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Dynamic Pricing: Unfug oder Fortschritt?

Stäntn schrieb:
Ich fänds mal interessant wie viele einer Skipass Happy Hour von 7:30-8 Uhr folgen würden ;) und wer dann doch ausschläft... wobei ich die leere Stunde früh vermissen würde.

Ich bin dabei! Wo? :-D
 
Trotz Dynamic Pricing haben wir uns für die Silvesterwoche für Engadin entschieden. Vor vier Wochen habe ich schon die Skipässe gekauft und fur 6 Tage schon 371,30 gezahlt. Vor zwei Jahren (fixed pricing) kostete so ein Skipass auch etwas CHF 370, also Vorteil habe ich jetzt echt nicht. Trotzdem schon in Oktober mehr als CHF1000 gezahlt für die ganze Familie.

Letztes jahr konnte ich einde Dezember 2018 noch für ca. CHF280 ein Skipass (6 Tage) für ende Februar 2019 kaufen. Jetzt sollte ich für die gleiche Woche in 2020 schon CHF 343 zahlen. Da had sich offensichtlich etwas massiv geändert.

Dazu kommt dass die Bergbahnen schon im Sommer angefangen haben die Skipässe zu verkaufen. Denke aber mal nicht das ich, als Kunde der schon letztes Jahr die Snow Deal benutzt habe, eine Anzeige bekommen habe damit ich rechtzeitig dem Angebot benutzen könnte.

Wo ich letztes Jahr noch gemäßigt positiv war, weil die Snow Deal für Frühbucher spurbar Vorteil gab, bin ich jetzt also nicht mehr so positiv.
 
Ich buche Skipässe max 3 Tage im voraus, wenn sich abzeichnet, dass sich es wettermässig lohnt. Bei schlechtem Wetter hat ein Skipass für mich den Wert von null. Praktisch alle dynamischen Preismodelle bestrafen das mit einem Preisaufschlag. Deswegen boykottiere ich Skigebiete, die von mir einen übermässig hohen Preis kassieren wollen. Zum Glück gibt es noch genügend Ausweich-Möglichkeiten. Notfalls gehe ich auch nach FR/IT/AT, wenn sich dieser Trend flächendeckend in der Schweiz durchsetzen sollte. Ich hoffe aber darauf, dass die Skigebiete in der nächsten Saison die Rechnung präsentiert bekommen von den Leuten, die 80-100CHF an der Tageskasse schlucken mussten und im nächsten Jahr nicht wieder kommen. Womit ich übrigens kein Problem habe, ist saisonales Pricing. Das ist nachvollziehbar für mich.
 
sheridan schrieb:
Ich buche Skipässe max 3 Tage im voraus, wenn sich abzeichnet, dass sich es wettermässig lohnt. Bei schlechtem Wetter hat ein Skipass für mich den Wert von null. Praktisch alle dynamischen Preismodelle bestrafen das mit einem Preisaufschlag. Deswegen boykottiere ich Skigebiete, die von mir einen übermässig hohen Preis kassieren wollen. Zum Glück gibt es noch genügend Ausweich-Möglichkeiten. Notfalls gehe ich auch nach FR/IT/AT, wenn sich dieser Trend flächendeckend in der Schweiz durchsetzen sollte. Ich hoffe aber darauf, dass die Skigebiete in der nächsten Saison die Rechnung präsentiert bekommen von den Leuten, die 80-100CHF an der Tageskasse schlucken mussten und im nächsten Jahr nicht wieder kommen. Womit ich übrigens kein Problem habe, ist saisonales Pricing. Das ist nachvollziehbar für mich.

Hier widersprichst du dir in meinen Augen ein klein wenig. Du sagst, dass der Skipass an Schlechtwettertagen keinen Wert für dich hat (nachvollziehbar). Genau an diesen Tagen sinken die Preise entsprechend. Jeder kann sich überlegen ob der gesenkte Preis den Erwartungen entspricht oder nicht. Für die Schönwettertage steigt der Preis entsprechend, da hier auch ein vermehrter Andrang (Mehrwert) zu erwarten ist.
Im Kopf findet das Dynamic-Pricing also irgendwie auch bei dir statt. Nur den Mehrbetrag zu zahlen siehst du dann nicht ein (jeder hat die freie Wahl). Einig sind wir uns sicher, dass die Preise eher nicht gleichermaßen stark sinken wie sie steigen...aber das steht ja dann wieder auf einem anderen Blatt.
 
