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Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Zum einen sind es nicht 68, sondern wenn dann 78 (weil 73 ja der Normalpreis ist).
Du irrst! Es wurde in Andermatt bisher nie mehr verlangt als 68.-.
Und einen „Normalpreis“ gibt es auch nicht. Woher kommt hast Du diese Zahl? Von beatles Bericht? Der war auch dort schon falsch. Vermutlich hat er das Depot eingerechnet.
 
ski-chrigel schrieb:
Ich wiederhole nochmal: Die bisherige Erfahrung kommt auf dasselbe raus wie in Laax: 68.- ist der Höchstpreis, auch wenn er nicht kommuniziert wird.
Deine bisherige Erfahrung basiert auf gerade einmal auf den Zeitraum von Beginn der Saison bis jetzt. Wenn Du vorhättest, klammheimlich mit der Einführung von Dynamic Pricing an der Preisschraube zu drehen, würdest Du beides gleichzeitig tun oder solange warten, bis sich die Kunden erst mal an das neue Preissystem gewöhnt haben? Das widerspricht jeder Lebenserfahrung. So was haben wir schon oft erlebt. Beispielsweise bei der Einführung neuer Steuern. Erst sind es nur kleine Beträge. Und wenn sich alle daran gewöhnt haben, wird es immer teurer. Schau Dir mal an, wie sich die Mehrwertsteuer in der BRD entwickelt hat. Hätte die Politik gleich mit 19% angefangen, hätte es wohl einen Volksaufstand gegeben. Statt dessen wurde 1968 erst mal nur 10% verlangt. Gleiches gilt für die Ökosteuer, die EEG-Umlage, die Sozialversicherungsbeiträge oder die kalte Progression. Die Privatwirtschaft beherrscht das Prinzip des Anfütterns auch aus dem Eff-Eff. In der Anfangszeit der Elektrifizierung haben sie sogar Elektroherde subventioniert, um die Leute vom preiswerten Gas hin zum später teueren Strom zu bewegen.
 
NeusserGletscher schrieb:
ski-chrigel schrieb:
Ich wiederhole nochmal: Die bisherige Erfahrung kommt auf dasselbe raus wie in Laax: 68.- ist der Höchstpreis, auch wenn er nicht kommuniziert wird.
Deine bisherige Erfahrung basiert auf gerade einmal auf den Zeitraum von Beginn der Saison bis jetzt. Wenn Du vorhättest, klammheimlich mit der Einführung von Dynamic Pricing an der Preisschraube zu drehen, würdest Du beides gleichzeitig tun oder solange warten, bis sich die Kunden erst mal an das neue Preissystem gewöhnt haben? Das widerspricht jeder Lebenserfahrung.[...]

Oh come on. Steht doch extra da. Bisherige Erfahrung. Greifst du doch mit auf! Und bislang wurde noch nie 73 oder 78 Stutz verlangt. Faktenlage. Und nun bitte keine alternativen Fakten....
Leider tut so ein Rundumschlag der Diskussion nichts Gutes. Genau wie die Fehlinformationen von jds.

Und natürlich ist das nicht das Ende der Fahnenstange. Preise steigen. Aber bislang war 68CHF der höchste Preis.
 
Im Gegensatz zu Neusser Gletscher glaube ich in meiner Naivität eben noch an das Gute im Menschen und halte mich an die Fakten des maximal verfügbaren BISHERIGEN Zeitraums, der immerhin bereits zwei Hochsaisonphasen mit schönem Wetter beinhaltet, statt ein System mit grundnegativer Glaskugelhaltung schlecht zu reden. Offenbar ist die Phase der Reflexion schon wieder vorbei:
NeusserGletscher schrieb:
Insofern ist die von mir befürchtete Preiserhöhung durch die Hintertüre bislang nicht eingetreten. Punkt für Ski-Chrigel. :wink:
Zitat vom 24.12.17 aus http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=5143652#p5143652
... und sie ist es bis heute nicht! Zwei Punkte für mich? 8)
 
ski-chrigel schrieb:
Im Gegensatz zu Neusser Gletscher glaube ich in meiner Naivität eben noch an das Gute im Menschen und halte mich an die Fakten des maximal verfügbaren BISHERIGEN Zeitraums
Deine Grundhaltung sei Dir gegönnt. Ehrlich. Früher war ich auch einmal so. Irgenwann habe ich begriffen, dass man mit dieser Haltung immer häufiger über den Tisch gezogen wird und mir eine gewisse Grundskepsis und Vorsicht angeeignet. Weil eben nicht alle Menschen ehrlich und aufrichtig sind und aus meiner Sicht der Anteil dieser Menschen insbesondere in Schlüsselpositionen immer mehr zunimmt.

