• Willkommen im neuen Alpinforum!

    Das Alpinforum ist erfolgreich auf die neue Forensoftware XenForo umgezogen. Benutzerkonten und Foreninhalte wurden übernommen, sodass ihr euch wie gewohnt anmelden könnt.

    Schaut euch gerne um und probiert die neuen Funktionen aus. Solltet ihr Fehler oder Unstimmigkeiten entdecken, meldet sie bitte im entsprechenden Thema.

    Alle Informationen zur Migration und zum neuen Forum findet ihr hier:

    Zur ausführlichen Ankündigung

    Viel Spaß im neuen Alpinforum!

    Euer Alpinforum-Team

Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Da ich überhaupt nichts von dem "Danke"-Button halte, verwende ich ihn auch jetzt nicht. Das ist mir einen eigenen Post wert, dem Beitrag von Kris voll und ganz zuzustimmen.
 
Kris schrieb:
Skigebiete fahren durch die nach wie vor fortschreitende Überkommerzialisierung- und -Industrialisierung (Laax...) sowieso einen sehr riskanten Kurs meine ich, denn die sicherste emotionale Bindung des Kunden an "sein" Gebiet geht damit langsam aber sicher flöten...

Kann ich sehr gut nachvollziehen.

ski-chrigel schrieb:
Pancho schrieb:
Natürlich ist Umsatz und Gewinnmaximierung das Ziel. Was denn sonst? Die sind doch nicht Caritas?
Richtig. Und ich wundere mich, dass einige hier auch nur im Ansatz daran denken, dass es um was anderes als Gewinnmaximierung gehen könnte.

Natürlich müssen sie Geld verdienen, was in vernünftigem Rahmen auch völlig in Ordnung ist. Wer jedoch Gewinnmaximierung zum primären Ziel hat, macht sein Unternehmen letztlich zu einem weiteren Finanz-Instrument. Riskant ist das oft deshalb, weil sich Anleger schnell an jedes Renditeniveau gewöhnen und mangels besserer Ideen im Unternehmen irgendwann die Versuchung aufkommt, kurzfristige Gewinne auf Kosten der längerfristigen Überlebensfähigkeit zu realisieren. Dazu gehören Gewinne auf Kosten Anderer (der bindungswilligen Kunden, der Talschaften) als auch auf Kosten des eigenen zukünftigen Substanzwerts (Instandhaltung, Investitionen).

Jetzt mal ein konstruktiver Versuch:

Angenommen, ein Angebot würde so praktiziert und vollständig offen kommuniziert:
  • Es gibt an der Kasse Tageskarten und Mehrtagespässe zu Preisen in aktueller Höhe plus 10%.
  • Beides ließe sich online buchen mit Rabatt gestaffelt nach Vorlaufzeit: Von 5% Rabatt am gleichen Tag bis 25% Rabatt bei Buchung ab 3 Monaten im Voraus.
  • Bei Mehrtagespässen gilt eine automatische Erstattung für Tage, an denen weniger als 50% bekannt gegebener "wesentlicher" Pisten nutzbar sind: 50%, wenn das Gebiet trotz Einschränkungen genutzt wurde, 100% für nicht genutzte Tage.
  • Der Zutritt ins Gebiet wird so limitiert, das Überfüllung begrenzt wird und der vorausbuchende Gast sich auf ein bestimmtes Qualitätsniveau verlassen kann: Ab einem festgelegten Limit werden keine Tickets mehr verkauft (weder Tages- noch Mehrtageskarten).
  • Bereits verkauftes und noch verfügbares Kontingent werden stets aktuell kommuniziert - für jeden einzelnen Tag.
  • Zusätzlich wird stets aktuell eine Hochrechnung kommuniziert, mit wie vielen Gästen voraussichtlich insgesamt gerechnet wird (langfristig auf Basis langjähriger Erfahrungen, Ferienterminen, Klima, kurzfristig verfeinert anhand von Wetterprognosen) .
  • In Zeiten erwartbar geringer Auslastung werden mit für den Gast nachvollziehbaren Rabattaktionen zusätzliche Besucher angelockt.
  • Im Gebiet selbst werden aktuelle Wartezeiten an Liftanlagen und die Einfahrt in wesentliche Pisten erfasst und aktuelle Auslastungswerte für die Gäste auf Tafeln und per App angezeigt

Wäre in diesem Rahmen dynamisches Pricing etwas, das insgesamt als Gewinn wahrgenommen würde?
 
