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Felssturz bedroht Blatten

Der Berg gibt noch keine Ruhe.

Am Kleinen Nesthorn werde erneut eine sehr hohe Aktivität registriert; laut Einschätzungen seien noch immer mehrere hunderttausend Kubikmeter Fels instabil. In der Mulde des Birchgletschers habe sich ein kleiner See gebildet. Der Korridor oberhalb des Gletschers fasse etwa 300'000 Kubikmeter, und es könnten Murgänge in diesem Bereich auftreten.
Quelle: Kanton Wallis in einer Medienmitteilung.

Was Gletscherforschende über den Abbruch des Birchgletschers wissen.

Ein Gletschereinsturz mit dem Volumen und dem Schadensausmass wie bei jenem des Birchgletschers, der am Mittwoch 28. Mai 2025 das Walliser Dorf Blatten verschüttete, ist für die Schweizer Alpen ausserordentlich. Zwar brach beim Fels- und Eissturz am Piz Scerscen im April 2024 eine – mit geschätzt acht bis neun Millionen Kubikmetern – vergleichbare Menge an Eis und Schutt ab wie jetzt im Lötschental. Allerdings richtete der Abbruch im Engadin keine solchen Schäden an wie in Blatten.
Quelle: 02.06.2025 | ETH Zürich | WSL News: https://www.wsl.ch/de/news/was-gletscherforschende-ueber-den-abbruch-des-birchgletschers-wissen/

Quelle Pomona Karte: https://storage.googleapis.com/rro-...79380.jpg?alt=media&cacheBuster=1748874249732


PS: Es gibt Internettrolle und andre, die verwechseln die Destination Blatten-Belalp oberhalb von Naters mit dem Dorf Blatten im Lötschental.
 
Was ich mir immer denke, bis Eis schmilzt welches mit Geröll eine Masse bildet kann es ziemlich dauern, weil ein Eis-Geröll-Gemisch sogar noch langsamer schmilzt als normales Eis, ihr könnt ja mal den Wiki-Artikel zu Pykrete durchlesen.

Bei der riesigen Menge, die dort ist, kombiniert damit dass von oben noch was nachkommen kann, kann das hier sehr lange dauern, bis man das Tal wieder als vollständig gesichert einstufen kann.
 
Was ich mich schon gefragt habe - ist der kleine Ort Weissenried oberhalb von Blatten auf der Gegenseite eigentlich auch evakuiert worden? Auf den Bildern sieht es ja so aus, dass "die Welle" bis kurz unterhalb den Hang hinauf gerollt ist und die Häuser dort zum Glück verschont hat.

Wenn der Ort tatsächlich evakuiert wurde, dann habe ich noch mehr Hochachtung vor den Leuten, die das in weiser Voraussicht angeordnet haben.

Wenn der Ort nicht evakuiert worden ist, dann möchte ich nicht dort hinter dem Fenster gestanden haben, als das Unglück passiert ist.
 
oli schrieb:
Was ich mich schon gefragt habt - ist der kleine Ort Weissenried oberhalb von Blatten auf der Gegenseite eigentlich auch evakuiert worden? Auf den Bildern sieht es ja so aus, dass "die Welle" bis kurz unterhalb den Hang hinauf gerollt ist und die Häuser dort zum Glück verschont hat.
Es gab irgendwo ein Schnittbild mit einem Satellitenbild von davor und danach. Da sieht man, dass es in Weissenried genau ein Haus erwischt hat. Sonst ist man auf den Meter genau davon gekommen. Aber es scheint dort in den restlichen Gebäuden wohl zu statischen Problemen zu kommen.
 
oli schrieb:
ich bleibe dabei und sage: Hochachtung vor allen, die die Evakuierung des Ortes / der Region im Vorfeld angeordnet und so viele Menschenleben gerettet haben.

Sehe ich auch so. So viel Mut muss man erst einmal haben. :top:
Ich weiß zwar nicht, wie das bei der Bevölkerung aufgenommen wurde, aber in D hätte man wohl erst tagelang diskutiert und dann hätte sich die Hälfte aus Protest gegen die staatliche Anordnung gestellt, weil viele denken, es besser als die Wissenschaftler zu wissen.
 
Die Schweiz ist da natürlich topologisch bedingt besonders gefordert, aber bei solchen Geschichten frage ich mich immer wieder, was ein Kahlschlag öffentlicher Institutionen (wie gerade in den USA und auch hier von Rechts herbeigesehnt) auf die Sicherheit der Bevölkerung hat - ganz konkret auf diese Behörden. Gigantische Bergmassive regelmäßig zu überwachen und derartige Ereignisse zu progonostizieren, kostet ja schließlich auch was.
 
Aktuell läuft grad eine Evakuierungsaktion wegen eines Bombenfundes in der Kölner Innenstadt. Dazu schreibt der Express ...
Express.png


Ob in Blatten auch jemand auf die Idee gekommen ist, eine selbst geschriebenen Verzichtserklärungen vorzeigen zu wollen.
 
oli schrieb:
Was ich mich schon gefragt habe - ist der kleine Ort Weissenried oberhalb von Blatten auf der Gegenseite eigentlich auch evakuiert worden? Auf den Bildern sieht es ja so aus, dass "die Welle" bis kurz unterhalb den Hang hinauf gerollt ist und die Häuser dort zum Glück verschont hat.

