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Entwicklungspotential EUB

stephezapo schrieb:
Bevor wir jetzt in eine Boulevard-Diskussion abdriften, möchte ich das abfangen.
Die leidige Diskussion "aber wir tragen nur 0.x% bei" führt zu gar nichts. JEDER muss seinen Beitrag leisten, sonst können wir es gleich alle bleiben lassen.

Grundsätzlich hast du natürlich Recht, aber in diesem Fall sehe ich das anders. Eine Optmiererei im Prozenzbereich beim Stromverbrauch macht das Skifahren auch nicht umweltfreundlicher. 3/4 der Co2 Emissionen eines durchschnittlichen Skiurlaubs entstehen durch An- und Abreise, da muss ich nicht am Stromverbrauch der Lifte rumschrauben um was zu erreichen. An die Pistenraupen muss man ran und vor allem an die Gästemobilität, aber vor allem letzteres will niemand wirklich angehen. Da gibt es nur ein paar Alibiprojekte aber es n Wahrheit wird weiter voll auf das Auto gesetzt.
 
Klar, es gibt sicher immer bessere Möglichkeiten, um anzufangen. Aber mit "Der verursacht doch mehr Co2-Emissionen als ich" kommen wir auch nicht weiter. Als Gast kann ich mich bemühen, die Emissionen für die Anreise möglichst gering zu halten. Auf die Emissionen des Skigebiets habe ich als Gast gar keinen Einfluss. Aber immer zu sagen, wer mehr verbraucht als ich, und selber nichts zu ändern, halte ich für den falschen Weg. Und wenn die eigene Änderung "nur" der Treibstoff des Autos ist...
Bei Skigebieten fände ich beispielsweise einen Einbau von Solarzellen in Stationsdächern wie am Golm halte ich beispielsweise für sinnvoll. Dafür wird keine Landschaft verbaut, und man leistet zumindest einen kleinen Beitrag fürs Klima. Und gerade für Skigebiete ist es m.E. von großem Interesse, den Klimawandel zu stoppen.

Für Skigebiete kann ich mir vorstellen, dass es bald 14er-EUBs nur mit Sitzplätzen gibt. Denn die 20-EUB von Doppelmayr soll ja 14 Sitzplätze haben. Vielleicht wird auch noch die Seilgeschwindigkeit erhöht, wobei man dann noch längere Stationen bräuchte, und die Seilgeschwindigkeit ja, da sie über der Stationsgeschwindigkeit liegt, sowieso keinen Einfluss mehr auf die Förderleistung hat.
Ansonsten ich kann mir ein Comeback des Double Embarqements v.A. für Städte vorstellen.
 
Nocki schrieb:
[…]
Für Skigebiete kann ich mir vorstellen, dass es bald 14er-EUBs nur mit Sitzplätzen gibt. Denn die 20-EUB von Doppelmayr soll ja 14 Sitzplätze haben. Vielleicht wird auch noch die Seilgeschwindigkeit erhöht, wobei man dann noch längere Stationen bräuchte, und die Seilgeschwindigkeit ja, da sie über der Stationsgeschwindigkeit liegt, sowieso keinen Einfluss mehr auf die Förderleistung hat.
Ansonsten ich kann mir ein Comeback des Double Embarqements v.A. für Städte vorstellen.
Bilde mir irgend wie ein, dass die nur 12 Sitzplätze hat. Laut DM ist die 20 MGD aber nur für den urbanen Bereich gedacht.
 
