raum im Keller geheizt werden. Ich halte es übrigens für falsch die Wärmepumpe auf den größtmöglichen Heizfall auszulegen. Zumindest dann wenn ein Altbau nachgerüstet werden soll, im Neubau ists natürlich was anderes. Dann dümpelt sie die meiste Zeit im Jahr im gedrosselten Teillastbetrieb, das ist eigentlich das was die Leistungszahl drückt. Für die 10 Tage Winter die bei uns noch übrig bleiben tuts dann der Holzofen.
 
Nicht ganz denn wenn der gesamte Temperaturwandelvorgang nur mit dem Kältemittel durchgeführt wird und wie in meinem Fall erst nachgelagert in den Heizwasserkreislauf übertragen wird, ist das für mich deshalb auch eine VRF weil der Wärmetauscher/Sammler im Gebäude liegt und dessen Verlustwärme zur Gänze ebenfalls der Gebäudetemperierung zugutekommt.
Im Heizbetrieb ist die nötige Füllmenge auch nicht übermäßig groß weil der lange Erdspiralenleitungsteil durch expandiertes Kältemittel in gasförmigem Zustand durchflossen wird und nur Baueinheit Wärmetauscher/Sammler verflüssigt befüllt sind.

Die üblichen Erdwärmepumpen arbeiten ja mit einer Solelösung im Erdleitungskreislauf und Kältemittelwärmetauscher vor der eigentlichen Wärmepumpe.
 
Petz schrieb:
ist das für mich deshalb auch eine VRF weil der Wärmetauscher/Sammler im Gebäude liegt und dessen Verlustwärme zur Gänze ebenfalls der Gebäudetemperierung zugutekommt.
Mag für dich vielleicht so sein, ist aber technisch gesehen nunmal keine, VRF bedeutet variabler Kältemittelfluss innerhalb einer kältetechnisch verzweigten Anlage. Das ist eine Erdwärmepumpe nunmal nicht. Natürlich ist der Massen/Volumenstrom vareabel aber das ist bei jeder Kälteanlage innerhalb ihrer regelungstechnischen grenzen der Fall. Sogar beim einfachen Kompressorkühlschrank.

Petz schrieb:
Im Heizbetrieb ist die nötige Füllmenge auch nicht übermäßig groß weil der lange Erdspiralenleitungsteil durch expandiertes Kältemittel in gasförmigem Zustand durchflossen wird und nur Baueinheit Wärmetauscher/Sammler verflüssigt befüllt sind.
Um die Verdampferschlangen auch flächenmäßig auch ausnutzen zu können befindet sich das Kältemittel zu mindestens 2/3 der Rohrlänge im Nassdampfbereich um Energie durch Phasenübergang einsammeln zu können. Gasförmig wäre das nicht ansatzweise möglich. Also bleiben wir bei der großen Füllmenge.

Petz schrieb:
Die üblichen Erdwärmepumpen arbeiten ja mit einer Solelösung im Erdleitungskreislauf und Kältemittelwärmetauscher vor der eigentlichen Wärmepumpe.
Und was meinst du warum man das so löst? Genau: Um die Kältemittelfüllmenge innerhalb der kompakten Wärmetauscher der Wärmepumpe im Vergleich zur direkt verdampfenden Variante geringer halten zu können. Außerdem ist der Ölumlauf in einem weitläufigen Verdampfer ein echtes Problem. Da nimmt man dann auch Einbußen in der Leistungszahl in Kauf. Und warum das Ganze? Es gibt bei der Füllmenge, je nach Art der vom Kyotoprotokoll erfassten fluorierten Kältemittel, Massengrenzen, ab denen besondere wiederkehrende und teure Prüfvorschriften gelten, diese Grenzen sind nur mit Soleanlagen einhaltbar. Das würde den Betrieb einer Wärmepumpe für den Privatman absolut unrentabel machen. Außerdem verkauft es sich auch irgendwie schlecht ein CO2 Äquivalent im Gegenwert von 10 000Litern Heizöl in der Anlage spazieren zu haben. Diese Treibhauspotenzialgrenzen gab es früher in der Form nicht weshalb man in der Anfangszeit von Wärmepumpen durchaus Direktverdampfer gebaut hat. Aber da durfte man auch noch R134a in Druckdosen kaufen und durch Fußballtröten tonnenweise in die Luft blasen. Dafür würde man heute wohl gesteinigt...
 
