ThomasZ schrieb:
Der einzige Sinn von Dynamic Pricing ist Steigerung des Gewinns. Darf man aber natürlich nicht zugeben.
Mag schon sein, dass das vielerorts so gelebt wird. Aber diese Pauschalität finde ich falsch, vor allem in Bezug auf den
Sinn. Ein Betreiber von egal was hat aus verschiedenen Gründen auch darauf zu achten, dass sein Wasauchimmer nicht überfüllt wird. Einer der Gründe ist, damit es für alle Gäste ein lohnendes Erlebnis bleibt. Dynamic Pricing kann dafür ein geeignetes Mittel sein. Die Auswüchse im Konzertbereich sind haarsträubend, keine Frage, aber wenn der letzte Wohlhabende die 500-Euro-Show gesehen hat, dann wird dem Veranstalter schon wieder einfallen, dass 10 mal 50 Euro auch 500 Euro sind und dass zehn normale Menschen dabei sogar noch mehr Getränke konsumieren als ein Wohlhabender.
Jens schrieb:
Was mich aber vor allem in der Vor- und Nachsaison stört ist, man kauft die Katze im Sack. Man kauft einen Skipass ohne zu Wissen mit welcher Gegenleistung, denn selbst wenn genügend Schnee liegt sind nicht alle möglichen Pisten/Anlagen geöffnet. Das ist wie wenn ich dem Bäcker 50 Ct. für ein Brötchen gebe und manchmal dafür ein ganzes oder auch nur ein halbes bekomme, gerade wie es ihm passt.
Dieser Vergleich hinkt nicht mehr, der sitzt in einem Rollstuhl mit platten Reifen. Der Lieferant Deines Bäckers, der mit dem Mehl, der könnte je nachdem, wie er seine Rohstoffe kauft, vielleicht genau die beschriebene Situation haben, kauft den Landwirten die Jahresproduktion ab, oder die nächsten zehn Jahresproduktionen, und weiß nicht, wie die ausfallen werden. Da geht es aber nicht drum, was wem
passt, sondern um Wetter. Du kannst ja in der Halle fahren, wenn Du mehr Planbarkeit brauchst. Da ist es immer mau, das aber planbar.
kauer_steel schrieb:
judyclt schrieb:
Es geht nicht darum, ob ein Skigebiet grundsätzlich günstig oder teurer ist. Es geht darum, dass schulpflichtige Kinder und deren Familien systematisch benachteiligt sind. Hier am Skigebiet Adelboden: Offiziell ist es ja für alle ein super Angebot, da Frühbücher ach so viel sparen. Von wegen. Beispielsweise kosten der 21.12. und der 18.01. beide CHF60. Oder der 03.01. CHF62 und der 31.01. CHF63. Selbe Wochentage, also nix Frühbucherrabatt.
Was aber immer garantiert ist: Familien zahlen drauf. In den Ferien vom 20.12.-04.01. können die Kids auf die Piste und nicht ein Tag liegt unter CHF60. Davor und danach die Tage hingegen alle unter CHF60. Tja, die können halt nicht ausweichen und das nutzen die Betreiber gnadenlos aus. Ich find's asozial.
Da fände ich Parkgebühren sinnvoller, denn die haben vielleicht noch einen ökologischen Nebeneffekt und schlagen nur 1x pro Auto zu und nicht wie die Skitickets pro Person und Familien damit mehrfach.
Ja, das finde ich auch unschön, dass man mit der Familie immer auf die Peak Saison Ferienzeit angewiesen ist und nicht ausweichen kann. Aber deswegen ist es ja eben auch die Hochsaison, weil da alle fahren wollen/müssen. Das ist aber auch ohne Dynamic Pricing teuer (gewesen). Als einzige Lösung sehe ich hier eigentlich das die förderalen Staaten die Winterferien verteilt von Dezember bis Ende März durch die Bundesländer durchrotieren lassen.
Bei der systematischen Benachteiligung von Familien mit Schulkindern gehe ich mit, das ist definitiv ein unschöner Nebeneffekt. Aber da sehe ich die Verantwortung genau wie
@kauer_steel nicht bei den Skigebieten, die ja wie oben beschrieben den Andrang steuern müssen, der ja auch und eigentlich noch mehr darüber entscheidet, wie groß dem Jens seine Semmel ist. Meiner Meinung nach sollte es mindestens in der Grundschule noch sowas wie
flexible Ferien geben. Damit meine ich in etwa eine
von den Erziehungsberechtigten frei wählbare, zeitlich begrenzte Aussetzung der Schulpflicht zu Erholungszwecken. Meinetwegen zwei mal eine Woche pro Jahr, damit der ganze Wahnsinn mal entzerrt wird. (Mir ist bewusst, dass die chronisch überarbeiteten Lehrer das nicht nur toll finden würden.)