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Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Seilbahnjunkie schrieb:
...man bietet dem Kunden das Produkt zu verschiedenen Konditionen zu unterschiedlichen Preisen an und er sucht sich aus zu welchen Konditionen er es kaufen möchte....

Blöd nur, dass Kunde "Familie" gar nicht aussuchen kann, zu welchen Konditionen er kauft, sondern immer die teuersten Preise für das gleiche Produkt serviert bekommt.
Ich weiß nicht, ob es da unbedingt eine Alternative zu Standardpreisen braucht. Dann fühlt sich wenigstens keiner benachteiligt und verarscht. Zudem die heutigen Kids die zahlenden Kunden von morgen sind. :!:
 
Bei Flügen schießen die Preise regelmäßig zu Ferienbeginn hoch und bei Hotels auch.
Ich spreche hier für die Schweiz, aber im benachbarten Ausland dürfte es ähnlich sein?
Das Gastgewerbe unterliegt der Preisbekanntgabeverordnung. Dabei ist es zwar legitim zwischen Haupt- Nebensaison, Werktag / Wochenende etc. zu unterscheiden. Aber die Preise und deren Abstufungen müssen klar und deutlich deklariert werden.
In Realität bezahle ich für die Hotelzimmer meistens sogar weniger als in der aufgelegten Preisliste angegeben. Und auch eine HappyHour ist legitim, weil auf die ausgeschilderte Preisliste ein Rabatt gewährt wird. Wer hat schon was dagegen, wenn das Angebot günstiger ist als der Preis gemäss Preisliste?
Auch ein Dynamic Pricing muss nicht per se schlecht sein, wenn der Maximalpreis bekannt ist. Problematisch wird es erst mit einem Dynamic Pricing wo es auch keine kommunizierte Obergrenze gibt.
 
TPD schrieb:
Problematisch wird es erst mit einem Dynamic Pricing wo es auch keine kommunizierte Obergrenze gibt.
Richtig, und genau so handhabt man es meines wissens nach im Montafon.
In Sölden oder im Pitztal gibt es Rabatte auf den fixen Kassenpreis, maximal zahlt man aber den Kassenpreis und der ist bekannt und auch nicht höher als z.B. am Arlberg oder in Ischgl. Da spricht absolut nichts dagegen.
Im Montafon ist es halt einfach nicht transparent. Allein schon weil ich nichtmal weiß, sind 60€ jetzt ein guter oder ein schlechter Preis. Hab ich da grade einen guten Rabatt bekommen oder den schlechtesten Preis der Saison gezahlt. Das ist das was stört.
 
Ich bezweifle, dass höhere Preise im Wintersport irgend eine Lenkungswirkung haben. Denn sonst müsste in saisonalen Hochzeiten die Nachfrage sinken, wenn die Preise explodieren. Fakt ist aber, dass Hotels, Hütten und Skipisten zu den typischen Zeiten voll sind. Wer sich da von langen Wartezeiten, vollen Pisten und überfüllten Restaurants nicht abschrecken lässt, der hat halt kaum eine andere Wahl.

Problematisch an Dynamic Pricing finde ich auch die fehlende Transparenz, nicht nur in Bezug auf den Höchstpreis, sondern auch auf die dem Preiswürfel zugrunde liegenden Modelle. Wenn ich für den Kauf eines Skitickets erst einmal "den Markt" beobachten muss, dann wird das komplizierter als nötig. Manchmal denke ich, das Leben war vor Internet und Computer einfacher. Man ist nach der Ankunft am Urlaubsort einfach an die Kasse gegangen, hat ein Ticket gekauft und konnte starten. Heute muss man sich Wochen im voraus schon damit beschäftigen, incl. der Frage, welche Versicherung man gegen das unternehmerische Ausfallrisiko on top bezahlt. War einem früher nicht nach Skifahren, dann hat man entweder kein Ticket gekauft oder auf der Punktekarte wurde nichts abgebucht. Und ich bezweifle, dass es unterm Strich nun für die Kunden preiswerter geworden ist. Wintersportler, die ein Schnäppchen machen, sind eher die Ausnahme. Die Masse zahlt drauf, sonst hätten die Bergbahnen das System wegen fehlender Wirtschaftlichkeit längst wieder gekippt.
 
Auch da absolute Zustimmung. Kein Anbieter wird je ein Modell schaffen mit dem er selbst weniger verdient.
Und ich empfinde es auch so, da ist eben nichts kundenfreundlich etc. sondern man hat das Gefühl man bekommt als Kunde unnötige "Arbeit" aufgebunden die man früher nicht hatte.

