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Es wird auch in Tirol Windräder geben

icedtea schrieb:
leogang.rocks schrieb:
Ein Windrad auf den Berg zu transportieren, stelle ich mir gar nicht so einfach vor. ;D

https://www.heute.at/g/windrad-schwertransport-blockierte-s2-auffahrt-100023750?category=/community

Wie du schon selbst festgestellt hast, ist das eine Frage der Größe :wink: Solche Monstren wird es wahrscheinlich im Hochgebirge nicht geben.
Wenn in der Nähe eine Passstrasse oder ein Stausee ist, schon. Siehe die vier Windräder am Griesspass (nähe Nufenenpass), die vier am Gütsch (Andermatt) und die fünf (?) am Gotthardpass. Riesige Dinger.
 
Im Tirol hat es doch verschiedene grössere Stauseen, dort verschandelt man mit ein paar Windrädern die Landschaft auch nicht mehr grossartig. Zusätzlich sind die Stauseen quasi immer gut per Strasse erreichbar, der Bau ist also logistisch gut machbar.
Logisch wären Gipfel oder Grate oder Pässe rein windtechnisch besser, aber manchmal gewinnt auch die Machbar- und Einfachheit. Also erstmals im Kaunertal und beim Schleigeis- oder Zillergründl-Speicher je ein Dutzend Windräder aufstellen.
 
Wenn man sich mal zB die Bilder der Riesen-Windräder aus Laax (edit: oder war es Andermatt- jedenfalls Schweiz) anschaut, die dort im Hochgebirge stehen, läuft es einem doch eiskalt den Rücken runter. Der absolute Super-GAU für das Landschaftsbild. Dagegen sind die großen Strommasten am Arlbergpass ein Kindergeburtstag. Etwas anderes würde für kleinere Anlagen gelten, also sagen wir mal mit 10 oder 20 Meter Höhe, am besten noch mit optisch ansprechenden Fachwerkstützen und das ganze in Skigebietsnähe wo es sich halbwegs einfügt und es eben nicht kilometerweit sichtbar ist.

Den Vergleich zu Stauseen sehe ich nicht ganz - ja, auch das ist eine Beeinträchtigung aber a) sieht man es idR nur von den unmittelbar umliegenden Gipfeln, b) ist ein See als solches im alpinen Umfeld kein Fremdkörper per se, problematisch ist eher die Staumauer und c) wird es von manchen gar als positiv bzw. sogar Touristenattraktion wahrgenommen. Das ist bei einem Riesen-Windrad, wenn es oben am Berg steht und entsprechend von dutzenden oder hunderten von Gipfel aus sichtbar ist, komplett anders.
 
L&S schrieb:
sonst müßte ma einfach auf jede Liftstütze ein Windrad montieren

Ich denke grad, warum nicht umgekehrt? Einfach an jedes Windrad einen Satz Ausleger montieren und damit z.B. Skigebiete miteinander verbinden. :lol: Ein Drahtseil fällt dann im Landschaftsbild zwischen all den Windrädern kaum noch auf.
 
L&S schrieb:
...sonst müßte ma einfach auf jede Liftstütze ein Windrad montieren...
warum eigentlich nicht, wenn ich mich an die vielen zugigen Sessellifte erinnere, die ich vor vielen Jahren genutzt habe. Kleine vertikale Windräder sind wohl nicht so leistungsstark wie die klassischen horizontalen Rieseneumel, könnten in Summe (auf jeder Stütze eines) aber schon etwas bieten.
 
Gleitweggleiter schrieb:
Wenn man sich mal zB die Bilder der Riesen-Windräder aus Laax (edit: oder war es Andermatt- jedenfalls Schweiz) anschaut, die dort im Hochgebirge stehen, läuft es einem doch eiskalt den Rücken runter. Der absolute Super-GAU für das Landschaftsbild. Dagegen sind die großen Strommasten am Arlbergpass ein Kindergeburtstag. Etwas anderes würde für kleinere Anlagen gelten, also sagen wir mal mit 10 oder 20 Meter Höhe, am besten noch mit optisch ansprechenden Fachwerkstützen und das ganze in Skigebietsnähe wo es sich halbwegs einfügt und es eben nicht kilometerweit sichtbar ist.

