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Gelenkbusse

Also ich kann mich mit den Dingern nicht anfreunden. Wenn man sie führ wechselnde Veranstalltungsverkehre nutzt sind sie ja noc vernünftig, aber für regelmäßigen Linienverkehr finde ich Straßenbahnen besser. Ausnahme ist natürlich wenn die Strecke wegen der Steigung mit Trams nicht zu machen ist.
 
Dachstein schrieb:
Erstes lässt sich das Gelenk fürs Rückwärtfahren sperren und zweitens besitzen Gelenkbusse eine Abknicksicherung (Knickschutzsteuerung).
Wie funktioniert denn so ein Sperren des Gelenks? Muss das der Bus genau gerade stehen? Ich denke, dass das aber dann nur zum geradeaus zurückfahren geeigent ist..? Wäre meiner Meinung nach unbrauchbar, wenn man rückwärts einen 8-er fahren will. :?:

Und was ist eine Knickschutzsteuerung? Wie wird das verhindert, dass man den übersteuert? Wenn ich voll nach rechts steuere und einfach zurückfahre... was passiert dann?
Ich denke dass es heute gar nicht mehr so schwer sein sollte, das in dem Display beim Fahrer anzuzeigen. Wenn da z.B. stehen würde, dass man gerade bei 20 Grad Knickwinkel ist und bis 25 Grad geht es... Fände ich praktisch. Gibt es das schon?
 
Hi Super was ihr da gemacht habt, hab das erst jetz entdeckt ...
Mir iss eingefallen, es gab vor einigen Jahren -- als die Busse noch ne Form hatten, die mir persönlich besser gfallen haben, als die heutigen -- schon mal einen Versuch mit nem MAN Doppelgelenkbus. Nur irgendwie hab ich es nicht geschafft mit dem mitzufahrn. Jedenfalls hat letztes jahr in München Giesing ( gleich hinter meiner Wohnung ) ein MVG ( Münchner Verkehrs Gesellschaft) Museum aufgemacht, und da iss n Bild drinnen .
Irgendwie hat sich das ganze net so bewährt, -- es blieb bei dem Versuch.
Aber das Bild kann ich euch gern zeigen ... iss wie gesagt ein Foto aus dem MVG Museum
j15x8j.jpg


Für die MÜnchner , das Bild stammt vom Ratzingerplatz, die damalige Linie 41 war die westliche/ nördliche Ringlinie, die mit dem 44 er den ganzen Ring umrundete. Ursprünglich war das die Linie 60, die mit dem ganz alten Metro MAN aus dem Jahre 65 befahren wurde. Und dann mit MAN / Setra Gelenkbussen im Mischbetrieb.
 
Erstes lässt sich das Gelenk fürs Rückwärtfahren sperren und zweitens besitzen Gelenkbusse eine Abknicksicherung (Knickschutzsteuerung).
Bei Gelenkbussen lässt sich das Gelenk für die Rückwärtsfahrt nicht sperren.
Dies trifft für alle Gelenkbusse zu, unabhängig vom Hersteller.
Aus diesem Grund haben die Fahrzeuge ja auch einen Knickschutz eingebaut. Ohne diesen Schutz würde die Gefahr bestehen, dass bei einem zu engen Winkel zwischen beiden Wagenteilen die Gelenkvorrichtung zersört wird.
Die Rückwärtsfahrt geschieht generell nur im Schritttempo und über die Außenspiegel. Bedingt durch den beengten Sichtwinkel gibt es Bestimmungen, z.B. im öffentlichen Verkehrsraum nur mit einem Einweiser rückwärts zu fahren, der auch die fahrdynamischen Eigenschaften eines Gelenkbusses kennt (dieser Enweiser muss auch eine Betriebsfahrberechtigung für Gelenkbusse haben).
Hallen für Gelenkbusse haben eine Ein- und Ausfahrt, so dass keine Rangierfahrt notwendig ist.
Dresdner
 
Das hab ich einmal erlebt, daß der Gelenkbusfahrer die Kurve nicht richtig genommen hat -- und Rückwärtsfahren mußte. Ouh, das hat lang gedauert...
 