Und online Rabatte gibt man nicht um dem Kunden ein besseres Angebot zu machen, sondern nur um mehr Kunden anzulocken oder um Kassenpersonal sparen zu können.
Grade letzteres ist für mich so eine Unsitte die immer mehr um sich greift. Nicht nur beim Skifahren. Messen, Veranstaltungen, Supermarkt Kassen etc. überall soll man zum Onlinekauf bewegt werden. Meist mir 5€ billigeren Tickets gegenüber dem Kassenpreis usw.
Da steckt nichts anderes dahinter als Personal einsparen.

Für mich war einer der letzten Gründe noch im Einzelhandel einzukaufen das persönliche oder wenn ich gute Beratung brauche. Wenn das zunehmend wegfällt, bestell ich nur noch online. Die Preise in den Läden sind nämlich schon lange nichtmehr konkurrenzfähig. Ich weiß nicht ob sich da nicht manch einer ein Eigentor schießt.
 
Montafon ist eine riesige Unverschämtheit, da geht es nämlich nur nach oben, egal ob schönes oder schlechtes Wetter.
 
Reginleif schrieb:
Auch da absolute Zustimmung. Kein Anbieter wird je ein Modell schaffen mit dem er selbst weniger verdient.
Und ich empfinde es auch so, da ist eben nichts kundenfreundlich etc. sondern man hat das Gefühl man bekommt als Kunde unnötige "Arbeit" aufgebunden die man früher nicht hatte.

Und online Rabatte gibt man nicht um dem Kunden ein besseres Angebot zu machen, sondern nur um mehr Kunden anzulocken oder um Kassenpersonal sparen zu können.
Grade letzteres ist für mich so eine Unsitte die immer mehr um sich greift. Nicht nur beim Skifahren. Messen, Veranstaltungen, Supermarkt Kassen etc. überall soll man zum Onlinekauf bewegt werden. Meist mir 5€ billigeren Tickets gegenüber dem Kassenpreis usw.
Da steckt nichts anderes dahinter als Personal einsparen.

Für mich war einer der letzten Gründe noch im Einzelhandel einzukaufen das persönliche oder wenn ich gute Beratung brauche. Wenn das zunehmend wegfällt, bestell ich nur noch online. Die Preise in den Läden sind nämlich schon lange nichtmehr konkurrenzfähig. Ich weiß nicht ob sich da nicht manch einer ein Eigentor schießt.

Bist du auch so einer der sich an der Liftkasse erstmal beraten lässt, obwohl dahinter eine Schlange wartet? Die Leute sind sehr beliebt.
 
Das hat mit dem Dynamix Pricing nichts zu tun, aber ohne Beratung an den Liftkassen fühlt man sich in vielen Fällen ja regelrecht durch undurchsichtige Preismodelle gerade zu hinters Licht geführt.

Nur um mal ein paar Beispiele zu bennen:
Geringe Nachlässe bei Mehrtageskarten, am besten noch in Kombination mit Verbundkarten fürs Tal.
Gratispass für Kinder wenn Erwachsene vor Ort,
Kinder generell Gratis, aber nur Samstags oder einfach mal nur an einem bestimmten Wochenende
Abendveranstaltungen (Skishow) in den Verbundkarten nicht inkludiert, im lokalen Skipass aber schon

Aber das ist kein Einzelfall. Die Ticketautomaten der DB leiden unter gleichen Problemen (Gruppen-/ Freizeit-/ Fahrradtickets mal als Beispiel..)
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Bist du auch so einer der sich an der Liftkasse erstmal beraten lässt, obwohl dahinter eine Schlange wartet? Die Leute sind sehr beliebt.

Nein, auf gar keinen Fall :!:
Sowas verabscheue ich auch und ich verstehe nie was es an einer Kasse groß zu fragen gibt. Die Beratung war auf Ladenpersonal bezogen. Wobei man auch da sagen muss, das Konzept der Beratung vor Ort ist für mich eh längst ein Auslaufmodell, ich wüsste nicht wann mir zuletzt in einem Laden mal einer was erzählt hätte was ich nicht vorher schon wusste. Mit einer kurzen Recherche im Internet weiß man heute eigentlich immer gleich was man will/braucht.
Und so ist es auch bei den Skitickets, da les ich mich wenn dann vorher schlau welche Möglichkeiten es gibt, das frag ich niemals vor Ort.

