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Doku-Österreich, eine Skination auf Talfahrt?

horst_w schrieb:
Chense schrieb:
Mit dem Publikum hast du recht ... andererseits bin ich ja wieder froh dass die Leute die das wollen nach Ischgl fahren ... diese besoffenen Volli.... die nur 4G und Bier wollen will ich ehrlich gesagt ned in der halbwegs unberührten Natur richtiger Skigebiete im Weg haben ... ist so wie die APPD das damals propagiert hat mit den Zonen
Weil hier gerade Ischgl genannt wurde: Die pauchale Aussage zu Gebieten wie Ischgl oder auch Sölden usw. stört mich immer wieder.
Ich fahre seit ca. 15 Jahren mehrmals jährlich in Ischgl. Ich war noch nie - wirklich noch nie! - beim Apres Ski. Weder auf der Piste noch im Dorf.
Mich hat noch nie ein Betrunkener angerempelt oder gar umgefahren.
Ich hab auch noch nie in Ischgl geschlafen.
Die Kapazitätsmonster sind zwar nicht so toll da sie manche Pisten überschwemmen aber man findet trotzdem immer wieder ruhigere Ecken.
Trotzdem fahre ich dort sehr gerne Ski. Die Pisten sind abwechslungsreich, die Landschaft ist großartig und die Schneesicherheit ist gut. Ich kenne kein anderes Skigebiet das einen so geringen Ziehweganteil hat - wenn man die von den angegebenen Pistenkilometern abziehen würde, würden manche Skigebiete arm aussehen.

Ich will jetzt hier nicht unbedingt ein reines Loblied für Ischgl bringen - es gibt auch dort Mängel - aber das häufige Ischglbashing stört mich einfach weil es meist auf sehr einseitige Sichtweise beruht.

Horst

Ischgl ist halt immer so das Hammerbeispiel ... kannst nach Wahl auch SFL, Sölden, St.Anton oder jedes andere Großraumskigebiet gerade in Österreich einsetzen. Ich wollte natürlich nicht sagen dass jeder der dort hinfährt ein besoffener 4G-Vollidiot ist sorry wenn das so rüberkam - Aber die Quote ist dann doch überdurchschnittlich hoch. (Wobei ich ischgl als eben das Horrorbeispiel ja meide wie der deifi das Weihwasser) ... und die einen "bashen" es die anderen Lobhudeln wieder darauf - Das mit den Kapazitätsmonstern da sind wir uns sogar einig - ob es dort ruhige Ecken gibt? Hmm in den Ferien kaum sonst magst du recht haben.

Die Landschaft dort finde ich eben relativ langweilig was aber auf fast alle Skigebiete in Österreich zutrifft, da es halt doch meist nur eher bewaldete Grashügel oder niedrige Berge zu sehen gibt... Ausnahmen mache ich da für die Gebiete am Alpenrand die Weitsicht bieten - Will ich Berge sehen sind Südtirol, Italien etc. meilenweit vorraus.

Am Ende soll natürlich jeder nach seiner Facon glücklich werden ich kriege halt immer einen Würgereiz wenn mir Freunde Bilder aus diesen Gebieten (inkl. Apres-Besäufnis mit Ski hat das nix zu tun) zeigen und mir erzählen es mache Spass sich zwischen den Massen durchzukämpfen.
 
Chense schrieb:
Die Landschaft dort finde ich eben relativ langweilig was aber auf fast alle Skigebiete in Österreich zutrifft, da es halt doch meist nur eher bewaldete Grashügel oder niedrige Berge zu sehen gibt... Ausnahmen mache ich da für die Gebiete am Alpenrand die Weitsicht bieten - Will ich Berge sehen sind Südtirol, Italien etc. meilenweit vorraus.

Am Ende soll natürlich jeder nach seiner Facon glücklich werden ich kriege halt immer einen Würgereiz wenn mir Freunde Bilder aus diesen Gebieten (inkl. Apres-Besäufnis mit Ski hat das nix zu tun) zeigen und mir erzählen es mache Spass sich zwischen den Massen durchzukämpfen.
Im Großen und Ganzen sind wir eh einer Meinung, aber zum Thema Grashügel poste ich diese Bilder aus Ischgl-Samnaun ;-)

20191206_13445100_afvmjr8.jpg


20191206_09475000_afdgjjb.jpg


20190322_11390800_afhnkar.jpg


Horst
 
Jan Tenner schrieb:
Wenigstens hast du zu Ischgl nicht geschrieben "Pusten immer top präpariert", sonst hätten wir hier eine schöne Diskussion am Gange :mrgreen: :wink:
Das war durchaus beabsichtigt.

