Stäntn schrieb:
So ich habe mir selbst auferlegt mich nicht ständig aufzuregen, aber man kommt dem Thema ja nicht aus im Alltag. Ich bin immer noch entsetzt wie wir sehenden Auges in die Katastrophe rennen ohne einen Stopp oder gar einen 180 Grad Drehung machen.
Ich bin täglich entsetzt wie Medien und Politik immer noch nicht aussprechen was da passiert und was das für Folgen hat. Man muss gut suchen um auf Quellen zu stoßen, die nicht rechtsradikal sind. Eine Begrenzung der illegalen Einwanderung (das sind keine Flüchtlinge mehr seit Betreten der EU!) ist das Mindeste, es muss viel weiter gehen. (...)
Dass wir beim Thema Migration / illegale Einwanderung meistens der selben Meinung sind, ist mir schon mehrmals aufgefallen. Aber so aus der Seele hat mir schon lange keiner gesprochen. Auch ich habe mir in den vergangenen Wochen schon mindestens 100 mal vorgenommen, das ganze zu ignorieren. Keine Nachrichten im TV, Zeitung erst auf Seite 5 aufschlagen, Radio zur vollen Stunde ausschalten, off-topic im Forum nicht lesen. Montag bis Freitag seinen Job machen, am WE auf den Mölltaler fahren und hoffen dass diese Völkerwanderung (falls dieser Ausdruck nun wieder mal nicht politisch korrekt sein sollte, bitte ich um Nachhilfe was man denn in deutscher Sprache heutzutage noch schreiben kann ohne dass einem jemand gleich mit Verfassungsschutz droht

) wie ein Naturphänomen von selbst endet. Aber mann kann sich vor dem Thema nicht verstecken, immer wenn man mit irgendjemandem (Freunde, Kollegen, Studenten, (Schwieger)Eltern redet, nach maximal 60 Sekunden ist man beim gleichen Thema angelangt.
Und es gibt doch tatsächlich immer noch Menschen, die ein Haar gutes an dieser Einwanderungswelle finden.
Nun, ich habe in meinem Bekanntenkreis in den letzten 14 Tagen keinen einzigen davon angetroffen. Und ich habe im Bekanntenkreis durchaus auch Leute mit Migrationshintergrund (das ist doch der politisch korrekte Ausdruck, oder ?), die vor gut 20 Jahren selbst als Flüchtlinge aus Bosnien nach Slowenien gekommen sind. Am Höhepunkt des bosnischen Bürgerkrieges hat das kleine Slowenien 70000 bosnische Flüchtlinge beherbergt. Und ich benutze hier das Wort Flüchtlinge, weil damals war Slowenien vor allem für bosnische Moslems wirklich das erste sichere Land, weil Kroatien und Serbien waren ja 'Feidlich'. Aber bosnische Flüchtlinge von 1995 mit den Horden die momentan quer durch unser Land laufen zu Vergleichen, wäre wie die berühmten Äpfel und Birnen zu vergleichen. Was man aber in den vergangenen Tagen, seit unser Land zur Reiseroute der illegalen Migranten wurde, in unseren Medien sehen kann, ist kaum noch zu fassen. Heute hat z. B. eine Gruppe Migranten im Erstaufnahmelager nahe der slowenisch - kroatischen Grenze Betten und Kleider (die sie auf der anderen Seite der Grenze von der kroatischen Karitas geschenkt bekommen haben) verbrannt, weil sie nach ihrer Meinung nicht schnell genug nach Spielfeld gebracht wurden

. Dass sie Decken aus den Zelten, wo sie eine Nacht lang geschlafen haben, mitnehmen, ist ja selbstverständlich (dass deswegen evtl. der nachkommende Migrant keine Decke hat, interessiert sie nicht). Und wenn ihnen die Österreicher eine schönere und dickere Decke geben, landet die in Slowenien gestohlene eben in Spielfeld im Strassengraben. Von Müllbergen die z. T. einen Meter vom leeren Müllsack landen, ganz zu schwiegen. Und wenn sie eine Kamera sehen wird nur geschimpft: wir warten hier schon seit einem Tag! Warum dauert der Transport nach Österreich so lange? Croatia no good. Serbia no good. Hungary very bad. Gestern hat sich so ein bärtiger 30 - jähriger beim Journalisten beschwert, dass es im Regen nass geworden ist

. Wie war das schon mit der gebildeten syrischen Mittelschicht??
Wie angesichts der aktuell stattfindenden Invasion die öffentliche Meinung in unserem Land ist, könnt ihr euch vorstellen. Obwohl in den beiden grössten Online - Newsportalen migrantenkritische Beiträge regelmässig entfernt werden (China und Iran wären stolz!), wobei der staatliche linksgerichtete rtv.slo bei der Zensur etwas fleissiger ist als der mitte-rechts orientierte siol.net, lassen sich die Leute keinen Maulkorb mehr anlegen. Unmut über die Politik der USA (Kriege entfachen und sich dann zurückziehen), Unmut über Griechenland (trotz überzüchteter Armee nicht im Stande die Grenze auch nur annähernd zu sichern), Unmut über die Politik Kroatiens (das einzige was sie machen ist Migranten auf schnellstem Weg bis knapp vor die slowenische Grenze zu fahren), Unmut über die Politik Merkls (dies ist IMO selbsterklärend

). Und extrem viel Kritik an unserer Regierung, obwohl die Invasion absehbar war, hat man bis zuletzt gewartet und gehofft dass der Sturm irgendwie an uns vorbeigeht, und nun wo auf allen Ecken und Enden illegale unregistriert durchs Land laufen, verabscheiden sie in Nachtsitzungen und viel zu spät ein paar halbherzige Massnahmen

. Lob gibt es hingegen für Orban, ein paar gute Worte auch für Österreich das uns wenigstens ein wenig hilft. Die Lösungsvorschläge wollt ihr wahrscheinlich nicht hören, Grenzzaun ist da noch die sanfte Variante. Ich sag mal vorsichtig, zum Glück sind hierzulande die Waffengesetze sehr restriktiv ...
Links zum aktuellen Zustand:
http://orf.at/stories/2305052/2305053/
http://steiermark.orf.at/news/stories/2737792/