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Doppelmayr TRI-Line

Da ist sie also, die 3S-Light.
Auch wenn DM es aufgrund der gewählten Kulisse wohl nicht offensichtlich zeigt, liegt der Hauptfokus für dieses Konzept wohl eindeutig im urbanen Bereich.
 
8000p/h und pro Richtung sind sicherlich mal einen Ansage, wenn sich das wirklich realisieren lässt.
Das Konzept mit den Doppeltüren ist interessant. Gab es das schon mal bei Umlaufbahnen oder 3S-Bahnen?

Durch die Tri-Line, die ja auch mit besonders langen Spannfeldern beworben wird, wird die 2S-Bahn, die ja in den letzten Jahren kaum noch gebaut wurde vermutlich endgültig begraben. Bin mir gerade gar nicht sicher, ob DM die noch im Programm hat. Die letzten gebauten z. B. in Oberstdorf waren ja von Leitner.

Die Tri-Line sieht jedenfalls nach einen interessanten Seilbahntyp aus. Ich bin gespannt wir sie am Markt angenommen wird und ob DM Versprechungen halten kann.
 
Doppelmayr präsentiert eine kompakt 3S-Bahn. Die erste Anlage entsteht im Hoch-Ybrig in der Schweiz.

Mit der TRI-Line läutet Doppelmayr das nächste Seilbahn-Zeitalter ein. Das innovative Umlaufsystem kombiniert die Vorzüge der bewährten D-Line mit denen des leistungsstarken Dreiseil-Systems. Kompakte Stationen und Seilbahnkomponenten, geräumige Kabinen für bis zu 20 Personen, ein neu-entwickeltes Laufwerk und eine Förderleistung von bis zu 8.000 Personen pro Stunde und Richtung sind die Highlights der TRI-Line. Das erste Projekt entsteht in Hoch-Ybrig in der Schweiz.

https://newsroom.doppelmayr.com/de/doppelmayr/pressemitteilungen/doppelmayr-praesentiert-ein-neues-seilbahnsystem/

https://www.youtube.com/watch?v=LKFuJAWWvkY&t=16s
 
Erstes System um 22 Millionen Schweizer Franken
Die erste TRI-Line-Seilbahn entsteht mit einem Investitionsvolumen von rund 22 Millionen Schweizer Franken in Hoch-Ybrig im Kanton Schwyz. Sie wird eine 55 Jahre alte Pendelbahn ersetzen. Laut dem Investor wäre eine Einseilbahn im dortigen Gelände schwierig zu bauen gewesen, eine Dreiseilbahn hätte hingegen das Budget überschritten. Das neue System sei dagegen kompakter und komme mit dem im Gebiet vorherrschenden Wind besser zurecht. Obendrein biete es mehr Komfort.
https://vorarlberg.orf.at/stories/3172509/
Was hätte dort eine vergleichbare 3-S Bahn gekostet?
 
So ein System brauchte die Seilbahnwelt! :D Irgendwo hier im Forum gab's glaub' ich auch schonmal die Idee der " 3S light" :wink:
Bzgl. Doppeltüren: 10 EUB Schindlergrat, Lech am Arlberg :wink:
 
basti.ethal schrieb:
Auch wenn DM es aufgrund der gewählten Kulisse wohl nicht offensichtlich zeigt, liegt der Hauptfokus für dieses Konzept wohl eindeutig im urbanen Bereich.
So hatte ich es auch von einem DM Mitarbeiter im April gehört. Mal sehen, ob das dann tatsächlich zu größeren Erfolgen in den urbanen Bereichen insbesondere in Europa führt.
 
Das Laufwerk sieht mir ein wenig wie ein Nachbau der Leitner 3S aus, nur dass halt die D Klemmen mit Totpunkt verwendet werden.
 
Mir ist nicht ganz klar, wie man die Förderkapazität von 8000 Pers./h schaffen will.
Bei einer Kabinenkapazität von je 20 Personen müsste alle 9 Sekunden eine Kabine fahren. Aber selbst bei einer Stationsgeschwindigkeit von 0,3m/s würde dies nur einen räumlichen Abstand der Kabinen von 2,7m bedeuten. Das ist schon extrem knapp und die Kabinen würden quasi aneinander kleben, so dass man in den Umkehrstrecken die Geschwindigkeit noch etwas erhöhen müsste, damit sie an den Ecken nicht kollidieren. Oder habe ich da einen Denkfehler?

Gespannt bin ich auf jeden Fall welche Seilgeschwindigkeit, die die TRI-Line haben wird. Die gleichen 8,5m/s wie die "große" 3S?

