Beispiel einer Schlaffseilauslösung für Fangbremse. Gewisse Teile wurden bereits abmontiert (z.B. ist der Sicherungsbügel der Hohlachse für Wartungszwecke bereits einseitig abgeschraubt und auf die Seite geschwenkt worden, die Hohlachse ist aus verständlichen Gründen mehrfach axial gesichert).
Rechts das Tellerfederpaket zur Vorspannung der Mindestzugkraft des Zugseils mit Einstellmutter und Sicherungsblech. Links an der Traverse ist das Hydraulikventil montiert, bei Schlaffseilauslösung wird die Hydraulikleitug für die Offenhaltung der Öffnungszylinder der Bremszangen mit dem Hydrauliktank des in einem Kabinendachkasten untergebrachten Hydraulikaggregats (24 V DC Pumpe mit Druckspeicher, usw.) verbunden.
Bei Offenhaltedruckabfall schliesst für jede Tragseilbremszange ein Einbauventil (Patronenbauweise) beide Kammern des Hydraulikzylinders kurz und zusätzlich wird die Kammer auf der Offenhalteseite des Zylinders mit dem Tank verbunden.
Somit ist eine schnelle Schliessung der Fangbremsen möglich (Ölvolumen muss nicht zurück in den Tank fliessen wie bei einem einfachwirkenden Zylinder).
Hohlachse wird durch das Tellerfederpaket nach rechts gezogen und wirkt dem von links wirkenden Seilzug entgegen.
Im normalen Betrieb wirkt die Zugseilspannung nach links auf dem Foto. Solange der Seilzug grösser als die Schlaffseilvorspannungskraft der Tellerfedern ist, liegt die Befestigungshohlachse des Seilklemmlopfes links auf. Fällt der Seilzug unter die Vorspannkraft bewegt sich die Hohlachse geringfügig (etwas unter 10 mm) nach rechts und das Ventil wird betätigt.
Die Schlaffseilauslösung erfolgt durch Eindrücken der Stössels des Hydraulikventils durch die Einstellschraube.
Ferner kann die Fangbremse mit einem Handventil in der Kabine betätigt werden. Fangbremse wird hier in diesem Beispiel ausschliesslich bei Schlaffseil oder von Hand ausgelöst und arbeitet rein mechanisch. Lediglich die Überwachung sowie hydraulische Öffnung erfolgen elektrisch (24 V DC Pumpe oder ggf. Handpumpe (zentral oder ggf. direkt bei jedem Zylinder einzel angeschlossen), bei Versagen der Hydraulik kann jede Bremszange mittels vier Gewindestangen von Hand geöffnet werden, was jedoch zeitaufwendig ist). Entsprechendes Werkzeug und Hilfsteile sind stets an Bord.
Die grünlichen sowie braunen Ringe sind Isolierteile, die eine elektrische Isolierung zwischem dem Zugseil (inkl. Klemmkopf) sicherstellen. Bei dieser Ausführung ist der Klemmkopf vollmetallisch (ausser die Elastomerklemmülse am Seilaustrit zur Dämpfung und Abdichtung) nicht isolierend. Isolierung ist wegen der kapazitiven Zugseilüberwachung zwingend.
Schwarzes Kabel ist für die elektrische Verbindung mit der FUA-Elektronik.
Der genaue Aufbau der Lagerung ist ziemlich aufwendig. Nebst den Isolierringen sind noch einige weitere Teile eingebaut. Die eigentliche Lagerung erfolgt über eine axial auswechselbare Gleitlagerbuchse.
Siehe ebenfalls den Ausführlichen vorzüglich gut dokumentierten Bericht zum Seilkopf von Theo hier:
http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=39&t=31505
Ausführung hier ist geringfügig anders, der im Bildbericht von Theo präsentierte Klemmkopf ist grösser (45 mm Seil) und beinhaltet bereits die Isolierung (weisse Kunststoffteile). Im hier diskutierten Beispiel erfolgt die Isolierung zwischen dem Seilkopf und der gesteckten Hohlachse. Grundprinzip der Klemmung im Kopf ist jedoch identisch.
Seildurchmesser auf dem Foto muss ich nachschauen, entweder 34 mm (Gegenseil) oder 40 mm (Zugseil). Laufrollen sind 315 mm (Durchmesser Rillengrund), Tragseildurchmesser 62 mm, Tragseilspurweite 700 mm (ca. 20 t Wanderlast, davon 10080 kg oder 125+1 Pers. Nutzlast Von Roll/Doppelmayr Pendelbahn).
Kopfgrösse ist abhängig vom Seildurchmesser. Gabelkopfbohrungsdurchmesser und Hohlachsen sind jedoch in diesem Beispiel identisch.
Edit: Text vervollständigt.