ski-chrigel schrieb:
Auch die Klewenalp führt sowas ähnliches wie dynamische Preise ein. Unter den kleineren Skigebieten vermutlich das erste:
https://www.luzernerzeitung.ch/zentralschweiz/nidwalden/garstiges-wetter-erschwert-den-saisonstart-auf-der-klewenalp-ld.1177623
Der Artikel ist doch völliger Käse und voller Fehler.
Die Klewenalp hat doch kein dynamisches Preissystem eingeführt, sondern allenfalls eine dynamische Rabattierung. Die ganzen Nachteile der maximalen Abschöpfung der Preisbereitschaft der Kunden mit höheren Preisen kommen doch hier gar nicht zum Tragen. Es gibt Rabatte auf den maximalen Preis, abhängig von verschiedenen Faktoren wie Wetter, Saisonzeit etc.
Der Kunde kann also von einer Rabattierung profitieren, zahlt aber nie mehr als vorher (max Preis SFR 51.-). Damit kommen die ganzen negativen Themen der dynamischen Preise aus anderen Gebieten (Laax, Andermatt etc.) nicht zum Tragen. Es profitiert der Kunde durch niedrigere Preise und das Skigebiet durch eine höhere Auslastung (und ggfs. höheren Umsatz). Der höhere Umsatz muss für das Skigebiet aber nicht zwingend zusammen kommen, so dass das Risiko beim Skigebiet liegt und nicht der Kunde durch höhere Preise abgezockt wird. Dieses Model ist meiner Ansicht nach mehr als fair.
Die Aussage in dem Artikel, dass Saas Fee dynamische Preise hatte stimmt doch auch nicht, oder habe ich da etwas verpasst. Saas Fee hatte fixe Preise mit unterschiedlicher (hoher) Rabattierung aber keine dynamischen Preise.
 
Wenn das Käse ist, was die NLZ schreibt, dann schreibst Du ebenfalls Käse. Weil Laax macht genau dasselbe wie die Klewenalp. Die Preise an der Kasse sind in den letzten Jahren stetig etwas erhöht worden, aber immer fix. Diese Saison bei CHF 89.-. Online (App) bekommst Du immer mindestens 5.- Rabatt, bei Schlechtwetter oder weit im Voraus deutlich mehr. Selbstverständlich sind das auch dynamische Preise. Einfach nach oben fairerweise gedeckelt. Definitionsfrage.
 
Mt. Cervino schrieb:
Die Aussage in dem Artikel, dass Saas Fee dynamische Preise hatte stimmt doch auch nicht, oder habe ich da etwas verpasst. Saas Fee hatte fixe Preise mit unterschiedlicher (hoher) Rabattierung aber keine dynamischen Preise.
Das führt jetzt wohl zu einer Diskussion, was überhaupt dynamische Preise sind. Also ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass Saas-Fee jemals dynamische Preise wie Zermatt oder Laax hatte. Sicher, die WinterCard war unterschiedlich teuer, eine Rabattierung gabs bei der Anzahl der Jahre und auch der Magic Pass wird, je nachdem wie spät man ihn kauft, teurer. Tages- und Mehrtageskarten sind aber weiterhin fix beim Preis.
 
Roymarcoi schrieb:
Hier widersprichst du dir in meinen Augen ein klein wenig. Du sagst, dass der Skipass an Schlechtwettertagen keinen Wert für dich hat (nachvollziehbar). Genau an diesen Tagen sinken die Preise entsprechend. Jeder kann sich überlegen ob der gesenkte Preis den Erwartungen entspricht oder nicht. Für die Schönwettertage steigt der Preis entsprechend, da hier auch ein vermehrter Andrang (Mehrwert) zu erwarten ist.
Im Kopf findet das Dynamic-Pricing also irgendwie auch bei dir statt. Nur den Mehrbetrag zu zahlen siehst du dann nicht ein (jeder hat die freie Wahl). Einig sind wir uns sicher, dass die Preise eher nicht gleichermaßen stark sinken wie sie steigen...aber das steht ja dann wieder auf einem anderen Blatt.

Bisher habe ich z.B. in Gstaad 65 CHF gezahlt. Warum soll ich jetzt auf einmal für das gleiche Produkt 74 CHF zahlen ? Ich war bisher bereit, 65 CHF zu zahlen, von daher macht es auch keinen Sinn, mir einen Rabatt einzuräumen. Andersherum überschreitet 74 CHF meine Schmerzgrenze, bei der ich mir lieber etwas anderes suche, z.B. Portes du Soleil für 64 CHF.

Und es ist ja bereits absehbar, dass der Spielraum nach unten sehr gering ist oder gar nur nach oben geht wie in Zermatt. Alles andere macht ja ökonomisch keinen Sinn. Den Frühbuchern, die eine Woche kommen, ist das Wetter egal, aber auch die hätten den bisherigen Preis gezahlt. Am Ende geht das nach hinten los. Die Tagesgäste werden ausbleiben und bei den Frühbuchern wird weniger geholt.
 
Wie gesagt: wir werden sehen, wieviele Leute nächstes Jahr nicht mehr kommen, die dieses Mal einen Hunderter auf den Tisch legen mussten an der Tageskasse. Die Zahlen sind noch gar nicht bekannt und für die vergangene Saison wurde nicht nachgewiesen, dass gestiegene Erträge wirklich auf das Pricing anstatt auf besseres Wetter zurückzuführen waren.

