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Felssturz bedroht Blatten

Fab schrieb:
Gleichzeitig fließen aus dem Absturzgebiet und aus weitern Rinnen Bäche in den Eis-Schuttkegel.
Eigentlich ist das Durchbruchsbett schon identifizierbar

Ja, man kann sich auf dem von mir geposteten Foto leicht vorstellen, wo es über den Damm gehen wird. Das wirkt auf dem Bild ja geradezu so, als ob da nicht mehr viel fehlt. Damit wäre ich allerdings vorsichtig, auf Luftbildern kann die dritte Dimension gerne mal falsch eingeschätzt werden. Das können auch noch locker 20-30 Höhenmeter sein, die bis zur "Deichkrone" fehlen oder gar mehr.
 
mark13 schrieb:
Prio1 wird auf jeden Fall ein neues Flussbett sein. Das muss jetzt relativ zügig in den nächsten Tagen her. wenn auch nur provisorisch.

Finde diese Perspektive zeigt nochmal die Ausmaße ganz gut

Anhang anzeigen 298526

In einem Ticker stand heute Morgen das oben möglicherweise weitere hunderttausende m3 Material in Bewegung sind. Ich befürchte tatsächlich bevor unten auch nur annähernd jemand die Arbeit aufnehmen kann ist es zu spät.

Das Bild weiter oben von Basti zeigt ja wieviele Wasserläufe, die seitlich zulaufen, sich bereits jetzt schon durch den Schutt ziehen. Die aufgestauten Wassermassen hinter dem Kegel werden deutlich schneller als gedacht durch den Schuttkegel müssen.
 
Spechti schrieb:
In einem Ticker stand heute Morgen das oben möglicherweise weitere hunderttausende m3 Material in Bewegung sind. Ich befürchte tatsächlich bevor unten auch nur annähernd jemand die Arbeit aufnehmen kann ist es zu spät.

Das Bild weiter oben von Basti zeigt ja wieviele Wasserläufe, die seitlich zulaufen, sich bereits jetzt schon durch den Schutt ziehen. Die aufgestauten Wassermassen hinter dem Kegel werden deutlich schneller als gedacht durch den Schuttkegel müssen.

Ich wunder mich eh die ganze Zeit, was jetzt mit dem restlichen Berg oben ist...jetzt wo der Großteil des unteren Gletschers (weiter oben kann ich meine ich noch einen recht großen Hängegletscher erkennen) weg ist, fehlt ja jetzt das Eis, was die Flanke vom Nesthorn bisher weitgehend noch gestützt haben dürfte.
Auf dem Zeitraffer war ja nicht nur ein kleiner Teil des Bergrückens in Bewegung, sondern gefühlt die komplette obere Hälfte. Und das sind ja nochmal zig Millionen Tonnen Gestein.
 
Heute Nachmittag stieg der Pegel hinter dem Kegel mit 80cm/h.

Erwartet wird ein Überlaufen wohl morgen in der Früh. Zum Glück ist die Gefahr einer Sturzflut wohl eher gering.

https://www.20min.ch/story/liveticker-medienkonferenz-zum-bergsturz-in-blatten-vs-103354550
IMG_7875.jpeg

IMG_7874.jpeg


Einfach brutal der Vergleich :cry:


Hier gibt es ein Video von einem Erkundungsflug wo sehr gut zu sehen ist wie der Kegel strukturiert ist.

https://x.com/mz_storymakers/status/1928134441966158200?s=46

Täuscht es oder lassen sich am Gegenhang Anzeichen erkennen das sich das Material „setzt“?
 
Lonza kann in der Nacht übergehen

«Ein Überlauf der Lonza über die Geröllablagerung könnte im Laufe der Nacht erfolgen, was zu Murgängen führen könnte», schreibt das Kantonale Führungsorgan. Der regionale Führungsstab und die Einsatzkräfte von Gampel-Steg hielten sich vorsorglich bereit, die Bevölkerung zu evakuieren.