Den Vergleich zu Stauseen sehe ich nicht ganz - ja, auch das ist eine Beeinträchtigung aber a) sieht man es idR nur von den unmittelbar umliegenden Gipfeln, b) ist ein See als solches im alpinen Umfeld kein Fremdkörper per se, problematisch ist eher die Staumauer und c) wird es von manchen gar als positiv bzw. sogar Touristenattraktion wahrgenommen. Das ist bei einem Riesen-Windrad, wenn es oben am Berg steht und entsprechend von dutzenden oder hunderten von Gipfel aus sichtbar ist, komplett anders.

Also so wie in diesem Video hier finde ich es durchaus noch akzeptabel.
Kommt halt immer auf die ganze Umgebung drauf an, wie störend sie sind. Vielleicht müssen wir uns auch noch ein Stück weit dran gewöhnen.
 
Hier in der unmittelbaren Nähe wird wohl in ein paar Jahren der größte Windpark BaWüs stehen, im bislang größten Waldgebiet Oberschwabens, klar die Waldburg wird man anders wahrnehmen danach aber hässlich? In meinen Augen nicht...
der Wald ist Nutzwald, schade darum?
der größte Schatz ist vermutlich das Wasservorkommen und das Trink Wasser, das wird vielleicht unterschätzt bezüglich der nicht mehr so gut vorhandenen Speicherkapazität
 
Ich weiß, schon ein älterer Artikel aus 2019 aber dennoch interessant über die Ertragsprobleme 2017 und 2018 im Windpark Gries am Nufenenpass:

https://www.1815.ch/news/newsletter/wb/windpark-artikel/

Der Windpark Gries steht mit seine Problemen nicht alleine da. Erst kürzlich hat das Bundesamt für Energie den Wind­atlas 2019 publiziert. Dieser zeigt: Im Mittel sind die Windgeschwindigkeiten teils markant tiefer als früher angenommen.

Auch 2020 sah es nicht besser aus:

https://www.1815.ch/news/wallis/aktuell/prestigeprojekt-als-sorgenkind-146579/

2018 lag die Auslastung mit rund 5,25 geleisteten GWh bei gerade mal 6,4 Prozent, ein Jahr zuvor wurden 7,8 GWh produziert. Im Juni 2019 sagte Martin Senn, Initiant und Verwaltungsratspräsident der Gries Wind AG, dass die Perspektiven für den Windpark problematisch seien, könne man die Produktion künftig nicht steigern.

Das harsche Klima, die Topografie und die eingeschränkte ­Zugänglichkeit im Winter stellen besondere Herausforderungen an die Windenergieanlagen. Betreffend die Produktion ist die Frage deshalb, ob es gelingt, die Herausforderungen so zu meistern, dass ein ausreichender Ertrag erreicht wird», so Suisse Eole. Derzeit muss diese Frage mit Nein ­beantwortet werden.

Meine Meinung, bevor man (hoch)alpine Landschaften unwiederbringlich verspargelt sollte man sich im Klaren sein ob die gewählten Standorte überhaupt geeignet sind bzw. sich das Unterfangen überhaupt lohnt. Gries ist wohl ein Beispiel für überhastetes und schöngerechnetes Vorgehen, in Andermatt hingegen macht sich der Windpark wohl gut bezahlt.

https://www.luzernerzeitung.ch/zent...windkraftwerk-guetsch-ld.2166163?reduced=true

Evtl. sollte man auch überlegen vorhandene Flächen wie Supermarktparkplätze, große Dächer von Produktionshallen etc. mit Photovoltaik zu bestücken (evtl. verpflichtet, dafür staatlich unterstützt). Die Flächen sind ja eh schon da und der optische Eingriff wohl deutlich marginaler.

