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Gletscher-Abschmelzung

Ja, es ist extrem!

Wir fahren seit über 20 Jahren ins Tiroler Oberland und beobachten den Kaunertaler Gletscher und den Gepatsch Ferner ganz genau. Vom Mini Gletscher unterhalb vom Glockturm will ich ja gar nicht mehr reden. Im Jahr 2002 wollte ich zum ersten Mal auf den Glockturm und hatte eine Wanderkarte aus dem Jahr 1990. Da war an der Westseite des Glockturms im Krummgampental auch noch ein Gletscher mit einigen km2 eingezeichnet und ich hatte Bedenken beim Aufstieg, weil ich keinerlei Gletscherausrüstung mit hatte. Es war aber kein Eis mehr zu sehen - nur Geröll...
 
...etwas mehr Text dazu im ORF-Tirol-Artikel:

Düstere Aussichten für die Gletscher
Der niederschlagsarme Winter und die Aussicht auf den heißen Sommer lässt die Glaziologin Andrea Fischer erneut von einer sehr starken Gletscherschmelze ausgehen. Viele kleine Gletscher könnten deshalb schon heuer verschwinden. In den Ötztaler und Stubaier Alpen könnten bis 2030 100 Gletscher verschwunden sein.
https://tirol.orf.at/stories/3355686/
 
Ja, ich finde das auch beeindruckend, vor allem weil es in letzter Zeit so wenig Niederschlag gab, lässt es sich gut isolieren.

Hier die Ötztaler Ache in Tumpen, mit überdurchschnittlichem Abfluss. Alles den hohen Temperaturen geschuldet.

https://hydro.tirol.gv.at/#/Wasserstand?station=201434


Also immer auf "Durchfluss Jahr" klicken. Man sieht aber auch, dass da noch viel Luft nach oben wäre.
 
Naja, das kann man auch sehr gut beobachten wenn man einen Wanderausflug macht und früh am Morgen in die einschlägigen Täler (Ötz, Pitz, Stubai, Ziller, Oberes Inn etc.) fährt. Klares Wasser in den Flüssen bei geringem Wasserstand. Fährt man am späten Nachmittag wieder aus den Tälern raus, ist da nichts mehr klar. Trübes Schmelzwasser bei merklich höherem Wasserstand. Die Trübung gibt dem Inn die Farbe die er hat und die Summe an schmelzwasserführenden Zuflüssen führt dann natürlich auch zu den steigenden Pegeln. Da fließen sehr viele Jahre der Vergangenheit dahin :roll:
 
Schmelzende Gletscher, Felsstürze und Erdrutsche – der Klimawandel hat in den Bergen gravierende Folgen. Routen, die früher sicher schienen, sind nicht mehr begehbar. Bergsteiger müssen sich neuen Herausforderungen stellen und anpassen. Wetterumschwünge, Starkregenereignisse und die Veränderung der Landschaft machen Touren nicht nur schwerer planbar, sondern auch gefährlicher.



 
Rekordverluste bei Gletschern und Eis

Der kürzlich erschienene Kryosphärenbericht zeichnet ein tragisches Bild von den heimischen Wintern. Die steigenden Temperaturen wirken sich demnach dramatisch auf Gletscher, Permafrost, Schneebedeckung und das Zufrieren von Seen aus. An der Uni Graz spricht man sogar von Rekordverlusten.

Der Begriff Kryosphäre bezeichnet jene Bereiche der Erdoberfläche, in denen Wasser als Schnee oder Eis vorkommt. Der neue Bericht des „Kryosphären Monitoring Österreich“ fasst die Messergebnisse der Jahre 2022/23 und 2023/24 zusammen. „Unser Monitoring zeigt eine eindeutige Entwicklung mit Rekordverlusten bei Eis und Schnee“, sagt Projektleiter Wolfgang Schöner von der Universität Graz.