Wenn der Ort tatsächlich evakuiert wurde, dann habe ich noch mehr Hochachtung vor den Leuten, die das in weiser Voraussicht angeordnet haben.

Wenn der Ort nicht evakuiert worden ist, dann möchte ich nicht dort hinter dem Fenster gestanden haben, als das Unglück passiert ist.

Weissenried war nicht evaquiert. Da übernachteten mehr als 10 Personen, als es geschah waren mindestens 5 Personen da. 2 Personen waren bis knapp nach 15:00 im Bereich Bordmattä wo man nach Blatten sieht, also dort wo es dann noch wesentlich weiter hoch ist.
 
oli schrieb:
Aktuell läuft grad eine Evakuierungsaktion wegen eines Bombenfundes in der Kölner Innenstadt. Dazu schreibt der Express ... Anhang anzeigen 298791

Ob in Blatten auch jemand auf die Idee gekommen ist, eine selbst geschriebenen Verzichtserklärungen vorzeigen zu wollen.

Es ist doch sogar eine Person verschüttet worden. Ganz ohne Verzichtserklärung.
 
Ich habe irgendwo gelesen, dass es sich bei dem Vermissten um einen Schafhirten handelt. Vielleicht hat er vom drohenden Felssturz und der Evakuierung gar nichts mitbekommen.
 
Er war außerhalb der Sperrzone:
Das Ausmass des Schuttkegels geht weit über die Sperrzone hinaus, wie aktuelle Satellitenbilder belegen.

Er drang Hunderte Meter weiter vor. Auch gen Südwest. Zum Leidwesen des lokalen Schafhirten Toni* (64), der dort seinen Stall hatte. Er soll sich während der Katastrophe in seinem Stall ausserhalb der evakuierten Zone aufgehalten haben. Zwischen dem Stall und dem Beginn der Sperrzone liegen 300 Meter.

https://www.blick.ch/schweiz/schuttkegel-groesser-als-sperrzone-deshalb-verrechneten-sich-experten-in-blatten-id20924874.html
 
Fab schrieb:

Ich habe in den letzten Tagen in unterschiedlichen Medien gelesen, dass der Schutt sich an manchen Stellen "bis zu 200m" aufgetürmt hat. Ich halte das für maßlos übertrieben. Wenn ich mir dieses Bild (oberer Link) ansehe, dann sieht man (relativ verschont) den Ortsteil Weissenried. Er liegt/lag ca. 200 Höhenmeter oberhalb des Talbodens. Ich weiß nicht an welchen Stellen man gemessen haben will, dass das Gestein sich 200m dick auftürmt.
 
Blatten hatte übrigends mal einen Skilift. 1999 fotografiert:
img013.jpg

https://s.geo.admin.ch/1s1cc5xpv9n6

Die schweizer Landestopographie hat den Bereich nun als Bergsturzgebiet deklariert wobei der eingezeichnete Bereich über den effektiven Schuttkegel hinausgeht.
 
oli schrieb:
Ich habe in den letzten Tagen in unterschiedlichen Medien gelesen, dass der Schutt sich an manchen Stellen "bis zu 200m" aufgetürmt hat. Ich halte das für maßlos übertrieben. Wenn ich mir dieses Bild (oberer Link) ansehe, dann sieht man (relativ verschont) den Ortsteil Weissenried. Er liegt/lag ca. 200 Höhenmeter oberhalb des Talbodens. Ich weiß nicht an welchen Stellen man gemessen haben will, dass das Gestein sich 200m dick auftürmt.

Man kennt doch die Medien: Höhe des höchstgelegenen Schuttpartikels minus der Höhe des niedrigstgelegenen Schuttpartikeln ergibt die Gesamthöhe der Verschüttung. :lach:
 
Das ist eben die traurige Wahrheit.
Diese Aussagen wie "die ganze Welt ist mit Blatten" stimmt insofern, dass die ganze (Medien-)Welt diese Katastrophe für Geld durch ein paar reißerischen Nachrichten ausschlachtet. Einige deutsche Leitmedien sprechen ja von 100m und selbst das halte ich für eine Übertreibung. Also diese Höhe würde ja bedeuten dass es irgendwo im Schutthaufen eine Vertikale Schuttsäule von 100m gibt. Wie eben von @oli erwähnt sieht man ja gut anhand der Ortschaft was ca. 200m wären...

Fühle mit allen Einwohnern von Blatten, die alles verloren haben und jetzt mühselig wieder aufbauen und neu anfangen müssen. Ich hoffe, dass sobald oder wenn überhaupt möglich nochmal eine Welle der Solidarität wie beim Flutunglück vom Ahrtal durchs Land geht. Mit Camps, Bussen und ganz vielen fleißigen Helfern.
 
Ich weiß jetzt nicht was verwerflicher ist, dass Medien möglicherweise übertriebene Zahlen verbreiten, oder, dass das hier scheinbar ein wichtiges Thema ist, dass man unbedingt diskutieren muss. Ob das jetzt 200 m sind oder 50 m ist ziemlich egal, der Ort ist zu großen Teilen weg, die Leute haben ihr Zuhause verloren und wahrscheinlich lässt sich das auch nicht mehr aufbauen. Das ist es doch worauf es ankommt.
Darüber hinaus ist es auch wichtig zu ergründen, warum das passiert ist und welche Konsequenzen man daraus ziehen muss. Aber wie hoch jetzt genau der Schuttkegel ist und wie genau das gemessen wurde Spielt doch keine Rolle.
 
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