Viele Grüße
 
tobi27 schrieb:
Evtl. sollte man auch überlegen vorhandene Flächen wie Supermarktparkplätze, große Dächer von Produktionshallen etc. mit Photovoltaik zu bestücken (evtl. verpflichtet, dafür staatlich unterstützt). Die Flächen sind ja eh schon da und der optische Eingriff wohl deutlich marginaler.
Soweit es sich um Dächer bestehender Gebäude handelt, dürften die meist von der Statik her unzureichend sein. Sie müssen ja nicht nur das bloße Gewicht der Anlagen tragen, sondern auch die Windlast abfangen, die auf die schrägen Panels trifft. Eine entsprechende Ertüchtigung der Dächer wird wiederum nicht ohne Verstärkung des Gebäudes selbst funktionieren. Bei Neubauten oder Generalsanierungen kann man das aber zur Auflage machen.
 
Ich frage mich gerade wirklich warum man Liftstützen nicht zusätzlich als Windrad betreibt. Technisch ist so etwas sicher möglich.
Es hakt wohl eher an: Normen und Vorgaben, die so etwas verunmöglichen.
Oder sind Lifttrassen, oft in möglichst windgeschützten Standorten realisiert, als Windradstandort ungeeignet? Und müsste man Windräder aus Effizienzgründen direkt an Bergkämmen platzieren?
Die Frage ist auch, ob Windräder in Skigebieten tatsächlich ein derart massiver Eingriff ins Landschaftsbild sind? Immerhin sind Schneekanonen, Speicherteiche, planierte Abfahrten oder monumentale Liftbauten auch nicht gerade "schön". Bei Windradplanungen in unverbauter Landschaft wäre das definitiv ein massiver Eingriff.
 
Das topic hier macht grad den Anschein als würde die Diskussion von vor 20 Jahren sein...
Dächer die keine pv tragen? Möglich aber wohl millionenfach widerlegt.
windräder auf liftmasten? Das ist doch maximal Spielzeug...
 
molotov schrieb:
Dächer die keine pv tragen? Möglich aber wohl millionenfach widerlegt.
Bei Dächern, die eine Neigung haben, hast Du keine Windlast, bei Flachdächern schon. Ich habe im persönlichen Umfeld gerade jemanden, der auf einem 40 Jahre alten Gewerbebau mit Flachdach so etwas installieren will - das ist leider gar nicht so banal.
 
Gleitweggleiter schrieb:
Wenn man sich mal zB die Bilder der Riesen-Windräder aus Laax (edit: oder war es Andermatt- jedenfalls Schweiz) anschaut, die dort im Hochgebirge stehen, läuft es einem doch eiskalt den Rücken runter. Der absolute Super-GAU für das Landschaftsbild. Dagegen sind die großen Strommasten am Arlbergpass ein Kindergeburtstag. Etwas anderes würde für kleinere Anlagen gelten, also sagen wir mal mit 10 oder 20 Meter Höhe, am besten noch mit optisch ansprechenden Fachwerkstützen und das ganze in Skigebietsnähe wo es sich halbwegs einfügt und es eben nicht kilometerweit sichtbar ist.

Den Vergleich zu Stauseen sehe ich nicht ganz - ja, auch das ist eine Beeinträchtigung aber a) sieht man es idR nur von den unmittelbar umliegenden Gipfeln, b) ist ein See als solches im alpinen Umfeld kein Fremdkörper per se, problematisch ist eher die Staumauer und c) wird es von manchen gar als positiv bzw. sogar Touristenattraktion wahrgenommen. Das ist bei einem Riesen-Windrad, wenn es oben am Berg steht und entsprechend von dutzenden oder hunderten von Gipfel aus sichtbar ist, komplett anders.
Andermatt! Nicht Laax. In Laax war mal was auf dem Vorab geplant, aber scheint irgendwie versandet zu sein.
Ich weiss nicht, was an den Windrädern in Andermatt jetzt das Problem ist. Da hat es eh schon viele Bauten, Masten, Militär, Skigebiet. Völlig egal, ob die vier Dinger jetzt auch noch ihre Runden drehen. Man kann nicht den Atomausstieg wollen, keine Stauseen erhöhen wollen, keinen Strom aus Frankreich wollen, keine Kohle- oder Gaskraftwerke wollen und auch noch Windräder an so geeigneten Standorten wie der windige Gütsch ob Andermatt verschmähen… ausser man will Blackouts.
 