Darf ich ne Frage an die Laax-Spezialisten stellen, ohne mich hier ganz tief ins Thema einarbeiten zu müssen?

Wir fahren Anfang März für ne klassische Urlaubswoche nach Laax. Gibt es eine Alternative zum klassischen "an-die-Kasse-gehen-uns-sich-ne-7-Tageskart- kaufen", die uns dann noch einen Preisvorteil bietet? Oder ist das bei 7 Tagen egal?
 
oli schrieb:
Darf ich ne Frage an die Laax-Spezialisten stellen, ohne mich hier ganz tief ins Thema einarbeiten zu müssen?

Wir fahren Anfang März für ne klassische Urlaubswoche nach Laax. Gibt es eine Alternative zum klassischen "an-die-Kasse-gehen-uns-sich-ne-7-Tageskart- kaufen", die uns dann noch einen Preisvorteil bietet? Oder ist das bei 7 Tagen egal?
Kauf über die App ist ein bisschen billiger: CHF405 statt CHF 413...
 
joepert schrieb:
Kauf über die App ist ein bisschen billiger: CHF405 statt CHF 413...
Nee, wegen 8 sfr betreibe ich den Aufwand nicht. Dann bin ich lieber klassisch unterwegs.
 
Naja, der Aufwand, an der Kasse anzustehen wäre für mich der grössere. Aber ja, der Preisunterschied bei 7 Tagen ist wirklich sehr gering. Bei Tageskarten kann er dann doch deutlich schwanken.
 
Habe mir die Inside Laax App mal installiert...

Auffällig ist zunächst die schwere Dateigrösse von 57 MB für eine doch recht banale App. Zum Vergleich, die Navigationssoftware Locus Maps kommt mit etwa 26MB aus, bietet aber ein zigfaches an Funktionalität (und ebenso auch einen Shop en passant).
Angesichts des Leistungsumfanges der Laax App wären etwa 5 MB zu erwarten gewesen.

Kommt eine simple App besonders aufgeblasen daher, so ist dies ein Hinweis auf zahlreiche eingebundene Module fremder Hersteller.

Habe mir die Inside Laax App (Android) deshalb mal ein wenig von Innen angesehen.


Da die Usertracking-Datenerhebung von Google halbwegs "geordnet" abläuft, binden App Hersteller gerne Fremdmodule ein, die "mehr können", spricht ungeniert im Hintergrund so ziemlich alles mitloggen und agregieren können, was ihnen Spass macht.

Eingebunden ist in der Laax App beispielswesie "AppBoy", welches von der Firma "Braze" kommt. Diese ist lt. wikipedia "a mobile marketing company based in New York City, with additional offices in San Francisco, London, and Singapore. It develops customer relationship management and mobile marketing automation software that businesses use to manage their mobile applications."

Das Teil "Appboy" findet (bzw befand- falls es mittlerweile anders sein sollte) sich vielen populären App, so auch Tinder und Opera. Relevant ist das, weil Braze damit das Benutzerverhalten in all diesen Apps miteinander aggregieren kann und damit besonders "wertvolle" Userprofile erstellen kann.