Tri_Line schrieb:
Nocki schrieb:
[…]
Für Skigebiete kann ich mir vorstellen, dass es bald 14er-EUBs nur mit Sitzplätzen gibt. Denn die 20-EUB von Doppelmayr soll ja 14 Sitzplätze haben. Vielleicht wird auch noch die Seilgeschwindigkeit erhöht, wobei man dann noch längere Stationen bräuchte, und die Seilgeschwindigkeit ja, da sie über der Stationsgeschwindigkeit liegt, sowieso keinen Einfluss mehr auf die Förderleistung hat.
Ansonsten ich kann mir ein Comeback des Double Embarqements v.A. für Städte vorstellen.
Bilde mir irgend wie ein, dass die nur 12 Sitzplätze hat. Laut DM ist die 20 MGD aber nur für den urbanen Bereich gedacht.
Da hast Du glaube ich recht, es müssten 12 Sitzplätze sein. Soweit ich weiß ist die Bahn aufgrund des nicht so großen Komforts der Stehplätze für den urbanen Bereich gedacht. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass man mal eine 12-MGD in ein Skigebiet baut. Am Ende glaube ich nicht, dass Doppelmayr einen Auftrag ablehnt, nur weil er in den Bergen ist...
Das größte Problem scheinen ja die Spannfelder zu sein, wenn man sich Seite 9 des Up-Magazins durchliest. Wenn ich mir aber die 16-EUB in La Clusaz angucke, bin ich der Meinung, dass die größeren Kabinen in geringerer Anzahl für die gleiche Kapazität auch längere Spannfelder ermöglichen können. Wenn man aber natürlich die gleiche Anzahl an Kabinen an das Seil hängt, jede Kabine aber doppelt so viele Persoben fassen kann, ist es m.E. klar, dass die Spannfelder kürzer werden, was m.E. auch ein Grund für den rein urbanen Einsatzbereich.
 
Nocki schrieb:
Tri_Line schrieb:
Nocki schrieb:
[…]
Für Skigebiete kann ich mir vorstellen, dass es bald 14er-EUBs nur mit Sitzplätzen gibt. Denn die 20-EUB von Doppelmayr soll ja 14 Sitzplätze haben. Vielleicht wird auch noch die Seilgeschwindigkeit erhöht, wobei man dann noch längere Stationen bräuchte, und die Seilgeschwindigkeit ja, da sie über der Stationsgeschwindigkeit liegt, sowieso keinen Einfluss mehr auf die Förderleistung hat.
Ansonsten ich kann mir ein Comeback des Double Embarqements v.A. für Städte vorstellen.
Bilde mir irgend wie ein, dass die nur 12 Sitzplätze hat. Laut DM ist die 20 MGD aber nur für den urbanen Bereich gedacht.
Da hast Du glaube ich recht, es müssten 12 Sitzplätze sein. Soweit ich weiß ist die Bahn aufgrund des nicht so großen Komforts der Stehplätze für den urbanen Bereich gedacht. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass man mal eine 12-MGD in ein Skigebiet baut. Am Ende glaube ich nicht, dass Doppelmayr einen Auftrag ablehnt, nur weil er in den Bergen ist...
Das größte Problem scheinen ja die Spannfelder zu sein, wenn man sich Seite 9 des Up-Magazins durchliest. Wenn ich mir aber die 16-EUB in La Clusaz angucke, bin ich der Meinung, dass die größeren Kabinen in geringerer Anzahl für die gleiche Kapazität auch längere Spannfelder ermöglichen können. Wenn man aber natürlich die gleiche Anzahl an Kabinen an das Seil hängt, jede Kabine aber doppelt so viele Persoben fassen kann, ist es m.E. klar, dass die Spannfelder kürzer werden, was m.E. auch ein Grund für den rein urbanen Einsatzbereich.
Also in der TRI-Line Broschüre auf Seite 23( https://www.yumpu.com/de/document/read/67894261/tri-line-de ) ist ein System Vergleich, in dem steht, das die 20 MGD nur für kurze Spannfeder und geringe Höhenunterschiede geeignet ist. Aber wenn ein Skigebiet so eine große Kapazität benötigt, dann ist dieses mit Sicherheit auch in der Lage, gleich eine TRI-Line zu bauen.
 
