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Gian Franco Kasper

Danke für den Link; sehr aufschlussreich.
Ohne Überschrift hätte das auch gut als Satire durchgehen können. Hoffentlich meint er das nicht alles wirklich ernst; das wäre schon sehr sehr traurig - vor allem für ihn selbst.
 
Gibt es in der Schweiz irgendwo eine Akademie an der (vorsichtig gesagt) wundersame Verbandspräsidenten ausgebildet werden?
 
Hab von dem bisher noch nie etwas gehört, Name komplett unbekannt.
Finde das Interview gut. Nimmt kein Blatt vor dem Mund, sagt seine Meinung und da stecken viele Wahrheiten drin.
 
Danke starli. Endlich mal jemand, der das etwas differenzierter sieht. Mit einigen Dingen hat er schon Recht. Waldsterbenhysterie zum Beispiel. Wir fuhren damals längere Zeit deswegen 100 km/h auf der Autobahn, sonst gäbe es heute keinen Baum mehr... ;-)
Er provoziert halt gerne.
In der Schweiz ist er sehr bekannt und im olympischen Umfeld sowieso.
 
Servus zusammen,

ich bestreite nicht, dass da Wahrheiten dabei sind, leider aber gepaart mit einigen aus meiner Sicht recht abstrusen Standpunkten in einer Abfolge, welche die Aussagen, denen ich beipflichte, untergehen lässt. Und vor 10 Jahren hätte er dass wahrscheinlich so formuliert, dass es ihm nicht öffentlichkeitswirksam um die Ohren fliegt und das schreibe ich bei ihm den Auswirkungen des Alterns zu :wink:

Nur einige Beispiele aus meiner Sicht:

Die Aussage, dass Skifahren auch auf Kunstschnee wahrscheinlich umweltfreundlicher ist, als die Fernflugreise (das lese ich da mal verkürzt aus dem Abschnitt mit raus und sehe ich auch so) direkt gefolgt von der Einstellung "Wo ist der Klimawandel" weil wir gerade viel Schnee haben und in Korea letztes Jahr -35 Grad; letzteres hat schon was von Trump.

Auch beim Borkenkäfer bin ich bei euch, direkt im Anschluss meint er dann Skifahren sei energieintensiv; da widerspricht er seiner eigenen Argumentation.

Dann auf der einen Seite die Kritik an Aufwand und Kosten der Olypmischen Spiele, die ich Teile, gefolgt von der Aussage, dass er aus geschäftlichen Gründen am liebsten nur noch in Diktaturen gehen würde :naja:

Der Inhalt des Interviews ist für mich als Gesamtprodukt halt nicht schlüssig und teilweise schon fast wirr anmutend (vor allem weil ich ihn vor Jahren halt oft besser erlebt habe, damals halt noch pointiert auf den Punkt, auch provizierend, aber alles im Zusammenhang schlüssig). Deswegen mein Punkt mit dem Alter :ja:
 
Das mit den Diktaturen nennt er doch nur im Zusammenhang mit den Umweltverbänden. Die machen ihm das Leben so schwer, dass es einfacher ist, mit Diktatoren zusammen zu arbeiten. Kann ich durchaus nachvollziehen, ohne irgendwelche Diktaturen goutieren zu wollen.
 
ski-chrigel schrieb:
Das mit den Diktaturen nennt er doch nur im Zusammenhang mit den Umweltverbänden. Die machen ihm das Leben so schwer, dass es einfacher ist, mit Diktatoren zusammen zu arbeiten. Kann ich durchaus nachvollziehen, ohne irgendwelche Diktaturen goutieren zu wollen.

Mit den Dikaturen sind auch die finanziellen Aspekte einfacher (Finanzierung, Folgenutzung nutzloser Sportstätten, Steuerbefreiung, persönliche Betreuung etc.) und damit wird ein Schuh drauß.

Wie er dazu wirklich steht können wir alle nur vermuten.

Aber es ist ja so: In unseren Breiten gibt es ja kein echtes sportliches Großereignis mehr, für (bzw. gegen) dass es nicht eine Volksabstimmung gibt. Damit du eine Mehrheit für eine Bewerbung bekommst, musst du als Befürworter zusehen, dass du nicht zuviele Leute verprellst. Mit dem Thema Naturschutz kaufst du dir heute wahrscheinlich 25-30% Gegenstimmen ein (wäre ja aber keine Mehrheit dagegen), aber gerade die finanziellen Themen und die Gigantomanie des Apparats (und das kritisiert er ja selbst) kosten dich die den Rest und damit die Mehrheit. Wenn er aber eigentlich solche Veranstaltungen nicht nur in Dikaturen sehen will, dann sollte er als oberster Repräsentant des organisierten Skisports entsprechend taktisch agieren und dass tut er hier glaube ich nicht.