Endlich mal was wo ich auch mitreden kann... :D
Hallen für Gelenkbusse haben eine Ein- und Ausfahrt, so dass keine Rangierfahrt notwendig ist.
Halt ich für ein Gerücht :mrgreen:
Arbeite als Elektriker seit 20 Jahren bei den Erfurter Verkehrsbetrieben und muss fast täglich mit Gelenkbussen rückwärts rangieren :D

@schifreak An dem alten MAN Gelenkbuss hab ich auch mitgewirkt....
Der wurde in Erfurt beim Oldtimerclub "restauriert".
Und der Chef vom Club ist auch mein Chef in der Firma und so wurde ich einige Male dorthin "delegiert" :biggrin:
Allerdings ist die Ausführung der (meisten) Arbeiten durch den Club, naja
eher nicht so gelungen. Zumindest nicht was ich unter "Oldtimerrestauration" verstehe. Aussgeschlossen natürlich die Arbeit einiger Kollegen von mir und meine eigene :D

Haben aber auch wenige Fachleute zur Verfügung. Und das ganze war mit Sicherheit 2 Nummern zu gross für die Erfurter.
Da hat mein Chefe ganz sicher wieder an irgendeinem Stammtisch :bia:

Gruss Nils
 
Hi, da sagt jemand die Wahrheit-- unter www.omnibusclub.de iss unter dem besagten MAN Gelenkbus eine umfangreiche Beschreibung, unter dem man auch den Erfurter Oldtimerclub findet. Die Münchner warn demnach begeistert von den Arbeiten der Erfurter.

Das darfst glauben, daß ich damals ganz schön geschaut hab, als ich den Bus in der nächsten Seitenstrasse von meiner früheren Münchner Wohnung gesehn hab. Das iss im übrigen die Säbener Strasse, FC Bayern Fans kennen die Strasse gut, ein paar hundert Meter iss das Trainingsgelände, sowie die Zentralstation vom FCB.
Ich fahr mit meiner alten 50 er am besagten Bus vorbei, und dahinter stand der SETRA Gelenkbus( auch im Bestand vom OCM und auf deren Homepage abgelichtet). Der war dekoriert für eine Studentenparty, und ich hab mit dem Chef gesprochen -- der ganz spontan den MAN angeschmissen, Tür zu und ab auf ne Privatrundfahrt durch München - Harlaching. Das war Super ... der hat so nen geilen Sound... ich muß ja zugeben, daß ich net nur Seilbahn Fan bin, sondern auch n Omnibus - Motoren Sound Fetishist bin... vor allem Oldtimerbusse habens mir angetan. Mit Falttüren bevorzugt. Da hab ich natürlich den Vorteil, daß ich mit Baujahr 1963 da einiges erlebt hab. Die heutigen jungen kennen nur noch eckige Busse, die heutzutage überall gleich aussehn. Aber damals -- das warn schon geile Zeiten. Und ich hab ja direkt die Haltestelle vorm Fenster ghabt. Bei den Setra Bussen -- die abwechslend mit MAN Bussen fuhren -- kannte ich jeden Bus am Sound. Die Setrabusse hatten alle irgendwas markantes.
Leider bin ich irgendwann mal am Omnibusbetriebshof Steinhausen vorbeigefahrn -- und sah dort eine riesige Rauchwolke. Genau da warn die Setra Busse abgestellt... danach warns von 12 nur noch 5 ...glaub ich jedenfalls, steht bestimmt auch auf der OCM Homepage.
Naja -- jetz brauch ma Busse -- aber woher ? -- Augsburg war die Lösung. Da kamen dann gelbe und grün - orange Busse. Von MAN. Da hat ma dann ne echte Abwechslung. Neben MAN und den Setras ( eine einmalige Aktion, Setra hat ma in München nur im Bereich Privat und Überlandbusse) hat ma auch noch n paar MB Gelenkbusse.

Was mir auch immer gut gefallen haben, die Ikarus Busse. Da wars n riesen Vorteil, daß ma mit der Osten-Öffnung auch deren Busse kennen lernen durfte. Vor allem in Berlin, da warn die groß im Ostteil vertreten, im Westteil warn Doppeldecker von MAN im Einsatz. Vorher waren s welche von Büssing. Da war auch was sehr seltenes -- in den meisten Städten sind die Unterführungen zu niedrig, da kann ma mit Doppeldeckern nix anfangen. Aber Berlin iss anders...
Mittlerweile auch nicht mehr. Da war neulich ein Bericht in der Zeitung, ein Gelenkbusfahrer mußte nach seinem Einsatz einen Doppeldecker ins Depot fahrn. Naja, was iss passiert ? Der Fahrer dachte nicht daran, daß er noch einen Stock drüber hat, und fuhr prompt in eine falsche Eisenbahnunterführung. Danach war der Bus ebenfalls ein Eindecker...

Jedenfall -- um wieder zu meinem ``Liebling - MAN von 1965 `` zurückzukommen, da hab ich ein Foto, wie ich ihn das erste mal nach seiner Münchner Abstellung wieder vorgefunden habe...
2lt6fbn.jpg
 
Hier iss einer der IKARUS Busse -- letztes Jahr in Fürth, da war ein Groß Stadtbus Treffen-- dieser iss aus Cottbus. Es gab da verschiedene Ausführungen, in Berlin hatten diese Busse 4 Türen, in Cottbus langten anscheinend 2 ... vermutlich Überlandbus.
Im übrigen, die Farbe wär für München auch ideal passend...