Das stimmt- Auf exakt diese Seite habe ich mich auch bezogen. Ich glaube aber dennoch, dass es 1. in Zukunft auch 12-MGDs nur mit Sitzplätzen geben wird und diese 2. auch in Skigebieten eingesetzt wird, falls die aktuellen 10-MGDs überfordert sind, oder man den Gästen mehr Platz bieten will (In einer komplett vollen Kabine zu sitzen ist ja auch nicht so schön...) ;)
 
Ich vermute, dass diese angaben darauf beruhen, dass wenn jede Kabine voll besetzt ist und die mit Bahn maximal vielen Kabinen bestückt ist, entweder der Standard und/oder das Seil zu schwach sind.
 
Tri_Line schrieb:
(...)
Also in der TRI-Line Broschüre auf Seite 23( https://www.yumpu.com/de/document/read/67894261/tri-line-de ) ist ein System Vergleich, in dem steht, das die 20 MGD nur für kurze Spannfeder und geringe Höhenunterschiede geeignet ist. Aber wenn ein Skigebiet so eine große Kapazität benötigt, dann ist dieses mit Sicherheit auch in der Lage, gleich eine TRI-Line zu bauen.


Den Schwachpunkt, den ich sehe, ist im urbanen Bereich die niedrige Geschwindigkeit.
Ich denke, es wäre schon wichtig, dass man die Tri Line mindestens auf 8,5 m/s Geschwindigkeit weiter entwickelt.

Es gibt im urbanen Bereich genügend Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, die ungefähr 5 km lang sind, wo es sich aber nicht lohnt, ein klassisches Schienenverkehrsmittel zu implementieren.

Beispielsweise plant man eine NBS Hamburg - Hannover entlang der A7 und plant dabei einen Regionalbahnhof Soltau zu errichten. Ich gehe davon aus, dass der Bund gegen den Widerstand von irgendwelchen unfähigen Bürgerinitiativen und Politikern diese NBS durchdrücken wird, denn die Fakten sprechen eine klare Sprache, dass diese NBS kommen muss.
Eine Tri Line wäre ideal, um den künftigen Regionalbahnhof Soltau direkt mit dem Heidepark Soltau zu verbinden.
Zugleich mit dem Bau der NBS Hamburg - Hannover und dem Regionalbahnhof Soltau sollte diese Seilbahn unbedingt mit errichtet werden.
Dann kann man die Zahl der Parkplätze vor dem Heide Park drastisch reduzieren und die Parkgebühr auf den verbleibenden Parkplätzen deutlich erhöhen, um einen Anreiz zu bieten mit dem ÖPNV anzureisen.

Eine mit 8,5 m/s fahrende Tri Line wäre hier absolut Gold wert.

Ob man die EUB auf eine Geschwindigkeit von 8,5 m/s weiterentwickeln wird, wird man sehen.
 
ThomasK schrieb:
Tri_Line schrieb:
(...)
Also in der TRI-Line Broschüre auf Seite 23( https://www.yumpu.com/de/document/read/67894261/tri-line-de ) ist ein System Vergleich, in dem steht, das die 20 MGD nur für kurze Spannfeder und geringe Höhenunterschiede geeignet ist. Aber wenn ein Skigebiet so eine große Kapazität benötigt, dann ist dieses mit Sicherheit auch in der Lage, gleich eine TRI-Line zu bauen.


Den Schwachpunkt, den ich sehe, ist im urbanen Bereich die niedrige Geschwindigkeit.
Ich denke, es wäre schon wichtig, dass man die Tri Line mindestens auf 8,5 m/s Geschwindigkeit weiter entwickelt.

Es gibt im urbanen Bereich genügend Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, die ungefähr 5 km lang sind, wo es sich aber nicht lohnt, ein klassisches Schienenverkehrsmittel zu implementieren.