NeusserGletscher schrieb:
In Altbauten liegen die mittleren Jahresarbeitszahlen von Luft-Wärmepumpen zwischen 2,4 und 2,7. Da Wärmestrom derzeit doppelt so teuer ist wie Erdgas, rechnet sich der Mehraufwand für eine Luft-WP derzeit nicht.
Nunja, also ich heize 269qm Fachwerkhaus mit Innendämmung aus 2002 bzw. zur Hälfte aus 1986. Luft-Luft-Wärmepumpe, Wandradiatoren habe ich beibehalten, da ich schlicht herausgefunden habe, dass auch bei meiner alten Ölheizung 48 Grad Vorlauf ausgereicht hatten.
JAZ liegt nach 2 Wintern bei 4,8 - also ich kann nicht meckern. Zum Glück war ich noch knapp vor der Ukrainekrise dran, durch die Ersparnisse sollte ich die Kosten nach rund 7-8 Jahren drin haben und die alte Heizung wäre ohnehin irgendwann mal dran gewesen, was ja auch wieder Kosten bedeutet hätte.

Die Vorurteile dass Wärmepumpen im Altbau oder mit Wandradiatoren nicht ordentlich funktionieren kann ich also nicht im Geringsten bestätigen, wobei man natürlich sicherlich jedes Haus individuell betrachten muss. Der beste Tipp ist denke ich jedoch immer die Vorlauftemperatur zu senken, damit geht man auf Nummer sicher.
 
Che schrieb:
wobei man natürlich sicherlich jedes Haus individuell betrachten muss.

Genau das ist der entscheidende Satz der eigentlich alles sagt. Früher hat man einfach einen überdimensionierten Heizkessel installiert und so jedes Haus in jedem Fall warm gekrigt, Öl und Gas hat ja nichts gekostet, fertig war die Kiste. Da wurde nicht groß geplant sondern einfach großzügig ausgelegt. Das ist in den Köpfen vieler Heizungsbauer auch noch so drin. Heute muss man ganz individuell für jedes Gebäude einen Umrüstplan erstellen. Genaue Bestandsaufnahme des aktuell verbauten Heizsystems und dann eine sinnvolle Lösung erarbeiten. Manchmal kommt man da auf ganz erstaunliche Resultate, zum Beispiel können uralte gusseiserne Großflächenheizkörper mitunter problemlos weiterbetrieben werden während der Nachbar seine recht neuen aber zu kleinen Flachheizkörper tauschen lassen muss.
 
Spezialwidde schrieb:
Natürlich ist der Massen/Volumenstrom vareabel aber das ist bei jeder Kälteanlage innerhalb ihrer regelungstechnischen grenzen der Fall. Sogar beim einfachen Kompressorkühlschrank.
Zumindest hat sich bei mir noch kein Kühlschrank vorgestellt der über ein variabel temperaturgesteuertes Expansionsventil verfügte - auch keine Autoklima mit einem solchen und ich hab im Lauf der Zeit doch etliche im Bekanntenkreis ausgemusterte Kühlschränke zerlegt um entweder meinen Kältemittelvorrat aufzufüllen und/oder weil ich den noch funktionierenden Kompressor für andere Zwecke brauchte.

Spezialwidde schrieb:
Um die Verdampferschlangen auch flächenmäßig ausnutzen zu können befindet sich das Kältemittel zu mindestens 2/3 der Rohrlänge im Nassdampfbereich um Energie durch Phasenübergang einsammeln zu können. Gasförmig wäre das nicht ansatzweise möglich. Also bleiben wir bei der großen Füllmenge.
Ich hatte als Verdampfer einfach eine 50 m lange 10 mm Kupferleitung möglichst tief im Erdreich verbuddelt und mit dem Sammler/Wasserwärmetauscher eine Gesamtfüllmenge von etwa 5 Kg - viel ist bei mir was anderes... :wink:

Spezialwidde schrieb:
Die üblichen Erdwärmepumpen arbeiten ja mit einer Solelösung im Erdleitungskreislauf und Kältemittelwärmetauscher vor der eigentlichen Wärmepumpe.
Und was meinst du warum man das so löst? Genau: Um die Kältemittelfüllmenge innerhalb der kompakten Wärmetauscher der Wärmepumpe im Vergleich zur direkt verdampfenden Variante geringer halten zu können. [/quote]Es macht natürlich nen Unterschied ob man sich als Anlageninstallateur an Vorschriften halten muß oder sie so wie ich damals unter Verwendung von Kompressor und Wasserwärmetauscher/Sammler einer ausgeschiedenen Supermarktkühlraumanlage selber nach Lust und Laune zusammenstellte. Die lief übrigens fast 15 Jahre lang klaglos bis der durchgerostete Wärmetauscher ihr Leben beendete und ich dann auf die erste gebrauchte Luft/Luft WP umstieg.