Ich brauche beim Kauf meiner Tickets eigentlich selten länger als 30s. Abhängig davon wie schnell das Personal ist. In 2-3 Sätzen ist da alles gesagt und Leute die an der Kasse ewige Gespräche anfangen stören mich auch total.
Das ist wiederum einer der Vorteile des Onlinekaufs, die Bremser an den Kassen können einem egal sein.

Aus dieser Sicht kann man die Einsparung von Kassen-/Beratungspersonal durchaus verkraften, die Bedeutung hat eh stark abgenommen. Von einem echten Menschen bedient zu werden, auch wenns nur 30s sind, finde ich trotzdem netter als gar nichts in Sachen Kontakt und Kommunikation zu haben.
 
Montafon müsste so gestaltet sein, dass es Kontingente zu einem gewissen Preis gibt. Generell gibt es aber nur eine Richtung: nach oben ohne kommuniziertes Ende.

Auszug aus den FAQ:
Als Basispreis werden verschiedene Saisonzeiten mit «Ab-Preisen» definiert. Eine Preisänderung ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Das Buchungsverhalten der Gäste ist dabei das wichtigste Kriterium. Je nach Nachfrage und Anzahl der Buchungen verändert sich der Preis für den jeweiligen Tag. Ebenso ist der Preis abhängig von Ferienzeiten. Generell gilt aber: Wer früh bucht, profitiert garantiert vom besten Preis!

Was mich aber vor allem in der Vor- und Nachsaison stört ist, man kauft die Katze im Sack. Man kauft einen Skipass ohne zu Wissen mit welcher Gegenleistung, denn selbst wenn genügend Schnee liegt sind nicht alle möglichen Pisten/Anlagen geöffnet. Das ist wie wenn ich dem Bäcker 50 Ct. für ein Brötchen gebe und manchmal dafür ein ganzes oder auch nur ein halbes bekomme, gerade wie es ihm passt.
Da wäre zumindest mehr Kommunikation gefordert bzgl. Öffnungs-Status und das nicht erst einen Tag vorher order gar am Morgen.
 
br403 schrieb:
Aber auch da gilt: Mit den Füßen abstimmen! Aber wahrscheinlich ist es dort egal, weil so viele Schweizer kommen, da sind die Pisten eh voll.
Wenn sie es geschickt machen, ein sicheres Erfolgsmodell! Sie müssen nur dafür sorgen, dass sie das sehr hohe Schweizer Preisniveau nicht überbieten und dann funktioniert das prima! Sowas sieht man überall in grenznähe zur Schweiz, nicht nur bei Skigebieten: Nämlich das viele Anbieter mit für ihr Land hohen Preise, die aber immer noch unter den absurd hohen der Schweiz liegen, von der Hochpreisinsel Schweiz zu profitieren versuchen.

Leider haben immer noch viele meiner Landsleute nicht begriffen, was für ein Riesenproblem das Schweizer Preisniveau ist. Geschweige denn die Politiker und -innen, welche sich noch so gerne für lukrative Verwaltungsratsmandate und/oder grosszügige Parteispenden (Die Schweiz kennt keine Offenlegungspflicht!) sich von Lobbyisten vor deren Karren spannen lässt.

Allerdings könnte sich das bald ändern. Denn die Löhne halten schon einige Zeit nicht mehr mit der Teuerung und Inflation Schritt. Die Reallöhne schrumpfen also. Wenn sich dadurch in Zukunft immer mehr trotz hohen Löhnen ein Leben in der Schweiz nicht mehr leisten können, dann...
 
Im Moment läuft ja der Tourismus überall gut, egal ob Sommer oder Winter. Auch in Kroatien und Mallorca ist es teuer (angeblich, war schon lange nicht mehr dort), und die Orte sind voll. Overtourism überall. Mal sehen, wie lange das gut geht.
 
ThomasZ schrieb:
Der einzige Sinn von Dynamic Pricing ist Steigerung des Gewinns. Darf man aber natürlich nicht zugeben.

Mag schon sein, dass das vielerorts so gelebt wird. Aber diese Pauschalität finde ich falsch, vor allem in Bezug auf den Sinn. Ein Betreiber von egal was hat aus verschiedenen Gründen auch darauf zu achten, dass sein Wasauchimmer nicht überfüllt wird. Einer der Gründe ist, damit es für alle Gäste ein lohnendes Erlebnis bleibt. Dynamic Pricing kann dafür ein geeignetes Mittel sein. Die Auswüchse im Konzertbereich sind haarsträubend, keine Frage, aber wenn der letzte Wohlhabende die 500-Euro-Show gesehen hat, dann wird dem Veranstalter schon wieder einfallen, dass 10 mal 50 Euro auch 500 Euro sind und dass zehn normale Menschen dabei sogar noch mehr Getränke konsumieren als ein Wohlhabender.