Beispielsweise plant man eine NBS Hamburg - Hannover entlang der A7 und plant dabei einen Regionalbahnhof Soltau zu errichten. Ich gehe davon aus, dass der Bund gegen den Widerstand von irgendwelchen unfähigen Bürgerinitiativen und Politikern diese NBS durchdrücken wird, denn die Fakten sprechen eine klare Sprache, dass diese NBS kommen muss.
Eine Tri Line wäre ideal, um den künftigen Regionalbahnhof Soltau direkt mit dem Heidepark Soltau zu verbinden.
Zugleich mit dem Bau der NBS Hamburg - Hannover und dem Regionalbahnhof Soltau sollte diese Seilbahn unbedingt mit errichtet werden.
Dann kann man die Zahl der Parkplätze vor dem Heide Park drastisch reduzieren und die Parkgebühr auf den verbleibenden Parkplätzen deutlich erhöhen, um einen Anreiz zu bieten mit dem ÖPNV anzureisen.

Eine mit 8,5 m/s fahrende Tri Line wäre hier absolut Gold wert.

Ob man die EUB auf eine Geschwindigkeit von 8,5 m/s weiterentwickeln wird, wird man sehen.

Warum meinst du, dass die 7m/s eine Schwachstelle sind? Grundsätzlich reicht die Geschwindigkeit ja aus, um die 8000 P/h zu erreichen, die ja ohne hin schon eine nie zuvor dagewesene Förderleistung darstellen.
Möglich wäre es sicher, es ist nur die frage, ob und was es bringt.

Eine EUB mit 8,5 m/s wird es vermutlich kurz- und mittelfristig nicht geben, da die D-Line ja 7m/s schafft, die meisten EUBs aber nur mit 6 m/s oder 6,5m/s fahren.
 
Tri_Line schrieb:
Warum meinst du, dass die 7m/s eine Schwachstelle sind? Grundsätzlich reicht die Geschwindigkeit ja aus, um die 8000 P/h zu erreichen, die ja ohne hin schon eine nie zuvor dagewesene Förderleistung darstellen.
Möglich wäre es sicher, es ist nur die frage, ob und was es bringt.

Eine EUB mit 8,5 m/s wird es vermutlich kurz- und mittelfristig nicht geben, da die D-Line ja 7m/s schafft, die meisten EUBs aber nur mit 6 m/s oder 6,5m/s fahren.


Die EUB, Tri Line oder 3S-Bahn ist im klassischen urbanen Bereich ein Nischenverkehrsmittel.

Der Punkt ist folgender:

Bei der klassischen Straßenbahn sind die Investitionsaufwendungen über die Streckenlänge normalerweise gleichmäßig verteilt. Wenn man also eine zusätzliche Haltestelle einbaut, dann erhöht das den Investitionsaufwand nur unwesentlich.
Bei der EUB, Tri Line oder 3S-Bahn verhält es sich anders. Da ist die freie Strecke zwischen den Stationen sehr viel billiger als die freie Strecke einer Straßenbahn oder Stadtbahn. Dafür konzentrieren sich bei der EUB, Tri Line oder 3S-Bahn die Investitionsaufwendungen extrem auf die Stationen.

Wenn man eine Straßenbahn komplett neu errichtet, dann geht man in der Ebene ohne teure Kunstbauwerke etwa von Investitionsaufwendungen von ca. 20 - 25 Millionen € pro Streckenkilometer bei einer zweigleisigen Strecke aus.

Bei einer Seilbahn hängt es - im Gegensatz zur Straßenbahn - ganz entscheidend von der Anzahl der Haltestellen ab.

Die klassische Straßenbahn hat normalerweise einen Haltestellenabstand von ca. 500 m und die klassische U-Bahn von ca. 1000 m.

Eine Seilbahn mit einem Haltestellenabstand von 500 m ist im Normalfall bei weitem teurer als eine Straßenbahn. Hinzu kommt noch, dass jede Haltestelle die Seilbahn extrem in der Durchschnittsgeschwindigkeit benachteiligt.

Bei einer klassischen Straßenbahn verlängert sich die Beförderungszeit pro Haltestelle inklusive der Bremsverzögerung um ca. 20 - 25 Sekunden (Haltezeit ca. 15 Sekunden). Eine Seilbahn ist da völlig hilflos; für eine Stationsdurchfahrt rechnet man bei einer Seilbahn mit 90 Sekunden (EUB) bzw. 120 Sekunden (3S-Bahn).