9icnl2.jpg
 
Mal so zum Drüberstreuen:

Patent zur Verriegelungsvorrichtung für einen Gelenkbus. Ist aber nach Beschreibung nur für Kurvenfahrten aktiv.

Patent für "VORRICHTUNG ZUM SPERREN DES GELENKS VON GELENKFAHRZEUGEN"

Darin steht:

Durch die DE-OS 2 420 203 ist eine Verriegelungsvorrichtung der genannten Art für einen Gelenkbus mit Heckantrieb zum Verhindern des Überschreitens eines maximalen Knickwinkels zwischen vorderem Fahrzeugteil und dem Nachläufer bekannt geworden. Bei dieser Vorrichtung misst ein Sensor den Einschlagwinkel zwischen den Rädern der Vorderachse und der Achse des vorderen Fahrzeugteiles und ein weiterer Sensor den Knickwinkel zwischen der Längsachse des vorderen Fahrzeugteiles und der Längsachse des Nachläufers. In einem Rechner wird der dem jeweiligen Einschlagwinkel zugeordnete zulässige maximale Knickwinkel berechnet und die entsprechende Grösse mit der jeweiligen Knickwinkelmessgrösse in einem Vergleicher verglichen. Gleichzeitig ermittelt ein weiterer Messwertgeber die Richtung der Auslegung (nach links oder rechts).

Beim Fahren wird der Winkel gemessen, den der Nachläufer haben darf, will der Nachläufer den höchstzulässigen Winkel (beim Geradeausfahren 0 Grad) überschreiten, wird das Gelenk gesperrt.

Allerdings lese ich immer nur Schubgelenkbus. Bei dem Bus, bei welchem mir das mit der Gelenksperre erklärt wurde, was ein Gräf und Stift O Bus mit Antrieb auf der Mittelachse.

@ Dresdner: woher nimmst du eigentlich den Wissen? Arbeitest du eventuell bei dem ortsansässigen Verkehrsbetrieben? ;)

MFG Dachstein
 
@Dachstein
http://www.hubner-germany.com/News/Gelenke+mit+Geschichte.html
Hübner ist Weltmarktführer im Bereich Drehgelenke.
"Gelenksperre" was du meinst ist nichts anderes, als das bei Überschreiten
eines bestimmten Knickwinkels bei Rückwärtsfahrt die FAHRZEUGBREMSE automatisch betätigt wird um eine Beschädigung des Gelenks zu verhindern.

@Dresdner
z.B. im öffentlichen Verkehrsraum nur mit einem Einweiser rückwärts zu fahren
Geb ich dir Recht.

der auch die fahrdynamischen Eigenschaften eines Gelenkbusses kennt (dieser Enweiser muss auch eine Betriebsfahrberechtigung für Gelenkbusse haben).

Wäre mir neu :?
Quelle?

Im Prinzip ist es egal wer den Einweiser macht. Er soll den Fahrer ja nicht einweisen sondern nur vor rückwärtigem Verkehr warnen bzw. Hindernisse anzeigen. Die Verantwortung hat weiterhin der Fahrer!

Mein Wissen stammt vom Fahrlehrer, der in unserer Firma die Busfahrer
ausbildet. 3 jüngere Kollegen von mir haben erst in diesem Jahr den Busschein gemacht und können das so bestätigen :!:

Gruss Nils
 
Zu den Fragen.

1. Gelenksperre
Hier ist zu klären, was darunter gemeint ist. Wenn die Vorrichtung gemeint ist, die die Rückwärtsfahrt bei Unterschreitung eines bestimmten Knickwinkels verhindert, dann gibt es natürlich eine solche Vorrichtung (Knickschutzschaltung). Es gibt jedoch keine Vorrichtung, mit deren Hilfe man bei einem bestimmten Winkel das Gelenk arretieren (sperren) kann um dann in diesem Winkel weiter zurückzufahren.

2. Hallen für Gelenkbusse
Schon aus technologischen Gründen (zusätzliche Rangierzeit) baut bestimmt kein Unternehmen mehr neue Hallen oder andere Abstellmöglichkeiten, die eine Rückwärtsfahrt zwingend erforderlich machen. Selbstverständlich kann ein Gelenkbus auch rückwärts eingeparkt werden.