Moderne Pistengeräte arbeiten computerunterstützt sehr effektiv und relativ ökologisch. Diese Effizienz ist der Pistenqualität nicht sehr zuträglich.
Jedoch ist das ein Problem das viele Skigebiete mit modernen Präparationsgeräten haben. Ich habe jedoch nicht das Gefühl, dass die Betreiber dies auch als Problem sehen.

Horst
 
Der Trend zeigt sich in vielen Branchen: Die Großen machens und zu den kleinen will keiner mehr. Seht euch mal die Festivallandschaft an. Kleinstfestivals gibts noch, die haben kaum Kosten, werden regional gesposort und die Bands kosten auch fast nix. Die Riesen lachen eh alle aus, sind überfüllt, überteuert und alle wollen dabeisein. Ich war als Pimpf mal in Wacken, da hat der Eintritt 99 DM gekostet und die Karte gabs an der Kasse. Heute ist der Quatsch nach 21 Stunden ausverkauft, obwohl es ein Vielfaches kostet. Schwirigkeiten haben die "Mittelgroßen", und das Problem ist das selbe wie beim Skifahren: Die Leute wollen es so geil wie bei den Großen, aber zahlen wie bei den Kleinen.
 
Chense schrieb:
Ischgl ist halt immer so das Hammerbeispiel ... kannst nach Wahl auch SFL, Sölden, St.Anton oder jedes andere Großraumskigebiet gerade in Österreich einsetzen. Ich wollte natürlich nicht sagen dass jeder der dort hinfährt ein besoffener 4G-Vollidiot ist sorry wenn das so rüberkam - Aber die Quote ist dann doch überdurchschnittlich hoch. (Wobei ich ischgl als eben das Horrorbeispiel ja meide wie der deifi das Weihwasser) ... und die einen "bashen" es die anderen Lobhudeln wieder darauf - Das mit den Kapazitätsmonstern da sind wir uns sogar einig - ob es dort ruhige Ecken gibt? Hmm in den Ferien kaum sonst magst du recht haben.

Dat sind die Richtigen , waren noch nie da, aber zum bashen reicht`s :biggrin:

So schlimm ist es dort wirklich nicht, nur die Talabfahrt gegen 16 Uhr kann schon mal was länger dauern, aber wofür gibts die Gondel ?
 
ABCD schrieb:
Der Trend zeigt sich in vielen Branchen: Die Großen machens und zu den kleinen will keiner mehr. Seht euch mal die Festivallandschaft an. Kleinstfestivals gibts noch, die haben kaum Kosten, werden regional gesposort und die Bands kosten auch fast nix. Die Riesen lachen eh alle aus, sind überfüllt, überteuert und alle wollen dabeisein. Ich war als Pimpf mal in Wacken, da hat der Eintritt 99 DM gekostet und die Karte gabs an der Kasse. Heute ist der Quatsch nach 21 Stunden ausverkauft, obwohl es ein Vielfaches kostet. Schwirigkeiten haben die "Mittelgroßen", und das Problem ist das selbe wie beim Skifahren: Die Leute wollen es so geil wie bei den Großen, aber zahlen wie bei den Kleinen.

Cooler Input. Gefällt! Finde ich einen äusserst zutreffenden Vergleich. Wacken könnte man ja mal im April nach Ischgl verlegen;-)
 
ABCD schrieb:
Der Trend zeigt sich in vielen Branchen: Die Großen machens und zu den kleinen will keiner mehr. Seht euch mal die Festivallandschaft an. Kleinstfestivals gibts noch, die haben kaum Kosten, werden regional gesposort und die Bands kosten auch fast nix. Die Riesen lachen eh alle aus, sind überfüllt, überteuert und alle wollen dabeisein. Ich war als Pimpf mal in Wacken, da hat der Eintritt 99 DM gekostet und die Karte gabs an der Kasse. Heute ist der Quatsch nach 21 Stunden ausverkauft, obwohl es ein Vielfaches kostet. Schwirigkeiten haben die "Mittelgroßen", und das Problem ist das selbe wie beim Skifahren: Die Leute wollen es so geil wie bei den Großen, aber zahlen wie bei den Kleinen.