Jede Haltestelle ist also für die Seilbahn gegenüber der Straßenbahn doppeltes Gift: Einmal im Hinblick auf den Investitionsaufwand und zum anderen im Hinblick auf die Reisezeit.

Demzufolge muss sich die Seilbahn im Konkurrenzkampf gegen die Straßenbahn auf Punkt-zu-Punkt-Verbindungen konzentrieren mit einem großen Haltestellenabstand.

Im Normalfall liegt der Breakeven-Schnittpunkt zwischen der Straßenbahn und der Seilbahn etwa bei einem Haltestellenabstand von ca. 1500 m.

Allgemein kann man sagen, dass die Straßenbahn gegen die Seilbahn gewinnt, wenn lange Distanzen zu überwinden sind, es viele Zwischenhaltestellen gibt und wenig Hindernisse.
Die Seilbahn hingegen gewinnt gegen die Straßenbahn, wenn die Distanzen kürzer sind, nur wenige Punkte miteinander verbunden werden müssen und es Hindernisse gibt.

Weil aber die Seilbahn viel längere Haltezeiten hat und die Straßenbahn mit einer Höchstgeschwindigkeit von ca. 60 - 80 km/h (ca. 17 - 22 m/s) der Seilbahn geschwindigkeitstechnisch ebenfalls überlegen ist, sollte, um diese systembedingten Nachteil zumindest partiell auszugleichen, die Höchstgeschwindigkeit der Tri Line wenigstens bis auf 8,5 m/s angehoben werden, um den Nischenanwendungsbereich der Seilbahn im ÖPNV-Markt zu erhöhen.

Wichtig ist auch festzustellen, dass es im ÖPNV-Markt sehr viel Geld zu verdienen gibt: Weltweit beträgt der gesamte Umsatz im reinen Seilbahngeschäft ca. 2 Milliarden €, aber im ÖPNV-Sektor über 100 Milliarden €. Da tritt dann Doppelmayr nicht mehr im beschaulichen Seilbahnmarkt gegen Leitner und BMF an, sondern gegen Siemens & Co.

Dass in den Skigebieten die EUBs meistens nur mit 5 - 7 m/s fahren spielt keine Rolle, weil die Seilbahn im Skigebiet eine Monopolstellung hat. Dort gibt es normalerweise keine Konkurrenz durch die Straßenbahn. Im urbanen Bereich sieht das völlig anders aus. Da steht die Seilbahn in harter Konkurrenz mit den klassischen ÖPNV-Verkehrsmitteln, also im Wesentlichen Straßenbahn, Stadtbahn und Bus. Und im ÖPNV-Bereich geht es entscheidend um die Reisezeit. Da kann man - anders als auf der Skipiste - nicht einfach zur Schwachlastzeit die Anlage langsamer fahren lassen. Die Straßenbahn muss um 23 Uhr genauso schnell fahren wie um 16 Uhr. Da gibt es keine Ausnahme für die Seilbahn.

Ab morgen werden wir auf den Münchner Mobilitätskongress in den nächsten drei Tagen wieder ausführlich über das Thema urbane Seilbahnen diskutieren.

Die U-Bahn spielt in einer eigenen Liga, denn sie kostet pro Kilometer zweigleisiger Strecke ca. 200 Millionen € und ist dafür ausgelegt 30000 Personen pro Stunde und Richtung zu befördern. Auch von der Geschwindigkeit her ist die Seilbahn gegen die U-Bahn völlig chancenlos. Es geht also immer um das Duell Seilbahn vs. Straßenbahn nie um das Duell Seilbahn vs. U-Bahn.

Nur im absoluten Ausnahmefall wird einmal die Seilbahn als Alternative zur U-Bahn ins Gespräch gebracht. Dazu noch eine lustige Anekdote hier aus München.

