So Jungs, nachdem Petz heute heimkam und auch seine Lieferung vorfand, bewaffnete er sich umgehend mit Werkzeug um die technische Seite der G-V zu ergründen weil er mittlerweile ja etwas Erfahrung mit JC´s Pendelbahnantrieben hat - Herbert Schwarz als eifriger Mitleser weiß ja wovon ich spreche...
Für den Preis muß ich ein großes Lob aussprechen denn der Antrieb läuft mit angenehmem Lautstärkepegel und einem sonoren Brummgeräusch welches sehr gut zu einer EUB - bzw. KSB passt. Außerdem hat man auf den Rat einiger Modellbauer gehört und die erste Übersetzungsstufe des Getriebes als Schneckentrieb gestaltet. Am Scan (besser kann der´s leider nicht) sieht man rechts den mit liegender und zusatzfederstützgelagerter Motorwelle eingebauten Motor. Mittels Schnecke wird nun die Kraft auf zwei nachgelagerte Stirnzahnräder und dann auf ein großes Stirnrad übertragen, auf letzterem sitzt dann obendrauf die Antriebsumlenkscheibe. Das Getriebe ist robust und meiner Einschätzung nach auch ausreichend stabil gelagert ausgeführt; die "chinatypisch" leicht eiernden Stirnzahnräder können den positiven Eindruck nicht trüben.
Der Motortyp verfügt bauartbedingt über einen verhältnismässig großen Anker und läuft daher sehr gleichmäßig; deshalb wurden diese Motoren früher gerne in riemengetriebene Plattenspieler der unteren Preisklasse eingebaut und sind meiner Erfahrung nach auch sehr langlebig.
Antriebskraft reicht auch sicher für ne längere Bahn - 10 Meter Bahnlänge mit paar Stützen sollte der mindestens schaffen.
Die ganze Bahn ist sehr robust ausgeführt und könnte auch mit geringem Aufwand technisch getunt werden. Dazu sehe ich auf die Schnelle noch ohne die Bahn aufgebaut zu haben folgende Ansätze:
1) Die Antriebsumlenkscheibe ist mit zwei kleinen Rollen zur Ausfahrtsseite hin abgestützt um ein Kippen der Scheibe zu verhindern, diese Rollen würde ich durch kleine Kugellager ersetzen weil die mit der Zeit vermutlich abgenützt werden wenn man sie nicht häufig abschmiert.
Auf dem Umlenkscheibenbild hab ich die Scheibe absichtlich neben die Röllchen gelegt um die besser sichtbar zu machen, im zusammengeschraubten Zustand läuft der Umlenkscheibenrand auf diesen Röllchen.
2) Bergstationsumlenkscheibe verfügt nur über ein Stützröllchen und ist dadurch kippelig, hier könnte man statt der Kunststoffgleitlagerung zwei Kugellager 61900 2Z einbauen, dann wär das Röllchen auch nicht mehr nötig denn hier brächte ein Tausch des Stützröllchen durch ein Minikugellager wenig.
3) Rollenbatterien sind einseitig gefedert; hier werd ich mal versuchen bei einer Roba die Verriegelungsnasen, die die Roba im Stützenjoch formschlüssig fixieren zu entfernen. Dann wäre die Roba beweglicher und würde dadurch vorbildgetreuer bei Gehängedurchlauf arbeiten; allerdings muß ich bei den Versuchen prüfen ob sich nicht die Seillaufhöhe dadurch zu sehr verändert denn damit hätten dann die FBM´s bei der Umlenkscheibe keine Freude.
Für den gedachten Zweck ist diese Konstruktion allerdings sehr praktikabel denn so bewegen sich die Robas zumindest ein wenig ohne ne aufwendigere vollbalancierte Roba zu fertigen, die dann noch das Problem nach sich zöge höhenverstellbar sein zu müssen. Andererseits spannen die gefederten Robateile gleichzeitig das Seil, sodaß ne Spannvorrichtung an der Gegenstation entfallen kann.
Was mich nach wie vor stört, ist die vielgerühmte von Roger so "getaufte" Stolperrolle, hier werden meine Versuche zeigen ob man die nicht überhaupt ersatzlos rauswerfen kann denn bei normaler Seilspannung sollte man eigentlich auf die verzichten können. Wenn man die Robaarretierung beim Niederhalter entfernt, würde sich die Seillage bei stärkerer Ablenkung etwas erhöhen und dann wär die StoRo ziemlich sicher obsolet.
Außerdem fallen mir relativ tiefe Rillen bei den Seillaufrollen auf; die verbessern zwar entschieden die bei einer Spielbahn nötige Entgleisungssicherheit aber ich denke, wenn die Bahn präzise ausgerichtet wird könnte man die Rillen mit Silikon auffüllen und dieses mit einer Münze neu in flacherer Kontur ausformen - würde sicher die Gehängelaufruhe an den Robas verbessern.
Summasumarum kann ich ruhigen Gewissens ne
ganz klare Kaufempfehlung abgeben; Kompliment und großes Dankeschön an´s JC - Team denn so werden viele Träume von Modellseilbahnern und sicher auch vielen anderen Leuten mit einem wirklich tollen Preis - Leistungsverhältnis wahr.
Und wer tunen will für den ist die Bahn eine ausgezeichnete Ausgangsbasis.
Noch ein Wort zur Stromversorgung:
Der Netzadapter sollte lt. Aufschrift eigentlich 6 Volt DC liefern, diese Spannung variiert in der Praxis an den Motorklemmen zwischen 7,5 und 8 Volt je nach Belastung. Dabei ist die Bahn auch äußerst energieeffizient denn das Netzteil liefert nominal max. 1,5 Watt aber mein Energieverbrauchsanzeigegerät zeigt auch unter großer Belastung nicht mal 1 Watt an...
Wer die Bahn regelbar fahren möchte kann dies mit nem Märklin Miniclub Electronictrafo 05 oder 08 tun, sollte den aber wegen der Halbwellensteuerung nur etwa bis zur Hälfte aufdrehen es sei denn er möchte den Eskimochairliftversuch mit der G-V nachspielen...
Der Arnold ASS Trafo, der eigentlich ne reduzierte passende Ausgangsspannungsvariante von 0 - 6 Volt DC hätte ist völlig untauglich weil die nicht vernünftig regelbar ist - liegt aber am Trafo nicht am JC - Motor denn auch mit dem RB35 und anderen Modellbahnmotoren funktioniert dieser Spannungsbereich nicht.
@Jens,
Stationsmaße LxBxH etwa 40x24,5x23 cm