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Hintertuxer Gletscher (17.06.2020)

Hintertuxer Gletscher am 17.06.2020 - Die Versöhnung mit dem abrupt endenden Skiwinter

Das war ein Wetterpoker. Lange habe ich überlegt, als Wetterlaie habe ich versucht verschiedenste Wetterberichte zu vergleichen, habe sogar hier im Forum nachgefragt - spät und Spontan habe ich mich gestern Abend dann doch dazu entschieden heute nach Hintertux zu fahren. Ganz nach dem Motto "no risk, no fun". Gut das ich einen so flexiblen Chef habe, bei dem ich noch abends um halb 9 Frei nehmen kann (ein kleiner Betrieb hat wohl seine Vorteile).
Leider bin ich bei den eindeutig Schönwettertagen zwischen Mai und Oktober meist in der Arbeit eingespannt, sodass sich bisher, und auch in Zukunft sehr selten ein Skitag bei solchen Wetter ausgehen wird - daher heute gefahren, obwohl die Prognose eher nicht so gut aussah.

Um 5:20 Uhr bin ich dann zu Hause los, auf der Fahrt war es teilweise sehr Neblig, aber auch oft schon wolkenloser Himmel. Das machte Hoffung auf den Tag! Die Anfahrt war unproblematisch ganz normal über Bad-Tölz und den Achensee. Im Zillertal erstaunlich viel Verkehr, der aber eher durch die arbeitende Bevölkerung als durch Touristen hervorgerufen wurde.
Auch im Tal versprach das Wetter besser zu werden, als es der Wetterbericht wusste und als ich erwartet hatte:
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In Hinertux war ich dann schon um 7:45 Uhr, leider zu Früh für die Tiefgarage, da diese leider noch verschlossen war. Da es am Parkplatz aber eher dicht bewölkt war, habe ich den Parkplatz genommen, in der Hoffnung das sich das Auto nicht zu stark erhitzt.
Von der Schlange im Tal habe ich leider kein Foto, es war aber auch kein Foto wert. Es waren zu 95% Stangerlfahrer, unterschiedlichster Nationalitäten, aber nicht viele. Deutlich weniger wie auf den Bildern vom letzten Wochenende.
Im Tal war übrigens auch das einzige mal, das man Aktiv auf die Hygienemaßnahmen via Lautsprecherdurchsage hingewiesen wurde. Beim Einlass wurden alle ohne Mundschutz relativ direkt darauf angesprochen und auch nur mit einem solchen zur Gondel gelassen. Sonst hängen in den Stationen aber überall gut ersichtlich Plakate mit den Hinweisen auf die geltenden Pflichten.
Am Sommerberg war, zu meiner Überraschung, die 4EUB geöffnet und der GB2 geschlossen. Also musste man mit der 4EUB richtung TFH, wobei dies vom Abstand schon eher nicht so die gute Wahl ist. Gegen 10 Uhr wurde die 4EUB übrigens eingaragiert, und der GB2 übernahm. Allerdings nur mit 50% der Gondeln, was aber natürlich leicht ausreichte, da er ja eh nur eine Zubringerfunktion besitzt.

Oben an der gefrorenen Wand war es anfangs mit ca 0 Grad angenehm, wirkte sogar etwas winterlich. Später wurde es aber deutlich wärmer. Am TFH hatte es um die 10 Grad. Die Pisten waren oben sehr hart, aber gut zu fahren. Sie wirkten fast etwas pulvrig, aber nur bei den ersten Abfahrten. Weiter richtung TFH wurde die Piste schnell weich. Was sich aber über alle Pisten zeigte, war die mangelhafte Präparierung. Hier kann ich Ski-Chrigel nur zustimmen. Ich habe vollstes Verständnis, das die Verhältnisse sehr schwierig sind, aber wenn selbst auf der ebene um die Schlepper-Talstationen herum Schläge und Wellen sind, dann mangelt es eher an der Motivation. Das Team war auch ständig mit den Pistenbullys beschäftigt und hat die Abdeckvliese von A nach B gefahren, oft auch auf der Piste. Bei zunehmend weicherm Schnee hinterließ das teilweise auch ganzschöne Krater, da die Raupen ohne Seil schon zu kämpfen hatten den Berg hochzukommen.

Das Wetter war übrigens anfangs sehr gut, sogar sonnig. Wie aber gemeldet zog es bald zu, und zwischen GW und Olperer hing ab halb 11 ziemlich zäher Nebel. Mal etwas höher, mal etwas niedriger. Zudem schneite es von Zeit zu Zeit etwas. Mittags gab es mal einen kurzen Regenschauer bis fast ganz hoch. Wartezeiten waren heute nicht vorhanden, im GB3 hatte ich meist eine Gondelhälfte für mich alleine und auch in den Schleppern fuhr ich immer alleine.
Übrigens wurde der 2. Olperer-SL heute wieder aufgebügelt und dürfte bei mehr Betrieb wieder zur Verfügung stehen.