Ich hab von Wacken auch noch einige Karten rumliegen, die 50€ gekostet haben :sniff:
Die haben auch sämtliche Festivals wie UpFromTheGround oder das Earthshaker mit kaputt gemacht. 2006 dachte ich, dass Wacken bald "explodiert" und es nicht mehr stattfinden wird...nun ja, jetzt schwimmen sie alle im Geld. Die Leute machen es möglich.

@intermezzo: Anscheinend war das Geschäft im Winter nicht so erfolgreich? https://www.full-metal-mountain.com/de/ ...zumindest fand das 2018 das letzte mal statt. Wahrscheinlich viel zu billig, weil die Kreuzfahrt geht ja offensichtlich noch :D
 
@Chense :

Also so ganz stehen lassen kann ich Deine Aussagen zu Ischgl nicht. Das ist mir alles viel zu pauschal und negativ.

1. Das Panorama ist echt gut da, wo siehst Du da Grashügel ? Bei guter Sicht hast Du u.a. die Wildspitze, Ortler, Bernina & Finsterarhorn im Panorama und drumherum in der näheren Umgebung keinerlei Grashügel - wie kommst Du auf diese Aussage ?

2. Klar gibt es da die Feiernasen, aber wir sind z.b. nach der Talabfahrt in kleinen Hotelbars etc. eingekehrt und waren im Wellness. Da bekommst nullkommanull was von der Party mit.

3. Ruhige Ecken gibt es sehrwohl, in dem Berreich Gampen / Val Gronda und da off Piste (Heidelberger Hütte / Fimbatal ) fahren nur sehr wenige Leute, da es in Ischgl doch sehr viele Pistefahrer hat.

Also für mich kommt in Ischgl jeder auf seine Kosten, so wie er mag ! Und vom Ortsbild her finde ich den Ort schön und mondän.

Aber alles wie immer Geschmacksache ;-)
 
@scratch & ABCD:

Danke für den Link. Wusste ich nicht, dass es auch einen Metal-Event in hochalpinem Gefilde gibt (oder gab...), aber andererseits ist das auch nicht wirklich eine Überraschung.
 
Momentan ist es immer noch recht voll im Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn. Es konzentriert sich immer mehr auf große Skigebiete und diesen Winter fehlt auch noch vielen Skigebieten der Schnee. Es konzentriert sich aber auch immer mehr auf Weihnachten/Silvester und Februar, obwohl meine Eltern haben da auch noch sehr viel frei. Jänner wird immer mehr, aber im März oder gar April ist die Buchungslage noch sehr schwach.
 
Wenn ich nicht an die Schulferien gebunden bin, würde ich auch Januar/Februar buchen, da vermeintlich am Schneesichersten. Bin ich an die Schulferien gebunden, bleibt mir aus NRW nur Weihnachten und Ostern. Ostern wäre mir für eine langfristige Buchung SHLF zu niedrig.
 
Es gibt sicherlich eine Konzentration auf die grossen Gebiete. Auch wenn der Gesamtmarkt rückläufig sein sollte muss man sich um die wohl die nächsten Jahrzehnte keine Sorgen machen. Wer Skifahren will wird dazu sicherlich irgendwo die Möglichkeit haben. Mein persönliches Interesse ist dass ich es kann, nicht dass es viele tun. :wink:

Was die Preise angeht: Da ist sicherlich an den Hotspots noch Luft nach oben. Die teuren Hotels an den Talstationen sind immer zuerst voll. Autos für 60.000 verkaufen sich auch bestens, obwohl eines für 20.000 (fast) genau so fährt. In Aspen (und auch den übrigen USA) zahlt man klaglos über 100 Dollar für die Tageskarte und 400 für die Übernachtung. Wer sparen will (ich gehöre dazu): Ein Dorf weiter wohnen und ranpendeln, dann hat man "nur" den teuren Skipass.

Rüganer schrieb:
So schlimm ist es dort wirklich nicht, nur die Talabfahrt gegen 16 Uhr kann schon mal was länger dauern, aber wofür gibts die Gondel ?

