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fangbremsen

Anbei als Nachtrag noch zwei Skizzen zur Funktionsweise der Fangbremsen:
Typ 1: Fangbremse mit mechanischer Veriegelung. Das Öffnen erfolgt hydraulisch. Der Zylinder ist aber nach der Veriegelung drucklos. Gebaut von Garaventa und Von Roll seit den 60er-Jahren.
Typ 2: Fangbremse mit ständig unter Druck stehendem Hydraulikzylinder. Gebaut von Garaventa ab 1987.

Beide Typen werden noch gebaut, jedoch geht der Trend bei großen Pendelbahnen zu Typ 2.

Die Bremsbeläge bestehen, soviel ich weiss, wie die Tragseilsättel aus einer Broncefütterung.
 

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Bei alten Fangbremsen wurde das Material Manifor.

Danach setzte man auf Wotan Bronze Legierung CuAl9Fe4Ni1 mit zusatzmetallen wie Mn Zn Si Sn Mg Pb. Genaue zusammensetzung kenne ich nicht.

Die neusten Bremsbacken bestehen ebenfalls auf Wotan Bronze. Besitzen aber dazwischen immerweider Hohlräume die mit Sinter-Graphitbronze gefüllt sind. So wie bei einem Gleitlager. Das ganze wurde mit einem Anticorodal behandelt.

Noch ein Paar Bilder von Garaventa und Von Roll Fangbremsen.
 

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Die Von Roll-Bremse der 60er Jahre Bremse ist vom Prinzip fast baugleich mit der von Garaventa. Aber wie wird die Bremse geöffnet? Muss man eine Hydraulikpresse oder eine Spindel in die blauen "Hörner" einsetzen? Da würde ja bedeuten, man muss zum Öffnen der Bremse rauf aufs Laufwerk, und den Deckel öffnen. Sehr umständlich. Ich dachte immer, es gäbe, wie bei Garaventa, ein fest installiertes hydraulisches System mit Handpumpe, welches vom Kabinendach zu bedienen ist.

Müsst ihr am Gemsstock zum Öffnen rauf aus Laufwerk?
 
Genau du hast es erfass. Man muss immer auf das Laufwerk raum um die Bremse zu öffnen. So eine Art Wagenheber wird da eingesetzte welche die Bremsbacken wieder löst. Bei den neueren Geht das über hydraulikpumpe vom Dach aus. Diese alten Von Roll Bremsen alla Stockhorn, Pischa, usw. haben das noch nicht. Sehr gefährliche Angelegenheit vor allem bei Eis und Schnee.
Ist nicht die Gemsstockbahn sondern die Luftseilbahn Erlenbach-Chrindli-Stockhorn.
 
Ich weiss, ihr habt am Gemsstock das Garaventa Laufwerk, welches ich mal als Typ 1 bezeichent habe. Das Öffnen geht aber mit einer Handpumpe vom Kabinendach aus, oder?
 
Ja. geht hydraluisch. Der Deckel ist nur offen damit es keinen Buck ins Blech gibt wenn man die Bremse zieht.
 
Hab noch eine alte einspurige Von Roll Fangbremse. Trifft man nur noch ganz selten an:
 

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Hi.

Hat schon mal jemand live eine Fangbremsung mit der Tragseilbremse erlebt? Mir passiert im August 06. Nachdem ich mit knapper Not am Zugspitzkamm einem Gewitter entkam und die letzte Talfahrt der Tiroler Zugspitzbahn noch erreichte. Mitten über dem Österreichischen Schneekar (da wo sie mit 160 Metern auch den höchsten Bodenabstand hat) gab es plötzlich einen Ruck und ein leichtes Schaukeln. Komisch, signalisierte mir mein Unterbewußtsein, hier gibts doch gar keine Stützenüberfahrt. Da stand die Kabine aber auch schon.

Nach 15 Minuten und einigen Telefonaten des Schaffners gings dann schon weiter. Der meinte, daß die Bahn "ziemlich empfindlich eingestellt" sei, so daß es bei Gewittern schon mal Auslösungen gebe. Die Dämpfung scheint auch sehr hoch zu sein, denn vom Aufstellen, wie man es in einigen Videos sieht, was nicht viel zu merken. Es waren aber auch nur ein paar Leute in der Kabine.

