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Gletscher-Abschmelzung

ich habe diese thema zwar schon mal im in der disskussion zur aktuellen situation auf den gletschern angeschnitten aber ich finde dass hintertux verglichen mit anderen gletscherskigebieten noch so ziemlich am besten darsteht
vor allem der schmiedinger und der maurerkees sehen mittlerweile in den sommermonaten mehr als erbärmlich aus: vor allem der berreich talstation kitz und keeslift besteht nur mehr aus einer wenigen (wenn überhaupt) meter dicken eiskruste
auch der retttenbach und tiefenbachfernen verlieren von jahr zu jahr erneut gewaltiges an masse (trotz massiver versuche der bergbahen zu retten was nur geht)
von den gletschern frankreichs, italiens und der schweiz gar nicht zu reden
 
Ich finde nicht, dass der Tuxer Ferner da wesentlich besser da steht:

- Felsen unterhalb der Station 3a,b
- Felsen mitten im TFH-Hang
- Eisbruch zerfällt => Kaserer-Gipfel mittlerweile vom TFH aus sichtbar
- Riepenkees (Schlegeis-3SB) zerfällt vor allem im Bereich Lifttrasse und schwarze Abfahrt
 
Hallo!

Der wissenschaftliche Bericht aus derm Handelsblatt war echt interessant. Ich hab mal gehört, dass aufgrund dieser starken Temperaturschwankungen man von einer Zwischenphase zwischen einer Warm- und Eiszeit. Die Wissenschaft geht davon aus, dass ein Abbrechen des Golfstromes die Durchschnittstemperatur/ Jahr um circa 3 Grand Celcius plötzlich sinken würde. Ich bin nicht Experte genug um zusagen, ob das zu einer Vergletscherung bis in die Mittelgebirge (z.B. Bayrischer Wald) reichen könnte oder nicht. Das wäre auf jeden Fall eine drastische Änderung des Wetters in Nordeuropa.

Schreibt bitte Eure Meinung!
 
Zu einer Vergletscherung in den Mittelgebirgen werden 3 grad sicherlich nicht reichen, wohl aber zu einem absinken der Waldgrenze dort auf etwa 800-1000m je nach Exposition, selbst die Höhenzüge im Norden, wie etwa Sauerland, Erzgebirge etc. wären dann Baumfrei. Gletschvorstöße würden dann in den Alpen die Täler erreichen.
Schneegrenze in Bayern dann ca. 2.200m und in Italien 300-400m darüber.

Interresant wäre dann vor allem wie sich die Gletscher in Skandinavien verhalten, sollten diese nämlich überproportinal wachsen (wovon auszugehen wäre), würde dies einen Kreislauf auslösen und die Temperaturen würden noch weiter sinken bis auf beinahe Eiszeitverhätnisse.

Vergletscherrungen im Bayerwald, wie es sie in der vorletzten Eiszeit gab (Arbergletscher, Rachelgletscher etc) würde es aber erst bei noch tieferen Temperaturen geben.
 
Moment, es wird derzeit von rund 3°C Abkühlung im Winterhalbjahr gesprochen! Für die Bewaldung ist auch nicht die Temperatur im Winter ausschlaggebend, sondern die Dauer der Vegetationsperiode.
Wenn im Sommer die Temp gleich bleiben bzw. aufgrund der Klimaerwärmung noch steigen, dann is nix mit Gletschervorstoß.
Zum Vergleich: Die Jahresmitteltemperatur war in der Eiszeit rund 8°C unter dem mittleren Niveau des 20.Jahrhunderts, da liegen wir jetzt aber auch schon rund 0,5-1°C drüber!
 
Ist schon klar das es dann keine Eiszeit geben wird, aber durch einen kühleren Nordatlantik würden Tauwetterperioden in Mittelgebirgslagen praktisch ausgeschlossen, dies bedeutet eine höhere Schneedecke und demzufolge auch eine kürzere Vegetationsperiode.
Der Frühlingseinzug wird dadurch ganz einfach nach hinten verschoben.

Ob es im Sommer so bleibt wie jetzt, oder aber kälter/wärmer kann ich nicht absehen. Trockener wirds auf jedenfall da das Wasser einfach nicht mehr so warm wird.
 
Trockener wirds auf jedenfall da das Wasser einfach nicht mehr so warm wird.

Vor solchen Globalprognosen würde ich mich hüten. Was ist mit Mittelmeertiefs? Das Mittelmeer hat mit dem Nordatlantik recht wenig Wasseraustausch und kann sich weiterhin schön erwärmen! Die Hochwasserereignisse der letzten Jahre im Alpenraum kamen fast alle von stationären Adria-Tiefs.
 
