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Gondelabsturz in Engelberg

Die DS Klemme ist doch die Creissels-Klemme?
 
quercusrobur schrieb:
basti.ethal schrieb:
Eine Frage als Klemmen-Laie:

Welche Entscheidungsfaktoren werden berücksichtigt, wenn um die Entscheidung geht, ob man eine DT, D oder DS Klemme für das jeweilige System verwendet?

Die DS Klemme (bistabil) wird nicht mehr neu gebaut, außer als Ersatzteil. 4 bis 8 Plätze pro Klemme. Hier ist zum Teil, aufgrund des Alters der im Einsatz befindlichen Klemmen, eine hundertprozentige Klemmenrevision jedes Jahr vorgeschrieben. Die haben zum Teil massive Risse und verlieren mit der Zeit ihre Tellerfedern.

Meinst du die Tellerfedern selbst oder das Klemmengehäuse?
 
Früher™ gab es bei den Masten (nicht nur bei Niederhaltern) auf Höhe des Betriebsmittels solche Abweiser, die eine Kollision mit dem Mast und eine zu starke Neigung des Betriebsmittels verhindern sollten:

imgp0896.jpg


Könnte solche Abweiser Rotenflue und Engelberg verhindert haben? Wieso wird sowas nicht mehr gebaut?
 
jojo2 schrieb:
Meinst du die Tellerfedern selbst oder das Klemmengehäuse?

Beides, einzelne Tellerfedern bekommen Risse, brechen und fallen dann aus dem Gehäuse raus, teilweise verkeilen sie sich allerdings im Gehäuse. Dann löst aber meistens der Federkraftprüfhebel aus. Anders als bei dem Unfall in Visperterminen ist das aber nicht auf mangelnde Schmierung, sondern eher auf Ermüdung zurückzuführen. Zur Abhilfe kann man die DS Klemme auch auf eine Spiralfeder umrüsten.
Das Klemmengehäuse ist insbesondere im Bereich der Schweißnähte rund um den Reibbelag anfällig für Risse, aber auch die Löcher für die Befestigungschraube der Gehängebolzen sind eine Schwachstelle.
 
Sektion II des Titlis-Xpress scheint seit Samstag wieder in Betrieb zu sein:

https://www.20min.ch/story/titlis-ungluecksbahn-nach-toedlichem-unfall-schon-wieder-in-betrieb-103530869

Auf der Webcam des Alpstübli am Trübsee sieht man auch schon wieder Kabinen am Seil hängen:

https://www.titlis.ch/de/webcams

Auf dem Pistenplan steht allerdings "in Vorbereitung"

https://www.titlis.ch/de/anlagen



max76 schrieb:
Früher™ gab es bei den Masten (nicht nur bei Niederhaltern) auf Höhe des Betriebsmittels solche Abweiser, die eine Kollision mit dem Mast und eine zu starke Neigung des Betriebsmittels verhindern sollten:

Anhang anzeigen 324319

Könnte solche Abweiser Rotenflue und Engelberg verhindert haben? Wieso wird sowas nicht mehr gebaut?

Interessante Frage. Wenn man sich diese Zeichnung anschaut, dann könnte man schon meinen, dass ein geringeres einschwenken der Kabine zur Stütze hin - wie es durch diese Abweiser erreicht werden könnte - duraus die Kollision des Torsionsfederkopfes mit dem Seilfänger vermeiden könnte. Ist aber nur meine eigene Vermutung. Hier ist der Link zur Quelle dieser Zeichung: https://insideparadeplatz.ch/2026/03/21/gondel-drama-titlis-nichts-gelernt-aus-2019er-unfall/
 
Interessant.
Wenn die Zeichnung stimmt müsste die Gondel auch am Mast anschlagen eigentlich sogar bevor sie so auf den Seilfänger trifft das die Klemme ausgehebelt wird.
Also eigentlich nicht möglich...
Es sei denn die Klemme erreicht die Rollenbatterie bevor die Kabine am Mast anprallt
Das ist freilich unter mehreren Bedingungen möglich:
- sehr steile Strecke
- längere Rollenbatterie (grosser Knick in der Strecke)
- Windauslenkung auch nach hinten

Also Safe in der Zeichnung, nicht in der Realität...
 