Edit: Meine Heizkörper waren auch noch gute alte Gußeisenmonster die allesamt vom Schrottplatz kamen... ;D
 
Petz schrieb:
Zumindest hat sich bei mir noch kein Kühlschrank vorgestellt der über ein variabel temperaturgesteuertes Expansionsventil verfügte - auch keine Autoklima mit einem solchen und ich hab im Lauf der Zeit doch etliche im Bekanntenkreis ausgemusterte Kühlschränke zerlegt um entweder meinen Kältemittelvorrat aufzufüllen und/oder weil ich den noch funktionierenden Kompressor für andere Zwecke brauchte.
Ein einfacher Kühlschrank hat natürlich kein thermostatisches Expansionsventil aber ein Kapillarrohr. Das hat eine selbsttätige Regelfunktion wenn man es so anordnet dass ein Teil davon durchs Saugrohr koaxial geführt wird. Ist bei jedem Kühlschrank den ich so kenne so gelöst. Du erinnerst dich vielleicht noch an ältere Kühlschränke bei denen man die Verdampferplatte noch sehen konnte, da schien es so als käme da nur ein Rohr rein. Das ist das Saugrohr, die Kapillare verläuft unsichtbar drinnen und endet an einer Quetschstelle, da wird eingespritzt. Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen aber ab der Srecke wo im Rohr das Sieden beginnt und sich Dampfblasen bilden erzeugt das Kapillarrohr einen nennenswerten Strömungswiderstand und die gewünschte Drosselwirkung. Je länger diese Siedestrecke ist desto größer der Strömungswiderstand was äquivalent eines sich öffnenden und schließenden Expansionsventils ist. Je weiter hinten das passiert desto mehr Kältemittel lässt es also durch. Der Siedebereich innerhalb der Kapillare verschiebt sich dann im Betrieb durch Druck- und Temperaturänderungen so dass eine Selbstregulation erfolgt. Deswegen auch Kapillare, sonst könnte man auch eine einfache Einspritzdüse bzw Rohrverengung benutzen.
Bei der Autoklima muss ich dich leider ganz enttäuschen, die haben so gut wie alle ein TEV in Verbindung mit sauggasdruckgeregelten Kompressoren, anders könnten die riesig schwankenden Betriebsparameter gar nicht ausgeregelt werden. Das Expansionsventil befindet sich in der Regel im Anschlussblock vom Verdampfer integriert, man kann es schlichtweg nicht sehen.
Natürlich funktioniert das nur in einem recht engen Betriebsbereich, deswegen steht in der Bedienungsanleitung dann auch dass ein solcher Kühlschrank nur zwischen 15 und 32°C richtig funktioniert.
Nochmal zur Füllmenge: Ich hab mir mal die Mühe gemacht nachzuschauen: Bis 2015 galt eine (teure) jährliche Prüfpflicht ab einer Füllmenge von 3 Kg HFKW unabhängig von der Art. Also ist deine Füllmenge von 5 Kg zumindest für mich (zu) viel, Kompaktwärmepumpen schaffen es in der Regel mit 1-2Kg und entgehen diesen Folgekosten damit :) Nach den neues Bestimmungen gelten die Grenzen fürs CO2 Äquivalent. Ab 5 Tonnen gilt nun die jährliche Pflicht. Gehen wir mal von R410A aus (damals das Universalkältemittel für Klimaanlagen und Wärmepumpen) mit GWP 3922 sind es nun nichtmal mehr 2 Kilo Füllmenge. Selbst für das aktuelle R32 mit GWP 675 liegt die Grenze bei 7,4, dafür brauchst du aufgrund der thermodynamischen Eigenschaften etwa die anderthalbfache Füllmenge. Also auch schon ziemlich knapp. Jetzt kommst du :D
 
Spezialwidde schrieb:
Deinen Erläuterungen der offiziellen Regeln ist nichts hinzuzufügen.
Die Kapillarrohrexpansionsventilvariante läuft für mich aber nicht unter "geregelt" da dort nur die gerade aktuell einwirkenden Temperaturverhältnisse den Durchfluß bestimmen.
Die alte Anlage hab ich damals schon mit R600a betrieben (Idee geklaut vom ehemaligen höchst innovativen DDR - Kühlschrankwerk Foron Scharfenstein), dies nicht nur aus Verfügbarkeits-, und Kostengründen des Kältemittels sondern auch deshalb, weil man sich spezielles Kompressorenöl spart sondern mit vorbehandeltem (sprich hochvakuumentfeuchteten) 0815 - Motoröl im Kältekreislauf arbeiten kann.