Einige Gebäude im Lötschental wurden ebenfalls bereits evakuiert. Darüber hinaus wurde die Speicherkapazität des weiter talwärts gelegenen Stauwerks bei Ferden erhöht. «Aufgrund der bestehenden Risiken und der geologischen Instabilität ist derzeit jeglicher Einsatz im Katastrophengebiet unmöglich.» Die Armee stehe bereit, um mit Wasserpumpen, Baggern und weiteren schweren Räumgeräten sowie Beleuchtungsmaterial einzugreifen. Auch der Zivilschutz sei mobilisier
Quelle: 8. Medienkonferenz

Oben liegt immer noch Material, wo demnächst herunterkommt.
Bilder: https://storage.googleapis.com/rro-...50863.jpg?alt=media&cacheBuster=1748528827391
https://storage.googleapis.com/rro-...50884.jpg?alt=media&cacheBuster=1748529198606

Bild: Aufgestaute Lonza: https://storage.googleapis.com/rro-...51337.jpg?alt=media&cacheBuster=1748533562667

Durch diese Schutthalde wird sich die Lonza einen neuen Weg bahnen: https://storage.googleapis.com/rro-...51338.jpg?alt=media&cacheBuster=1748533583912
PS: Das Haus wo ich gestern nicht lokalisieren konnte, ist auch darauf abgebildet. Erst, wenn ein Bagger dort arbeiten kann, wird der ganze Schade sichtbar werden bezüglich Fassade und Statik.

Das Dorf Kippel neben Blatten, im Hintergrund die Geröllablagerung, wo das Dorf Blatten begraben hat. Andre Bildquelle: https://cdn.unitycms.io/images/8syV...d&val=1920,1280,1000,1000,0,0&sum=eGXEXq1CjFY
abgerufen am 29.05.2025 Uhr: 19:30
 
Es ist eben unberechenbar was jetzt passiert.
Wenn das Wasser dann überläuft und sich eine Schneise bahnt könnte ich mir vorstellen, dass es noch mal einiges mitreißen wird. Evtl. ist schon etwas von dem Gletschereis angeschmolzen und dann gleitet ein Teil wie ein mure talabwärts mit.

Da machste nichts. Behörden können jetzt nur weiter evakuieren und abwarten bis sich die Lage stabilisiert hat.
 
Hm, haben das Experten gesagt?
Ich könnte mir auch vorstellen das es Schmelzwasser vom mit abgegangenen Gletschereis ist!?
Und das der Pegel langsamer steigt ist logisch da die Ausdehnung des Sees immer grösser wird...

Edit sagt: Nun bahnt sich das Wasser wohl doch einen Weg über den Damm. Zum Glück wohl langsam...
 
Der Fluss Lonza hat sich einen neuen Weg durch die Geröllmassen gesucht (siehe Bild). Bei starkem Regen kann die Lonza viel Geröll mit sich führen, besonders an unbefestigten Flussufern. Dadurch wird ein grosser Teil des Gerölls im darunterliegenden Ferden-Stausee abgelagert. Das passiert allerdings nur, wenn kein Geschiebesammler weiter flussaufwärts gebaut wird oder der Fluss entsprechend gesichert wird. Allerdings müssten sich die Geröllmassen dafür erst verfestigen.

Die teuerste Lösung wäre, das ursprüngliche Ufer auszugraben. Dabei stellt sich zusätzlich das Problem, einen Platz für die Deponierung oder Zwischenlagerung des Materials für die Bauwirtschaft zu finden.

Bild: https://storage.googleapis.com/rro...84297.jpg?alt=media&cacheBuster=1748620400276
abgerufen am 30.05.2025
 
Thomas SCE schrieb:
Blöde Frage.
Wäre es nicht möglich einen autonomen Bagger ins Risikogebiet fahren und einen wassergraben ausheben?

Das ist meines Wissens nach auch das Ziel, aber aktuell ist durch das Eis Wasser Stein Gemisch der Untergrund anscheinend zu instabil.
 
phifue schrieb:
Thomas SCE schrieb:
Blöde Frage.
Wäre es nicht möglich einen autonomen Bagger ins Risikogebiet fahren und einen wassergraben ausheben?

Das ist meines Wissens nach auch das Ziel, aber aktuell ist durch das Eis Wasser Stein Gemisch der Untergrund anscheinend zu instabil.