Gondel? Nö, lieber bis 17 Uhr warten, dann hat man eine moderate Buckelpiste mit wenig Andrang.
 
"Schüler, Staatsbürger, Skifahrer", wieder mal ein großartiger Addendum-Artikel wie ich finde:
https://www.addendum.org/ski/skikurse/

Besonders interessant finde ich die Zahlen unter "Staatsbürgerpflicht Skifahren":
Inflationsbereinigt und mit den 20 Prozent Teuerung in der Branche versehen, bedeutet dies, dass der Lifetime-Value eines Skifahrers derzeit durchschnittlich 9.536,74 Euro nur für Skiliftepässe sind; versechsfacht mit den Ausgaben für Quartier und Verpflegung sowie Ausrüstung: 57.220 Euro, die jeder im Alter unter zehn Jahren „rekrutierte“ Skifahrer einbringt.
 
Werna76 schrieb:
"Schüler, Staatsbürger, Skifahrer", wieder mal ein großartiger Addendum-Artikel wie ich finde:
https://www.addendum.org/ski/skikurse/

Besonders interessant finde ich die Zahlen unter "Staatsbürgerpflicht Skifahren":

Das ist Mal ein sachlicher Artikel, der das Thema Skinachwuchs strukturiert, nachvollziehbar und vertiefend aufbereitet. Kein 0815 Medienbericht. Super.

Welche Frage sich mir gestellt hat: es geht im Artikel um Skilager in Österreich. Wie sieht das in Deutschland und anderen Staaten aus, die hauptsächlich das Geld von auswärts nach Ö bringen? Soweit ich weiß werden Skilager in D immer seltener und in. Der Schweiz wird dieselbe Debatte wie in Ö geführt, so dass der Nachwuchs aus dem Ausland irgendwann fehlt. Und ich glaube nicht, dass sich die Destinationen in ihrer Gesamtheit nur durch inländischen Nachwuchs auslasten lassen. Gelten die vorgestellten Anreize (Freikarten, Skihelme, etc. ) auch für ausländische Schüler?
 
Anbei ein kurzer ORF-Bericht über fast schon skuril anmutende Probleme der Pisten-Anrainer in Mittelberg, KWT. Kann man hier keine güttliche Lösung für alle Beteiligten finden? Nein, stattdessen wird eingelagertes Brennholz vom Grund des Eigentümers gegen seinen Willen entfernt ...

https://tvthek.orf.at/profile/Thema/11523190/Thema/14037966

(Es handelt sich um den 3. Beitrag: "Leben an der Skipiste")

Abrufbar bis 20.01.2020.
 
finde ich schon auch verwunderlich....

a) Entfernen von Eigentum auf Eigentum ???
....(kann man bei uns in D wohl auch, aber nur wenn der "Sicherungspflicht" zum öffentlichen Raum nicht nachgegangen wird, so in der Nachbarschaft erfolgt)
b) verstehe ich den Frust der Eigentümer, egal was länger vor Ort ist. Eigentümer und Piste mit Pistenraube und dann kam noch irwann die Bescheiung)
c) verstehe ich die Probleme des Alltags, der Betroffenen.
c1) dann aber auch nur bedingt, kann man das Haus nicht vor 9:00 und nach 16:30 Uhr mittels Auto für Müll und Einkäufe anfahren ???
....wenn so eine Anfahrt auch nicht erlaubt ist, verstehe ich die Gemeinde nicht und verstehe wieder den Frust der Anwohner
d) wäre es interessant, WANN und WIE sich diese eingefahrene Situation / Geschichte bis heute so entwickelt hat
....Wurden Häusser auf andere Generation überschrieben
....endeten alte Pachtverträge
....kann/konnte man sich auf Entschädigungszahlen nicht / nicht mehr einigen?

Fragen über Fragen ;)
 
zu c1)
Ich biete als Liftbetreiber Hilfe an, indem ich einmal die Woche einen Großeinkauf mit der Pistenraupe / dem Motorschlitten vor die Tür fahre, eine nette Flasche Wein dazu lege, mit Gruß vom Nachbarn... Gerade das Paar, denen man die Zufahrt abgeschnitten hat, wirken doch jetzt nicht gerade wie auf Krawall gebürstet...?

Oder stört das Haus anderweitig (Spekulation!!!) und man will die eh vertreiben da...? Wirkt fast so...
 
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