Das hat nichts mit Verschwörungstheorie oder alternativen Fakten sondern schlicht mit Lebenserfahrung zu tun. Wobei ich schon zwischen der Schweiz und Deutschland kulturelle Unterschiede sehe. In der Schweiz ist der Zusammenhalt in der Bevölkerung doch noch stärker und damit die Neigung, seine Handelspartner über den Tisch zu ziehen, zumindest weniger verbreitet als in Deutschland. Vielleicht mit Ausnahme einiger schweizer Banken und Briefkastenfirmen.

Wie ist es denn beim Abgasskandal gelaufen? Mit der heimlichen Verständigung der Hersteller auf viel zu kleine Tanks für AdBlue in einem kaum der Öffentlichkeit bekannten Gremium war klar, dass jede Abgasreinigung eines Diesel-PKW im alltäglichen Betrieb weitgehend ein Placebo sein muss. Die Tabakindustrie hat über Jahrzehnte die suchtfördernde Wirkung mit Zusatzstoffen gefördert und mit gekauften Studien und Spenden die Politik davon abgehalten, ihrem schädlichen Treiben Grenzen zu setzen. Die Banken haben Schrottpapiere zu unüberschaubaren Paketen zusammengeschnürt und damit arglose Menschen um ihr Erspartes gebracht und die Weltwirtschaft an den Rand des Abgrunds getrieben. Die Liste könnte ich beliebig fortsetzen.

Kabel-TV war zu Zeiten, als es die Telekom einführte, in Deutschland spottbilig. Viel billiger, als sich alle 15 Jahre eine neue Antenne aufs Dach zu setzen. Nach der Privatisierung und immer neuen Verkäufen an neue Investoren ist Kabel-TV in Deutschland heute so teuer, dass sich bereits die Investition in eine eigene Antenne wieder lohnt. Auch hier erkennt man das gleiche Grundprinzip. Erst mal mit günstigen Preisen ködern und wenn der Fisch erst mal am Haken hängt, immer mehr an der Preisschraube drehen.

Es ist ein häufig begangener Fehler, aus einer Entwicklung in der Vergangenheit auf die Zukunft zu schließen. So mancher hat mit dieser Methode schon bei Aktien auf das falsche Pferd gesetzt und viel Geld verloren. Nur weil Dynamic Pricing jetzt noch günstiger ist als das alte Modell, heisst das eben nicht, dass dies auch noch in zwei oder fünf Jahren so sein muss. Und diese Skepsis ist nun einmal durchaus berechtigt, weil das System im Gegensatz zu gedruckten Preislisten mit fixen Zeiträumen und Preisen viel mehr Möglichkeiten bietet, Preiserhöhungen gegenüber dem Kunden zu verschleiern. Denn welcher Kunde schaut schon täglich in die Buchungsportale, um zu erfahren, wieviel denn heute das Ticket kostet? Außerdem mag ich es aus Prinzip nicht, wenn man mir als Kunden relevante Informationen vorenthält. Natürlich gibt es in den Algorithmen einen Maximalpreis und damit aus sachlicher Sicht keinen Grund, diesen nicht auch zu veröffentlichen.

Selbstverständlich treffen sich die Verantwortlichen der großen Skigebietsbetreiber auf Fachkongressen und Messen. Und natürlich werden ihnen dort neue Möglichkeiten von Dienstleistern vorgestellt, wie sie in Zukunft ihre Profite steigern können. Diese Anbieter wären geschäftlich nicht erfolgreich, würden sie den Bergbahnen nicht gleich auch die Konzepte und Argumentationspapiere mitliefern, mit denen sie ihren Kunden die Sache schmackhaft machen können. Deswegen ähneln sich auch die Argumente, mit denen die Öffentlichkeit hinter die Fichte geführt werden soll. Denn selbstverständlich wird keine Bergbahn offen über ihre wahren Gewinnerzielungsabsichten gegenüber den Kunden reden sondern nur das erzählen, was der Kunde hören will und soll: Alles wird einfacher und billiger, wir steigern das Erlebnis unserer Kunden, wollen die Auslastung verbessern.

