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Felssturz bedroht Blatten

Ich wäre mir nicht sicher, ob man das überhaupt irgendwie realistisch hätte Vorhersagen können, vor allem die Wucht, mit der das runterkam, denn auf dem Hang gegenüber wurde es bis ganz knapp vor Weißenried hochgeschleudert. Hätte man das gewusst, hätte man Weißenried vermutlich auch evakuiert, aber man hat es eben nicht evakuiert.

Ich meine, hier weiter vorne wurde auch geschrieben, dass einer der Fachleute sagte, möglicherweise seien im Gletscher drinne größere Mengen Wasser gewesen, was den Sturz beschleunigt, aber man hätte das Wasser innerhalb des Gletschers vorher kaum bemerken können.
 
judyclt schrieb:
Ist das eigentlich alles lokales Schmelzwasser, was da auf der abgerutschten Masse zu sehen ist?
Mehrheitlich ja. Ein Teil ist Regenwasser wo nicht abfliessen kann.
 
...und gibt es schon einen fahrbaren Weg um das obere Teil des Tales und Weissenried erreichen zu können?
Ich hatte mal auf der Karte eine theoretische Möglichkeit oben am Hang gesehen, aber da muss ein steiler Bachgraben überwunden werden...
 
Arlbergfan schrieb:
Damit ich mich am Wochenende fachkundig unterhalten kann: Was sind die aktuellen Pläne zum Wiederaufbau?
Den aktuellesten Artikel den ich finden konnte: https://www.swissinfo.ch/ger/klimaanpassung/blatten-wie-weiter-nach-dem-gletscherabbruch/89529399
Die Walservereinigung Lötschental entstand über den Kirchenchor Ferden, dem Dorf wo jetzt die meisten Blattner untergekommen sind. Wer da so alles anreist weis ich nicht, aber bei 90 Personen werden sicher alle Talgemeinden vertreten sein. Grüsse mir alle recht schön, die meisten werden mich kennen.
Was die Wiederaufbaupläne angeht ist das zweite Bild in den von dir verlinkten Artikel interessant.
Es ist auch eine Option die Gisentella östlich des Dorfes direkt in den grossen See umzuleiten und so den Bereich vom jetzigen Bachbett ( also hinter dem kleinen See in der Mitte des Bildes ) nutzen zu können. Vielleicht nicht unbedingt für Wohnhäuser, aber für die Erschliessung der beiden Felsbänder auf denen es ja noch einiges an freiem Platz hat und wo es vor "normalen Naturgefahren" sicher sein sollte.
Was den Teil östlich der Kirche angeht wird sich zeigen müssen wie hoch die beiden Felsbänder verschüttet sind um diese wieder nutzen zu können, westlich der Kirche wird eher kein Thema mehr sein, da man dort den Schutz durch die natürliche Erhöhung komplett verloren hat.
Mehr weis ich dazu im Moment auch nicht.

ralleycorse schrieb:
...und gibt es schon einen fahrbaren Weg um das obere Teil des Tales und Weissenried erreichen zu können?
Ich hatte mal auf der Karte eine theoretische Möglichkeit oben am Hang gesehen, aber da muss ein steiler Bachgraben überwunden werden...
Weissenried ist fahrtechnisch erreichbar, da wurden zwei bestehende schmale Flurstrassen verbreitert und miteinander verbunden. Massentauglich ist die allerdings nicht und Wintertauglich erst recht nicht. Inzwischen ist man via Region Gassen/Firt irgendwo durch den Wald bis fast nach Eisten. Bestätigen kann ich das nicht, da ich nicht über das Schadensgebiet geflogen bin und zu Fuss nirgendwo hin darf wo man was erkennen könnte.
 
Waren die Geologen in der Lage, innert so kurzer Zeit eine Risikoanalyse zu erstellen, die es bereits erlaubt, die besprochenen Zonen als ausreichend sicher einzustufen, und dies für sowas wie die nächsten 100 Jahren?

Aus welchen Gründen auch immer, ist eine gewisse Erwärmung nicht auszuschliessen. Zudem sind Risiken auch weiträumig zu beurteilen und dabei muss die sichere Zufahrt entlang des gesamten Tals ebenfalls berücksichtigt werden.

Den Schuttkegel, ausser sehr lokal, abzutragen, betrachte ich als ökonomisch nicht sinnvoll. Da würde ich eher in einen für Hochwasser dimensionerten Umgehungsstollen investieren und nicht lange mit unnötigen Studien Zeit verlieren.
Den ganzen Bereich würde ich als Mahnmal so bestehen lassen und ggf. lokal eingreifen, um die Folgen von Umweltschäden zu mindern. Allerdings sollte man dort rationell vorgehen, nicht nach klassischem BAFU-Extremismus (Grenzwerthaarspaltereien, etc.).

Zurzeit scheint die Lage an den Hängen nicht kritisch zu sein, dies kann sich jedoch ggf. kurzfristig verschlimmern.

