• Willkommen im neuen Alpinforum!

    Das Alpinforum ist erfolgreich auf die neue Forensoftware XenForo umgezogen. Benutzerkonten und Foreninhalte wurden übernommen, sodass ihr euch wie gewohnt anmelden könnt.

    Schaut euch gerne um und probiert die neuen Funktionen aus. Solltet ihr Fehler oder Unstimmigkeiten entdecken, meldet sie bitte im entsprechenden Thema.

    Alle Informationen zur Migration und zum neuen Forum findet ihr hier:

    Zur ausführlichen Ankündigung

    Viel Spaß im neuen Alpinforum!

    Euer Alpinforum-Team

Die letzten Pendelbahnen mit Dieselantrieb

ATV schrieb:
Ich vertraue mein Leben lieber einem Bergbauern an der die Bahn schon seit einem Vierteljahrhundert bedient.
Das menschliche Hirn ist aber immer noch viel der schnellere Rechner.
Den ersten Satz unterschreibe ich ohne wenn und aber; beim zweiten hingegen trifft das nur auf einen gewissen Prozentsatz der Leute zu - zumindest hab ich den Eindruck, daß manche Menschen aufgrund ihrer geistigen Aussetzer noch mit einem mechanischen Gehirn analog der alten Rechenmaschinen ausgerüstet sind die ab und an auch mal komplett steckenblieben...;D
 
Ausserhalb London gibt's auch noch Eisenbahnabschnitte mit DC Stromschiene, voll in der Natur.

Hat mich immer gewundert, dass sowas auch bei uns möglich ist, wenn man das ganze Vorschriftenwerk bzgl elektrischer Sicherheit betrachtet. Übrigens gibt's im Ausland en Masse nakte Leiter in Griffnähe vor Zimmerfenter oder Balkons.
 
Die Bahnlinie Martigny - Vallorcine - Chamonix - St. Gervais les Fayets wird mit DC 850 V betrieben. Aber ihr wisst schon, dass nicht die Spannung, sondern die Stärke das Gefährliche am Strom ist. Allerdings dürften bei einer Stromschiene aus der Schmalspurzüge gespiesen werden genug Ampére vorhanden sein um einen ins Jenseits zu befördern. Immerhin wurde in den vergangenen Jahren einige Abschnitte auf Schweizer Seite auf Oberleitung umgebaut. Zusätzlich ist in Bahnhöfen in Abschnitten mit Stromschiene diese auf der vom Bahnsteig abgewandten Seite angebracht und mit einer Abdeckung geschützt.
 
Strom ergibt sich aus Spannung durch Widerstand.
Der Körper hat je nach Bedingung und Berührungsort 500 Ohm bis 3000 Ohm. Gleichstrom ist bei 300mA die Todesgrenze zudem gibt Gleichstrom sehr schwere innere toxische Verbrennungen. Da die Spannung bei Gleichstrom verhältnismässig klein ist, muss Zwangsläufig der Strom grösser sein um die gleiche Leistung zu erhalten. Daher sehe ich schwarz, wenn man sich da auf die Stromschiene setzt. Hat aber den Vorteil, dass man nicht "Klebenbleiben" kann.

http://de.wikipedia.org/wiki/Stromunfall
 
So eine Bahn mit seitlicher Stromschiene gibt es auch in den Pyrenäen bei la Tour du Carol.
 
ATV schrieb:
Denke die Bahn wird so auch noch länger in Betrieb sein. Interessant währe ein Antriebskonzept it Biogas. :idea: Gülle gibt es da zu genüge. :?:
Für die Umwelt ist so eine Variante sicher gut. Dabei gibt es aber 2 Sachen zu berücksichtigen. Erd/Biogas betriebene Motoren haben weniger Leistung als die gleichen mit Benzin oder Diesel. Darum müsste man den Diesel mit Turbolader ausrüsten oder diesen wechseln, wenn schon einer vorhanden ist.
Das andere die Speicherung des Biogases wenn die Bahn nicht in betrieb ist. Je nach dem wie viel Gas anfällt, ist das sowieso nötig, um genug Gas dann zu verfügen stellen, wenn die Bahn läuft. Das heisst das man eine Kompressor braucht und Gasflaschen um das Gas zu Speichern. Was natürlich die Investition in die Höhe treibt. So lang der Diesel zahlbar ist, wird so was denk nicht so schnell verwirklicht.
 
