Dachstein schrieb:
ATV schrieb:
Also ich bleib dabei, Dieselloks gehören in Europa ausser für Notfalleinsätze (Lösch und Bergezüge), Spezialaufgaben (Schneeräumung) und Ragierdienste ausgemustert und alle Strecken ausnahmslos elektrifiziert.
Ok, machen wir, aber du zahlst.
Scherz beiseite: Alles zu elektrifizieren ist imo. auch ein Schwachsinn - die gesunde Mischung machts. Auf Strecken, wo der Fahrplan licht zu merken ist (Früh, Mittag, Abend) und 0 Güterverkehr macht es meines Erachtens keinen Sinn einen Draht zu spannen - auch sollte man sich dann Gedanken machen, ob diese Strecke so überhaupt so weiterzubetreiben ist, oder ob es gleichwärtige Ersatzmöglichkeiten gegeben sind (aktuelles Beispiel: Lokalbahn Lambach Haag - an jedem Ort weit vorbei und von der Pampa in die Pampa --> Ersatz durch sowieso parallel laufenden Busverkehr), oder ob eine Attraktivierung des Bahnangebotes möglich wäre. Auf Strecken, die regelmäßig und in dichten Intervallen befahren werden, ist eine Elektrifizierung vorzuziehen.
Das geht in die Hose. Die Akzeptanz ist bei Busverbindungen einfach wesentlich geringer. Sowas hat man zu Hauf in den 60er/ 70er Jahren versucht und viele Bahnstrecken stillgelegt. Die Folge war, dass noch mehr Leute mit dem Auto gefahren sind. Heute dagegen gibt es eine ganze Menge Beispiele von Bahnen die komplett modernisiert wurden und die erwarteten Fahrgastzuwächse weit übertroffen haben.
Den wichtigsten Punkt hat BigE schon angesprochen. Jede Strecke muss mindestens im Stundentakt mit halt auf allen Bahnhöfen bedient werden, alles andere ist einfach nicht tragbar. Bei zusätzlichen RE Verbindungen oder im Fernverkehr lass ich mir ja 2- oder 4-Stundentakte oder sogar einzelne Fahrten gefallen, aber die Grundversorgung eines Bahnhofs kann nicht über einem Stundentakt liegen.
Bei der Elektrifizierung stimme ich Dachstein zu, die Mischung machts. Aber natürlich sollen die Bahnhersteller auch endlich den Arsch hoch grigen und alternativen zum Dieselantrieb entwickeln. Die machen den selben Fehler wie die Autoindustrie. Das Problem Traktion wird sich nicht durch eine komplette Elektrifizierung lösen, es bedarf neuer Antriebskonzepte. Das heist entweder man kramt die Akkutriebwagen wieder aus oder man setzt eben auf die Brennstoffzelle. Alles andere sind wieder Übergangslösungen.
Und zu den Unterschiedlichen Trassenpreisen für Diesel und E-Loks. Die sind absolut logisch, du beziehst ja deine Energie über die Strecke wenn du elektrisch fährst. Das Diesel wird eben gesondert bezahlt, kostet aber auch.
Dennoch muss ich ATV mal wieder Recht geben (wer hätte das gedacht

), die Privatisierung ist der Tod für die Bahn. Es gibt gerade im Güterverkehr viele kleine Anbieter die können sich keinen großen Fuhrpark leisten und kaufen zum Zwecke der Flexibilität nur Dieselloks. Die fahren sie dann natürlich auch unter Draht, was eine große Staatsbahn eben nicht machen müsste.
Aber natürlich macht auch meine geliebt Deutsche Bahn AG gewalltig viel Mist. Bestimmt sind einige von euch schon mal mit dem IC gefahren der von Münster nach Innsbruck verkehrt. Eigentlich eine ganz schöne Sache weil dadurch eine Menge Direktverbindungen in Schigebiete realisiert werden. Aber die Betriebsführung ist teilweise eine Katastrophe. Von Münster bis Ulm ist noch alles in Ordnung, man fährt mit einer BR 101. Aber dann geht's los. In Ulm wird auf zwei mal 218 gewechselt, was schon so viel Zeit in Anspruch nimmt, dass man aus dem hinterher fahrenden IC aus Karlsruhe noch umsteigen kann. Dann geht's nach Friedrichshafen und hier folgt echt der Hammer. Obwohl der Zug natürlich über einen Steuerwagen verfügt müssen hier beim Wenden die beiden 218 umgesetzt werden weil sie in Doppeltraktion keine Wendezugsteuerung ermöglichen. Das dauert so lange, dass die erfahrenen Reisenden und das Zugpersonal zu McDonalds pilgern. Danach wird natürlich ein paar Minuten später in Lindau wieder auf E-Lok gewechselt, eine Taurus der ÖBB. Die in dem Zug eingesetzten E-Loks sind jetzt zwar absolut modern, aber auch ältere Modelle müssten nicht in Doppeltraktion verkehren um einen IC zu ziehen. Also wenn schon Diesel, dann muss man wenigstens was einsetzten was noch entsprechende Leistung bringt um sowas zu verhindern.
Oder natürlich die Strecke endlich elektrifizieren, denn so schwach befahren ist die nicht. Das würde auf der Relation bestimmt eine halbe bis dreiviertel Stunde sparen.
Aber ein Ende solcher Zustände ist ja zum Glück in Sicht. Wenn die ICs durch die ICx ersetzt sind gibt's nur noch Triebwagen und solche Linien werden einfach eingestellt. Dann dürfen wir nur noch über den Güterverkehr maulen.