Nun gut, ich hab mit den Adriatiefs (heißt doch eigentlich Genuatief?) nicht so viel zu schaffen, bin hier recht sicher davor ;-)
 
Hört sich schon besser an - ich bin immer ein bißchen skeptisch bei Pauschalaussagen, da das Klima auf verhältnismäßig kleinem Raum ganz anders reagieren kann. Aber gerade das macht ja eine Diskussion so interessant! Deshalb noch ein paar Punkte zum nachdenken:

Zuerst eine Frage: Wie hoch liegt denn derzeit die Waldgrenze in den Mittelgebirgen, gut sind nicht so hoch, daß sie vorhanden wäre, aber vielleicht gibts beim Laubwald eine Grenze?

Nach den Klimastudien zeigt sich zumidnest eines deutlich, daß sich Landmassen deutlich stärker erwärmen als die Meere. Das würde für den Sommer bedeuten, daß die große Kontinentalmasse im Osten sich stärker erwärmen würde als heute. Wenn im Winter der Golfstrom abgeschwächt wird, wirds (v.a. in Westeuropa) kälter. In Jahressumme scheint es, daß die Unterschiede / Extreme größer werden, oder kurz: kontinentaleres Klima.
Wie Marius schon gesagt hat spielen im südlicheren Bereich die Genua-Tiefs eine wichtige Rolle: Sommer wärmer=wärmeres Mittelmeer=mehr Niederschlag v.a. im Herbst/Winter von Süden. (Hochwasser in den Alpen!).

Die Gletscher bekommen ihren Niederschlag großteils von Süden, d.h. nach den Annahmen von oben ist das gut für deren Haushalt. Befürchte aber, daß die Erwärmung im Sommer letztlich dafür sorgen wird, daß keine deutlichen Vorstöße kommen, bzw. vielleicht eher die Abschmelzung vorherrscht.
 
Ich schätze auch das die Extrema zunehmen werden, kontinentales Klima denke ich aber nicht, da sich der Westwinddrift nicht verschieben wird.

Wo die Laubwaldgrenze in den Mittelgebirgen liegt weiß ich nicht genau, allerdings liegt die Waldgrenze in den Bayerischen Alpen bei 1600m, im Bayerischen Wald bei 1400m und im Harz bei 1000m (Der Arber und der Brocken sind die einzigen beiden Gipfel in de Mittelgebirgen die diese Grenze überschreiten). Interessant ist, das der Fichtelberg unterhalb jener liegt, und dass obwohl dort durchschnittlich tiefere Temperaturen hersschen als am Brocken oder am Arber. Warum weiß ich allerdings nicht.
Sonst erreichen von den europäischen Mittelgebirgen noch das Zentralmassiv (wenn auch nur knapp) und das Riesengebirge (dort gibts sogar alpine Matten) die Waldgrenze.
 
Das mit der Waldgrenze ist relativ: Der Brocken ist gleichzusetzen mit einigen Schwarzwaldhöhen, wie z.B. die Hornisgrinde (1.164m), auf der nur wegen der exponierten Lage keine Bäume mehr wachsen. Schuld ist dort ähnlich wie am Brocken, wohl hauptsächlich der starke Wind, dem diese Bergrücken schutzlos ausgeliefert sind. Also würde wohl die tatsächliche Waldgrenze höher liegen.
Aber nun gut, zurück zum Topic, dass um Gletscher gehen sollte!
 
Man sollte zur Gletscherrettung mal über Schneekanonen an den Gletschern nachdenken...
 
das wird schon lange praktiziert, allerdings ist es vollkommen unwirtschaftlich, so etwas zu forcieren. auch hierzu findest du über die Suchfunktion bereits sehr viele Infos. Bitte benutze diese ab sofort mal mehr, sonst müssen wir mal ein wenig nachhelfen ;)
 
Hallo!

der Mölltaler Gletscher wurde z B. beschneit. Letze Woche sogar sichtbar durch die Webcamera. Dadurch wird die Schneedicke erhöht und vielleicht sogar zu Eis. Der (Ski)Gletscher hat auch schon sehr viele "Löcher".
Obs den Gletscher allgemein hilft ??

MFG
Mannerl
 
ich denke schon, denn der Kunstschnee kann mehr Wasser aufnehmen, was besonders bei Sommerregen eine wichtige Bedeutung hat. desweitern ist es ja wichtig, viel sehr viel Schnee am Gletsche zuhaben, dem umso mehr Schnee dort liegt, desto größer ist der Restbestand für den Herbst und um so früher drehen sich im Sept/oktober die Lifte wieder = Meine Meinung
 
noisi schrieb:
Ich schätze auch das die Extrema zunehmen werden, kontinentales Klima denke ich aber nicht, da sich der Westwinddrift nicht verschieben wird.