Wie bereits diskutiert, ohne weiteres kann ein bestehender Diesemotor nicht umgebaut werden, vermutlich käme als Ersatz bzw. Zusatz (da Biogas nicht immer verfügbar ist) eben eher einen Occasionsgasmotor von eine Kläranlage in Frage. Zu beachten ist ebenfalls, dass der Heizwert von Biogas sehr stark variieren kann, zudem ist die Lebensdauer des Motors ebenfalls Abhängig von der effektiven Zusammenetzung des Biogases, dort findet man neben Methan noch allerlei sonstige Gase.

Hochdruckgasspeicheung ist bei einer solchen Anwendung nicht denkbar, da ein Hochdruckgaskompressor viel zu teuer wäre (insbes. auch wegen der ATEX-Konformität). Üblich für kleine bis ziemlich grosse Biogasanlagen sind grosse Blasenspeicher als Gasometer, dazu braucht es nur relativ billige Niederdruckgasgebläse. Auch zur Spesiung eines Gasmotors ist onehin nur ein sehr niedriger Gasspeisedruck erforderlich.
 
Muss ja kein Dieselmotor sein. Der Pinzmocken läuft Problemlos mit Gas. :P
DSC01404.JPG

Günstig, gutmütig und ganz und gar nicht sparsam.

@Eisenbahn:
Wie verantwortungslos ist bitte sowas? Die fährt über unzählige unbewachte Bahnübergänge und auf der Strasse bei Gegenverkehr. :wink:
 
ATV schrieb:
Wie verantwortungslos ist bitte sowas? Die fährt über unzählige unbewachte Bahnübergänge und auf der Strasse bei Gegenverkehr. :wink:
Das halt ich nicht für verantwortungslos sondern erfordert halt die Konzentration die man eigentlich beim Autofahren sowieso aufbringen sollte - wer seine Gucker nicht dort hat wo sie hingehören kriegt halt ein kleineres Problem...;D
In den USA geht der Zubringer einer großen Brauerei wie ne Straßenbahn paar Kilometer durch nen Ort und irgendeine der großen Bahngesellschaften "erbte" eine Strecke wo auch mit langen Güterzügen quer durch ne Stadt gefahren wird.

Übrigens Dank für das tolle Filmchen... :!:
 
Die HSB fährt mit ihren Dampfzügen in Wernigerode zwischen Westerntor und Fachhochschule direckt auf der Strasse durch den Ort.
Und ähnliches gibt es bei anderen (ex)ostdeutschen Schmalspurbahnen auch noch.
 
In der Schweiz gibt es auch noch so Bahnen die auf der Strasse fahren. Die WSB ist so ein Beispiel. Zwischen Aarau und Suhr
fährt die Bahn auf der Strasse, da die Strecke dort nur eingleisig ist, muss man wenn Richtung Suhr fährt auf die Gegenfahrbahn wechseln wenn die Bahn entgegenkommt. Der Gegenverkehr wird natürlich gestoppt.
Früher war es oft so das Nebenbahnen auf der Strasse führen, da die Konzession für die Bahn so günstiger war. Die Waldenburgerbahn war auch so, mittlerweile wurde diese aber neben die Strasse verlegt. Es gibt nur noch einen Abschnitt durch Höllsten wo sie den Verkehr auf Strasse behindert.
 