...dazu aus dem SRF-Newsticker der Eintrag von 19:09 Uhr:

https://www.srf.ch/news/schweiz/bergsturz-blatten-keller-sutter-im-loetschental-sie-sind-nicht-allein

Das grosse Thema sei nach wie vor die Beschaffenheit des Schuttkegels, so Schmitz (SRF-Redaktor Pascal Schmitz). Divisionär Droz, der verantwortlich für einen möglichen Einsatz ist, habe ihm heute gesagt, dass es so etwas noch gar nie gegeben habe. «Die Einsatzkräfte könnten unmöglich auf diesen Schuttkegel, weil es dort noch grosse Gletschereisbrocken hat, die schmelzen oder in sich zusammenfallen könnten.» Dies habe wiederum einen Einfluss auf den Flussweg der Lonza. Deshalb bleibe die Ausgangslage so unberechenbar. «Eine Lösung im Lötschental zu finden, dauert noch Wochen und Monate, wenn nicht sogar Jahre.»

Naja, und ein autonomer Bagger (also ferngesteuert) würde wohl auch früher oder später steckenbleiben...
 
Local Team Video:



https://www.youtube.com/watch?v=Ii0RM_ELxmU


Timestamp der seismometrischen Aufzeichnungen, Erdbebendienst ETH Zürich: 2025-05-28/15h24mn40s (UTC+0200).

Bzgl. Rückstau der Lonza kann man zuerst mal statistische Daten heranziehen:
https://www.hydrodaten.admin.ch/de/seen-und-fluesse/stationen-und-daten/2269

Lonza: Messstation Nr. 2269: Blatten (Koordinaten: 2629128/1140919, ggf. hier im Suchfeld eingeben:
https://map.geo.admin.ch
wurde offensichtlich verschüttet, Daten werden im 10-minuten Takt öffentlich zur Verffügung gestellt.

1) Letzter Datensatz: 2025-05-28/15h20mn00s (UTC+0200)
Abfluss:
4.7 m³/s
Max. 24h: 5.8 m³/s
Min. 24h: 4.5 m³/s
Mittelwert 24h: 5.1 m³/s

2) Kennzahlen Abfluss: Messperiode: 1956 bis 2023

2.1) Jahresmittel
Höchstes: 6.0 m³/s (1982)
Tiefstes: 3.5 m³/s (1976)
Mittelwert: 4.7 m³/s (gesamte Periode)

2.2) Monatswerte (weitere siehe URL)

Juni:
Monatsmittel: 10 m³/s
Maximalwert: 66 m³/s (1973-06-28)

Juli:
Monatsmittel: 13 m³/s
Maximalwert: 63 m³/s (1973-07-14)

August:
Monatsmittel: 12 m³/s
Maximalwert: 81 m³/s (1971-08-20)

September:
Monatsmittel: 6.6 m³/s
Maximalwert: 52 m³/s (1993-09-24)


Die Talsperre Ferden (Betonbogenmauer, Krohnenhöhe 67.0 m, Stauvermögen ca. 2 Mio. m³, Nutzvolumen ca. 1.7 Mio. m³ (das zur Verfügung stehende Puffervolumen ist gem. Medienangaben etwas geringer) wurde teilentleert (rekordverdächtig schnell entleerbar bei voller Turbinenleisung).
Aufgrund des Geschiebegehalts kann das mittlerweile wieder von der Lonza (Name des Gewässers) stammende Wasser nicht mehr turbiniert werden, demnach wird der Wasserstand mit der Bedienung des Grundablasses gehandhabt.
Kenne diese Talsperre zwar nicht, i.d.R. bestehen Grundablasse aus zwei hintereinander angeordneten hydraulisch betätigten Schiebern (Absperrarmaturen). Ältere grössere Talsperren wurden nachträglich mit Diesel-Notstromaggregat ausgestattet. Hatte keine Zeit technische Infos zu dieser Talsperre zu suchen. Auf dem Website des Betreibers findet man nur "ökologisch korrekte" Publikumsinfos.
Habe auch keine Echtzeit-Pegelstanddaten gefunden. IIRC sind gewisse Pegelstände von Grossanlagen online abrufbar.