NeusserGletscher schrieb:
Der Punkt ist, dass DM und andere Hersteller Klemmen im Programm haben, die konstruktiv bedingt erst gar nicht mit der Stütze bzw. der Rollenbatterie kollidieren können.
Bitte um Aufklärung zu diesem Punkt, mir wär keine bekannt. Ich enthalte mich der weiteren Diskussion, das hat doch alles keinen Sinn und dreht sich nur im Kreis.

Eine Frage hätt ich aber noch; ist irgendjemandem bekannt, warum die Bahn abgeschaltet hat? di/dt-Überwachung, Seillage, manuell?
 
Beispielsweise diese hier:

IMG_20260320_130434.jpg


Hier kann das Gehänge und der Sessel mit der Rollenbatterie oder der Stütze kollidieren. Aber nicht die Kupplung. Ob dies am Ende dazu führt, dass eine größere Kraft benötigt wird, um die Kupplung vom Seil zu reißen, kann nicht nicht beurteilen.
 
max76 schrieb:
WalliserFan schrieb:
Nach Angaben der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust hätte das Unglück vom Mittwoch trotz Anpassungen nach dem Unfall von 2019 nicht verhindert werden können. «Anpassungen am Klemmmechanismus geben keine bessere Sicherheit», sagt Bereichtsleiter Philippe Thürler auf Nachfrage von SRF News.

Das muss Thürler natürlich sagen, weil seine Behörde nun in den Fokus der Kritik gerückt ist.

Dazu passt auch seine (vermutlich bewusst gewählte) Formulierung «Anpassungen am Klemmmechanismus geben keine bessere Sicherheit». Es geht ja gar nicht um Anpassungen am Mechanismus selbst, sondern um einen konischen Aufsatz bzw. ein anderes Gehäuse für das Torsionsfederpaket. DM wird diese Verbesserung nicht ohne guten Grund und aus Jux und Dollerei vorgenommen haben, sondern zwecks Erhöhung der Sicherheit.

Also aus meiner Sicht eine reine Schutzbehauptung. Passt irgendwie zur gefühlten Arroganz der SUST.

Hier geht es doch darum, nicht den falschen Eindruck zu erwecken: "wenn die Klemme angepaßt worden wäre, hätte man auch mit zuviel Wind fahren können" o.ä. – was natürlich nicht falsch rüberkommen darf. Einfach nur eine Schutzbehauptung war das so schon nicht. Die Anpassung mag zwar sehr wohl etwas mehr Platz zum ausschwenken bieten – was aber noch lange nicht heißt, daß der auch "ausgenutzt" werden soll, sondern nur als erhöhte Sicherheitsmarge, sollte dennoch etwas schieflaufen; und zwar insbesondere, sollte bei gewissen Bahnen an bestimmten Punkten die Windböen immer wieder besonders stark sein.
 
Also aus meiner Sicht eine reine Schutzbehauptung. Passt irgendwie zur gefühlten Arroganz der SUST.
Die SUST ist eine "unabhängige" Untersuchungsstelle, die in ihren Abschlussberichten Empfehlungen formulieren kann.
Für die Vorgaben, Umsetzung und Kontrollen sind andere Behörden (bzw. indirekt auch die Politik) zuständig.
 
Grüss euch glaube das da gegenseitige Vorwürfe und jemand Verantwortlich machen nichts bringen. Erst mal die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abwarten. Technikversagen kann es immer und überall geben leider oft auch mit Todesfällen.ZB: Waldarbeit ist auch trotz modernster Technik im Einsatz oft noch eine gefährliche Sache. :(
 
Die Eröffnung einer Strafuntersuchung ist keine Verurteilung und es gilt die Unschuldsvermutung gegenüber den Betroffenen.
Jedoch ist es absolut normal, dass bei einer unbekannten Unfallursache mit Personenschaden die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegenüber den potentiellen Verursacher eröffnen wird.
 
In der heutigen Zeit muss man das leider anscheinend immer erwähnen, da trotz Rechtsstaat und Demokatrie, viele im Internet gerne dazu neigen zu den mittelalterlichen Methoden zurückzukehren zu wollen.
 
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