Seither habe ich ab und zu die Versuchung, in anderen Bahnen (Wendelstein z.B.) mal den Hebel zu ziehen, um einen Vergleich zu haben. :wink: Nachdem man da aber aufs Dach klettern muß um wieder aufzumachen, macht man sich da wahrscheinlich keine Freunde :roll:

Ciao
Herbert
 
:nein: leider, war ich noch nie live bei einer Fangbremsung dabei.
Hier aber eine Video von http://www.lift-world.info das echt super ist.
Die alte Gaislachkogelbahn noch als (PB) wo sie test zur Fangbremsung machen. An dieser Stelle ein herzlichen Dank an Ram für das Bereitstellen des Videos. :wink:

:guckstduhier: Zum Video gehts HIER
 
Seither habe ich ab und zu die Versuchung, in anderen Bahnen (Wendelstein z.B.) mal den Hebel zu ziehen, um einen Vergleich zu haben. Wink Nachdem man da aber aufs Dach klettern muß um wieder aufzumachen, macht man sich da wahrscheinlich keine Freunde
Bei PB ohne Wagenbegleiter (z.B. Verdins - Tall) erreichst du mit dem "Hebel" oder mit dem "Knopf" lediglich den Einfall der Sicherheitsbremse im Antrieb, jedoch nicht den Einfall der Fangbremse.
Bei Bahnen mit Wagenbegleiter hast du dann zwar deinen "Spaß", jedoch erwartet dich neben der dann zwangsläufig folgenden körperlichen Auseinandersetzungen mit dem Wagenbegleiter und bestimmt auch den anderen Fahrgästen ein nettes Interview im Polizeirevier und eine Strafanzeige.
Auf was für Ideen die Leute so kommen ...
Dresdner
 
Bist Du Dir sicher, dass das die Fangbremsen waren?
Du meinst doch die Tragseilbremse, oder?
Was für einen grund hätte die Bahn denn für so eine Bremsung gehabt?

Ich denke eher, dass war eine Not aus Bremsung durch die Betriebsbremse. Das ist bei PBs auch extrem selten. Die Betriebsbremse hat sicher eine Verzögerung bei der Bahn von 1,12m/s im Quadrat und das ist sehr heftig bei voller Fahrt.
Die BB wirkt direkt auf die Bremsscheibe der schnellen Welle zwischen E-Motor und Getriebe.

Das wäre meine Vermutung.
Fragt doch nochmal zur Sicherheit den Christoph Lütz, der ist bei PBs Fachmann.
 
seilbahner schrieb:
Bist Du Dir sicher, dass das die Fangbremsen waren?
Du meinst doch die Tragseilbremse, oder?
Was für einen grund hätte die Bahn denn für so eine Bremsung gehabt?

Ich denke eher, dass war eine Not aus Bremsung durch die Betriebsbremse. Das ist bei PBs auch extrem selten. Die Betriebsbremse hat sicher eine Verzögerung bei der Bahn von 1,12m/s im Quadrat und das ist sehr heftig bei voller Fahrt.
Die BB wirkt direkt auf die Bremsscheibe der schnellen Welle zwischen E-Motor und Getriebe.

Das wäre meine Vermutung.
Fragt doch nochmal zur Sicherheit den Christoph Lütz, der ist bei PBs Fachmann.

Da es einen "Rucker" gab, hätte ich vermutet, daß die Tragseilbremse eingefallen ist. Die Betriebsbremse über den Zugseilkreislauf wird wohl kaum blockierend einfallen sondern gleitend? Bin aber kein Fachmann...
Warum es gebremst hat? Auch hier keine Ahnung, vielleicht gab es irgendwo wegen Spannungsübersprung zwischen TS und ZS Alarm (falsch vermutete Berührung, was ZS-Überwurf sein könnte)?

Ciao
Herbert

PS: ich sehe, daß im letzten Absatz meines Postings offenbar viel zu wenig Smileys waren.
 