Ich sehe für mich keine der Metriken des dynamischen Pricings als Vorteil. Frühbuchen bringt mir nichts, da ich das Wetter nicht kenne. Wenn das Wetter bekannt und schlecht ist, dann lockt mich das auch bei einem günstigerem Preis nicht. Unter der Woche günstigere Preise bringen mir auch nichts, da ich arbeiten muss. Für Tagestouristen ist das in Summe immer negativ.
 
Klar weiss man es. An einigen Orten gibt es das schon seit Jahren und die Leute sind, wie man über die Weihnachtstage gesehen hat, bereit, die Preise zu zahlen. Sie kamen in Scharen. Natürlich war das Wetter gut, aber sie wussten um die Preise.
Und doch, vielerorts wurden Rekordzahlen über die Festtage gemeldet.
 
Weder der letzte Winter (mit riesigen Schneemengen) noch der aktuelle Winter (wochenlang sonniges Wetter) sind repräsentativ und durchschnittlich und somit auch nicht vergleichbar hinsichtlich der Gästezahlen/Nachfrage in früheren Wintern.
Diesen Einfluss aber rauszurechnen ist schwierig. In Andermatt kommt hinzu, dass man da praktisch ein ganz neu gebautes viel größeres und attraktiveres Skigebiet als früher hat. Auch das verzerrt eine Analyse der Gästezahlen sehr und lässt keine wirklichen Erkenntnisse gewinnen, die auf einen isolierte Betrachtung des Erfolgs/Misserfolgs der dort eingeführten dynamischen Preise schließen lassen.
Ein weiterer Faktor verzerrt die Auswertung des Erfolgs der dynamischen Preise zusätzlich: Seit einigen Jahren schon gibt es eine große Steigerung der Nachfrage nach große Skigebieten, die kleinen werden immer weniger nachgefragt.
Dynamische Preise gibt es aber vor allem in großen Gebieten.
Für eine umfassende und kausale Analyse über den Erfolg der dynamischen Preise wird man also noch etwas warten müssen, und auch mit 10 Jahren Historie wird es schwierig sein diesen einen Faktor der Nachfrage (dynamische Preise) isoliert zu bewerten.
 
Ja, sehe ich auch so, der Effekt ist schwierig nachzuweisen. Für Tagesgäste ist die jetzige Form aber klar abschreckend, weil alle Pricing-Faktoren gegen Tagesgäste spielen. Leute sind preissensitiv, auch in der Schweiz. Und Skigebiete sind nicht so einzigartig, dass man keine Ausweichmöglichkeiten hätte.

Andermatt hat z.B. mit dem Halbtax-Preismodell einen deutlich attraktiveren Ansatz, der auch Tagesgäste belohnt, wenn sie öfters kommen.
 
Auf die Logik muss man erstmal kommen:
5-Tagespässe sind teurer als 4+1, weil die Nachfrage nach 5TP größer ist als die für 4TP und wohl weit im Voraus gebuchte 1TP. :rolleyes:
 
Den Gästen empfehle man, die Preise zu vergleichen. Sprich: Wer den günstigsten Preis will, muss selber rechnen und sollte nicht von Anfang an die einfachste Variante wählen.

Also, das finde ich schon ein etwas dreistes Statement. Würde ja bedeuten, dass ich bei einem Urlaub mit 6 Übernachtungen, wo ich weder am Anreise- und Abreisetag Ski fahren möchte, folgende Angebote miteinander vergleichen müsste:
- Snowdeal 5 Tage
- Sleep & Ski 6 Tage (muss der Zahl der Nächte entsprechen, wenn man nichts mit seinem Hotel extra "dreht", d.h. eine Nacht getrennt bucht)
- Snowdeal 1+4 Tage
- Snowdeal 4+1 Tage
- Snowdeal 3+2 Tage
- Snowdeal 2+3 Tage
- Snowdeal 3+1+1 Tage
- Snowdeal 1+3+1 Tage
- Snowdeal 3+1+1 Tage
- Snowdeal 2+1+1+1 Tage
- Snowdeal 1+2+1+1 Tage
- Snowdeal 1+1+2+1 Tage
- Snowdeal 1+1+1+2 Tage
- Snowdeal 1+1+1+1+1 Tage

Bis lang habe ich nur die ersten beiden Optionen miteinander verglichen. Ich glaube auch nicht, dass ich mir das andere antun werde ;)
 
ski-chrigel schrieb:
Aber hallo? Das sind ja nur 14 Optionen. Von einem Feriengast kann man ja schon noch erwarten, dass er diese Arbeit macht. Die Destination macht ja schliesslich auch alles für Dich. :irre:

Immerhin ist die Buchungsmaske so userorientiert, dass du gleich den Preis für mehrere Starttage bei gegebener Gültigkeitsdauer angezeigt bekommst. Somit benötigen die Varianten 1+1+3, 1+3+1 und 3+1+1 nur zwei Suchabfragen.

Bild im Anhang: Screenshot aus dem Buchungsprozess auf engadin.ch, Suchanfrage für einen 3-Tagespass
 

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