Jens schrieb:
Was mich aber vor allem in der Vor- und Nachsaison stört ist, man kauft die Katze im Sack. Man kauft einen Skipass ohne zu Wissen mit welcher Gegenleistung, denn selbst wenn genügend Schnee liegt sind nicht alle möglichen Pisten/Anlagen geöffnet. Das ist wie wenn ich dem Bäcker 50 Ct. für ein Brötchen gebe und manchmal dafür ein ganzes oder auch nur ein halbes bekomme, gerade wie es ihm passt.

Dieser Vergleich hinkt nicht mehr, der sitzt in einem Rollstuhl mit platten Reifen. Der Lieferant Deines Bäckers, der mit dem Mehl, der könnte je nachdem, wie er seine Rohstoffe kauft, vielleicht genau die beschriebene Situation haben, kauft den Landwirten die Jahresproduktion ab, oder die nächsten zehn Jahresproduktionen, und weiß nicht, wie die ausfallen werden. Da geht es aber nicht drum, was wem passt, sondern um Wetter. Du kannst ja in der Halle fahren, wenn Du mehr Planbarkeit brauchst. Da ist es immer mau, das aber planbar. ;-)


kauer_steel schrieb:
judyclt schrieb:
Es geht nicht darum, ob ein Skigebiet grundsätzlich günstig oder teurer ist. Es geht darum, dass schulpflichtige Kinder und deren Familien systematisch benachteiligt sind. Hier am Skigebiet Adelboden: Offiziell ist es ja für alle ein super Angebot, da Frühbücher ach so viel sparen. Von wegen. Beispielsweise kosten der 21.12. und der 18.01. beide CHF60. Oder der 03.01. CHF62 und der 31.01. CHF63. Selbe Wochentage, also nix Frühbucherrabatt.

Was aber immer garantiert ist: Familien zahlen drauf. In den Ferien vom 20.12.-04.01. können die Kids auf die Piste und nicht ein Tag liegt unter CHF60. Davor und danach die Tage hingegen alle unter CHF60. Tja, die können halt nicht ausweichen und das nutzen die Betreiber gnadenlos aus. Ich find's asozial.
Da fände ich Parkgebühren sinnvoller, denn die haben vielleicht noch einen ökologischen Nebeneffekt und schlagen nur 1x pro Auto zu und nicht wie die Skitickets pro Person und Familien damit mehrfach.

Ja, das finde ich auch unschön, dass man mit der Familie immer auf die Peak Saison Ferienzeit angewiesen ist und nicht ausweichen kann. Aber deswegen ist es ja eben auch die Hochsaison, weil da alle fahren wollen/müssen. Das ist aber auch ohne Dynamic Pricing teuer (gewesen). Als einzige Lösung sehe ich hier eigentlich das die förderalen Staaten die Winterferien verteilt von Dezember bis Ende März durch die Bundesländer durchrotieren lassen.

Bei der systematischen Benachteiligung von Familien mit Schulkindern gehe ich mit, das ist definitiv ein unschöner Nebeneffekt. Aber da sehe ich die Verantwortung genau wie @kauer_steel nicht bei den Skigebieten, die ja wie oben beschrieben den Andrang steuern müssen, der ja auch und eigentlich noch mehr darüber entscheidet, wie groß dem Jens seine Semmel ist. Meiner Meinung nach sollte es mindestens in der Grundschule noch sowas wie flexible Ferien geben. Damit meine ich in etwa eine von den Erziehungsberechtigten frei wählbare, zeitlich begrenzte Aussetzung der Schulpflicht zu Erholungszwecken. Meinetwegen zwei mal eine Woche pro Jahr, damit der ganze Wahnsinn mal entzerrt wird. (Mir ist bewusst, dass die chronisch überarbeiteten Lehrer das nicht nur toll finden würden.)
 
Die Schulferien sind ja gestaffelt. Aber da für die Winterferien nur gerade etwa 3 Monate zur Verfügung stehen, geht es sich halt nicht aus, und irgendwo sind während der ganzen Saison immer Ferien. Und das wissen die Skigebiete natürlich!

