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Festpunktreiter

ATV

Mt. Vinson (6100m)
Was ist das? Wozu dient es?
P1310226.JPG
 
Der Magnet "betätigt" ja den Reed-Kontakt am Laufwerk, der dabei nicht viel mehr als einen Impuls weitergibt. Wie wird das ausgewertet?
 
Sodele ... nächster Anlauf: Abgleich Kabinenposition mit Kopierwerk (Erkennung, dass Laufwerk über Seilreiter fährt (bei bekannter Seilreiterposition), um Position der Kabine festzustellen - und Übertrag, dass Positionsanzeige "am Steuerpult" auch dem entspricht)?
 
Richtig. Da Isotope unter die Strahlenschutzverordung falle, löst man das so. Andere magnetisieren das Seil, wieder andere verbauen einfach ein Zusätzliches drittes Kopierwerk
 
Können Festpunkte codiert werden - i.S.v. kann festgestellt werden, "Kabine Nr. XY fährt über Festpunkt bei Seilreiter ABC", oder nur "Kabine Nr. XY fährt über (irgendeinen) Festpunkt" (und aufgrund der Reihenfolge und Anzahl schon passierten Festpunkte wird daraus geschlossen, welcher Festpunkt soeben überfahren wurde (was aber nicht mehr stimmen würde, wenn ein FP nicht anschlagen würde). Oder sind allenfalls nicht mal die Kabinen "identifizierbar"?
 
Kakadu schrieb:
Können Festpunkte codiert werden - i.S.v. kann festgestellt werden, "Kabine Nr. XY fährt über Festpunkt bei Seilreiter ABC", oder nur "Kabine Nr. XY fährt über (irgendeinen) Festpunkt" (und aufgrund der Reihenfolge und Anzahl schon passierten Festpunkte wird daraus geschlossen, welcher Festpunkt soeben überfahren wurde (was aber nicht mehr stimmen würde, wenn ein FP nicht anschlagen würde). Oder sind allenfalls nicht mal die Kabinen "identifizierbar"?

Für was braucht man das an einer Pendelbahn? Also ich hoffe mal das (im Normalfall) nur eine Kabine pro Seite auf dem Weg ist und da nicht irgendwo ein Geisterfahrer............ :mrgreen:

Aber das was du geschrieben hast wird gelegentlich an besonderen Umlaufbahnen eingesetzt.

Die Fixpunktkontrolle dient dazu das die Anlage kontrollieren kann ob das interne Wegstreckenmesssystem noch dem realen Maß entspricht oder ob sich das Zählwerk verzählt hat. Mit 10 oder 12 Metern in die Station zu rauschen ist nicht so lustig.
 
citta dei sassi schrieb:
Für was braucht man das an einer Pendelbahn? Also ich hoffe mal das (im Normalfall) nur eine Kabine pro Seite auf dem Weg ist und da nicht irgendwo ein Geisterfahrer............ :mrgreen:
Was ist der Pendelbahn im Weg, für dass es so wichtig ist, dass die Wegmessung der Kopierwerke mit der wirklichen Position der Kabine übereinstimmt??

Kabs da nicht kürzlich in Italien so ein Fall? :help:

Kopierwerk wird bei jeder Fahrt auf dem Puffer auf Null gesetzt.
 
Es stimmt daß das Kopierwerk auf Null gesetzt wird beim Durchgang des Testes in der Startphase. Es muß aber vor der Station eine Bremsung eingeleitet werden und da muß das Maß stimmen damit die Absteuerungsrampe eingehalten werden kann. Bei Pendelbahnen redet man ja nicht über 100 Meter sondern eher über 2 bis 3 Kilometer. Zu diesem Zweck dient die Fix- oder Festpunktkontrolle um den theoretischen Wert aus den Encodern (Wegstreckenmessgerät) dargestellt in den Kopierwerken mit der Realität abzugleichen. Sollte der Wert nicht stimmen muß erheblich früher vor der Station abgebremst werden und der Maschinist holt die Kabinen manuell in die Stationen.

Um den Fixpunkt zu markieren gibt es die Möglichkeiten einen Induktionsschalter am Laufwerk zu montieren und diesen über ein Metall laufen zu lassen (wie auf dem Foto) oder ein Magnet in die Seilseele einzuarbeiten und so einen induktiven Schalter zu bedienen (bei Zweiseilbahnen ohne Stützen zum Beispiel).

Das hat aber nichts mit der Tod-Mann-Steuerung zu tun. Das ist immer der Pfeifton ungefähr 150 Meter vor der Station kommt und den Kabinenbegleiter dazu auffordert ein Konsens zu geben um festzustellen das der noch wach ist und die Einfahrt überwachen kann.