In den 20er Jahren wollte eine Familie aus Waldenburg nach Amerika auswandern. Dazu nahmen sie den Zug. In Liestal am Bahnhof frag der Sohn den Vater: "Sind wir schon in Amerika?" Darauf der Vater: "Nein aber das schlimmste haben wir hinteruns." :P
 
So aller guten Dinge sind 3 oder eben jetzt 5

2PB/1t Vorder Lerch-Obersäss (Hinter Lerch) Furna GR

Furna im Prättigau Kanton Graubünden liegt an den sonnigen Hängen von Danusa (auch ein Skigebiet) Das Dorf selber liegt auf 1'351 m ü. M. und umfasst ca 200 Einwohner auf 34 km² zu Furna gehört auch eine Bahnstation der RhB, nur liegt diese 700 Höhenmeter weiter unten in Pragg, hier halten nur noch selten Züge. zwei früh Morgend und 2 nach Feierabend. Das Dorf oder eher die breit gefächerte Streusiedlung erreicht man aber am Besten mit den Postauto direkt ab Küblis der Jenaz. Von Furna selber führ eine ca 5km lange Bergstrasse entlang des Furnertobels ins Varnezatobel. hier befindet sich die Talstation der Luftseilbahn auf der Alp Lerch (Vorder Lerch) Die Strasse ist übrigens mit rigorosem Fahrverbot belegt. Daher eine Stunde Fussmarsch.

P1440362.JPG

Das Obersäss, liegt noch weiter oben. Ursprünglich war geplant die Strasse bis hier hoch zu bauen. Dieser Plan ging nie auf, die Strasse endet in einer Rüfe.

P1440378.JPG

Obersäss (Hinterlerch) auf 1962müM besteht aus mehrere Ställen. Melchstation und Wohnhaus. Sie ist von Anfang Juli bis Ende Augus besetzt. Interessant, das Wasser für die Kühe wird zuerst durch eine Peltonturbine gejagt um so Strom für die Alp zu erzeugen. Furna selber ist diesbezüglich sehr inovativ. Furna war 1969 das letzte Dorf der Schweiz das ans elektrische Stromnetz angeschlossen wurde und auch heute 50 Jahre danach besitzen noch nicht alle Häuser einen Stromanschluss, daher haben sich viele selber geholfen un ein eigenes Wassekraftwerk gebaut. :lol:

P1440397.JPG

1985 fand man eine Lösung für das Erschliessungsproblem in Form einer Luftseilbahn. Anfänglich nur als Materialbahn erstellt für eine Nutzlast von 1 Tonne.

P1440406.JPG

1988 wurde die Bahn für den Personentransport aufgerüstet, aber diesem Jahr durfte die Bahn entweder eine Tonne Material oder 2 Personen transportieren. Die Bahn selber ist eine Konstruktion der Adelbodner Seilbahnfirma Bircher.

P1440408.JPG

Die Bahn selber wurde aber nicht neu Fabriziert sondern aus diversen Occasionen zusammengestellt. Das Tragseil sowie die Umlenkräder beispielsweise stammen von der ehem. Luftseilbahn Gamsen Mund. Das Occasion Tragseil ist mit 30mm für eine derart kleine Bahn sehr dick. Man bedenke, die Bahn im Wallis war eine BAV Bahn für 10 Personen.

P1440413.JPG

Das Fahrzeug selber ist nur eine offene Holzkiste. Personen sitzen Entweder am Boden oder auf einem selber gebauten Holzbank.

P1440416.JPG

Bergstation im Gebäude, den Winter hindurch ist das Fahrzeug hier geschützt abgestellt und die Station abgeschlossen.

P1440419.JPG

Antriebseinheit, schaut spartanisch aus, besitzt aber viele Überwachungseinrichtung die man von Gesetzeswegen eingentlich bei einer so kleinen Bahn der Kategorie 3 gar nicht braucht.

P1440420.JPG

Beispielsweise sind 2 unabhängige Kopierwerke oder zumindes Einfahrtskontrollen vorhanden. Der Linienzeiger besitzt die beiden Einfahrtzonen und überwacht so das machanische Kopierwerk.

P1440423.JPG

Hydrostatischer Antrieb, darüber sitz die hydraulische Lamellenbremse als Betriebsbremse direkt zwischen Hydaulikmotor und Antriebsrad, überigens auch eine Habegger Occasion.

