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Gletscher-Abschmelzung

noisi schrieb:
Krass! Dann muss es ja früher wirklich viel geschneit haben!
ja und wie, schließlich war es früher noch viel wärmer als heute und das vergangene war das kälteste Jahrzehnt seit Beginn der Wetteraufzeichnungen :wall: :wall: :wall:
 
Die Alpengletscher sind Überreste der letzten Eiszeit, die vor ca. 12.000 Jahren zu Ende ging. Bist auf Reste waren die Gletscher zurückgeschmolzen als ab ca. 1400 AD die sogenannte kleine Eiszeit begann, die bis 1850 AD andauerte (Gletschermaximum 1864).

Dann Gletscherschmelze bis 1953 - dann bis Anfang der 80er Gletscherzuwachs.
Seitdem schmelzen sie wieder vor sich hin.
 
Dann Gletscherschmelze bis 1953 - dann bis Anfang der 80er Gletscherzuwachs.
Das mit dem Gletscherzuwachs bis Anfang der 80er Jahre ist wissenschaftlich nicht ganz gesichert. Fakt ist, dass es teilweise sehr große Vorstöße bis Mitte der 80er Jahre gab. Ob es während diesen Vorstößen auch zu einem Massezuwachs kam ist noch nicht abschließend geklärt. Laut Gletscherlehrpfad in Saas-Fee bspw. hängt der Vorstoß am Feegletscher mit dem starken Abschmelzen der Gletscher in den 40er und 50er Jahre zusammen. Dabei hat sich im Gletscher soviel Schmelzwasser gesammelt, dass sich die Fließgeschwindigkeit (der Gletscher ist sozusagen einfach besser den Hang "heruntergerutscht") deutlich erhöht hat. Zu Massezuwachs kam es dabei nicht. Die großen Alpengletscher (wie bspw. Gorner- und Aletschgletscher) hatten in diesem Zeitraum auch keine Vorstöße und schmelzen kontinuirlich.
 
Naja, es gibt durchaus einige Gletscher an denen in diesem Zeitraum direkte Bilanzmessungen durchgeführt wurden. Da gab es eine Reihe von deutlich positiven Jahren hintereinander. Das die ganz großen Gletscher nicht wuchsen liegt schlicht und ergreifend daran, dass es viele Jahrzente braucht, bis das Eis eine etliche Kilometer lange Zunge durchwandert hat.
 
Ich schmeiße mal ein paar Fragen in den Raum, in der Hoffnung, dass jemand bereit ist, zu antworten (geht auch per PN).
Die Fragen beziehen sich alle auf die Alpen

1. Welche Höhe muss ein Gletscher aufweisen, damit sein Eis/seine Größe wächst/zunimmt? Welche Gletscher in den Alpen weisen eine solche Bilanz auf?
2. Welche Gletscher schmelzen am Stärksten, wo ist der Eisverlust am Deutlichsten ( meine Vermutung: Rettenbachgletscher/Tiefenbachgletscher)?
3. Speziell interessieren mich der Hintertux, der Pitztaler sowie der Gornergrat und der Theodulgletscher nahe Zermatt. Wie schaut es bei denen aus?
4. Nimmt die Masse des Aletschgletscher zu?
 
1. hat nichts mit der bestehenden Masse, sondern mit Zuwachs und Abschmelzung zu tun
2. blättere eine Seite zurück, Posting vom 12.04.2013 - 13:29
3. siehe 2. und Google
4. Siehe Wikipedia-Artikel, Weblink zur ETH
 
1. Welche Höhe muss ein Gletscher aufweisen, damit sein Eis/seine Größe wächst/zunimmt? Welche Gletscher in den Alpen weisen eine solche Bilanz auf?
Das kann man so per Se nicht sagen. Da gibt es viele Faktoren die darauf einen Einfluss haben beispielsweise die Lage des Gletschers, die Exposition, der Niederschlagsreichtum, die Beschattung durch Bergwände etc. Grundsätzlich schmelzen eigentlich alle Alpengletscher mehr oder weniger stark zurück, Eiswachstum, also Schnee, der den Sommer übderdauert gibt es jedoch noch auf vielen Gletschern über den gesamten Alpenbogen verteilt. Der Schnee der übrigbleibt, kann aber das Abschmelzende Eis auf anderen Teilen des Gletschers nicht ersetzen.

2. Welche Gletscher schmelzen am Stärksten, wo ist der Eisverlust am Deutlichsten ( meine Vermutung: Rettenbachgletscher/Tiefenbachgletscher)?
Auch das ist schwer zu beantworten und ist stark vom jeweiligen Wetterjahr abhängig. In den letzten Jahren ist der Eisverlust an fast allen Gletschern mehr als deutlich sichtbar geworden. Krasse Beispiele um mal zwei zu nennen, sind sicherlich der Triftgletscher im Berner Oberland oder der Sulztalferner in den Stubaier Alpen - beide haben mehr oder weniger ihre komplette Zunge verloren.

3. Speziell interessieren mich der Hintertux, der Pitztaler sowie der Gornergrat und der Theodulgletscher nahe Zermatt. Wie schaut es bei denen aus?
Alle genannten Gletscher schmelzen stark zurück.

4. Nimmt die Masse des Aletschgletscher zu?
Nein
 
Ok vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ich meine mal gelesen zu haben, dass das Nährgebiet eines Gletschers mind. auf 3.500 m Seehöhe gelegen sein muss, um zu überleben.

Gornergrat, Aletsch, Theodul etc. alle liegen höher aber schmelzen trotzdem...
Meinst du mit dem Schmelzen lediglich die Zunge oder auch "das Eis oben"
 
Winter210 schrieb:
Ich meine mal gelesen zu haben, dass das Nährgebiet eines Gletschers mind. auf 3.500 m Seehöhe gelegen sein muss, um zu überleben.