Dresdner schrieb:
Auf was für Ideen die Leute so kommen ...
Dresdner

anscheinend muss man hier alles mit smileys zustopfen, damit ernst und spaß auseinandergehalten werden können :lol:


das video der alten gaislachkoglbahn is wirklich sehr aufschlussreich und beeindruckend, vor allem beim zugseilriss, wo die gondel abzischt wie nur irgendwas 8O
 
Die Tiroler Zugspitzbahn hat Laufwerke von Garaventa mit 4 integrierten Tragseilbremsen. Es handelt sich bereits um den von mir immer bezeichenten Typ 2, der 1987 bei "le Jumbo" in Verbier erstmals eingesetzt wurde. Die Bremsen werden durch Tellerfederpakete zusammengepresst und hydraulisch offengehalten, also nicht mechanisch verriegelt. Die Auslösung erfolgt mechanisch über Hydraulikventile. Es gibt eine Abstufung der Bremse, d.h. je nach Situation fallen die beiden talseitigen Bremspaare verzögert ein, indem das Hydrauliköl aus den Öffnungszylindern über ein elektrisches Ventil gedrosselt werden. Dies ist der Fall, wenn das in Fahrtrichtung vordere Zugseil reisst oder bei Handauslösung. Das Öffnen der Tragseilbremse erfolgt vom Steuerpult der Kabine über Knopfdruck mit Motorpumpe.

Das Auslösen der Tragseilbremse ist undramatisch, solange die Zugseilschleife geschlossen ist. Bei der Abnahme der Bahn wurde die Tragseilbremse mal bei voller Fahrt ausgelöst. Danach mussten die Bremsbeläge gewechselt werden. Sonst ist nicht weiter passiert. Erst, wenn ein Zugseil reisst, wird´s dramatisch. Auf der DVD der TZB kann man den Versuch mit der Tragseilbremse sehen.

Die Auslösung durch einen Blitzeinschlag halte ich aber für unwahrscheinlich. Es ist schon ein Schlaffseil erforderlich oder ein Ziehen des Notbremsgriffs in der Kabine. Es kann natürlich einen Druckverlust durch eine undichte Druckleitung geben. Dann fällt die Bremse aber langsam ein.

Vermutlich sind bei dem Ereignis Betriebs- und Sicherheitsbremse eingefallen, nicht die Tragseilbremse. Das kann bei Gewitter zurch Beeinflussung der Sicherheitsanlage passieren und ist auch mit einer heftigen Bremsverzögerung verbunden. Im Extremfall kann das zu einem Zugseilüberwerfer über ein Tragseil führen.
 

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Vielen Dank für Deine ausführlichen Erläuterungen.

Das bestätigt auch meine Meinung.
 
Christoph Lütz schrieb:
Die Tiroler Zugspitzbahn hat Laufwerke von Garaventa mit 4 integrierten Tragseilbremsen. ...

Danke für die Infos. Das Foto als kleiner Gruß! Der Metallbügel ist übrigens zum Einhängen des Sicherheitsgurts bei der täglichen Revisionsfahrt (manchmal recht windig) wo der Mechaniker auf dem Laufwerk steht.

Ciao
Herbert
 

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mein dad hat bei der alten, abgebrannten bahn mal währen der fahrt ein video gemacht, wobei er auf der leiter stand und oben am mannloch hinnaus gefilmt hat, das such ich mal, vlt ist da ein guter frame bei, wo man die bremsen sehen kann. er war war ja mitm kopf außerhalb unter dem laufwerk beim filmen.
 
peppY schrieb:
mein dad hat bei der alten, abgebrannten bahn mal währen der fahrt ein video gemacht, wobei er auf der leiter stand und oben am mannloch hinnaus gefilmt hat, das such ich mal, vlt ist da ein guter frame bei, wo man die bremsen sehen kann. er war war ja mitm kopf außerhalb unter dem laufwerk beim filmen.

EDIT: Bandsalat :( hätt ich das band mal in der alten kamera gelassen :( das war mein einziges video von der mittel-alten TZB...
 
Bild von ATV vom Seilreiter Topic (http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=39&t=32295&p=4635604#p4635604):

ATV schrieb:

Ein paar technische Fragen:
1. Dient der oben im Bild sichtbare mecahnische Endschalter zur Rückmeldung der Schlaffseilauslösung (die mechanisch die Fangbremse auslöst)?

