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Gletscher-Abschmelzung

Highlander schrieb:
Ich persönlich bin skeptisch, ob dieses auch effektiv funktioniert....

ich auch - dazu kommen die Kosten... oder verstehe ich es falsch, dass die Anlage am Corvatsch 3 MEUR pro Jahr ueber die nächsten dreissig Jahre kosten soll?
 
Eigentlich eine gute Idee, aber wenn man liest, dass so etwas hauptsächlich in armen Gegenden gebaut werden soll muss ich immer an folgendes Lied denken:
 
Also damit will man Gletscher beschneien, um diese zu erhalten - soweit nachvollziehbar.

Das zweite Problem, was gelöst werden soll, ist, dass Menschen/Bauern ohne Gletscher weniger Wasser im Frühjahr haben.
Dies kann 2 Gründe haben:
1) Es wird mehr Wasser benötigt, als die Niederschläge liefern
2) Im Frühjahr und Sommer wird mehr Wasser benötigt, als Niederschlag fällt, aber aufs Gesamtjahr gesehen kann der Bedarf gedeckt werden.

Bei 1) wird der aktuelle Verbrauch auf jeden Fall gesenkt werden müssen, bei 2) könnte man einen See anzapfen, um einen Gletscher zu beschneien oder einen See bauen, um einen Gletscher zu beschneien oder nur einen See bauen. Das wäre vermutlich am einfachsten und am leichtesten zu kontrollieren...

Also ich glaube, das Einsatzspektrum außerhalb des reinen Gletschererhalts sehr klein.
 
Wären doch eigentlich recht geringe Ewigkeitskosten im Vergleich zu den Auswirkungen des Abschmelzens.
 
Wüsste nicht, wieso das nicht funktionieren sollte. Die Versuchsphase war schon mal ermutigend. Und sinnvoll ist es auch, wie das Beispiel der Eis-Stukas in Ladakh inindien zeigt. Auf SRF 1 lief vor etwas mehr als einem Monat eine ziemlich interessante Doku über dieses Projekt.
 
DiggaTwigga schrieb:
Wären doch eigentlich recht geringe Ewigkeitskosten im Vergleich zu den Auswirkungen des Abschmelzens.

ich habe auf die Schnelle die Zahl von 5000 Gletschern in den Alpen gefunden... das summiert sich dann schon. Abgesehen von der Problematik der "höher liegenden Seen".
 
Ich denke bei einem ernsthaften großflächigen Projekt würden ja die großen Gletscher, welche die großen Flüssen speisen priorisiert werden. Die Kosten sind sicherlich hoch, aber im Vergleich zur potentiellen Wasserknappheit gering.

Das Ruhrgebiet lässt man ja auch nicht untergehen, nur weil jährlich sehr viel Geld kostet das ganze Grundwasser dort abzupumpen. So ähnlich würde ich die Rechnung hier auch aufmachen, damit im Sommer genügend Schmelzwasser aus Eis vorhanden ist, machen solche Projekte wie hier in der Schweiz oder in Indien aus meiner Sicht schon Sinn und die Kosten sind eigentlich recht gering für den Ertrag.
 
Ich gebe zu bedenken, daß damit die Technisierung u. Industrialisierung der schönsten Gletschertäler einhergeht.
Was ist ein verkabeltes Val Roseg, Morteratsch etc. noch wert.

Erinnert mich an Dalis Bilder mit den Krücken.
 
Ist es denn in der eher niederschlagsreicheren Schweiz überhaupt nötig, dass es eine konstante Wasserzufuhr durch Schmelzwasser gibt?
Tiefere Alpenregionen ohne Gletscher leben auch "nur" vom Wasser, dass vom Himmel herunter fällt.
 
Pauli schrieb:
Ist es denn in der eher niederschlagsreicheren Schweiz überhaupt nötig, dass es eine konstante Wasserzufuhr durch Schmelzwasser gibt?
Tiefere Alpenregionen ohne Gletscher leben auch "nur" vom Wasser, dass vom Himmel herunter fällt.

eher für die rheinschifffahrt im Sommer 😜
 
^ Das Beispiel mit dem Wasserglas, um den Kipppunkt zu eklären - naja. Wenn die nächste Eiszeit kommt, ist bald wieder alles Eis....
 
Und auch das Wort unumkehrbar ist so ein halblebiger Begriff.
Die Erde war schon mehrfach eisfrei und trotzdem haben wir heute Gletscher, da ist also nichts unumkehrbar.
Man sollte vielleicht eher sagen, ohne eine nachhaltige Abkühlung des Weltklimas schmelzen die Gletscher ab einem gewissen Punkt auch ohne weitere Erwärmung weiter ab.
 