Gleitweggleiter schrieb:
Den Vergleich zu Stauseen sehe ich nicht ganz - ja, auch das ist eine Beeinträchtigung aber a) sieht man es idR nur von den unmittelbar umliegenden Gipfeln, b) ist ein See als solches im alpinen Umfeld kein Fremdkörper per se, problematisch ist eher die Staumauer und c) wird es von manchen gar als positiv bzw. sogar Touristenattraktion wahrgenommen. Das ist bei einem Riesen-Windrad, wenn es oben am Berg steht und entsprechend von dutzenden oder hunderten von Gipfel aus sichtbar ist, komplett anders.
Könnte man aber auch als Attraktion nutzen, indem man oben drauf Aussichtsplattformen baut.

ski-chrigel schrieb:
Man kann nicht den Atomausstieg wollen, keine Stauseen erhöhen wollen, keinen Strom aus Frankreich wollen, keine Kohle- oder Gaskraftwerke wollen und auch noch Windräder an so geeigneten Standorten wie der windige Gütsch ob Andermatt verschmähen… ausser man will Blackouts.
Gibt schon eine Alternative: Erdöl ;-)
Und noch Geothermie und PV
 
DJDan schrieb:
tafaas schrieb:
judyclt schrieb:
Den Eindruck habe ich auch.
Spielt ja auch in Tirol.
Na immerhin sind sie von der Mentalität schon mal 10 Jahre weiter, als die Bayern, wo der Strom aus der Steckdose kommt...

Das mit Bayern ist allerdings weitgehend Fake News.

Man muss dafür nämlich wissen: Der Plan war bisher in D immer der, dass man aus Atom und Kohle aussteigt, zugunsten von Wind und Solar (Biomasse/Wasserkraft nur geringfügig). Allerdings gibt es ein Phänomen, das "Dunkelflaute" genannt wird, und tritt besonders im Winter auf (da die Tage kürzer sind), sprich, dass kaum Wind weht und die Sonne wenig scheint. In solchen Situationen sollten dann zügig Gaskraftwerke zugeschaltet werden (weshalb - auf Druck von D - die EU Gaskraftwerke auch als "nachhaltig" eingestuft hat), weil die zügig angefahren werden können. Dafür hat man auch diverse Kraftwerke in Bayern von Kohle auf Gas umgebaut.

Außerdem sollte Bayern Strom vom Norden kriegen (wo mehr Wind weht) und dafür Stromtrassen bauen. Die hat zwar in der Tat die CSU immer verzögert, aber man sollte sich erstmal deren Verlauf anschauen: Die sollen bis Grafenrheinfeld und Gundremmingen gehen. Genau dort, wo (inzwischen abgeschaltete) Atomkraftwerke stehen.

Ursächlich ist also weder, wie behauptet, der "zu geringe Ausbau erneuerbarer" in Bayern und auch nicht der "schleppende Bau von Stromtrassen", sondern der Atomausstieg und der Rück/Umbau von Kohlekraftwerken. Da hat zwar zugegebenermaßen die CSU auch mitgemacht, aber treibende Kraft dort waren immer Grüne und SPD.

Was mir im Moment allerdings Sorgen macht, ist dass offenbar dieses Konzept bis heute nicht geändert wurde, obwohl es maßgeblich darauf baute, immer genug und vor allem günstiges Gas aus Russland zu haben. Dieses Konzept ist eigentlich vollständig gescheitert und die Antwort darauf ist NICHT "mehr erneuerbare" (denn das löst das Problem der Dunkelflauten nicht), sondern mehr Atom und/oder Kohlekraft in Bayern.
Scheinbar will aber die Bundesregierung nach wie vor auf Gaskraftwerke setzen, nur eben jetzt mit LNG. Aber das ist extrem teuer und daher nicht finanzierbar.
 
j-d-s schrieb:
Ursächlich ist also [...] der Atomausstieg und der Rück/Umbau von Kohlekraftwerken. Da hat zwar zugegebenermaßen die CSU auch mitgemacht, aber treibende Kraft dort waren immer Grüne und SPD.
Stimmt, kann mich noch gut erinnern, wie SPD und Grüne 2011 aus der Opposition heraus den Atomausstieg durchgeboxt haben. Da konnte die Minderheitsregierung aus CDU/CSU/FDP (53,3 %) trotz zahlreicher Ausstiegsbefürworter nichts dran drehen...
 
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