Fab schrieb:
Frage an die Digitalkameraexperten. Dias haben im Hochgebirge gerne ohne Einsatz eines UV/Skylightfilters gerne einen leichten Blaustich (mit violettem Unterton) bekommen. Ist dieser Effekt bei den Digi-Spiegelreflexkameras weg?
.
Der Effekt hat nichts mit digital, analog oder sonst etwas zu tun.
Auch hat er nichts mit UV-Strahlung zu tun. Für die sind nämlich fast alle Diafilme (ausgenommen Ektachrome Infrarot und einige Spezielfilme wie Fuji 64T, zumindest früher) überhaupt nicht sensibilisiert. Außerdem lassen so gut wie alle Objektive der letzten Jahrzehnte überhaupt keine UV-Strahlung mehr durch.
Der Blauchstichige Dunst im Gebirge ist besonders mittags einfach da, nur wird er vom Betrachter oft nicht so stark realisiert, das das Gehirn das Bild immer subjektiv wahrnimmt und bestimmte Erfahrungen (Bäume im Tal sind grün) mit in die Interpretation mit einbezieht.
Die ist auch je nach Betrachter unterschiedlich.
Skylightfilter sind übrigens ganz normale Farbkorrekturfilter (z.B. entspr. Wratten 81a)
Das Tageslicht wechselt seine Farbtemperatur den ganzen Tag über vom extrem warmem Morgen- und Abendlicht bis zum "normalen" Tageslicht Vormittags und Nachmittags und zum kühlen, blaustichigen Mittagslicht.
Weiter spiegelt sich im Dunst das Himmelblau, was in den Fernaufnahmen den Blaustich erzeugt. das alles ist aber tatsächlich vorhanden.
In der Analogphotographier, besonders beim Diafilm kann man das bei der Aufnahme sinnvollerweise korrigieren. Es gibt auch extra etwas wärmer abgestimmte Filme (Kodak Ektachrome E100G mit "X" z.B.), die durch ihre wäremere Farbbalance das gleiche wie 1-2 Skyligjhtfilter bewirken.
Ich persönlich habe mir gerade für Portraits in unkontrollierten Lichtsituationen auf neutralem Diafilm einen 81b Filter gekauft. Den würde ich aber digital nicht einsetzen.
Die Farbkorrekturen der Lichtfarbe über die Tageszeiten würde in der Digitalphotographie immer entweder nachträglich am PC oder mittels Weißabgleich beid er Aufnahme (z.B. per mitgeführter Taschengraukarte) durchführen.
Oft erledigt auch schon die Camerasoftware eine Fülle von Korrekturen (darum photographieren so Viele in RAW, wo nichts korrigiert wird und nur Rohdaten gespeichert werden, so haben sie Kontrolle über ihre Ergebnisse).
Filter für diesen Ausgleich sind in diesem Fall (digital) überflüssig und verschlechtern nur die Bildqualität.
Sie bringen nur dem Hersteller und Verkäufer etwas, nicht aber dem Photographen.
Für die Eliminierung des Dunstes ist uU ein Polfilter sinnvoll (je nach Lichteinfallswinkel), da er das Bild nicht wie ein Skylightfilter einfach braunrot einfärbt, sondern die Speigelungen reduziert, was eine deutlich differenziertere Farbwiedergabe bewirken kann.
Dass es auch übertrieben werden kann, wurde ja bereits erwähnt.
Farblose UV Filter erfüllen weder bei der "normalen" Analog- und noch weniger bei der Digitalphotographie einen Sinn. (Außer vielleicht beim Motocross etc.)
Ich photographiere jetzt teilweise seit über 10 jahren mit Objektiven stets grundsätzlich Filterlos in den Bergen und sonstwo auch bei schlechtem Wetter und habe keinerlei Beschädigungen ander Frontlinse.
Darum nochmals mein Tipp: Lass den UV am besten zuhause. Benutze lieber eine Streulichtblende und den Objektivdeckel.