Aber ich glaube das hat jetzt nichts mehr in den Rätseln zu suchen.
 
citta dei sassi schrieb:
Aber ich glaube das hat jetzt nichts mehr in den Rätseln zu suchen.
Wieso nicht? Hier ging's doch darum, was der Festpunktreiter kann und wie der funzt und eingesetzt wird. Gerade solche Ausführungen macht's interessant hier! Danke dafür!!!
 
citta dei sassi schrieb:
Es stimmt daß das Kopierwerk auf Null gesetzt wird beim Durchgang des Testes in der Startphase. Es muß aber vor der Station eine Bremsung eingeleitet werden und da muß das Maß stimmen damit die Absteuerungsrampe eingehalten werden kann. Bei Pendelbahnen redet man ja nicht über 100 Meter sondern eher über 2 bis 3 Kilometer. Zu diesem Zweck dient die Fix- oder Festpunktkontrolle um den theoretischen Wert aus den Encodern (Wegstreckenmessgerät) dargestellt in den Kopierwerken mit der Realität abzugleichen. Sollte der Wert nicht stimmen muß erheblich früher vor der Station abgebremst werden und der Maschinist holt die Kabinen manuell in die Stationen.
Richtig. Stimmt die Position des Kopierwerkes nicht mit der wirklichen Position des Fahrzeuges überrein kann das Fatale folgen haben. Um das zu verhindern gibt es in der Steuerung ein Festpunktfenster ca 150m vor der Station. In diesem Fenster muss ein Impuls das Fenster quittieren damit das Fahrzeug in die Einfahrzone fahren kann. Verstreicht das Fenster ohne ein Impuls stellt die Bahn mit NHBB ab. Danach mit krichgeschwindigkeit 0.4m/s kann dann noch eingefahren werden ohne das gefahr besteht. Alternativ lässt es sich mit Überbrückt oder ES auf 1,8m/s erhöhen, damit kann man dann aber schon den Puffer ramponieren.

So sieht es aus wenn etwas mit dem Kopierwerk nicht stimmt.



Jahrelang wurden für die Festpunktmarkierungen sogenannte Isotope eingesetzt, Dazu wurde ein Stück der Seele aus dem Zugseil durch ein strahlendes Isotop ersetzt. Ein Gammarelais in der Antriebstation dedektierte diesen Festpunkt bei der Durchfahrt durch die Station. Radioaktiver Sondermüll ist aber immer ein Problem. Die Entsorgung ist sehr sehr teuer, neue Bahnen mit solchen Systemen sind wege der Strahlenschutzbestimmungen nicht mehr auszuführen. Daher setzt man auf andere Systeme. Einerseits auf den oben abgebildete Festpunktreiter, Alternativ auch auf dem Masten (Adelboden), wieder andere magnetisieren das Seil an einer bestimmten Stelle und letzte Möglichkeit ist der Einsatz von 3 Kopierwerken die sich gegenseitig kontrollieren, zzw eines das den Festpunkt simuliert und so die anderen beiden prüft. Wurden oder werden viele Bahnen so günstig umgebaut. Gammarelais ist was und doch nicht. Komische Fehler und verschleisserscheinungen.
Umlaufbahnen System Giovanola benötigen auch eine Markierung der Spleissstelle auf welcher nicht gekuppelt werden darf.

citta dei sassi schrieb:
Das hat aber nichts mit der Tod-Mann-Steuerung zu tun. Das ist immer der Pfeifton ungefähr 150 Meter vor der Station kommt und den Kabinenbegleiter dazu auffordert ein Konsens zu geben um festzustellen das der noch wach ist und die Einfahrt überwachen kann.
Steinzeitsteuerung? Der grösste Unsicherheitsfaktor ist doch der Mensch selber. Zumindest in der Schweiz nie gesehen. Ziemlich sinnlose Sache. Das Pipsen ist lediglich das akustische Signal für die Einfahrzone. Wenden der Fahrrichtung in diesem Bereich kann auch zu Nothalten führen. Gibt es auch nicht überall.
 
ATV schrieb:
citta dei sassi schrieb:
Das hat aber nichts mit der Tod-Mann-Steuerung zu tun. Das ist immer der Pfeifton ungefähr 150 Meter vor der Station kommt und den Kabinenbegleiter dazu auffordert ein Konsens zu geben um festzustellen das der noch wach ist und die Einfahrt überwachen kann.
Steinzeitsteuerung? Der grösste Unsicherheitsfaktor ist doch der Mensch selber. Zumindest in der Schweiz nie gesehen. Ziemlich sinnlose Sache. Das Pipsen ist lediglich das akustische Signal für die Einfahrzone. Wenden der Fahrrichtung in diesem Bereich kann auch zu Nothalten führen. Gibt es auch nicht überall.

