Die Höhe der Stütze erklärt sich aus der Trasse - die Betonummantelung aus der Tatsache, dass im Inneren ein Treppenhaus wohl zu Wartungszwecken ist. Ich glaube, dass zu Beginn der 60er Jahre schlichtweg die Erfahrungen im Seilbahnbau - vielleicht auch gerade in Italien - noch nicht so groß waren wie heute bzw. manche Technik noch nicht so ausgereift. Es gab zwar schon einige der bekannten Bahnen, aber das ist kein Vergleich zu heute. Die einzigen Hochgebirgsbahnen Italiens, die früher gebaut wurden, die ich kenne, sind die beiden Plateau Rosabahnen in Breuil. Marmolada war leicht später als Alagna, Tofana, Stilfser Joch und Madesimo waren etwa zeitgleich, Punta Helbronner wohl auch, ebenso Presena Gletscher. Lagazuoi weiß ich nicht, war aber glaub ich auch später, Pordoi weiß ich auch nicht, aber auch die muss in die Zeit fallen. Die Alagnabahn muss so etwa 1959 / 1960 rum geplant wordsen sein. Da gab's außer Plateau Rosa in Italien glaub ich noch keine Bahnen in klimatisch vergleichbaren Bedingungen. Deshalb waren die wohl etwas über vorsichtig, um auf Nummer sicher zu gehen. Daher wohl auch die massive Bauweise der Stationen - die sollten in jedem Fall viele Jahre auch unter schwersten äußeren Bedingungen halten. Abgesehen davon, dass die Winter in der Zeit wohl wirklich krasser waren, stellt man bei vielen Bauwerken aus der Zeit fest, dass die Ingenieure - ohne auf 50 Jahre Seilbahngeschichte und -erfahrungen zugreifen zu können - einen ziemlichen Respekt vor den Naturgewalten hatten und daher oft sehr massiv und sehr auf Nummer sicher gebaut haben. Viele heutige Konstruktionen sind weniger spektakulär, aber schlichter, nürchtener, proffessioneler ausgeführt. Und außerdem ist die Technik weiter - auf die Tofana haben sie die Seile noch mit Bergsteigern rauf getragen und das dürfte in Alagna wohl für die Bauseilbahn auch der Fall gewesen sein. Sogar die einzige Pistenraupe haben sie mit der Bahn raufgebracht (sah sehr geil aus). Da war nix mit Hubschraubern oder so.
Um auf die Stütze zurückzukommen: ein Lawinenschutz kanns kaum sein, aber ich glaube dass sie einfach auch unter schlechten klimatischen Bedingungen in jedem Fall die Wartung der sehr hohen Stütze garantieren wollten - wahrscheinlich war das damals eine der höchsten Stützen der Alpen... und da haben sie sich wohl gedacht, dass sie sie lieber verkleiden und ein Treppenhaus reinbauen. Die Beton verkleidung war wohl auch ein Grund für die Zwischenstation der Bauseilbahn an der Stelle...