In München beispielsweise gab es mal - nicht von uns(!) - den Vorschlag vom Laimer Platz über Pasing bis Freiham eine Seilbahn zu bauen, da die Seilbahn wesentlich billiger ist als die U-Bahn. Die Strecke Laimer Platz - Pasing - Freiham ist 8,5 km lang und beinhaltet 7 Stationen, was auf einen Stationsabstand von ca. 1,2 km hinausläuft. Wieder andere wollten nach Freiham eine Straßenbahn bauen. Es gab ein Gerangel in der Münchner Politik zwischen den Seilbahnbefürwortern, Straßenbahnbefürwortern und U-Bahn-Anhängern. Obwohl ich selbst sehr seilbahnaffin bin, gehörte ich in dem Fall jedoch zu den U-Bahn-Befürwortern. Ich hielt die Idee, eine Seilbahn auf der Strecke zu bauen, für völlig kirre. Zum Glück hat sich dann die U-Bahn-Fraktion gegen die Straßenbahnfraktion und die Seilbahnanhänger durchgesetzt.

Ja, eine 3S-Bahn vom Laimer Platz nach Freiham hätte nur 250 Millionen € gekostet und hätte in 2 Jahren gebaut werden können, aber wir haben keine Wahl auch wenn die U-Bahn mit 1,8 Milliarden € mehr als 7 Mal so teuer ist wie die 3S-Bahn und die Bauzeit 13 Jahre statt 2 Jahre beträgt. Auch wenn es heftige Kritik gab, da müssen wir durch. Dass der Bau einer Seilbahn gegenüber dem U-Bahnbau totaler Kindergartengeburtstag ist, ist unbestritten: https://www.youtube.com/watch?v=LqYT5QN1aRY

Die 3S-Bahn mit ihren 8,5 m/s wäre zudem völlig hilflos gegen die U-Bahn gewesen. Sie hätte für die Strecke (7 Sektionen) 29 Minuten gebraucht, aber die U-Bahn wird ab 2035 gerade einmal 10 Minuten brauchen.

Wichtig ist aber, dass die Tri Line irgendwann einmal 8,5 m/s fahren kann und auch die 3S-Bahn sollte meiner Meinung nach auf 10 m/s weiterentwickelt werden, auch wenn dadurch die Stationen länger werden.

Wir stehen im harten Wettbewerb gegen das Auto und der Autoverkehr muss dringend reduziert werden, weswegen wir alle Register ziehen müssen, um den ÖPNV attraktiv zu machen. Eine Erhöhung der Seilbahngeschwindigkeit ist ein Mosaikstein im Bemühen den ganzen ÖPNV zu attraktivieren. Je schneller die Seilbahn fahren kann, umso größer wird der Nischenmarkt sein, in dem die Seilbahn die Straßenbahn konkurrenzieren kann.
 
Jetzt hast Du mich mit der Stationszeit auf eine Idee gebracht: Man könnte doch quasi 2 Gleise bauen, eins zum Halten, eins für die Durchfahrt. In den Kabinen gäbe es entweder Knöpfe für den Bedarfshalt (wie bei Linienbussen), oder es gäbe eine "Expresslinie" für lange Strecken. Das Betriebskonzept hätte dann eine Ähnlichkeit zum Ropetaxi, nur halt mit Reifen- und Kettenförderern. Der Nachteil wäre der noch größere Investitionsaufwand, der Vorteil wäre die verringerte Fahrzeit. Ich glaube, dass wir noch Seilbahnen mit 10 m/s und mehr erleben werden. Zwischen 1960 und 2010 hat sich die Betriebsgeschwindigkeit von EUBs von 3 auf 6 m/s verdoppelt. Diese Entwicklung kann ich mir durchaus noch länger vorstellen. Allerdings nur dort, wo Platz für entsprechende Stationslängen ist. ;)
 
Warum soll man eine herkömmliche 3S auf 10 m/s ausrichten und die TRI-Line nur mit 8,5 m/s? Könnte man nicht theoretisch beide deutlich schneller fahren lassen?Zusätzlich zur höheren Geschwindigkeit könnte man mit Nockis Idee den Rückstand auf die Straßenbahn verkleinern/aufholen.
 
stephezapo schrieb:
Bevor wir jetzt in eine Boulevard-Diskussion abdriften, möchte ich das abfangen.