3. Regeln für die Rückärtsfahrt
Allgemeingültige Regeln gibt es dazu nicht. Jedes Verkehrsunternehmen legt selbst fest, welche Anforderungen bei Rückwärtsfahrten zu erfüllen sind. Dabei wird differenziert, ob die Fahrt im nichtöffentlichen Bereich oder im öffentlichen Verkehr erfolgt. Die Regeln für den nichtöffentlichen Bereich enthält die jeweilige Betriebshofordnung. Die Regeln für den öffentlichen Bereich sind in Verkehrsdienstanweisungen enthalten. Diese können in den Erfurter Verkehrsbetrieben inhaltlich anders gefasst sein als in unserem Unternehmen, den Dresdner Verkehrsbetrieben. Bei uns gilt für den öffentlichen Verkehrsraum eine Einweisungspflicht durch Personen, die ebenfalls eine BFB für Gelenkbusse haben - andere Fahrer, Werkstattpersonal mit BFB, Verkehrsmeister (diese haben bei der DVBAG generell BFB für alle Busse und Schienenfahrzeuge des Regelverkehrs). Die einzige Ausnahme ist das Rückwärtsfahren nach Anweisung von Polizeibeamten.

4. zwei Zitate von ramon23
a.)
Arbeite als Elektriker seit 20 Jahren bei den Erfurter Verkehrsbetrieben und muss fast täglich mit Gelenkbussen rückwärts rangieren
b.)
Mein Wissen stammt vom Fahrlehrer, der in unserer Firma die Busfahrer
ausbildet. 3 jüngere Kollegen von mir haben erst in diesem Jahr den Busschein gemacht und können das so bestätigen
Fährst du ohne entsprechende Ausbildung Gelenkbus im nichtöffentlichen Bereich? Bei uns hat jeder, der ein Fahrzeug bewegen darf die entsprechende Ausbildung und eine BFB.
Aber ok, wenn das in Erfurt so gehandhabt wird ...

5. Dachstein schrieb:
Arbeitest du eventuell bei dem ortsansässigen Verkehrsbetrieben?
Ja, seit der Wende bei der DVBAG im Busbereich.
Alle Informationen zu unserem Unternehmen findest du unter http://www.dvbag.de
Dresdner
 
Hallo Dresdner!

Ich habe keine Berechtigung zur Personenbeförderung, aber natürlich die
entsprechende Fahrerlaubnissklasse um einen Gelenkbuss, auch im öffentlichen Bereich bewegen zu dürfen, zB.für Probefahrten :) mit entsprechender betrieblicher Ausbildung :!:

Das es keine Allgemeingültige Regeln fürs Rückwärtsfahren gibt, hast du in dem entsprechenden Post nicht so dargestellt. Wollte das nur geraderücken :lol:

Auch wir in Erfurt haben natürlich Abstellhallen mit Ein-und Ausfahrt.
Aber zB. in unseren Werkstatthallen ist es nicht immer möglich mit dem Fzg. vorwärts rauszufahren, weil zB. ein defektes Fzg. im Weg steht.
Und rückwärtsrangieren mit einem Schubgelenkbus ist wirklich nicht schwer :D

Es gibt jedoch keine Vorrichtung, mit deren Hilfe man bei einem bestimmten Winkel das Gelenk arretieren (sperren) kann um dann in diesem Winkel weiter zurückzufahren.

Richtig und das ganze würde auch keinen Sinn machen.


Gruss Nils
 
ramon23 schrieb:
eines bestimmten Knickwinkels bei Rückwärtsfahrt die FAHRZEUGBREMSE automatisch betätigt wird um eine Beschädigung des Gelenks zu verhindern.

Was meinst du mit Fahrzeugbremse? Wird da die Feststellbremse durch entlüften betätigt? Es muss ja dann eine Möglichkeit geben, das irgendwie zu quittieren (evtl. durch schalten in eine Vorwärtsfahrstufe)?

Übrigens: Beim Rückwärtsfahren braucht man immer einen Einweiser, wenn man als Fahrer den rückwärtigen Verkehrsraum nicht einsehen kann.
Daher ist z.B. ein Einweiser nicht nötig bei:
- Einem normalen PKW, weil der Fahrer da nach hinten blicken kann.
- Wenn eine Kamera nach hinten vorhanden ist.

In den meisten Fällen wäre daher für LKW's und Busse ein Einweiser nötig...
Dass der Einweiser eine spezielle Ausbildung haben muss, ist mir nicht bekannt. Aber das können natürlich innerbetriebliche Regelungen vorschreiben.
 
Nein, die Wirkungungsweise ist wie bei der Haltestellenbremse und nicht wie bei der Feststellbremse.
Richtig





Es muss ja dann eine Möglichkeit geben, das irgendwie zu quittieren (evtl. durch schalten in eine Vorwärtsfahrstufe)?
Entweder durch schalten in eine Vorwärtsfahrstufe oder Betätigen des Notlöseschalters. Allerdings ist dann Vorsicht geboten, da es keinen Knickschutz mehr gibt.

Gruss Nils
 
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