Hallo? Wer will hier um 6:22 Uhr umsteigen und spätestens 8:30 Uhr auf der Piste stehen? Am ersten Skitag nach der Nachtzugfahrt werden die vier doch ohnehin erstmal die Ferienwohnung beziehen, die Ski ausleihen, sich in Sachen Skischule orientieren und dann vielleicht gegen Nachmittag ein bisschen Kontakt zum Medium Schnee aufnehmen, oder?
Jan Tenner schrieb:
In dieser Konstellation wäre es jedenfalls meine geringste Sorge, dass das Skigebiet zu klein sein könnte.
Genau so ist es. Eigentlich braucht es für einen entspannten Familienurlaub nur einen einzelnen Schlepplift (für die Großen, an dem irgendwann dann auch die Kids mitfahren), an dessen Talstationsbereich ein Förderband läuft (für die ersten Versuche) und vielleicht noch einen Seillift (wenn die ersten Fortschritte gemacht sind). Dann kann man sich alle fünf Minuten zuwinken und sämtliche Betreuungsfragen ganz ohne Handy und Planung je nach Situation und Lust der Kinder absprechen. Wenn die Kinder dann 6 und 8 sind, können sie wahrscheinlich schon miteinander fahren, auf eigene Faust die Schanzen am Pistenrand ausprobieren, und die Eltern haben sie trotzdem fast ständig im Blick. An meiner Signatur sieht man, dass ich in den vergangenen Wintern ganz überwiegend in solchen Kleinstgebieten und an Mittelgebirgsliften unterwegs war - das hat eben diesen Grund. Dazu kommt, dass ich den Massenrummel in den großen Skigebieten nicht mag.
Es gibt da aber in Matthias Situation ein paar Problemchen:
a) Skischulangebote für unter Fünfjährige sind in den ganz kleinen Gebieten rar.
b) Selbst Skiverleih am Lift gibt es nicht überall.
b) Die Anreiseentfernung aus Hamburg samt Nachtzugfahrt verlangt Planung, also Schneesicherheit.
Für die gewünschte Zielregion kann ich deshalb keine konkreten Tips zu Gebieten geben (fürs Allgäu oder die Rhön oder das Erzgebirge könnte ich das schon).
An einem Skihallentag, wenn es Kinderskikurse erst ab 4 gibt, würde ich eine Privatskilehrerstunde für die beiden Kinder nehmen. Während der Stunde schaue ich mir die Übungen genau an, die die Kinder dort fahren, und frage, welche Übung was bringt und worauf ich beim Üben achten muss. Mit den Skilehrern dort kann man gut reden, gerade wenn sie sich nicht gleichzeitig noch um andere Kinder kümmern müssen. Direkt nach dem Unterricht kann ich noch eine Stunde selbst die gleichen Übungen am gleichen Förderband machen. Nach einer Pause vielleicht noch eine Stunde. Später geht dann ein Elternteil mit den Kindern auf den Spielplatz und der andere kann auf der großen Piste eine Stunde richtig Gas geben, danach wechseln sich die Eltern nochmal ab. So ähnlich kann man es auch an anderen Skiliften angehen - dann können bloß die Eltern natürlich nicht auf eigene Faust durchs 250-Kilometer-Pistenlabyrinth flitzen.
Die Skikurse für Dreijährige gibt es vermutlich doch auch deshalb nur in großen Skischulen, weil sie die Eltern zwar nachfragen, aber in der Praxis ein Skilehrer dann fünf Kinder hat und Kind A fällt hin und es braucht zwei Minuten, bis es sich beruhigt hat, weil Schnee im Gesicht und am Helm ist echt unangenehm; dann muss Kind B aufs WC, kommt aber alleine nicht mit der Skihose zurecht, das dauert mindestens 5 Minuten; derweil weint Kind C bereits nach Mama; Kind D ist vom langen Warten kalt geworden; Kind E geht es nun wie Kind A; schlimmstenfalls fällt ihm ein, dass es ihm eigentlich auch wie Kind B gegangen wäre, aber nun ... Daraufhin hat Kind C endgültig keine Lust mehr. Das ist sicher übertrieben, aber von der Skikurszeit geht bei den ganz Kleinen einfach oft ziemlich viel Zeit für solche Dinge verloren.
Trotzdem, ich will das nicht schlechtreden: Eine ganze Urlaubswoche mit einer konstanten Lerngruppe - da kann ein Skikurs den Kleinen auch ziemlich viel vermitteln, und wenn erstmal klar ist "Schnee = Spaß", dann ist das Wichtigste schon begriffen.