So kann man eine Diskussion, die in eine, einem selbst nicht genehme Richtung geht, natürlich direkt mal abwürgen.

stephezapo schrieb:
Spannend fände ich auch die Frage nach Fortschritten in der Materialtechnologie (leichtere FBM) bzw. großflächig eingesetzte, standardisierte PV auf Stationsdächern.

Bringt bei einer Seilbahn, die für den reinen Winterbetrieb ist, quasi nichts, da dann, wenn man den Strom braucht kaum etwas erzeugt wird. (Ich habe im Juni ca. 12x soviel erzeugt wie im Januar.)
 
ThomasZ schrieb:
stephezapo schrieb:
Spannend fände ich auch die Frage nach Fortschritten in der Materialtechnologie (leichtere FBM) bzw. großflächig eingesetzte, standardisierte PV auf Stationsdächern.

Bringt bei einer Seilbahn, die für den reinen Winterbetrieb ist, quasi nichts, da dann, wenn man den Strom braucht kaum etwas erzeugt wird. (Ich habe im Juni ca. 12x soviel erzeugt wie im Januar.)
Das stimmt nicht, PV-Anlagen in alpinen Gebieten sind im Winter sehr ertragreich. Das kann man nicht mit einer Anlage im Flachland vergleichen.
 
tafaas schrieb:
ThomasZ schrieb:
stephezapo schrieb:
Spannend fände ich auch die Frage nach Fortschritten in der Materialtechnologie (leichtere FBM) bzw. großflächig eingesetzte, standardisierte PV auf Stationsdächern.

Bringt bei einer Seilbahn, die für den reinen Winterbetrieb ist, quasi nichts, da dann, wenn man den Strom braucht kaum etwas erzeugt wird. (Ich habe im Juni ca. 12x soviel erzeugt wie im Januar.)
Das stimmt nicht, PV-Anlagen in alpinen Gebieten sind im Winter sehr ertragreich. Das kann man nicht mit einer Anlage im Flachland vergleichen.

Definiere "sehr ertragreich". Das sie mehr produzieren im Winter in alpinen Gebieten aufgrund anderer Einstrahlung, okay, aber die Sonnenscheindauer pro Tag bleibt deutlich geringer, somit kann nicht der Ertrag aus dem Sommer erreicht werden.
 
Zumindest dann, wenn die Seilbahn an sich viel Strom verbraucht (Schönwettertage) würde auch die PV recht viel Strom liefern.
 
Auf jeden fall kann es nicht die Lösung sein, da es ja sonst vermutlich schon Flächendeckend eingesetzt würde.
 
ThomasZ schrieb:
Definiere "sehr ertragreich". Das sie mehr produzieren im Winter in alpinen Gebieten aufgrund anderer Einstrahlung, okay, aber die Sonnenscheindauer pro Tag bleibt deutlich geringer, somit kann nicht der Ertrag aus dem Sommer erreicht werden.
Diese Feldstudie wurde hier schon mehrfach erwäht:

https://www.zhaw.ch/de/lsfm/institute-zentren/iunr/oekotechnologien-energiesysteme/erneuerbare-energien/solarenergie/alpenstrom-davos/

Kurzum: Eine optimierte PV-Anlage in den Alpen liefert im Winterhalbjahr ca. gleichviel Strom wie eine Standardanlage im Mittelland über das ganze Jahr.
 
stephezapo schrieb:
Spannend fände ich auch die Frage nach Fortschritten in der Materialtechnologie (leichtere FBM) bzw. großflächig eingesetzte, standardisierte PV auf Stationsdächern.

Was genau bringen leichtere FBM groß an Einsparpotenzial? Das dürfte doch verschwindend gering sein.
 
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