Gornergrat, Aletsch, Theodul etc. alle liegen höher aber schmelzen trotzdem...
Meinst du mit dem Schmelzen lediglich die Zunge oder auch "das Eis oben"

Der Gletscher schmilzt nur außerhalb vom Nährgebiet. Wenn er auch im Nährgebiet schmilzt dann ist selbiges nicht mehr vorhanden.
Whistler ist ein gutes Beispiel das es nicht auf die Höhe ankommt ob ein Gletscher entsteht sondern eher auf den Niederschlagsreichtum. Die Gipfel um Whistler sind doch deutlich unter 3000m trotzdem haben sich dort einige Gletscher gebildet, Whistler ist vergleich bar mit der lage wie die Alpen. Da es dort sehr viel Niederschlag gibt ist der schnee über den Sommer halt einfach nicht geschmolzen und so entstand dort ein Gletscher.
 
Winter210 schrieb:
Ok vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ich meine mal gelesen zu haben, dass das Nährgebiet eines Gletschers mind. auf 3.500 m Seehöhe gelegen sein muss, um zu überleben.
Wie bereits geschrieben, kann man dies nicht verallgemeinern und ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Beispielsweise bleibt selbst am Dachstein über den Sommer teils Schnee erhalten (deutlich unter 3000m), während andernorts auf dieser Höhe gar keine Gletscher existieren.

Winter210 schrieb:
Gornergrat, Aletsch, Theodul etc. alle liegen höher aber schmelzen trotzdem...
Meinst du mit dem Schmelzen lediglich die Zunge oder auch "das Eis oben"
Es gibt Teile der genannten Gletscher, auf denen mehr Schnee fällt als schmilzt, das gilt aber nicht für den Gesamtgletscher was heißt das dieser an Masse verliert und kleiner wird. Das muss nicht nur die Zungenregionen betreffen.
 
Winter210 schrieb:
Ich meine mal gelesen zu haben, dass das Nährgebiet eines Gletschers mind. auf 3.500 m Seehöhe gelegen sein muss, um zu überleben.
Nein, es soll lediglich ein Nährgebiet geben was auch in wärmere Sommer überlebt, damit ein warme Sommer (2003) nicht auch Firnreserven von Vorjahren ausapern und abschmelzen. 2003 lag diese Grenze in grossen Teilen der Ostalpen auf oder über 3500 Meter, was aber nicht pauschal fur jeden Gletscher so war.

Winter210 schrieb:
Gornergrat, Aletsch, Theodul etc. alle liegen höher aber schmelzen trotzdem...
Meinst du mit dem Schmelzen lediglich die Zunge oder auch "das Eis oben"
Dass vorstossen bez. rückziehen eines Gletscher hängt von viele Sachen. Generell zieht ein Gletscher zurück wenn über Jahren die Massenbilanz negativ ist. Die Reaktionszeit einer Gletscher hängt vor allem ab von die Grösse; oder vereinfacht: wie lange es dauert bis die Firnschicht einer positiven Massenbilanz als Eis nach die Zunge 'gewandert' ist. Daher konnte in die Gletschergünstige Zeit von etwa 1965 bis 1985 kleinere Gletscher stets Vorstösse verzeichnen wo grossere Gletscher (z.B. Paterze, Gornergletscher, Aletschgletscher) noch immer massive Rückgänge hatten. Auch kann ein Gletscher Vorstösse verzeichnen wenn die Massenbilanz negativ ist, gerade wegen die Schmelzwasserfilm die sich unter das Eis formt, die die Reibung verringern.
 
Sehe es auch so, dass man quasi nichts pauschalieren sollte.
Der vergleichsweise kleine Corvatschgletscher (und seine Nebengletscher) beispielsweise (Gipfelhöhe 3425-3451m) haben sich von 1965-1985 definitiv zurückgezogen. Durch das Sommerskigebiet und die Schweizer Topokarten ist das auch ganz gut dokumentiert.
 
Zugspitze in 20 Jahren ohne Gletscher
Der Klimawandel hat die Wachstumperioden in den bayerischen Alpen um zwei Wochen verlängert. Der Frühling komme früher und der Herbst beginne später, ergab die Studie "Klimagrad" unter Federführung der Technischen Universität München. Zugleich dauerten sämtliche Phasen vom Start bis zum Ende der Vegetationsperiode länger als noch vor hundert Jahren.
 
chianti schrieb:
Naja - 4,6 Meter Höhenverlust an Blankeis entspricht etwa 250 bis 450 Metern Neuschnee ... das ist schon deutlich mehr als "gar nichts".

Ein Kubikmeter Gletschereis wiegt somit in etwa 10 Tonnen?
 
Winter210 hat geschrieben:Whistler ist vergleich bar mit der lage wie die Alpen.

Quatsch, das ist ganz anderes Klima als in den Alpen

Ich habe nie behauptet, dass Whistler mit der Lage der Alpen vergleichbar sei!
 
j-d-s schrieb:
Whistlercarver schrieb:
Whistler ist vergleich bar mit der lage wie die Alpen.
Quatsch, das ist ganz anderes Klima als in den Alpen.

Damit wollte ich auch sagen das es nicht auf die Höhenlage ankommt wo ein Gletscher entsteht. Sondern wie eben von dir gesagt auf die regionalen Klimatischenbedingungen. Und die erlauben eben das es in Westkanada auf der gleichen nördlichen Breite wie in Europa/Alpen schon Gletscher ab 2000m gibt. Während die Alpengletsher eigentlich fast alle erst ab über 3000m ihren Beginn haben.

P.S. Bitte dein Zitat nochmals umändern :wink:
 
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