Also nun muss ich als so ein "Bürofuzi" (ok, andere Branche) der auch noch die, so heisst es im Forum ja immer wieder, "Mutter aller Sünden" getan hat und BWL studiert hat, auch mal dazu äussern.
@GuyD: langsam gehen mir die Anti-Poma Äusserungen genauso aufn Sack wie die Anti-DM und Anti-Leitner Äusserungen. Wenn Poma so Schrott wäre würde es keiner kaufen - bestes Beispiel ist da Lada, kauft auch keiner obwohl es billig ist.
Ihr redet immer darüber, dass nur auf das billigste geschaut wird. Stimmt! Macht jeder so! Wir alle! Oder wer tankt momentan noch in Deutschland wenn er in 10km in Österreich ist? Und Skigebietsbetreiber denken genauso. Nur ist es bei denen etwas komplizierter als bei dem einfachen Tankstellenfindenproblem.
Zuerst sollte man den Begriff "billigster Preis" erst mal definieren. Billig ist nämlich nicht gleich billig. Nur die Baukosten zu betrachten ist ja total falsch. Man muss die gesamten Kosten übers Leben der Bahn betrachten (Neudeutsch: Total Cost of Ownership - TCO). Dafür muss man sich erst mal überlegen wie lange die Bahn benötigt wird - meist 20 Jahre. Denn nach maximal 20 bis 30 Jahren laufen erstens meist die Konzessionen aus und dann müsste die Bahn extrem teuer instandgesetzt werden und zweitens sind die Unterhaltskosten nach so langer Zeit meist enorm und der technische Fortschritt ist auch nicht aufzuhalten.
Nun wissen wir also wie hoch die reinen Herstellkosten sind (minus der Preisnachlässe die Hersteller teilweise geben) und wir wissen wie lange wir die Bahn nutzen können. Nun muss man herausfinden, wie hoch die jährlichen Wartungs- und Betriebskosten sind (Verzinsung nicht vergessen!). Ausserdem muss man steuerliche Aspekte einrechnen (z.B. Abschreibungen) und die Zinskosten bei etwaigen Krediten (die dann wieder steuerliche Auswirkungen haben). Die Zuverlässigkeit vergleichbarer Anlagen ergeben ein Bild der nötigen Reparaturkosten.
Nun hat man die Kosten des Neubaus über 20 Jahre. Dieser Wert ist für die Entscheidungsfindung schon mal sehr wichtig - wenn auch nicht unbedingt ausschlaggebend.
Denn nach diesen "Hard facts" (also Dinge die man genau in Euro bzw. Franken angeben kann) gibts auch "Soft Facts", die man monetär nur schwer bemessen kann. Dazu zählen z.B. Kosten für den Herstellerwechsel (Gebiet hat bisher nur DM Anlagen, eine Leitner Bahn ist doch ein gewisser Unterschied), die Sicherheit des Fortbestehens der Firma (Ersatzteile!!), die Nähe eines Servicecenters (deshalb ist Leitner nun auch in Zirl), usw.
Das alles wird nun bewertet. Hierzu kann man endlos lange Listen machen und jeden Punkt einzeln gewichten. Aber jedes Gebiet wird eine, wenn auch nur marginal, andere Gewichtung haben als andere Gebiete.
Am Ende kommt dann eine Entscheidung raus. Und die muss nicht immer nur das "billigste" Angebot sein - das Gesamtkonzept muss einfach stimmen.
So, das musste nun mal sein. Bitte berücksichtigt, dass ich manche Punkte nur kurz angerissen habe - da steckt noch viel mehr dahinter! Ausserdem bin ich nicht in der Seilbahnbranche tätig - habe aber schon ein paar Auswahlverfahren in einer anderen Branche mitgemacht.