Seebrünzler
Großer Müggelberg (115m)
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Verdächtiger des «Kurhaus»-Brandes nicht mehr in Untersuchungshaft
MELCHSEE-FRUTT - Überraschende Wende bei den Ermittlungen zum Hotelbrand auf der Melchsee-Frutt: Der mutmassliche Brandstifter ist auf Anordnung des Kantonsgerichts aus der Untersuchungshaft entlassen worden - gegen den Antrag des Verhöramtes.
Beim Brand des Kurhauses auf der Melchsee-Frutt blieb nur eine Ruine übrig.
Bild Eveline Bachmann
Wie das Verhöramt am Montag mitteilte, wurde der 32-jährige portugiesische Hotelangestellte am Freitagabend entlassen. Beim Brand war in der Nacht auf den 20. Januar eine 23-jährige Hotelangestellte ums Leben gekommen. Die Behörden gehen von Brandstiftung aus.
Gemäss Verhöramt hiess der Kantonsgerichtspräsident I das zweite Haftentlassungsgesuch am 26. März gut, weil es keinen dringenden Tatverdacht mehr gebe. Das Verhöramt selbst war für eine weitere Verlängerung der knapp zwei Monate dauernden U-Haft eingetreten. Dem Entlassenen wurden keine Auflagen gemacht. Er kann die Schweiz damit verlassen.
Untersuchung geht weiter
Offenbar vertreten Verhöramt und Kantonsgerichtspräsident unterschiedliche Auffassungen über den Tatverdacht. Verhörrichterin Milena Pucillo bestätigte dies gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Für sie sei bei der fraglichen Person der Verdacht nach wie vor gegeben.
Detailliertere Angaben wollte Pucillo allerdings nicht machen. Sie betonte jedoch, dass die Strafuntersuchung weitergeführt werde. Wegen des Schnees konnte der Brandplatz noch immer nicht untersucht werden.
Diese Untersuchung soll Auskunft über allfällig eingesetzte Brandbeschleuniger geben. Der Wissenschaftliche Dienst der Stadtpolizei Zürich hatte Brandstiftung als Ursache festgestellt, da mindestens zwei unabhängige Brandherde existierten. Mit dem Abschluss der Untersuchung ist laut Verhöramt nicht vor Sommer 2004 zu rechnen.
Zu Gerüchten, die Hotelangestellte sei getötet und das Feuer zur Vertuschung der Tat gelegt worden, liegen laut Medienmitteilung keine Hinweise vor. Sie ermittle aber im Rahmen ihrer Arbeit auch in dieser Sache, sagte Verhörrichterin Pucillo.
Kantonsgerichtspräsident Walter Omlin war am Montag wegen Krankheit nicht für eine Stellungnahme erreichbar.
Quelle: www.zisch.ch