2. Werden sämtliche Fangbremsen (Tragseilbremsen) durch eine mechanische Klinke offen gehalten oder gibt es solche, wo der Öldruck über Hydraulikzylinder die Backen in Offenstellung halten?

3. Üblicherweise ist bei grösseren Bahnen eine von der Bordbatterie gespiesene Hydraulikpumpe zum Wiederöffnen der Fangbremse vorhanden, zudem noch eine Handpumpe für den Notfall. Gibt est noch andere Varianten, z.B. rein mechanische?

4. Erfolgt die Schlaffseilauslösung stets rein mechanisch od. auch in gewissen Fällen elektrisch (d.h. bei Fangbremsen die elektrisch ausgelöst werden können) und ist diese unverzögert?

5. Bei gewissen PB werden die Fangbremsen differenziert bei Berg- bzw. Talfahrt ausgelöst. Erfolgt in solchem Falle die Ansteuerung elektrisch oder ggf. rein mechanisch?

6. Kann die Übergeschwindigkeitsauslösung mechansich und elektrisch erfolgen oder, je nach Bauart, stets nur mechanisch ODER elektrisch?
 
Lagorce schrieb:
Ein paar technische Fragen:
1. Dient der oben im Bild sichtbare mecahnische Endschalter zur Rückmeldung der Schlaffseilauslösung (die mechanisch die Fangbremse auslöst)?

Es gibt folgende elektr. Schalter bei Laufwerksbremsen:
- Abschaltung Hauptantrieb
- Ein-/Abschaltung Motorpumpe bei hydr. Fangbremssystemen

Lagorce schrieb:
2. Werden sämtliche Fangbremsen (Tragseilbremsen) durch eine mechanische Klinke offen gehalten oder gibt es solche, wo der Öldruck über Hydraulikzylinder die Backen in Offenstellung halten?
Weiter oben gibt es eine Grafik von mir mit einer Fangbremse, die ständig unter Öffnungsdruck steht. Bis 1992 wurden fast alle Fangbremsen von Garaventa mechanisch verriegelt. Aktuell handelt es sich in der Regel um hydr. Systeme. Von Roll hat bereits 1970 eine Fangbremse entwickelt, die stänig unter Öldruck offengehalten wurde. Vorher gab es bei Von Roll auch mechanische Sperrklinken (auch hier gibt es eine Grafik von mir in diesem Topic).

Lagorce schrieb:
3. Üblicherweise ist bei grösseren Bahnen eine von der Bordbatterie gespiesene Hydraulikpumpe zum Wiederöffnen der Fangbremse vorhanden, zudem noch eine Handpumpe für den Notfall. Gibt est noch andere Varianten, z.B. rein mechanische?
Bei Bleichert gab es z. B. eine Spindel zum Öffnen der Fangbremse

Lagorce schrieb:
4. Erfolgt die Schlaffseilauslösung stets rein mechanisch od. auch in gewissen Fällen elektrisch (d.h. bei Fangbremsen die elektrisch ausgelöst werden können) und ist diese unverzögert?
Elektrisch ausgelöste Fangbremsen sind noch selten. Meist erfolgt die Auslösung über Drahtzug oder Hydraulikventile.

Lagorce schrieb:
5. Bei gewissen PB werden die Fangbremsen differenziert bei Berg- bzw. Talfahrt ausgelöst. Erfolgt in solchem Falle die Ansteuerung elektrisch oder ggf. rein mechanisch?
Von Roll hat 1970 ein rein hydraulisches System dazu entwickelt. Bei Garaventa erfolgt die differrenzierte Auslösung hydraulisch mit elektrischen Steuerventilen und Leitung über Drossel. Die Richtungserkennung erfolgt bei Garaventa jetzt ebenfalls elektrisch. Ältere Bahnen werden entsprechend umgerüstet. Bell hat mal versucht, die Abstufung abhängig vom Gehängeausschlag zu steuern. Hatte sich aber nicht bewährt.

Lagorce schrieb:
6. Kann die Übergeschwindigkeitsauslösung mechansich und elektrisch erfolgen oder, je nach Bauart, stets nur mechanisch ODER elektrisch?
Es gibt bei Laufwerksbremsen in der Regel eine Schlaffseilauslösung und eine Handbetätigung, mehr nicht.
 
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