Wo die Laubwaldgrenze in den Mittelgebirgen liegt weiß ich nicht genau, allerdings liegt die Waldgrenze in den Bayerischen Alpen bei 1600m, im Bayerischen Wald bei 1400m und im Harz bei 1000m (Der Arber und der Brocken sind die einzigen beiden Gipfel in de Mittelgebirgen die diese Grenze überschreiten). Interessant ist, das der Fichtelberg unterhalb jener liegt, und dass obwohl dort durchschnittlich tiefere Temperaturen hersschen als am Brocken oder am Arber. Warum weiß ich allerdings nicht.
Sonst erreichen von den europäischen Mittelgebirgen noch das Zentralmassiv (wenn auch nur knapp) und das Riesengebirge (dort gibts sogar alpine Matten) die Waldgrenze.

Hallo,

es gehört nicht ganz zum thema, doch muss ich schnell stellung zur obigen aussage nehmen: Im Schwarzwald gibt es noch mindestens 5 Gipfel, die über die Baumgrenze hinausragen. (Die bekanntesten sind Feldberg und Belchen) Das gesamte Feldberggebiet ab 1350m ist so ziemlich baumfrei.

feldbe31.jpg


feldbe2.jpg


Aber nun noch etwas zu den Gletschern... Bin ich richtig der Annahme, dass bis jetzt in den Alpen relativ wenig Schnee gefallen ist, auf dem Kaunertaler Gletscher liegen bis zu 200cm, in Hintertux 230cm... , Zugspitze 260cm...nicht wirklich viel, falls ein warmer langer somemr vor der türe steht.

Und spaßeshalber nochmal zum feldberg, dort entstehen grade erste gletscher ;-) ...aufgenommen mitte juli:
feldbe35.jpg


und seit heute liegen dort sensationelle 280cm schnee, und wenn ich mir die webcambilder anschaue ist das ein realistischer wert, somit liegt dort mehr schnee als irgendwo anders in deutschland, respekt! Man plant die Skisaison bis ende April durchzubringen. Das wäre echt mal eine positive sache, wenn man sonst immer nur negativnachrichten hinsichtlich des schnees hört!

Stefan
 
Cooles Foto.. Man kann sich den Geltscher schon vorstellen..

Wie kommst Du auf 280cm Schnee am Feldberg ?

Siehe mal :

http://www.wetteronline.de/cgi-bin/aktframe?TYP=schnee&ART=bild&RUBRIK=akt&JJ=xxxx&MM=01&TT=24&TIME=1400&KEY=DL&LANG=de


Aber 150cm sind ja auch schon ein Wort.

War gestern im Sauerland... Ist dieses Jahr auch extrem gut und vor allem beständig. Sein Anfang Dezember liegt durchgängig Schnee - was ja nicht immer der Fall ist..

Letztes Jahr bin ich noch Ende März bei 12 Grad plus gefahren (alles grün bis auf beschneite Pisten).
 
Vermutlich sind die 150 cm aufm Gipfel und 280 cm unten am Feldberg-Pass. Die Liftbetreiber geben immer die Schneehöhe unten am Pass an, diese ist auch regelmässig fast doppelt so hoch wie oben aufm Gipfel, wo viel weggeblasen wird. Die Wetterinstitute geben selbstverständlich die Höhe vom Gipfel an, wenn sie Feldberg sagen.
 
Chasseral schrieb:
Vermutlich sind die 150 cm aufm Gipfel und 280 cm unten am Feldberg-Pass. Die Liftbetreiber geben immer die Schneehöhe unten am Pass an, diese ist auch regelmässig fast doppelt so hoch wie oben aufm Gipfel, wo viel weggeblasen wird. Die Wetterinstitute geben selbstverständlich die Höhe vom Gipfel an, wenn sie Feldberg sagen.

Ja das stimmt.... die 150cm stehen auch im Videotext (Gipfel) ...im Feldberggebiet(rund um die Passhöhe) sinds 280cm... schaut mal die webcam vom felbergerhof an (www.feldberg.de) dann haut das mit der schneehöhe schon hin...

und von tag zu tag bin ich enttäuschter über die lage auf den gletschern... im schwarzwald schneits mehr als dort... schon mager
 
und von tag zu tag bin ich enttäuschter über die lage auf den gletschern... im schwarzwald schneits mehr als dort... schon mager

Vergleiche bitte mal die Niederschlagssummen (übers Jahr gerechnet) miteinander: der Feldberg kommt sicherlich in Richtung 2000 mm, Vent im Ötztal, das "Gletscherdorf" Tirols auf 650 mm. In der Höhenlage hat es schon mehr, vielleicht 1200 mm, aber mehr definitiv nicht. Und trotzdem sind die Ötztaler Alpen die am stärksten vergletscherte Massenerhebung der Ostalpen. Für die Gletscher kommt es darauf an, dass es im Sommer kühl und feucht ist (= sommerliche Neuschneefälle) - und bei weitem weniger auf den Winterniederschlag. Der Höchststand der Schneedecke auf den Gletschern ist zudem sowieso erst Ende April bis Mitte Juni (je nach Witterung, wenn es wieder einen heißen Mai gibt natürlich dem entsprechend früher) zu erwarten.
 
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