Auch weitere Messdaten werden nicht veröffentlicht, wurde so bekanntgegeben. IMO wäre es jedoch sinnvoller, sämtliche Daten zu unmittelbar veröffentlichen, damit könnten sich Geologen weltewei ein besseres Bild vom Ereigmis machen.

Hier noch was von Youtube: GeologyHub (echter Geologe, nicht so ein Youtube Amateur)
https://www.youtube.com/watch?v=xp8buqZkcj4
https://www.youtube.com/watch?v=ieXUgc7Wd-s
https://www.youtube.com/watch?v=p-j3UVfLYVc
https://www.youtube.com/watch?v=E9XbffSac-I

Hundsmiserabel schlecht gefilmt (Blick), absolut priviliegierten Zutritt und dabei wird schlimmer als ein Anfänger gefilmt (habe früher mal selbst 2/3" 3CCD ENG Kameras bedient):
https://www.youtube.com/watch?v=mGEnr3NFLQo
 
Fab schrieb:
Drohnen-Video von heute.
Wirklich von heute? Auf den heutigen Fotos weiter unten in dem verlinkten Beitrag sieht man, daß eine rote Barriere errichtet wurde, wohl um zu vermeiden, daß größere Bauteile mitgerissen werden. Davon ist auf dem Video nichts zu erkennen.
... und die Musik ist nahezu unerträglich (kann man aber glücklicherweise abstellen, nachdem man keine Kommentare verpaßt)
 
Video wurde per 01.06.2025, 15:29 online gestellt.

Hab auch so meine Zweifel an der zeitlichen Konsistenz der Onlinestellung.
Mir ist ein stattliches, mehrstöckiges Haus am flußaufwärts gelegenen Ende des Sees aufgefallen, das verschont geblieben war.
Dann hieß es ja schon ab Freitag, der See steigt nicht mehr an. Heut seh ich das Haus - das Untergeschoss geflutet!?
 
Thomas SCE schrieb:
Blöde Frage.
Wäre es nicht möglich einen autonomen Bagger ins Risikogebiet fahren und einen wassergraben ausheben?

Da müsstest du schon einige schicken. Ich denke das Wasser wird sich jetzt ein "temporäres" Flussbett schaffen und dann abfließen..
 
Das Wasser abfließen wird ist nicht die Frage, sondern wie. Wenn das ungesteuert passiert kann es durchaus sein, dass der entstandene Damm schlagartig bricht und eine Flutwelle verursacht, die auch noch Gestein mitreist. Auf die Gefahren des Eises im Schuttkegel wurde ja schon hingewiesen. Könnte man das gezielt lenken, wäre das schon hilfreich. Vor allem wäre es natürlich direkt nach dem Bergsturz hilfreich gewesen um das Aufstauen des Wassers zu verhindern. Ging ja aber leider nicht.
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Das Wasser abfließen wird ist nicht die Frage, sondern wie. Wenn das ungesteuert passiert kann es durchaus sein, dass der entstandene Damm schlagartig bricht und eine Flutwelle verursacht, die auch noch Gestein mitreist. Auf die Gefahren des Eises im Schuttkegel wurde ja schon hingewiesen. Könnte man das gezielt lenken, wäre das schon hilfreich. Vor allem wäre es natürlich direkt nach dem Bergsturz hilfreich gewesen um das Aufstauen des Wassers zu verhindern. Ging ja aber leider nicht.
Das ist schon klar alles. Ich denke nur, dass man da jetzt nichts mehr dran ändern kann. Deshalb die defensive Strategie der Behörden erst mal weiter zu evakuieren und abzuwarten.

Man stelle sich nur vor, die Bagger rücken an und genau dann bricht der natürliche Dam.
Selbst bei autonomen Geräten wäre das ein Fiasko.
Wasser fließt doch jetzt schon ab wozu also ein Risiko eingehen.

Neuen Berichten zufolge soll jetzt wieder erhöhte Aktivität am Kleinen Nesthorn gemessen worden sein.
Das wäre natürlich jetzt ein Drama, wenn da noch mehr runter kommt und den Dam sprengt.
 
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