Meier Michael schrieb:
Ein Skigebiet betreiben heisst über Jahre vorhersehen, Risiken einplanen, Besucherwünsche, Statistiken über Beucherzahlen und Wirtschaftslagen erfassen, Umweltveränderungen über lange Zeit beobachten und im Richtigen Augenblick die Richtige entscheidung am Richtigen Ort fällen.
Dann darfst du aber nicht gegen Ischgl wettern. Die sind ein Musterbeispiel für das was du aufzählst:
- über Jahre vorhersehen: heisst neue Trends erkennen und mitgestalten. Da ist ja Ischgl ganz vorne mit dabei
- Risiken, Besucherwünsche, Besucherstatistik, Wirtschaft...: Das ist professionelles Management. Wenns das in Ischgl nicht gäb dann könnten die sich sicherlich nicht jeden Winter 2-3 KSBs leisten.
- Umweltveränderungen über lange Zeit beobachten: Schneesicherheit => Beschneiung zum Beispiel auch Stärkung des Sommertourismus
Meier Michael schrieb:
Nur so kann man es jedem Recht machen und dass ist die einzige Lösung auf die dauer zu überleben! Nur ein Gast der wieder kommt war ein Guter Gast!
Würd ich so nicht formulieren. Jedem kann man es sicher nicht recht machen, aber der Mehrheit. Warum diese Spitzfindigkeit? Weiterlesen...
Meier Michael schrieb:
da nutzen 10 Topmoderene 6er Sesselbahnen nichts wenn 50% der Leute sich sagen "einmal und nie wieder!"
Auch zu dieser Aussage Zustimmung - aber wenn ich mir anschau, wie überlaufen Ischgl ist, dann trifft das dort sicher nicht zu.
Meier Michael schrieb:
Dazu gehört nicht nur Winter sondern auch der Sommer! Denn in den kommenden Jahren wird der Sommertourismus immer mehr an Wert gewinnen. Daher sollte man so weit vorherschauen und sich mal Fragen was man besser machen kann. Jeder Gast hat eine eigene Vorstellung wie er seinen Urlaub verbringen will und was er erleben möchte.
So ist es. Und ich behaupte, die Mehrheit der Gäste von Ischgl will so Dinge wie Fun, Action, Party usw. Da sind Ideen wie der Mountain Glider oder die Glaspiste, farbiger Schnee und die ganzen anderen Hirngespinste optimal. Und vor allem lässt sich damit viel mehr Geld verdienen wie mit ein paar Hanseln die auf die Berge hochkraxeln. Ischgl richtet sich an eine Zielgruppe die genau das will (oder präziser: die man sehr einfach glauben machen kann dass sie das will). Für diese Zielgruppe ist Ischgl perfekt als das was es immer mehr wird, nämlich als alpiner Freizeitpark mit einem Schuss Ballermann.
Dass es ein paar Leute ausserhalb der Zielgruppe gibt, die das nicht anspricht, ist unerheblich. Die können ja woanders hingehen. Dafür erreicht man um so mehr Leute, die früher der Meinung waren, dass es langweilig ist, einfach nur die Berge hoch und runter zu latschen bzw. auf zwei Brettern runterzufahren. Und die paar Macken in der Bergwelt? Die stören nicht, wenn man's nicht anders kennt.
Meier Michael schrieb:
das ganze muss dann noch in einem Verhältnis zum Preis stehen. Schliesslich ist der Tourismus das Wichtigse Standbein unserer einzigartigen Bergwelt! Und das ist gut so! Allerdings müssen einige Skigebiete begreiffen dass es erstens nicht nur Winter gibt, zweitens Erweiterungen nicht über Nacht entstehen und drittens nur so lange Geld reinkommt wie Leute da sind. Leute die nicht mehr kommen weil ihnen etwas nicht passt hinterlassen eine Lücke in den Übernachtungziffern und den Kassen der Bergbahnen.
Zum Preis: Solange die Leute es zahlen wird sich der nicht ändern. Und die Marke Ischgl ist mittlerweile anziehend genug, dass die Leute bereit sind das zu zahlen. Und dass der Strom der Leute irgendwann aufhört ist unwahrscheinlich.
Also Michi, man kann dem Ischgler Modell ablehnend gegenüber stehen, ich selbst tu das auch. Aber die Argumentation läuft ins Leere...