Hallo Leutle, ein kluger Leser des Forums hat mich per E-Mail darüber informiert, dass es zurzeit eine ausgedehnte Diskussion über unsere Seiten gibt, lukor.de/skiraware.de, mit dem Schwerpunkt auf dem Thema Pistenlängen: "Vielleicht möchtest Du ja etwas dazu schreiben." Trotz einiger kritischer Töne, die ich nicht missen möchte, geht es hier recht gesittet zu, daher habe ich mich entschlossen, einige Statements zu machen und die anderer Nutzer zu kommentieren.
Ich habe den Zug, mich anzuschreiben, als klug bezeichnet. Warum? Ich finde es gut, wenn man mich fragt, wie ich zu einer Einschätzung gekommen bin, statt zu meckern, dass nicht alle Daten/Aussagen verstanden werden. Das Thema "Pistenlängen" ist sehr komplex und es ist auch nicht wirklich maßgeblich für die Bewertung eines Skigebiets. Für die meisten Skifahrer hat es die gleiche Bedeutung wie die Frage, ob ein Auto besser 80, 100, 140 oder mehr kw hat, obgleich es nur in der Stadt gefahren wird. Und so sehe ich das mit den Pistenlängen auch.
Der "Herr Dipl.-Ing." ist Landvermesser. Da liegt es nahe, einen GPS-Empfänger mit auf Reisen zu nehmen und ein Programm zu schreiben, das die Daten auswertet. Das erste Gebiet, das wir vermessen haben, war Zermatt, April 2006, noch heute das Lieblingsskigebiet meiner Frau. Damals hatte ich "nur" einen Garmin Geko 201 zur Verfügung und Software zur Auswertung gab es auch nicht. Daher gibt es immer noch "alte" Daten, die hinter den aktuellen Genauigkeiten zurückstehen, aber das erklärt in keiner Weise die überlangen Pistenkilometer. Heute benutze ich einen HOLUX GPSport 245, klein, leicht, preiswert, langlaufend bis 20h und extrem genau für einen Hendheld GPS Logger. Auf der Schulter getragen hat er große Horizontfreiheit. Und auch gleich vorweg, wie schon 2013 in diesem Thread bemerkt: Die Schrägstrecke ist nicht der Grund, warum die Pisten signifikant länger werden.
Klug wäre es gewesen, wenn mir L&S das Bild von Zürs geschickt hätte mit der Frage, warum ich so wenig Pisten kartiert habe. Ich hätte wahrheitsgemäß geantwortet: "Weil sie noch als GPX-Dateien auf meiner Festplatte rumdümpeln." Ich habe sie nachgetragen - und muss gleich wieder die Erwartungen dämpfen. Denn am Ende konnte ich weitere 10 km aus den Daten ableiten. Nicht mehr! Da fehlt immer noch was, klar, aber 350 km werden daraus nicht. Der Arlberg ist und bleibt über weite Strecken hinweg ein 1:1 Skigebiet, also einen Kilometer Piste auf einen Kilometer Lift fahren, ganz anders als die überaus großartigen 3 Vallées oder Zermatt. Dabei habe ich alle Skirouten mitgerechnet, auch die Bachseiten, aus der meine Frau per Helikopter ausgeflogen werden musste, sowie die Maienwasen, die vermutlich noch keiner der Leser je gefahren ist. Oder die unpräparierbare Tannegg, ein Juwel! Was komplett außen vor ist, weil nur mit dem Auto oder mühsam mit dem Skibus von Stuben aus erreichbar, ist der Sonnenkopf, der auch zum Skipass zählt. Wenn mir jemand die GPX-Daten schickt, arbeite ich sie ein. Da könnten noch mal 30 km hinzu kommen. Ab heute gibt es eine neue Kartierung, allerdings hat sich der Dateiname geändert.
Anders als Herr Schrahe habe ich kein wie auch immer geartetes finanzielles Interesse an einem Ergebnis, ganz gleich, wie es ausfällt. Wer unsere Seiten aufmerksam liest wird feststellen, dass sie werbefrei sind und dass es uns darum geht, den "gefühlten" Grad eines Gebiets herauszuarbeiten. Bilder helfen uns dabei und folglich war auch einmal ein Hubschrauberflug zum Monte Rosa Plicht. Zermatt komplett. Letzte Messung (noch nicht eingarbeitet): Hirli-Lift 2016.
Ich beantworte gerne Fragen. Wenn die Antwort auf sich warten lässt, dann liegt es auch daran, dass ich erst einmal das Geld verdienen muss, das nötig ist, um solche Kampagnen überhaupt zu fahren. Es ist auch wichtig zu wissen, welchen Background wir haben; dazu zählt auch, dass wir den mit Abstand spannendsten Skiurlaub aller Zeiten, der von einem festen Quartier ausging, in Sankt Moritz verbracht haben, dem Gebiet, dem Herr Schrahe den größten Schwindelfaktor zuerkannt hat. Wir haben dort 130 km gefahren.
Alles andere später. Ich muss die unendlich vielen Seiten, die hier geschrieben wurden, erst einmal sichten! Da ist viel Interessantes bei.
Gruß vom Autor von GNavigia.