Der Apphersteller kann so ziemlich alles orchestrieren:
https://www.braze.com/product/lifecycle-engagement-orchestration/


Beachte die Geofence und die Geotracking Option, die der Marketer bequem von jedem seiner Kunden abrufen kann:
"At the core of Braze’s real-time location offering is the concept of a “geofence.” A geofence is a virtual geographic area, represented as latitude/longitude pairs combined with a radius, forming a circle in a specific position on the globe. Geofences can vary in size from the size of a building to the size of an entire city. ... . Campaigns can be delivered in real-time to users as they exit or enter geofences, or sent as followups hours or days later. As users enter or exit your geofences, Braze’s location analytics also add a new layer of user data that can be used for segmentation and re-targeting. Geofence-specific analytics also generate insight on the activity of particular locations of interest....
Braze geofences work even when your app is closed, at all hours of the day."

(Das heisst jetzt keinesfalls dass die WAB dieses akkufressende schnüffel-äh feature verwendet, zeugt aber davon, aus welcher m.A.n. Schmuddelecke Braze zuhause ist)

Das dient zur direkten Monetarisierung der User-Daten, oder aber in der "nobleren" Variante auch dazu, die "Kundenbindung zu erhöhen", indem dem Kunden basierend auf seinem Daten "optimierte" (=zumeist teurere) Angebote oder sonstige "Incentives" unterbreitet werden können. Schafe zB. blöken gerne, also bieten wir diesen eine Blöck-CD an o.dgl.

Auch sind in der Laax App die üblichen Module von Facebook enthalten. Selbst Nicht-Facebook Mitglieder, die Facebook aus Adressbucheinträgen Drittter (Freunde etc.) kennt, können dadurch als User identifiziert und getrackt werden.
Da Facebook dem Kunden nichts direkt verkauft, ist klar wozu diese Module Daten liefern, Zuckerberg hats vorgemacht in den letzten Monaten.


Die App bietet eine SOS-Funktion, sehr clever, denn dank dieser "braucht" die App ja Permissions zur Geolokalisierung. Bingo.

All dies ist freilich nur eine dilettantische Mutmaßung von mir, und für die Laax App mit ihren 57MB gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.

Für mich liegt die App so zwischen Bloatware und Scam.

[edit: Passus mit "login bevor man zu Skipasspreisen gelangt" entfernt, da nicht zutreffend. Danke danimaniac für den Hinweis]
 
Dass die Laax-App eine Daten-Krake ist, bestreitet auch niemand.
Ist ja auch genau die Grundidee dieser ganzen Bonuspunkte-Geschichte (Daten gegen Prämien).
(Siehe dieses Interview mit Gurtner: https://www.watson.ch/schweiz/wirtschaft/962290656-schweizer-skigebiet-will-eigene-waehrung-einfuehren )
Als reine Info-Quelle ist die App nicht gedacht.
Im Gegensatz zu FB kann ich hier immerhin direkt von meinem Daten-Striptease profitieren. Mit günstigeren Skipasspreisen und gratis Bier in der Kneipe. 8)
Und getrackt werde ich Skigebiet beim Gang durchs Drehkreuz ja sowieso ständig.
 
Ich musste mich da nie anmelden in der App um die tagesaktuellen Preise zu sehen.
 
danimaniac schrieb:
Ich musste mich da nie anmelden in der App um die tagesaktuellen Preise zu sehen.

Danke für die Korrektur, in der Tat kommt man in die Kalenderansicht (mit den Preisen) ohne sich zu registrieren.
Auf der Seite "Plan your trip" gibt es zwei untereinanderliegende breite aber wenig hohe Zeilen die als Button wirken. Deren touch-sensible Fläche berührt sich ohne "Sicherheitsraum" dazwischen, d.h. tippt man wie ich offenbar wenig genau, tippt man die falsche Zeile an, und unter "Dates" befindet sich der Button "Yout Groups", der dann zum Login Bildschirm führt.
Habe die App vorher nochmals installiert, um das zu prüfen. Meine Schuld, war vielleicht auch Null Uhr Neunzehn. Aber dennoch schlechtes UI-Design irgendwie ( die Zeilenhöhe sollte grösser sein, + Zwischenraum).