Wer glaubt, dass dies die ganze Wahrheit sei, der ist tatsächlich ein Stück naiv. Aber vielleicht oder wahrscheinlich kommt man damit auch glücklicher durchs Leben. Ignorance is bliss :wink:. Und da schwingt durchaus auch ein wenig Neid mit. Ich kanns leider nicht lassen, hinter die Kulissen zu schauen.
 
Im Prinzip ist es relativ einfach. Es wird etwas zu einem bestimmten Preis angeboten.

Ist es dir das wert?

Falls ja, schlägst Du zu, es gibt einen Deal. An dieser Stelle kann man als Käufer doch schonmal zufrieden sein, oder? Man hat etwas gekauft, was einem das Geld wert war. Schön. Dabei kann man es ja eigentlich bewenden lassen.

Natürlich kann es jetzt sein, dass der Anbieter damit einen fetten Reibach macht, 100% und mehr Gewinn, was weiß ich... Theoretisch. Jetzt kommt der Wettbewerb ins Spiel. Man darf getrost davon ausgehen, das in solch einen profitablen Markt sehr schnell Nachahmer einbrechen, die den Braten wittern. Passiert das hinreichend oft, gibt es einen Wettbewerb und es entsteht ein Käufermarkt.

http://wirtschaftpedia.wikia.com/wiki/K%C3%A4ufermarkt_und_Verk%C3%A4ufermarkt

Da ich als Unternehmer auch Anbieter (völlig andere Branche) bin, würde ich mir manchmal wünschen, es wäre nicht so. :wink: Leider muß ich immer noch arbeiten und zuweilen auch kämpfen.

Worauf ich hinaus will:
Wenn sich jemand etwas einfallen läßt, das das Urlaubserlebnis steigern kann, indem es auch in Spitzenzeiten leerer wird, weil die zeitlich flexiblen den nun möglichen Bonus realisieren, somit ein paar Euros sparen können, alle nett zum Skifahren kommen, weil die zeitlich festgelegten jetzt mehr Platz haben, und dieser jemand durch diese Idee auch noch den Profit steigert, dann freut mich das für ihn. Da hat jemand eine clevere Idee gehabt (möglicherweise), und es hat sich für ihn gelohnt. Chapeau!

Dieser Wettbewerb und dieser Anreiz ist der Motor für jeden Fortschritt. Kann man schlecht finden, aber der Mensch ist halt so.

Mal ganz abgesehen davon, dass, sollte eine unternehmerische Entscheidung falsch sein, hohe Verluste drohen. Die Risikoseite wird in Neiddebatten gerne unerwähnt gelassen.

Wenn ich mit der für mein entrichtetes Geld erbrachten Leistung zufrieden bin, wozu sollte ich noch die Bilanz darauf hin prüfen, ob da auch nicht (nach meinem Ermessen) zu viel verdient wurde? Bevor ich das getan habe, war ich doch zufrieden?

Mal ganz abgesehen davon, dass der Kunde durchaus Vorteile davon hat, wenn sein Partner profitabel arbeitet. Die Wahrscheinlichkeit, gut gewartete zeitgemäße Infrastruktur vorzufinden (Sicherheitsaspekt) steigt, nur um mal einen Punkt zu bringen. Nebenbei wird Gewinn auch dafür verwendet, zukünftige Investitionen stemmen zu können, oder einfach Risiken zu managen - z.B. wenn einem eine Lawine einen Lift ins Nirvana bläst... :wink:

In der Tat schwingt bei deinem Statement etwas von Neid und auch Verbitterung mit. Schade... :wink:, nichts gegen kritisches Hinsehen...
 
Einige User sehen die Möglichkeit, dass mit Dynamic Pricing insgesamt auch heimlich die Preise angehoben werden. Daher mein Hinweis auf die Bilanz, weil anders keine Überprüfung möglich ist, insbesondere, wenn kein Maximalpreis kommuniziert wird. Daher gehen Deine Schlußfolgerungen bezüglich meiner Motive ins Leere.