Nach einer kurzen Mittagspause bin ich nochmal 2 mal mit dem GB3 hoch, wobei meine Kraft (nach 3 Monaten ohne Ski) schon merklich nachließ, sodass ich um halb 3 wieder richtung Tal bin. Ich musste schließlich noch die Speißekammer unserer Winterbleibe durchschauen, da wir diese ja unwissend Anfang März verlassen haben und seitdem nichtmehr hinkamen.

Mir hat der Tag super gefallen, war eine tolle Versöhnung mit der Skisaison! Ob ich nochmal gehe, weiß ich nicht, das hängt ganz vom Wetter und der Schneelage ab. Bei einem Tag wie heute, würde ich durchaus nochmal gehen. Mal sehen was die nächsten Tage und Wochen so bringen.

Aber nun noch zu den Bilder:

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^^Erster Blick am Morgen vom TFH Richtung Wolkenverhangenes Tal
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^^Oben angekommen, gute Sicht, gutes Wetter...
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^^...guter Schnee - so macht das Spaß!
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^^im noch leeren Olperer (Die Rennteams waren noch mit Kurssetzen beschäftigt)
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^^Blick Richtung Gefrorene Wand
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Der Nebel zieht langsam herrein, Anfangs nahm er jedoch keine Sicht
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^^Blick auf das TFH mit Schneedepot (?) im Vordergrund
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^^Frühlingsskipiste mit schönem, weichem Schnee um halb 3
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^^um halb 3 wurden die Pisten an den GW-SL und den Olperer-SL bereits mit Winde präpariert. Oben stand ein Mitarbeiter der jeden Skifahrer darauf hinwies. Fahren konnte man jedoch die obere Piste Richtung Bergstation 10-EUB
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^^Mitarbeiter fleissig am Gletscher abdecken
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^^Muss das wirklich so Unruhig präpariert sein? Andere bekommen das im April bei vergleichbaren Bedingungen auch besser hin...

EDIT: Ich hoffe nun passen die Bilder..
 
basti.ethal schrieb:
Ohne diese Seilwinden wäre eine Präparation dieses Hang zu dieser Jahreszeit gar nicht denkbar. Da wäre bergwärts nach den ersten 20m Schluss und der Fahrer könnte die Kabine ohne Höhenunterschied verlassen, um sich anzuschauen, wie tief er die Maschine im Sulz festgefahren hat.
Vielen Dank für die Ausführung. Ich hatte das Thema Seilwinde ja selber eingebracht.
Am Stubaier war die Abfahrt unterm Rotadl (Piste Nr. 7a und 1b) im Juni häufiger mal gesperrt. Auf Nachfrage (Schnee war genug) hatte ich als Begründung erhalten, dass dieser Weg tagsüber von Pistengeräten befahren wird (vmtl. für Verschubarbeiten am Eisgrat). Da man nicht wisse, ob man es zusammen mit der Fräse schaffe, den Steilhang hinaufzufahren, würde man die Abfahrt sicherheitshalber als gesperrt markieren. Tatsächlich ist auch im Flachen, sowie bergab die Fräse schon in der Luft gebaumelt, wohl ganz nach Fahrer :lol: Ich konnte jedenfalls beobachten, dass man auch ohne Winde und mit Fräse wieder rauf kam, trotz Tiefsulz.

Ich frage mich aber v.a.: Wo hakt man sich bei Olperer und GW ein?
 
An der GW gibt es dort wo die Piste den Schlepper kreuzt einen Windenhaken, dort war die raupe auf meinem Bild oben eingehängt.

Danke für die ganzen Ausführungen, ich lese gespannt und freue mich das es hier so interessant, sachlich und fachlich zugeht. Vielen Dank dafür, sehr interessant, auch die Bilder von Basti, sehr cool!
 
Danke Basti. Der tiefe Sulz am TFH-Hang ist mir schon klar, aber die Löcher und Gräben vorletzten Donnerstag an der GW bei Pulverschnee und die Präparierungen im Herbst am Tuxer sind was anderes. Aber ich wiedehole mich, steht ja alles schon in meinem Sommer-Topic.
 
ski-chrigel schrieb:
Danke Basti. Der tiefe Sulz am TFH-Hang ist mir schon klar, aber die Löcher und Gräben vorletzten Donnerstag an der GW bei Pulverschnee und die Präparierungen im Herbst am Tuxer sind was anderes. Aber ich wiedehole mich, steht ja alles schon in meinem Sommer-Topic.

Richtig, hier haben wir ja schon festgestellt, dass dort oben komplett andere Schnee- und Untergrundbeschaffenheiten herrschen und somit auch mehr möglich gewesen wäre.

Für Windenpunkte am Gletscher (z.B. Rettenbach) werden übrigens auch häufig "Totmänner" eingegraben. Ein Seil wird dabei um einen Baumstamm geschlungen und dieser Baumstamm im Eis eingegraben. Nach einiger Zeit im Eis so fest verankert wie im Beton.
 
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