Dieser Samstag kostet Laax in der App also 80.- , der Sonntag einen Franken weniger.
Der reguläre Preis an der Kassa ist 85 Franken.
Buche ich das darauf folgende Wochenende, also 8 Tage im Voraus und somit ohne sinnvolle Wettervorhersage, kostet es jeweils immerhin noch 77 Fr.
Die Option "Premium-Vordrängeln" kostet in der App 31 Franken extra, egal wann.

Nunja, ich falle eh aus der Zielgruppe "Laax-Kids" raus, insofern...
 
tafaas schrieb:
Und getrackt werde ich Skigebiet beim Gang durchs Drehkreuz ja sowieso ständig.
Nicht, wenn Du in Bar bezahlst. Und Gesichterkennung funktioniert mit Helm und Skibrille auch nicht wirklich.
 
danimaniac schrieb:
Das Fazit aus dem Bericht wird hier wohl nicht jedem gefallen :-D
Ich gehöre wie viele andere auch zu den Menschen, die sich lieber ihr eigenes Urteil bilden. Und, hey, wenn Dynamic Bescheissing am Ende nur Vorteile bringen sollte, wäre ich der letzte, der nicht einen Irrtum zugeben würde. Nur bin ich nicht so naiv, Produkte alleine am Preis zu beurteilen. Ich beziehe grundsätzlich alle für mich relevanten Faktoren mit ein, soweit sie mir bekannt sind. Also auch Flexibilität, Ausfallrisiko, Datenschutz, Transparenz, Berechenbarkeit etc. Und in diesen Punkten schneidet Dynamic Bescheissing grundsätzlich schlechter ab.

Außerdem sagt mir der Instinkt, je lauter für irgendeine super tolle Neuerung geworben wird, desto mehr ist für den Verbraucher der Wurm drin. Erst recht, wenn der Kunde mehr oder weniger dazu genötigt wird, auf das neue System umzusteigen. Und sei es nur, in dem man frech die Zahl der offenen Kassen reduziert.
 
Da musstest du beim Schreiben ja selber lachen, oder? :mrgreen:
 
Ich wusste ja der Trigger funktioniert.
Und gelacht hab ich auch, so ein bisschen, heimlich, in mich rein. ;-)


Als nur maximal 2 Stunden vor Liftöffnung bucheneder verpufft für mich der Frühbucher-Vorteil ja auch.
Trotzdem hab ich dieses Jahr noch nicht mehr 60CHF für ein Skiticket bezahlt. (Andermatt, Davos, Laax)

Dafür muss ich natürlich etwas "Arbeit" investieren und als quasi Frühbucher bei ticketcorner 100CHF Gutscheine mit 25% Rabatt einkaufen. Sonst geht die Rechnung klar nicht auf. Oder Hotelangebote inkl. Skiticket benutzen. Da darf die Nacht dann aber auch nicht mehr als 80 CHF kosten.
 
danimaniac schrieb:
Ich wusste ja der Trigger funktioniert.
Ach, Du schreibst Beiträge um zu provozieren anstatt zu informieren? Schäm Dich! :wink:

Mein letzter Urlaub hat mich auch nur ca. 170 SFr pro Tag incl. ÜF, Skipass und Kurs gekostet. Ohne Dynamic Reising. Es macht für mich bei der langen Anreise aus dem Rheinland auch keinen Sinn, mich mit vermeintlichen Schnäppchen bei Ticketcorner einzudecken. Die teuersten Schnäppchen sind diejenigen, die man am Ende nicht braucht.
 
Da kennt jemand den Unterschied zwischen einem Stöckchen hinhalten und einer Provokation nicht :wink:
 
NeusserGletscher schrieb:
danimaniac schrieb:
Ich wusste ja der Trigger funktioniert.
Ach, Du schreibst Beiträge um zu provozieren anstatt zu informieren? Schäm Dich! :wink:

Der Link ist interessanter als der Trigger. Aber wenn der Ball im 5m Raum liegt, dann tret ich in ins Tor.
:wink:

Edit: Rechtschreibfehler
 
Zurück
Oben