Das ein Unternehmen profitabel arbeiten muss um mittelfristig zu überleben wird von mir nicht bestritten. Andererseits bezweifle ich, dass es sinnvoll ist, wie im Fall von Z eine Rendite von 8% auf den Nennwert der Aktie auszuschütten und diese auch noch aus Rücklagen zu zahlen. Aber das ist ein anderes Thema.
 
In 5 - 10 Jahren werden 90% der Karten im Internet oder über irgendwelche Preismodelle verkauft, ob es uns nun passt oder nicht. Mir passt es nicht, aber das einzige was hilft ist Hirn einschalten uns so gut wie es geht mit der Welle mit schwimmen.
Es wird dabei ziemlich sicher so raus kommen dass 4 einzeln an der Tageskasse gekaufte Tagespässe in etwa gleich viel kosten werden wie ein 6-Tages Pass im Vorverkauf.
Was ich infolge von manchmal zu viel Arbeit vergessen habe nachzuschauen war, ob die Preise in Andermatt an den ganz schlechten Tagen für Karten wo 3 Wochen im voraus ca. Fr. 55.- gekostet haben auch wieder dem Wetter / Betriebszustand entsprechend gesenkt wurden oder nicht.
Für den Fall von Zermatt gilt zu sagen dass das jetzt zwar als Dynamisch angekündigt wurde, beim lesen des ganzen Textes aber der Eindruck erscheint als ob es vorläufig mal doch eher starr sei aber einfach mit 3 Saisonzeiten anstatt bisher den ganzen Winter gleich.

Bei Andermatt gilt noch zu sagen dass bei dem Ausbau wo auf diesen Winter hin vorgenommen wurde die Tageskarte unter dem bisher praktizierten Preismodell auf 63 - 65 Fr. angestiegen wäre. Wenn einer Lust hat kann er ja beim Betreiber nachfragen an wie vielen Tagen denn bisher die 65.- an der Tageskasse überschritten wurden. Alle anderen fuhren ja mit dem neuen Modell billiger.
 
Nein. "Billiger" fährt nur jemand der weniger als 60 Franken zahlt. Das war der Vorjahrespreis.

Und dass dynamische Preise kommen nur weil mehr übers Internet läuft ist halt Spekulation. Und... wenn dynamische Preise wirklich zu keiner versteckten Preiserhöhung führen: Wieso machen die Bergbahnen das dann? Warum sollte man so ein Risiko eingehen, nur um trotzdem nicht mehr einzunehmen? Die haben doch nichts zu verschenken.

Ich sage: Es ist wahrscheinlicher, dass Sawiris zurückrudert und wieder Normalpreise bekannt gibt ggf. mit Aktionen (ähnlich wie Laax) oder Frühbucherrabatt als dass sich dynamische Preise durchsetzen.
 
wenn dynamische Preise wirklich zu keiner versteckten Preiserhöhung führen: Wieso machen die Bergbahnen das dann? Warum sollte man so ein Risiko eingehen, nur um trotzdem nicht mehr einzunehmen?
Klar wollen sie mehr einnehmen. Und zwar mittels besser ausgelasteten schwachen Tagen und etwas höheren Preisen an Spitzentagen, was ja auch gar nicht bestritten wird.
 
Eben. Also doch eine Preiserhöhung. Man zählt ja immer nur den höchsten Preis einer Tageskarte, nicht den Niedrigsten. Staffelungen nach verschiedenen Saisonzeiten gab es bisher ja auch und man hat nicht die Preis vor Weihnachten oder Ende April als Referenz genommen...
 
j-d-s schrieb:
Staffelungen nach verschiedenen Saisonzeiten gab es bisher ja auch und man hat nicht die Preis vor Weihnachten oder Ende April als Referenz genommen...
Nicht in Zermatt. Da hast Du auch bei nur 30% offenen Pisten Anfang Dezember bereits den vollen Preis gezahlt. Das soll sich nun ändern. Sinnvoller wäre aus meiner Sicht, bei ausreichender Schneelage das Angebot auszubauen.