Es geistert mir auch noch die Idee im Kopf, den Kältemittelkreislauf der aktuellen Luft-Luft WP zwischen Verdampfer und Verdichter aufzutrennen und dort die immer noch vorhandene Erdspirale mit entsprechend erhöhter Kältemittelfüllung einzubinden weil dies den Wirkungsgrad gerade an sehr kalten Tagen noch deutlich verbessern müsste.
 
Petz schrieb:
Die alte Anlage hab ich damals schon mit R600a betrieben

Da würde ich aber auf jeden Fall R290 (Propan) nehmen, bei R600a kommst du beim Verdampfen unter den Atmosphärendruck. Falls es da mal ein Leck geben sollte zieht es Luftsauerstoff rein. Das will man bestimmt nicht! Bei den paar Gramm Gas im Kühlschrank ist die potenzielle Sprengkraft überschaubar aber bei Wärmepumpen würd ich das echt lassen.
 
Butan bevorzugte ich deshalb weil ich beim tiefliegenden Erdverdampfer nicht von stärkeren Minusgraden ausging und ich mir mit Butan einen besseren Wirkungsgrad versprach. Es gab am aus der Erde hochführenden Kältemittelleitungsteil auch nie einen Reif-, bzw. Eisbesatz.

Die von mir weiter oben schonmal verlinkten hocheffizienten Luft/Wasser WP´s nutzen Propangas als Kältemittel (ich stehe in keinerlei Beziehung zu dem Unternehmen):

https://lambda-wp.at/wp-content/uploads/2024/12/20241203_Lambda_Eureka_.pdf

Dieser Anlagentyp steht so wie meine alte ebenfalls komplett im Freien und nur der Wasserkreislauf führt ins Haus. Ich habe damals die theoretische Kältemittelübertrittsproblematik in den Wasserkreislauf bei Wärmetauscherversagen durch ein Überdruckventil im Wasserkreislauf gelöst das bei 1,5 bar ins Freie abbläst.
 
lesenswert!

wird leider noch massive Probleme machen

https://www.tuwien.at/tu-wien/aktuelles/news/news/nachgewiesen-so-wirkt-der-klimawandel-auf-regen-und-hochwasser/
bzw.
https://www.nature.com/articles/s41586-025-08647-2

Zusammenfassung

Es wird erwartet, dass der Klimawandel zu einer Zunahme von Starkniederschlägen und damit auch von Überschwemmungen führen wird1.
Zu den Ursachen für die Zunahme von Starkniederschlägen gehören die höhere Wasserspeicherkapazität einer wärmeren Atmosphäre und Veränderungen der atmosphärischen Zirkulationsmuster2, was in Zukunft zu einer Zunahme von Starkniederschlägen in den meisten Teilen Europas führen könnte3.
Die Erfassung der zeitlichen Entwicklung vergangener Veränderungen wurde jedoch durch Datenbeschränkungen und Messunsicherheiten erschwert, insbesondere bei kurzen Niederschlagsdauern wie 1 Stunde.
Hier zeigen wir einen Anstieg der täglichen Starkniederschläge um 8 % und der stündlichen Starkniederschläge um 15 % in den letzten vier Jahrzehnten, indem wir einen neuen Datensatz mit 883 Stationen in Österreich von 1900 bis 2023 analysieren.
Diese Zunahmen sind zwischen zwei unabhängigen Netzwerken völlig konsistent und traten nach einer Abschwächungsphase zwischen 1960 und 1980 auf.
Die Veränderungen bei den stündlichen Starkniederschlägen sind an den Temperaturanstieg angepasst, mit einer Empfindlichkeit von 7 % pro 1 °C Erwärmung, in Übereinstimmung mit der Clausius-Clapeyron-Skalierung.
Die Veränderungen der täglichen Starkniederschläge sind jedoch an den Indizes der atmosphärischen Zirkulation ausgerichtet und weisen nur eine geringe Korrelation mit der Lufttemperatur auf, was auf eine größere Rolle der atmosphärischen Zirkulationsmodi hindeutet als bisher angenommen.
Die täglichen Änderungen der Starkniederschläge stimmen in bemerkenswerter Weise mit dem beobachteten Anstieg der Überschwemmungen um etwa 8 % in großen Einzugsgebieten überein.
Die Veränderungen bei den stündlichen Starkregenereignissen stimmen in ähnlicher Weise mit den Veränderungen bei den Hochwasserereignissen in kleinen Einzugsgebieten überein, auch wenn die Hochwasserzunahme stärker ist (25 % in den letzten vier Jahrzehnten).
Maßnahmen zur Klimaanpassung beim Hochwassermanagement könnten daher für Flüsse, die kleinere Einzugsgebiete entwässern, dringlicher sein als für große Flüsse.

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

Der letzte Satz wurde letztes Jahr (leider) vom Hochwasser in NÖ bestätigt
 
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