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E Technik Siemens 4er KSB Girak

Ich grabe das etwas ältere Topic nochmal aus...

Ich bin gerade etwas verwundert darüber, dass die 95F nicht ganz spiegelbildlich aufgebaut ist. Ist das eine besondere Form davon?

Normalerweise sollten beide doch das gleiche Programm im Eprom haben und sich gegenseitig überwachen? Oder kann man auch leicht unterschiedliche Programme in den CPUs laufen lassen?

@Markus: Weißt du was über die 95F läuft und was über die S7? Ist die S7 auch Failsafe, die Cpus sehen nach normalen nicht fehlersicheren aus (Außer der Klemmkraftprüfung)?
 
Hat Markus nicht eine vollredundante Steuerung?

Klemmkraftprüfung ist m.E. nicht formal sicherheitsorientiert, da die Kraftmessung (z.B. Lastmessdose auf DMS-Basis oder Balkendeformationsmessung mit induktivem Analogwegsensor mit hoher Bandbreite) zwar redundant ist, jedoch also solche nicht sicherheitsorientiert.

Interessant ist, dass man S5-95F, S7-300 und S7-400 zusammen hat. Etwas erstaunt, dass nicht zwei S7-400 Netzteile eingebaut wurden, da ja zwei 414 CPU vorhanden sind.
Siemens Simatic S95-F Gerätehandbuch von 1997 (mit Google gesucht, sonst bei Siemens downloadbar, mag die 810 Seiten nicht durchblättern):
http://www.steuerung-automation.de/pdf/S5_95F.pdf
Weiss nicht mehr ob 1:1 erforderlich ist, oder nicht sicherheitsorientierte I/Os abweichen können. Interessant, ist dass bereits LWL Verbindung vorhanden war (bei SERCOS zwar ebenfalls).

Die S7-400 ist genial, nur leider etwas in die Jahre gekommen, war auch sehr (sehr!) teuer, mochte sie jedoch viel lieber als die S7-300, für grössere Anlagen auch viel praktischer. S7-400F was unerschwinglich und es hat leider nie direkt steckbare S7-400 Failsafe I/Os gegeben.
Leider sind SPS mit grossen Modulen (ca. DIN A4) oder Doppel-Europakarten (wie damals die BOSCH CL400, Philips P8, oder eben die VME Systeme) dann durch kompatkere ersetzt worden. Die Allen-Bradley PLC 5 sowie die Telemecanique TSX87 waren etwas klobig, jedoch zuverlässig. AEG/Gould/Modicon und GE/Fanuc, sowie Mitsubishi kenn ich zuwenig. Die S&S SESTEP starb irgendwann mal und die Omron meide ich wie die Pest.
Simatic S5-95, 115, 135, 155 waren sehr zuverlässig. Die aktuellen S7-1200 und S7-1500 sind relativ preisgünstig (ausser die Memory Cards!), auch die F Versionen sind erstaunlich preisgünstig (da keine 2-kanalige CPU Architektur).
 
Das Problem mit den "großen" SPSen wie S7-400 und S5 115 ist oft auch der Schaltschrank, da brauch man ja immer einen tiefen Schrank mit 30cm tiefe mindestens. Die Standard Schränke sind oft nicht so tief.

Ist die 95F redundant? Dachte immer die sind über das LWL Kabel verbunden um sich gegenseitig zu überwachen?

Habe bei der Klemmkraftprüfung fälschlicher weise angenommen sie wäre Failsafe wegem dem F im CPU Namen.

Edit: Die Sinec L1 zu Profibus DP CP541 Anschaltung ist nur einmal vorhanden, daher würde ich redundanz ausschließen?!
 
Hast recht, die S5-95F war damals als Doppel-System, im Gegensatz zu den S7, die mit einkanaliger CPU auskommen und Sicherheit durch zeitlich versetztes Ausführen von diversitär kompilierten Programme erreichen sollen.
Im Vergleich was damals die Pilz PSS 3000/3100 mit 3 diversitären CPUs: Motorola, Intel und Siemens.

Über die Unterschiede und weshalb Siemens mit 1-kanaliger CPU die Zulassung bis SIL 3/ PL e/Cat. 4 erreichen kann man lange diskutieren. Für extreme Anwendungen würde ich nicht einmal alleinig programmierbare Steuerungen einsetzen (Beispiel: https://www.youtube.com/watch?v=aA4_BjmHzAM), egal was die Normen vorschreiben.

Sowiel ich weiss hat die S7-314 IFM CPU bestimmte integrierte I/Os, ist jedoch keine "F" (Failsafe) CPU.

Die Klemmkraftprüfung wird oft mit Sicherheits-SPS ausgewertet, muss es jedoch nicht zwingend. Die EN sind IIRC recht kulant bzgl. Einstufung der Sicherheitsanforderungen für die Steuerungen, da wäre ich weitaus strenger und AFAIK werden Steuerungen wesentlich sicherer erstellt (insbes. für Umlaufbahnen, muss jedoch nochmals die Tabellen finden).
 
Bin jetzt nicht der Steuerung nicht der Spezialist, es ist aber damals verlangt worden dass sie failsafe und redundant aufgebaut sein muss. Deshalb sind auch alle Bauteile doppelt verbaut. Klemmkraftprüfung sowieso weil wir zwei Messdosen haben und für jede messdose eine 300 verbaut ist die sich gegenseitig überwachen.
Ich kann euch mal ein paar Seiten des Benutzerhandbuchs zur Verfügung stellen.
Die Steuerung an sich ist auf alle Fälle fast einmalig weil sich 2004 die Behörden wegen der kommenden CEN nicht sicher waren wie das in Zukunft aufgebaut werden soll und somit wurde die kombinierte Steuerung verbaut. Gibts nur noch ein weiteres Mal auf der Zugspitze.
Die S7 läuft seit 2004 absolut Tadellos.
Das weitere besondere ist noch die Brand Schaltung. Im Falle eines Feuers kann ich mit dem Brand Schlüssel alles Niederbrücken und die Bahn mit 5,5 m/s noch leerfahren. Das ist wiederum ein Auswuchs von Kaprun....
Wird es auch sehr selten geben.
 
Die Anleitung würde mich schon interessieren :)

Lagorce ich glaube nur Teile der S5 95F sind Failsafe oder, die S7 dürfte es nicht sein? Wobei theoretisch an der S5 der rechte fehlersichere Digital Input nicht failsafe sein sollte, da nicht spiegelbildlich aufgebaut.

Markus war das mit den fehlersicheren SPS bei CEN neu? Girak KSBs aus den 80ern haben oft ja nur normale S5 der U Serie für Zonenüberwachung usw. oder?
 
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