Im Fall von Z könnten sie eine bessere Auslastung an schwachen Tagen erreichen, in dem sie im Dezember und nach Ostern ihr Angebot verbessern würden. Selbst bei einem günstigeren Ticketpreis kommen immer noch Anreise- und Hotelkosten dazu, so dass es sich für mich nicht lohnt, eine Woche meiner Freizeit zu opfern, nur um ein bisschen im Garten herumzurutschen. Und die Auslastung an starken Tagen wird man in einem Gebiet wie Z kaum abmildern, weil die Gästen nun einmal unbedingt zu Weihnachten alle gleichzeitig dort hin fahren. Wer nicht auf die Ferien angewiesen ist, der fährt schon wegen der vollen Pisten nicht freiwillig zu Spitzenzeiten Ski und muss nicht erst durch einen Aufschlag davon überzeugt werden.

Dynamisch Preise und Mehrtagespässe passen irgendwie nicht zusammen. Bei Tageskarten und Gebieten mit einem hohen Anteil an Tagestouristen kann ich mir ja noch vorstellen, dass man eine Lenkungswirkung erzielen kann. Aber wer für eine Woche fährt der bucht meist auch länger im voraus, jedenfalls dann, wenn er in der Hochsaison noch ein Zimmer kriegen möchte.
 
Ach wenn der jds auf das Antworten würde was man geschrieben hat dann wären manche Diskussionen hier im Forum sehr viel einfacher. Ansonsten steigt halt nur wieder mal der Unterhaltungswert weil ich mich :totlach:

Zur Kritik / Anregung von unserem Hallengletscherexperten, obwohl es hier eigentlich OT ist und ich darauf nachher auch nicht mehr eingehen werde. Ich erwähne explizit dass meine nachfolgende Argumentation sich nicht nur auf das von ihm genannte Skigebiet bezieht.
Vor 3 oder 4 Jahren gab es in Österreich ca. mitte Oktober nach einem Starkschneefall am Mittwoch / Donnerstag die einte oder andere Bergbahn die am Freitag die Pistenmaschine raus nahm 4 x über die 80cm Neuschnee fuhr und an ihrem Fahrplanmässig letzten Wochenende der Sommersaison halt Skibetrieb angeboten hat. Dafür gibt es von mir: :top: :top: :top:
Nun, dass könnten andere auch, machen es aber bewusst nicht und zwar aus einem ganz bestimmten Grund. An den Pisten gab es dort damals zu mehr als 90% keinerlei Absperrungen etc. wie es in den Richtlinien vorgegeben ist. Die Pisten waren somit gesetzlich gesehen nicht in einem betriebsbereiten Zustand. Nun gab es in den letzten Jahren leider Gottes solche Experten wo auf solchen Pisten sich beim Carven das Kreuzband ruiniert haben und anschliessend die grenzenlos gute Idee hatten die Bergbahnen auf Schadenersatz einzuklagen weil der Unfall auf einer Piste passiert ist nicht den Richtlinien entsprach und somit nicht hätte geöffnet sein dürfen.
Solche Klagen sind meist aussichtslos da die Unfallhergänge halt nichts mit fehlenden Stangen zu tun hatten, sie kosten aber Zeit und Geld wo man lieber für etwas anderes einsetzt. Das Resultat ist halt dann dass, dass nur mehr 100%-ige Pisten geöffnet werden und wenn halt noch ein Netzt fehlt ist es halt egal ob 2 oder 3 Meter Schnee liegen. Geöffnet wird wenn alles fertig ist und nicht früher.
 
Theo, danke für die Hintergrundinformationen. So was erfährt man als Gast normalerweise nicht. Vor ein paar Jahren habe ich hier im Wetterthread geschrieben, dass es nach ausreichendem Schneefall bis zu 2 Wochen dauert, um zu Saisonbeginn alle Pisten herzurichten (Beschneiung, Grundpräparation, Sicherungsnetze, Markierungen etc.). Nun, offenbar provozieren solche Aussagen gerne Kontra, die folgenden Beiträge sprachen jedenfalls von 3 Tagen bis maximal einer Woche die es dauert, um ein Skigebiet nach einem Kälteeinbruch und / oder ausreichendem Schneefall herzurichten. In Österreich seien die meisten Gebiete innerhalb einer Woche startklar. Also warum dauert es in Zermatt dann bis zu 3 Wochen ab Saisonstart, bis auch die letzte planmässige Piste öffnet? Nun, ein Grund könnte in dem steinigen Untergund liegen. Auf einer Wiese kann ich schon vorher die Pistenmarkierungen und Stangen für die Sicherungsnetze in den weichen Untergrund einschlagen. Auf steinigem Untergrund geht das vermutlich nicht. Also muss man erst die Piste fertig präparieren und kann dann erst mit den Sicherungsmaßnahmen beginnen. Andererseits ist dies vermutlich auch eine Frage der Personaldecke oder Organisation und von einem Premium-Skigebiet erwarte ich keine herausragenden Ausreden, warum man zu Saisonstart trotz guter Ausgangslage beim Wetter nur mit einem stark reduzierten Angebot die Gäste beglückt, sondern eine herausragende Leistung in Form von geöffneten Pisten.