Julian96 schrieb:
Und auch das Wort unumkehrbar ist so ein halblebiger Begriff.
Die Erde war schon mehrfach eisfrei und trotzdem haben wir heute Gletscher, da ist also nichts unumkehrbar.
Man sollte vielleicht eher sagen, ohne eine nachhaltige Abkühlung des Weltklimas schmelzen die Gletscher ab einem gewissen Punkt auch ohne weitere Erwärmung weiter ab.

Das Wort unumkehrbar trifft es aber hier ganz gut. Denn hier handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Gletscher sondern um einen submarinen Eisschild, das heisst die Eisbasis liegt unterhalb des Meerespiegels. Nicht nur am Rand, sondern sogar im Zentrum der Eiskappe. Zieht er sich hinter einen bestimmten Punkt zurück, kalbt nach und nach der ganze Eisschild ins Meer und zwar auch dann, wenn sich das Klima während dieses Prozesses wieder abkühlen sollte. Ganz einfach weil durch das Kalben in tiefen Wasser mehr Eis schwindet, als neu gebildet werden kann.
Ob sich dann in ferner Zukuft ein neuer Eisschild bildet, ausgehend von den verbliebenen Insel, ist zukunftsmusik. Nach menschlichen Maßstäben unvorstellbar weit weg.
Aber um nochmal deinen Aufschlag aufzunehmen, die vergangene Eiszeit, die Würm-Kaltzeit, ist unumkehrbar beendet. Sollte es irgendwann zu einer neuen Eiszeit kommen würde sie einen anderen Namen tragen.
Es ist auf jeden Fall bezeichnend, das sich bei so einer Meldung einzig auf das Wort "unumkehrbar" gestürzt wird.

starli schrieb:
^ Das Beispiel mit dem Wasserglas, um den Kipppunkt zu eklären - naja. Wenn die nächste Eiszeit kommt, ist bald wieder alles Eis....
alles?
 
^ ich schrieb "wieder", also alles, was jetzt schon abgeschmolzen ist ...

noisi schrieb:
Es ist auf jeden Fall bezeichnend, das sich bei so einer Meldung einzig auf das Wort "unumkehrbar" gestürzt wird.
Achja? Das ist doch genau das Thema des Textes, der (unumkehrbare) "Kipppunkt" ...

Im Übrigen, wenn es denn wirklich irgendwann unumkehrbar ist, bräuchten wir keine Klimaziele mehr einhalten oder uns irgendwie dahingehend einschränken - dann sollte man die Anstrengung besser in andere Bahnen lenken ...
 
starli schrieb:
Im Übrigen, wenn es denn wirklich irgendwann unumkehrbar ist, bräuchten wir keine Klimaziele mehr einhalten oder uns irgendwie dahingehend einschränken - dann sollte man die Anstrengung besser in andere Bahnen lenken ...
Stimmt, sollten wir tun. Dann kippt vielleicht auch noch der Ostantarktische Eisschild.
 
Das Ergebnis der Gletschermessungen des ÖAV ist da.
15 Meter Länge haben Österreichs Gletscher im Schnitt in nur einem Jahr eingebüßt – das belegt unser aktueller Gletscherbericht.[...]Zusätzlich zu den bloßen Längenänderungen haben die Gletschermesser in ganz Österreich markante optische Veränderungen registriert, die zwar in Zahlen nicht erfassbar sind, aber den Gletscherschwund untrüglich belegen: Etwa eisfrei werdende Felsbereiche, die Zerteilung von Gletschern, großflächiger Eiszerfall, ausdünnendes Eis, Bildung von Einsturztrichtern, Anreicherung von Schutt an den Gletscheroberflächen und die Bildung neuer Seen.
https://www.alpenverein.at/portal/news/2021/2021_04_09_unaufhaltsamer-rueckgang-daten-aus-dem-aktuellen-gletscherbericht.php

Schade, dass dieses Thema inzwischen von vielen nur mehr achselzuckend hingenommen wird.
 
Wieso mit einem Achselzucken? Als die ersten vor 30 Jahren diese Prognose gestellt haben, sind noch mehr mit Achselzucken da gestanden: was will der? Wieso, ist doch noch alles da!

Mit den Gletschern in den Alpen ist es zu spät, noch etwas zu retten.

Die Zukunft wird viel spannender wenn der Streit aufkommt über das Wasser im Sommer. Pool im Hotel füllen oder den Acker giessen?
 
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