Und das Konzept mit den Doppeltüren ist auf jeden Fall sehr interessant. Zum Tragen käme es ja wohl eh nur in den Mittelstationen, da an den Endstationen komplett aus- und eingestiegen wird statt je nur teilweise. Also bedeutet dies offenbar in den Mittelstationen einen "Mittelbahnsteig", also dass dieser nur für die Aussteiger dient, während ein Einsteiger auf den beiden "Außenbahnsteigen" warten und zusteigen. Andersrum - also innen Einsteiger und außen Aussteiger - wäre es für mich zwar auch denkbar aber aus mehreren Gründen nachteiliger. Die Frage ist nur, wie man bei diesem Mittelbahnsteig dann das Problem lösen wird, wo die Stützen und die Antriebstechnik hinkommen, so dass sie den Fahrgästen nicht im Weg ist.

Den Einsatz sehe ich auch ganz klar vor allem im urbanen Umfeld, vor allem wegen der längeren möglichen Spannfelder, der höheren Seilgeschwindigkeit und der hohen Förderkapazität. Nur beim Thema vernetzbare Seilbahnen dürfte die TRI-Line bauartbedingt einen deutlichen Nachteil gegenüber einer EUB haben.

Ich hoffe, dass das Konzept mit allen Infos auf der Innotrans vorgestellt wird. Werde auf jeden Fall bei DM und den anderen Herstellern mal vorbeischauen.
 
Dies ist unter anderem ja auch die Antwort auf die kompakte 2S-Technik von Leitner.
Leitner wirbt hier ja auch mit kompakten Stationsbauten. Gerade im Urbanen Raum sehe ich für die 2S Technik auch Potentiale, da auch hier lange Spannfelder erreicht werden können und die Windstabilität hier ja kein Thema ist.
Wie ist die max. Kapazität bei der Leitner 2S?
 
basti.ethal schrieb:
Wie ist die max. Kapazität bei der Leitner 2S?
Leitner gibt es hier mit max. 5000 Pers./h/Ri. an (bei Kabinengrößen von bis zu Personen).:
https://www.leitner.com/fileadmin//user_upload/Urban_2012_Deutsch.pdf

Ob das so noch ganz aktuell ist, weiß ich nicht. Würde man aber nur mal vereinfachend dies von 16er auf 20er-Kabinen hochrechnen, dann käme man auf 6.250 Pers./h/Ri..
Aber dabei muss man ja immer die Kabinen im Blick haben, die durch ihre Maße den minimalen räumlichen Abstand und damit den zeitlichen Takt und damit die Förderkapazität beeinflussen. Die Frage ist halt, ob eine 2S Kabinen mit einem solchen Fassungsvermögen in jedem Umfeld mit den nötigen Sicherheitspuffern fahren kann.
 
DM ist hier sicherlich ein guter Wurf gelungen, die in der Herstellung kostenmäßig etwas günstigere Leitner 3S wieder zu überholen. Das DM bzw. ehem. Von Roll Laufwerk ist schon ein schöner, aber auch aufwändiger schwerer "Klotz".

Allerdings wundert mich die Seilführung der neuen Klemme etwas: Beim alten (und bei jenem von DM) Laufwerk wurde das Seil elegant von oben eingelegt. Das Seil liegt nicht nur schön in der Klemme, sondern ist auch zusätzlich eingebettet in gekrümmten Auflegern des Laufwerkchassis, unmittelbar vor und nach den Klemmstellen. Dadurch ergibt sich eine saubere und schonende Seilführung, zB. bei stärkerer Seilablenkung oder bei vielfach zu beobachtenden peitschenden Zugseilschlägen bei Stützenannäherung.


Bild vom Leitner Laufwerk. Gut zu erkennen die hier separaten Seilauflagen vor und nach den eigentlichen Klemmen. Beim alten DM bzw. VR Laufwerk war diese Funktion ebenso gegeben, bzw. gar noch besser (eigene Aufn.):



Die neue Tri-Line Klemme:
Zwei D-Line Klemmen bilden im Rahmen die neue Tri-Line 3-S Klemme von Doppelmayr. Die Klemme greift das Seil von oben, wie bei bei jeder Einseilumlaufbahn-Klemme. Im Ggs. zur EUB lastet hier das Seilgewicht an den Klemmbacken (Bildausschnitt aus DM Pressematerial):



Kuppelmechanik und Seilführung in den Stationen ähnelt damit in der Tat jener der D-Line. Auch muss das Seil bei Stützenüberfahrten nur minimal angehoben werden, da die Klemme von unten nicht umgreift.

Dennoch, langfristige Auswirkungen vom dynamischen Kräfteverhalten an der Schnittstelle Klemmbacke-zu-Seil dürfte interessant sein.
 