Wir brauchen die Gründe aber hier nicht weiter zu diskutieren, denn grundsätzlich ändert es ja nichts an meiner Aussage. So lange Zermatt zu Saisonstart mit einem eingeschränkten Angebot startet, lohnt sich für mich die Anreise nicht. Selbst, wenn sie mir das Ticket schenken würden, wäre es unter diesen Voraussetzungen noch zu teuer. Lohnenswert finde ich Zermatt im Dezember nur dann, wenn ich weiß, dass auf italienischer Seite genügend Schnee liegt und der Übertritt aufgrund der Wetterbedinungen auch möglich ist. Denn die Italiener schaffen es bei ausreichender Schneelage komischerweise regelmäßig, zu Saisonstart fast im Vollbetrieb zu öffnen. Dafür reicht bei denen auch der kleinste Windhauch oder ein wenig Neuschnee, um erst mal wieder für den Vormittag alles zuzumachen. Ist halt schon sehr speziell, diese Destination.
 
NeusserGletscher schrieb:
Andererseits ist dies vermutlich auch eine Frage der Personaldecke oder Organisation und von einem Premium-Skigebiet erwarte ich keine herausragenden Ausreden, warum man zu Saisonstart trotz guter Ausgangslage beim Wetter nur mit einem stark reduzierten Angebot die Gäste beglückt, sondern eine herausragende Leistung in Form von geöffneten Pisten.

Und für Kosten deines Wunschzettels kommt dann der Weihnachtsmann auf, weil du witterst ja gleich das Schlimmste, wenn an den Preisen was geändert wird?
:roll:
 
Pancho schrieb:
NeusserGletscher schrieb:
Andererseits ist dies vermutlich auch eine Frage der Personaldecke oder Organisation und von einem Premium-Skigebiet erwarte ich keine herausragenden Ausreden, warum man zu Saisonstart trotz guter Ausgangslage beim Wetter nur mit einem stark reduzierten Angebot die Gäste beglückt, sondern eine herausragende Leistung in Form von geöffneten Pisten.

Und für Kosten deines Wunschzettels kommt dann der Weihnachtsmann auf, weil du witterst ja gleich das Schlimmste, wenn an den Preisen was geändert wird?
:roll:
Über einen konstruktiven Kommentar von Dir an dieser Stelle hätte ich mich auch gewundert. Zermatt verlangt bereits die höchsten Ticketpreise in Europa. Du musst daher nicht den Weihnachtsmann bemühen, wenn ein Kunde bei dem hochnäsigen Marketinggeschwätz von "leading service, quality und price" auch eine adäqate Leistung einfordert.

Vielleicht würden die Mehreinnahmen durch einen Anstieg der Besucherzahlen vor Weihnachten bei einem attraktiveren Angebot die anfallenden Kosten für einen Start im Vollbetrieb mehr als kompensieren?

Im übrigen habe ich es aufgegeben, irgendwelche Forderungen an die dortigen Bergbahnen zu stellen. Wenn sie halt zu Saisonbeginn nicht mehr öffnen dann ist das halt so. Es gibt Wintersportler, die sind damit zufrieden und fahren trotzdem im Dezember hin und sind glücklich damit. Mein Bedarf ist nach 2 Anläufen bis auf weiteres gedeckt. Es ist auch gut so, dass wir nicht alle den gleichen Geschmack und die selben Ansichten haben.
 
NeusserGletscher schrieb:
Es gibt Wintersportler, die sind damit zufrieden und fahren trotzdem im Dezember hin und sind glücklich damit.