Bevor man grosse Pläne schlägt, sollte zuerst einmal die Freigabe der Geologen und weiteren Experten vorliegen. Dieser Vorgang benötigt wohl was Zeit, IMO wären 12-18 Monate durchaus realistisch, ggf. auch länger. Möglicherweise sind zudem geologische Erkundungen durchzuführen, usw. Ist hier jedoch nur eine subjektive Laieneinschätzung meinerseits, die keinesfalls auf besonderes Fachwissen beruht.
 
Wie schaffst du es eigentlich immer wieder unterschwellig deine Ablehnung für Umweltschutz einfließen zu lassen, selbst bei einem Thema bei dem es um die Auswirkungen von versäumtem Umweltschutz geht?
 
Der Schuttkegel des Bergsturzes im Val Roseg (Kanton Graubünden, Schweiz) vom Sonntag 2024-04-14 um 06h56 Ortszeit erstreckt sich über 5 km, Personen kamen keine zu schaden so dass nicht gross darüber berichtet wurde.


Der Grundablass (Kote 1265.000 m ü.M.) der Talsperre Ferden des Ausgleichsbecken Ferden ist doppelt ausgeführt, mit je einem Segmentschütz mit vorgeschaltetem Tafelschütz pro Grundablass (insgesamt 2x 110 m3/s). Der Hochwasserüberlauf (Kote 1311.000 m ü.M., ebenfalls dem Stauziel entsprechend) mit freiem Überfall ist für 160 m3/s ausgelegt.
Kote Krone: 1314.000 m ü.M., Kote Fassung 1273.000 m ü.M., Kote Senkungsziel 1280.000 m ü.M. Nutzwasservolumen ca. 1.72 Mio. m3. Eine Kraftwerkstufe (Steg) mit Bruttofallhöhe 664 m und 118 MW Leistung.

Theoretisch könnte man einen kurzen (ca. 250 m) Entlastungsstollen vom Ausgleichsbecken zum Vertikalabluftschacht Fystertellä (Teufe (entspricht Tiefe) ca. 335 m; Raise-Drill Vortriebsdurchmesser 3.80 m) erstellen. Nur hätte da die BLS Netz AG wohl gar keine Freude. :)
 

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Am Wochenende war ich aufgrund einer anderen Verpflichtung in der Region um Visp. Da der Sonntag unverplant war und die Rückreise ohnehin durch den Lötschberg führte, habe ich einen Ausflug auf die Lauchernalp gemacht.

Seit Ende Juli sind wieder Wanderungen oberhalb Blatten möglich. So ist der Lötschentaler Höhenweg ab der Lauchernalp via Tellialp bis zum Schwarzsee begehbar. Genau den bin ich gelaufen - ein wunderschöner Weg. Gleichzeitig sieht man an vielen Stellen sehr gut das Ausmaß der Katastrophe. Ein Abstieg nach Weissenried wäre möglich gewesen, habe ich aber unterlassen. Dorthin sind noch nicht alle Wege geöffnet. Weiter hinunter ins Tal (Eisten, Fafleralp) darf man nicht. Das Restaurant Tellialp ist mangels Strom und Wasser noch geschlossen.

An der Ersatzstraße Fischbiel - Weissenried - Eisten wird noch gearbeitet, auch wenn sie augenscheinlich schon befahrbar ist. Für 2026 plant man eine provisorische Seilbahn Weissenried - Wiler zu bauen. https://www.srf.ch/news/nach-bergsturz-in-blatten-vs-kanton-sorgt-fuer-schnellen-wiederaufbau-von-strassen
https://www.srf.ch/news/schweiz/nach-bergsturz-im-loetschental-blatten-soll-bis-2029-stehen-die-roadmap-fuer-den-wiederaufbau

Auf der Lauchernalp ist ab diesem Winter für die kommenden fünf Jahre ein temporäres Hotel aus Holzelementen geplant. Hinter dem Projekt stehen auch Hoteliers aus Blatten.
https://www.htr.ch/story/hotellerie/temporaeres-hotel-fuer-die-lauchernalp-geplant-43614

Zum Abschluss: aus Gesprächen vor Ort war zu hören, dass die Locals froh sind um alle Touristen, die kommen. Beim Bergsturz wurden mehrere Hotelbetriebe zerstört, deren Gäste nun den Bergbahnen, aber auch allen anderen Betrieben (Supermarkt, Gastro, etc.) fehlen. Auf der Lauchernalp war mäßig Betrieb, ich hätte dank bestem Wetter und Wochenende deutlich mehr erwartet.

Und nun noch Eindrücke vom Bergsturz. Gerne kann ich auch einen Bericht zur Tour selbst schreiben wenn von Interesse.

IMG_7979.jpeg

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IMG_5563.jpeg
 
Danke für den Wanderbericht und auch für den Hinweis, dass der Felssturz jetzt auf Google Maps zu sehen ist.
Immer noch sehr deprimierend, wenn man nach Blatten hinein zoomt und sieht, wie viele Hausnummern unter Schutt und Wasser begraben bzw. abgesoffen sind.
 
Das sieht so aus als ob der Wasserspiegel des angestauten Sees in Blatten ziemlich abgesunken ist? Oder täusche ich mich?
 
Der Seespiegel ist 6 - 7 Meter runter, 2/3 davon geschah natürlich.
Der See ist aber immer noch bis zu10 Mete tief.
 
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