https://steiermark.orf.at/stories/3361105/
 
Verliert Österreich schon bald seinen größten Gletscher? 🥵
🔥 Die anhaltend hohen Temperaturen verheißen nichts Gutes für die letzte verbleibende Verbindung der Pasterzenzunge über den einst so imposanten Eisbruch (den „Hufeisenbruch“) nach oben, zu ihrem Nährgebiet um den Johannisberg. Durch den stetigen Massenverlust und Längenschwund hat die Gletscherzunge im Lauf der Zeit mehrere Eisverbindungen zu einstigen Nährgebieten verloren, aus denen ihr zuvor Eismassen zugeströmt waren.
📌 Mehr dazu: https://www.alpenverein.at//portal/news/2026/2026_07_02_pasterze-am-seidenen-faden.php
Nur noch ein schmales Eisband hält die Pasterzenzunge mit ihrem Nährgebiet zusammen. Der mögliche Abriss wäre ein weiterer sichtbarer Schritt im Zerfall eines Gletschers, der die Alpen über Generationen geprägt hat. Was hier sichtbar wird, ist kein Einzelfall, sondern Teil eines langjährigen, von Menschen verursachten Trends.
📌 Mehr dazu: https://www.alpenverein.at//portal/news/2026/2026_07_02_pasterze-am-seidenen-faden.php
Quelle: facebook


https://www.facebook.com/alpenverein/posts/1458238916342048?ref=embed_post
 
naja. jeder,der sich ein wenig damit beschäftigt,wundert sich eher,dass dieser Verbindungsfaden nicht schon längst gerissen ist
auf jeden Fall wird die Franz josefs höhe zu einem netten lost place werden.viel Anreiz,da zu parken und schon gar nicht mit der Bahn runterzufahren,wird's nicht mehr geben.eugebtlich ist das schon seit Jahren ein Trauerspiel
 
Die Bahn gibt es gar nicht mehr. War vor zwei Wochen oben zuletzt davor vor ca. 35 Jahren . Wo früher unten Eis war, ist heute ein See.
Eindrücklich ist es dennoch und man kann jetzt durch sechs Tunnels weiter Richtung Hufeisenbruch laufen. Denke so schnell wird es noch kein Lost Place.
Aber wer weiss...

Gruß icebear
 
Fährt die Bahn nicht mehr? Als wir Mitte der 90er zum ersten Mal dort waren, sind wir mit der Bahn runter, dann ein kurzer Abstieg und wir standen auf dem Eis. Bei späteren Besuchen sind wir den Gamsgrubenweg hochgegangen oder auch "nur" bis zur Beobachtungswarte, aufgrund des unten entstandenen Sees hat uns die Bahn nicht mehr interessiert. Ist aber auch schon ein paar Jahre her.

Hier noch ein Foto des Hufeisenbruchs von 2012:
Pasterze.jpg



Pasterze 2021:
2021.jpg


Pasterze 2012:
2012.jpg
 
Spezialwidde schrieb:
Das lässt sich wirklich nicht leugnen, ich meine wer >40 Jahre alt ist und die Berge innerhalb seiner Lebensspanne beobachten konnte hat ja live gesehen was die letzten paar Jahrzehnte passiert ist. So mancher Gletscher hat sich zumindest längenmäßig seit meinen Kindheitstagen mehr als halbiert.

Man muss dafür nicht mal >40 Jahre alt sein. Allein was in den letzten vielleicht 10-15 Jahren an Eis verschwunden ist, ist so auffällig..... Man muss schon blind, naiv oder einfach nur völlig ignorant sein, um allen Ernstes zu leugnen, dass das nicht normal sein kann. :nein:
Wenn ich dran denk, dass der See am Schlatenkees 2018 noch nicht mal denkbar war...und "nur" 7-8 Jahre später reicht der klägliche Rest der Gletscherzunge kaum noch an den See ran.

Wenn das so weitergeht, ist es in wenigen Jahren nicht mehr möglich, ohne eine mehrstündige/ bzw -tägige Tour und/oder aufwendige Kletterei überhaupt noch an einen Gletscher ranzukommen. :naja:
 
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So, sah es am 24.06.26 gegen 14 Uhr aus. Gruß icebear
 
Weiß man, ob der Kontakt zum Nährgebiet überhaupt noch existiert? Auf den diversen Webcams lässt sich das nicht so wirklich gut feststellen...🙈
 
Aus der Ferne sah es so aus, als besteht noch eine kleine Verbindung. Glaube aber nicht das da noch was nachschiebt. Die Verbindung ist sich nur noch am auflösen. Das könnte am Ende des Sommers geschehen sein.

Gruß icebear
 
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