Die "3S Light" hatte ich am 25 Mai 2019 hier erwähnt:
https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=39&t=61780&p=5206657

Nichts revolutionäres, lediglich eine vereinfachte leichtere Bauart, die die Vorteile einer 10-MGD mit denjenigen einer klassischen 3S-Bahn vereinigt. Nix geniales, war nur erstaunt, dass man mit der Weiterentwicklung einer 2S Zeit verliert. Wichtig ist, das Baukastensystem zu optimieren.

Gewisse CLD/MGD Bauteile sowohl von Leitner-Poma wie auch Doppelmayr sind m.E. übrigens bei weitem nicht kostenoptimiert, auch z.B. bei der ganzen Baustellenlogistik liegt noch was Optimierungsspielraum vor.
 
Beim Präsentationsvideo musste ich schmunzeln, da haben sie sich den Stil eines großen kalifornischen Computerherstellers abgeschaut. :D

Die unglaublich hohe Förderleistung wäre aber auch für Zubringerbahnen in Skigebieten interessant, zB. als Ersatz für die Silvrettabahn. Auf jeden Fall toll, dass eine weit über 100 Jahre alte Technologie doch noch einiges an Entwicklungspontenzial hat.
 
Ich habe die beiden Themen hier im Unterforum für Seilbahnen zusammengeführt.
 
Kris schrieb:
Die neue Tri-Line Klemme:
Zwei D-Line Klemmen bilden im Rahmen die neue Tri-Line 3-S Klemme von Doppelmayr. Die Klemme greift das Seil von oben, wie bei bei jeder Einseilumlaufbahn-Klemme. Im Ggs. zur EUB lastet hier das Seilgewicht an den Klemmbacken (Bildausschnitt aus DM Pressematerial):



Kuppelmechanik und Seilführung in den Stationen ähnelt damit in der Tat jener der D-Line. Auch muss das Seil bei Stützenüberfahrten nur minimal angehoben werden, da die Klemme von unten nicht umgreift.

Damit sollte es auch möglich sein, Stützen zu überfahren, ohne dass das Zugseil von den Rollen abgehoben wird. Dadurch wird das Tragseil nicht so hoch belastet.

Leitner hat das bei der 3S gelöst indem die Seilrollen vom Laufwerk nach unten gedrückt werden (deshalb das "klopfende" Geräusch bei den Stützen der Eisgratbahn).
Bei der 2S fährt das Laufwerk auf den "Bordscheiben" der Laufrolle auf einer Ersatzfahrbahn, wodurch das Tragseil auf der Stütze gar nicht berührt wird (ich kann mir vorstellen, dass hier das "Pfeifen" der 2S Nebelhornbahn entsteht). Gut zu sehen in diesem Video hier bei ca. 1:08
 
mayrhofner schrieb:
Bei der 2S fährt das Laufwerk auf den "Bordscheiben" der Laufrolle auf einer Ersatzfahrbahn (...)
Das funktioniert, da die Laufwerksrollen aus massivem Kunststoff monobloc ausgeführt sind, tippe auf irgendein PA (Polyamid). Bei Alubordscheiben wäre Metall auf Metall nicht zulässig.

Weiss nicht genau, wie gut sich diese Kunststoffaflagen bewähren, gibt es schon einige Jahre bei Leitner-Poma. Z.B. bei der neuen Pic (Plateau) de Bure PB wo ein Tragseil vom Seilsattel herunterfiel, hatte jedoch vermutlich eher mit dem Aufbau der Tragseilfänger zu tun, ubnklar ist ebenfalls, ob dabei seitliche Zusatzhalteprofile weggedückt wurden. Näheres dazu sowie einen Untersuchungsbericht sucht man natürlich vergebens.
 
Lagorce schrieb:
mayrhofner schrieb:
Bei der 2S fährt das Laufwerk auf den "Bordscheiben" der Laufrolle auf einer Ersatzfahrbahn (...)
Das funktioniert, da die Laufwerksrollen aus massivem Kunststoff monobloc ausgeführt sind, tippe auf irgendein PA (Polyamid). Bei Alubordscheiben wäre Metall auf Metall nicht zulässig.

Das verwendete Material hat den Markennamen Lauramid. Hier gibt es Informationen dazu.
 
basti.ethal schrieb:
Da ist sie also, die 3S-Light.
Auch wenn DM es aufgrund der gewählten Kulisse wohl nicht offensichtlich zeigt, liegt der Hauptfokus für dieses Konzept wohl eindeutig im urbanen Bereich.
Das sieht man auch anhand des für den Hoch Ybrig unpassenden Schuhwerks der Moderatorin :lol:
 
stephezapo schrieb:
Beim Präsentationsvideo musste ich schmunzeln, da haben sie sich den Stil eines großen kalifornischen Computerherstellers abgeschaut. :D

Naja...da fehlt schon noch was. Apple für Arme... :lol:
 
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