P1440425.JPG

Steuerung, viel kann man nicht falsch machen. Auf, ab die Wahl der Fahrgeschwindigkeit, thats it. Darunter die FUA für das Telefonseil von SISAG. Zugseil ist nicht Isoliert. Rechts der Gashebel für den Diesel und die Einfahrhupe.

P1440438.JPG

Der Dieselmotor ein luftgekühlter Deutz 3 Zylinder sorgt für 40PS Antriebsleistung welche hydrostatisch auf das Antriebsrad übertragen wird. Anfänglich war der Diesel offen, was dazu führte, dass der Maschinist, welcher direkt neben dem Motor seine Arbeit erbrachte, schon nach nur eine Fahrt einen bleibenden Gehörschaden davontrug, daher wurde der Motor später verkleidet, ist aber immernoch Extrem laut. Kurios übrigens, der Hydrostat kann, wenn die Bahn nicht fährt, umgeschaltet werden. Damit wird dann die Güllenpumpe angetrieben.

P1440447.JPG

Stützen gibt es 5 an der Zahl wobei Stütze 3 und 5 eine Tiefe Seilführung besitzen. Zuseil von 3,5mm ist mit Keilendklemmen an das Fahrzeug befestigt.

P1440456.JPG

der grösste Bodenabstand beträgt 95m, nichts besonderes währe es nicht eine offene Holzkiste. :lol: Länge der Bahn 1300m Höhenunterschied 220m

P1440463.JPG

Gefahren wird mit 3m/s eigendlich ist die Bahn sogar automatisiert, trotzdem wird auf die Überwachung der Bahn grossen Wert gelegt und der Maschinist ist die ganze Fahrt lang anwesend.

P1440474.JPG

Talstation auf der Alp Lerch, ursprünglich offen hat man nachträglich auch verkleidet.

Zum Schluss:
Achtung! Das ist eine reine Privatbahn, damit werden keine Touristen befördert!
 
Schade, mit der wäre ich sehr gerne mal gefahren!
 
 
Besten Dank für deinen Bericht und Video. Schade, dass man da nicht mitfahren kann. Nach dem Verschwinden der Aeugstenbahn in Ennenda gibt's wohl nicht mehr so viele Kistenbahnen?
 
Ja Touristen werden nicht befördert, es werden auch die Namen der Beförderten Personen aufgeschrieben und überprüft.

Kistenbahnen gibt es je länger desto weniger, leider. Alp Sigel ist auch Geschichte, gibt eine gleiche Bahn wie Ennenda. CEN Konforme Kleinstpendelbahn mit allem Schnickschnack. ann Dir aber gerne die noch besetehenden Bahnen mit offnenen Holzkisten auflisten.
 
Danke im voraus für die Liste.

Was ich von diesen neuen charme-losen Kleinst-PB gem. CEN mit den pingpongballengrossen Löchern in den Plastikabdeckungen bei den Schiebefenstern denke kannst du dir ja vorstellen. Dieser Sicherheitswahn von den Flachlandherren aus Brüssel ist blödsinnig.

Schade, dass somit die Zukunft etlicher kleinst-PB vermutlcih damit irgendwann in Frage gestellt wird.
 
Naja Ändern kann manns nicht. Ich hatte auch die offenen Kisten lieber. Schöne Aussicht und Frische Luft. Dennoch lieber eine solche Bahn als eine mit Fahrverbot belegte Strasse, denn davon hat niemand was. Gut die offenen Kisten sind nicht jedermann Sache. Einige hyperventilieren schon nur wenn sie die ahn sehen. Zum Beispiel das deutsche Ehepar in Ennenda* Stell Dir vor, man kommt von der Nordsee wo es nur Hügel gibt die maximal 150m Hoch sind und die sitzen in so eine Kiste die einen grösseren Bodenabstand hat als der höchste Berg zuhause. :wink:

Wenn Du noch ein paar Leute findest, die interessiert währen an einer Auflistung von Bahnen mit offenen Fahrzeugen, kann ich das machen.

*Insider
 
Zurück
Oben