Seine Überlegungen zu diesem Thema, die auch aus meiner Sicht schon konsequent sind (ich befürchte ja selbst, dass wir auf absehbare Zeit Olympische Spiele nur noch in ähnlichen Staaten wie China etc. sehen werden, da sich am Ende gar niemand anders mehr bewirbt) lanciert man dann z.B. besser als "Arbeitsgruppenergebnis" um dann z.B. zu sagen, wir wollen das ja nicht so, aber was bleibt uns übrig wenn sich weder die Bevölkerung noch z.B. das IOC in ihren Positionen bewegen.

Auch wenn ich mich da jetzt wiederhole; ich fürchte er verfügt da nicht mehr über die notwendige geistige Frische :wink:
 
Große Veränderungen ...

Kasper:... stehen somit eher nicht an. Wir werden auch künftig von oben nach unten fahren.

:lach:

An sich war das erste Interview ja auch nicht verkehrt, nur kommt es nicht nur darauf an was man sagt, sondern auch wie. Und hier erwartet man vom Vorstand einer der sicher weltweit bedeutendsten Sportverbände eher eine diplomatische Art, welche er nun nicht unbedingt gezeigt hat :wink: Aber auch mal erfrischend, besser als die Heuchler von IOC und FIFA allemal!
 
ski-chrigel schrieb:
Das mit den Diktaturen nennt er doch nur im Zusammenhang mit den Umweltverbänden. Die machen ihm das Leben so schwer, dass es einfacher ist, mit Diktatoren zusammen zu arbeiten. Kann ich durchaus nachvollziehen, ohne irgendwelche Diktaturen goutieren zu wollen.

Stimmt nicht. Er hat es generell gesagt. Und das ist einfach nur widerlich! Auch wie lapidar Umweltzerstörungen hingenommen werden ("in China war schon gefällt") schockiert mich. Natürlich wurden vom Club of Rome oder wegen Borkenkäfer manche Gefahren übertrieben. Aber die haben wirklich was bewegt - wir haben heute eine bessere Luft etc. Zudem kritisiert er Bürgerrechte bzw. äußert sich abfällig über Volksbegehren. Er lässt sich von menschenverachtenden Diktatoren vor den Karren spannen, nur dass er seine Spiele problemlos durchführen kann. Er weiß sicher über Zwangsarbeit, Verschleppungen, Folter, ... Aber es stört ihn nicht.

Zudem leugnet er den Klimawandel. Wahnsinn.

Die Meinung schockiert mich. Und Leute, welche dies gutheißen bzw. relativieren schockieren mich auch.
 
EKL schrieb:
Große Veränderungen ...

Kasper:... stehen somit eher nicht an. Wir werden auch künftig von oben nach unten fahren.

:lach:

An sich war das erste Interview ja auch nicht verkehrt, nur kommt es nicht nur darauf an was man sagt, sondern auch wie. Und hier erwartet man vom Vorstand einer der sicher weltweit bedeutendsten Sportverbände eher eine diplomatische Art, welche er nun nicht unbedingt gezeigt hat :wink: Aber auch mal erfrischend, besser als die Heuchler von IOC und FIFA allemal!

Auch er wird sich die Taschen vollschaufeln wie alle anderen auch.
 
icedtea schrieb:
Servus zusammen,

ich bestreite nicht, dass da Wahrheiten dabei sind, leider aber gepaart mit einigen aus meiner Sicht recht abstrusen Standpunkten in einer Abfolge, welche die Aussagen, denen ich beipflichte, untergehen lässt. Und vor 10 Jahren hätte er dass wahrscheinlich so formuliert, dass es ihm nicht öffentlichkeitswirksam um die Ohren fliegt und das schreibe ich bei ihm den Auswirkungen des Alterns zu :wink:

Nur einige Beispiele aus meiner Sicht:

Die Aussage, dass Skifahren auch auf Kunstschnee wahrscheinlich umweltfreundlicher ist, als die Fernflugreise (das lese ich da mal verkürzt aus dem Abschnitt mit raus und sehe ich auch so) direkt gefolgt von der Einstellung "Wo ist der Klimawandel" weil wir gerade viel Schnee haben und in Korea letztes Jahr -35 Grad; letzteres hat schon was von Trump.

Auch beim Borkenkäfer bin ich bei euch, direkt im Anschluss meint er dann Skifahren sei energieintensiv; da widerspricht er seiner eigenen Argumentation.

Dann auf der einen Seite die Kritik an Aufwand und Kosten der Olypmischen Spiele, die ich Teile, gefolgt von der Aussage, dass er aus geschäftlichen Gründen am liebsten nur noch in Diktaturen gehen würde :naja:

Der Inhalt des Interviews ist für mich als Gesamtprodukt halt nicht schlüssig und teilweise schon fast wirr anmutend (vor allem weil ich ihn vor Jahren halt oft besser erlebt habe, damals halt noch pointiert auf den Punkt, auch provizierend, aber alles im Zusammenhang schlüssig). Deswegen mein Punkt mit dem Alter :ja:

Das Skifahren umweltfreundlicher ist als jegliche Fernreise stimmt ja sogar der WWF zu. Die haben umfangreiche Studien gemacht. Die Anreise ist zudem das schlimmste.
 
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