Und die werden vielleicht noch etwas glücklicher jetzt. :wink:

Ich versteh halt an solchen Diskussionen immer eins nicht. Dass hohe Preise von jemandem kritisiert werden, der die dann aber offensichtlich wiederholt zu zahlen bereit ist. Ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich bin sicher bereit viel für den Wintersport auszugeben, aber keinen Cent für etwas, was mir den Gegenwert nicht wert ist.
Also bin ich entweder hinterher zufrieden, oder (vorerst) das letzte Mal dagewesen. Das ist auch das einzig sinnvolle Mittel, Veränderungen zu bewirken. Das Spiel mitmachen und dann darüber lamentieren sicher nicht. :wink:

Außer natürlich, man lamentiert gern. Auch eine Form von Nutzen...
 
Och Mann, nöööö, also gut, für Dich noch mal extra zusammengefasst.

  • Aus Zermatt Info: die These war, dass Zermatt mit günstigeren Preisen in der Nebensaison mehr Besucher anlocken will
  • NeusserGletscher: im Dezember würde man mehr Besucher eher über ein besseres Angebot als durch günstigere Preise anlocken
  • Theo: eine frühere Öffnung sei technisch / aus Sicherheitsgründen nicht möglich
  • NeusserGletscher: andere Gebiete können (mit mehr Personalaufwand oder besserer Organisation) durchaus auch früher öffnen, z.B. Cervinia (übrigens zum gleichen Preis!)
  • Pancho: eine frühere Öffnung sei mit Mehrkosten verbunden
  • NeusserGletscher: eventuell anfallende Mehrkosten werden ggf. durch Mehreinnahmen kompensiert

Meine Anmerkung auf das spärliche Angebot im Dezember bezieht sich also auf die These, man könne mehr Besucher durch einen günstigeren Preis in der Vorsaion nach Z locken. Aus meiner Sicht wird das nur bedingt funktionieren, auch weil die übrigen Kosten für Unterkunft und Verpflegung auch in der Vorsaison oft über den Konditionen der Mitbewerber liegen.

Pancho schrieb:
Ich versteh halt an solchen Diskussionen immer eins nicht. Dass hohe Preise von jemandem kritisiert werden, der die dann aber offensichtlich wiederholt zu zahlen bereit ist. Ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich bin sicher bereit viel für den Wintersport auszugeben, aber keinen Cent für etwas, was mir den Gegenwert nicht wert ist.
Also bin ich entweder hinterher zufrieden, oder (vorerst) das letzte Mal dagewesen.

Drücke ich mich eigentlich so undeutlich aus? Genau dies sage ich doch: Im Dezember fahre ich wegen der Rahmenbedingungen nur noch in Ausnahmefällen nach Z, weil mir das Angebot nicht gefällt. Deine Schlußfolgerungen setze ich bereits seit Jahren so um und habe dies auch mehrfach kommuniziert.

Etwas anderes ist es, wenn ich ab Ende Januar nach Zermatt fahre. Dann sind in einem normalen Winter alle Pisten und Anlagen offen und dann akzeptiere ich auch den Preis für das Skiabo und Unterkunft.
 
Mir tönt noch die sehr lange und für mich sehr schwarz gemalte Negativliste nach, die Du sehr akribisch früher in diesem Thread zusammen getragen hast, die es jetzt aber nicht mehr in deine Zusammenfassung geschafft hat... :roll:
In der Tat, es ist nicht einfach... :nein:
 
Pancho schrieb:
Mir tönt noch die sehr lange und für mich sehr schwarz gemalte Negativliste nach, die Du sehr akribisch früher in diesem Thread zusammen getragen hast, die es jetzt aber nicht mehr in deine Zusammenfassung geschafft hat... :roll:
In der Tat, es ist nicht einfach... :nein:
Es ist auch nicht einfach mit jemandem zu diskutieren, der immer wieder verdeckte Fehlschlüsse und diskussionsferne Aspekte einbringt, um konkrete Argumente zu zerreden. Also mein Vorschlag zur Güte: Lassen wir es. Ich werde in diesem Thread nicht mehr auf Deine Postings eingehen, weil es offensichtlich keinen Sinn macht und für die Diskussion nicht förderlich ist.
 
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