Was? Steinzeitsteuerung? Ja genau deswegen ist der Knopf da. Wenn die Anlage auf Kabinensteuerung läuft sollte wohl der Kabinenbegleiter wach sein..............
 
Also der Kabinenbegleiter muss die Einfahrt quittieren ansonsten = Nothalt? Das heisst diese Überwachungsaufgabe wird von der Steuerung an den Kabinenbegleiter übergeben. Demnach muss ich annehmen, dass die Steuerung ansich nicht in der Lage ist die Fahrt selbstständig sicher zu Ende zu fahren. Damit erfüllt man kaum SIL 3??? Weis ja nicht, aber das ist Technik von vorgestern.
Eine heutige Pendelbahnsteuerung fährt vollautomatisch ohne das ein Maschinist oder Kabinenbegleiter anwesend ist.

Ich bin ja schon eine menge Bahnen gefahren, in der Schweiz praktisch alle. Noch nie musste der Kabinenbegleiter die Einfahrt quittieren. Nach CEN ist es auch nicht vorgeschrieben.

Die Steuerung muss in jedem Fall in der Lage sein selbstständig eine komplette Fahrt auszuführten und dabei immer Sicher sein das alles in Ordnung ist. Wie gesagt, das schwächste Glied ist der Mensch.

Es gibt Pendelbahnen/Standseilbahnen die fahren 24h am Tag da ist kein Überwachender Mensch weit und breit.
 
Servus ATV

Erst mal eine Klärung der Situation: Arbeitest Du auf einer Seilbahn? Wann ja verstehe ich was Du geschrieben hast, wenn nein bist du schon mal in den Komandoständen drin gewesen? Warum wird die ganze Sache zum Teil auf drei Kanälen abgesichert? Sicher nicht zum Spaß sondern um den Menschen die dort in diese Kabine einsteigen die Sicherheit zu geben oben ohne Unfall anzukommen.

Über schweizer Steuerungen kann ich nicht mitreden, bin noch nie mit einer schweizer Seilbahn gefahren, arbeite auf unseren Anlagen viel zu viel. Und wenn ich dann im Sommer mal die Wochenenden frei habe mach ich Extrem-Power-Chouching und bin nicht auf dem Weg noch eine Neue zu finden.

Und hast Du dir auch schon mal Gedanken über die Einflüsse des Wetters gemacht (Wind in erster Linie, Schneefall, Nebel usw)? Das sind Faktoren die nicht zu Steuern sind. Und aus diesem Grund wird bei uns festgestellt wenn die Anlage auf Kabinensteuerung läuft ob der Begleiter noch wach ist. Und wenn der Mensch die Taste nicht drückt ist bei uns immer noch nicht ein Nothalt vorhanden. Nothalt bei uns ist Seilüberwurf, Richtungsirrtum (Getriebbruch oder Antiebswellenschaden), Seilscheibenlagerbruch oder, was hoffentlich nie kommen wird, Zugseilriss (da fällt dann die Laufwerksbremse ein und wenn das Seil dann von oben kommt heißt es beten das die Kabine noch in einem Teil ist).

Nothalt wird immer gerne genannt, klingt sehr spektakulär aber ein dappiger Schifahrer der zu doof ist in einen Sessel einzusteigen ist eine ganz normale Abschaltung auf der steilen Bremsrampe (Aressto Rappido) und kein Spektakel.

Gruß von der Südseite Tirols
 
citta dei sassi schrieb:
S was hoffentlich nie kommen wird, Zugseilriss (da fällt dann die Laufwerksbremse ein und wenn das Seil dann von oben kommt heißt es beten das die Kabine noch in einem Teil ist).

Vorausgesetzt, die Bahn hat noch eine Tragseilbremse....

MFG Dachstein
 
Ne. Die ist so ausgelegt das die zu 100% einfallen muß. Wird über das Zugseil offen gehalten. Ich hab aber auch nur bis jetzt von einem Fall gelesen das diese bremse wirklich mal eingefallen ist (Steht im Wikipedia unter Seilbahnunglücken, morgen mehr dazu, geh jetzt schlafen um fit zu sein für die ich weiß nicht wie vielte Sellarunde................wird langsam fad). Will einer mit?
 
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