Davon kann ich selber ein Lied singen! Als ältester von drei Brüdern kam ich als erster in die Oberstufe, während meine zwei Brüder noch in die Primarschule gingen. Das Oberstufenschulhaus stand aber nicht in der gleichen Gemeinde wie das der Primarschule. Resultat: Nicht zur gleichen Zeit Winterferien, nicht mal überschnitten hatten sie sich. Tja, und darum fielen für zwei Jahre meine Skiferien ins Wasser, da es halt das kleinere Übel ist, einem die Ferien zu vermiesen als Zweien. Und so zog ich für eine Woche zu den Grosseltern, während der Rest der Familie sich auf den Pisten tummelten. Danach kam der zweite Bruder in die Oberstufe und nun hatte der Jüngste das Nachsehen. Aber das nur am Rande, und dynamische Preisbildung gab es damals auch noch nicht.
 
Rusty1 schrieb:
Bei der systematischen Benachteiligung von Familien mit Schulkindern gehe ich mit, das ist definitiv ein unschöner Nebeneffekt. Aber da sehe ich die Verantwortung genau wie @kauer_steel nicht bei den Skigebieten, die ja wie oben beschrieben den Andrang steuern müssen, der ja auch und eigentlich noch mehr darüber entscheidet, wie groß dem Jens seine Semmel ist. Meiner Meinung nach sollte es mindestens in der Grundschule noch sowas wie flexible Ferien geben. Damit meine ich in etwa eine von den Erziehungsberechtigten frei wählbare, zeitlich begrenzte Aussetzung der Schulpflicht zu Erholungszwecken. Meinetwegen zwei mal eine Woche pro Jahr, damit der ganze Wahnsinn mal entzerrt wird. (Mir ist bewusst, dass die chronisch überarbeiteten Lehrer das nicht nur toll finden würden.)

Die Verantwortung liegt zwar nicht nur, aber auch bei den Skigebieten. Sie müssten die Familien ja nicht melken, denn das mit der Besuchersteuerung trifft auf die ja gar nicht zu. Die können eben nicht sagen: "Na gut, dann kommen wir halt vom 17.-24.Januar." Daher bleibt es für mich Abzocke.

Die andere Verantwortung liegt in der Politik und nicht bei den Lehrern. Die Idee mit den Flextagen finde ich gut. Meine Kinder würden 5 Werktage Schulstoff ganz bestimmt so fleißig und ordentlich wie noch nie eigenständig erarbeiten, wenn es dafür abseits der Ferien auf die Piste gehen würde. :lach: Klar, da gibt's noch mehr zu bedenken wie Klassenarbeiten usw., aber umbringen würde das niemand und dafür viel entzerren.
 
GMD schrieb:
Die Schulferien sind ja gestaffelt. Aber da für die Winterferien nur gerade etwa 3 Monate zur Verfügung stehen, geht es sich halt nicht aus, und irgendwo sind während der ganzen Saison immer Ferien. Und das wissen die Skigebiete natürlich!

Afaik sind winterferien im März oder Januar in D die Ausnahme. Konzentriert sich eigentlich alles auf den Februar. Wenn ich im Freundeskreis für Januar oder März eine Unterkunft suche, findet sich immer was anständiges, aber für die Familie im Februar ist es fast das doppelte...
 
kauer_steel schrieb:
...für die Familie im Februar ist es fast das doppelte...

Sei froh. Andere Bundesländer haben gar keine Winterferien und dürfen die Schnäppchenwoche mit der staufreien Anreise und ohne Liftwartezeiten über Silvester genießen. :roll:
 
Rusty1 schrieb:
Du kannst ja in der Halle fahren, wenn Du mehr Planbarkeit brauchst. Da ist es immer mau, das aber planbar. ;-)

Man merkt, Du bist noch nicht so oft in einer Halle gefahren :wink: Ich habe dort schon alles erlebt, einschließlich dem, was selbst im Skigebiet nicht vorkommt. Morgens eine völlig zugedieselte Halle, weil man bis kurz vor Öffnung noch irgendwelche Arbeiten an der Beleuchtung durchgeführt hat. Ein Drittel der Pistenbreite gesperrt für Skitraining, ein anderes Drittel für den Funpark. Ein Lift, der wegen irgendwelcher Anfänger und einem seit Jahren defektem Förderband fast 4 Minuten für die knapp 230 Meter braucht. Eine völlig überfüllte Piste, bei der man Mühe hat, niemanden umzufahren.

Planbar war da zu meiner Zeit gar nix und die mangelnde Kommunikation auch ein Grund, weshalb ich die Halle trotz der im Sommer guten Trainingsmöglichkeiten meide. Sorry für OT :wink:
 
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