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Kanten selber schleifen oder machen lassen?

@ralleycorse für mein besseres Verständnis, warum hast du vor die belagseitige Kante zu schleifen? Wegen der Beschädigung(en)? Ansonsten macht man das doch max. 3x pro Jahr, hier klingt es für mich so, dass du da öfter dran bist, da es dir um die Substanz geht...
 
Guest schrieb:
@ralleycorse für mein besseres Verständnis, warum hast du vor die belagseitige Kante zu schleifen? Wegen der Beschädigung(en)? Ansonsten macht man das doch max. 3x pro Jahr, hier klingt es für mich so, dass du da öfter dran bist, da es dir um die Substanz geht...

Nee eben nicht. Da ich keinen vernünftigen Weg kenne mit der Hand die belagseitige Kante zu schleifen habe ich es bis dato quasi noch gar nicht gemacht. Immer nur Seitenkante. Aber irgendwann ist das nicht mehr effektiv, da die Hauptbeschädigungen ja auf der belagsseitigen Kante liegen...
 
Mit Diamant oder Gummi, eher aber Diamant, versuchen das auszubessern oder "glätten", sonst zum Fachmann bringen und neu einschleifen lassen. Soweit meine 0815 Antwort- hängt natürlich davon ab wie sehr die Beschädigung ist und wie deine (Ski)Werkzeugkiste bestückt ist
 
Ich lasse meine Ski immer nach der Hälfte des Urlaubs in Alta Badia hier Wachsen und Schleifen. Besser als maschinell und günstiger :top:

20190312_150918.jpg
 
ralleycorse schrieb:
Nee eben nicht. Da ich keinen vernünftigen Weg kenne mit der Hand die belagseitige Kante zu schleifen habe ich es bis dato quasi noch gar nicht gemacht. Immer nur Seitenkante. Aber irgendwann ist das nicht mehr effektiv, da die Hauptbeschädigungen ja auf der belagsseitigen Kante liegen...

Im Prinzip ist das auch richtig. Denn jeder weitere Arbeitsgang mit einer Feile auf der Belagseite hat zwangsläufig Einfluss auf den Winkel. Entweder schleifst Du weiter in den Belag oder Du musst mit einem größeren Winkel abhängen, was in beiden Fällen auf das gleiche hinaus läuft. Ich richte mich daher stets nach dem Zustand des Belags um eine Entscheidung zu treffen, ob der Ski einen großen Service braucht oder nicht.

So lange Du keine Rennen fährst bei denen es auf die 1/10 Sekunde ankommt, kannst Du bis zu einem gewissen Grad die Macken ignorieren, so lange die Kante immer noch greift.

Merkst Du denn, ob / dass der Kantengriff unter den Steinschlägen leidet, wenn Du diese mit dem Oxydstein egalisierst und die Kante stets mit dem Diamanten polierst? Ich konnte da bislang noch keinen Unterschied erfahren.
 
NeusserGletscher schrieb:
Ich richte mich daher stets nach dem Zustand des Belags um eine Entscheidung zu treffen, ob der Ski einen großen Service braucht oder nicht.

Was heisst für Dich grösser Service? Doch Maschine?
Belag habe ich auch schon ausbessern müssen, dem eine neue Struktur zu verpassen wäre auch nicht verkehrt....

NeusserGletscher schrieb:
Merkst Du denn, ob / dass der Kantengriff unter den Steinschlägen leidet, wenn Du diese mit dem Oxydstein egalisierst und die Kante stets mit dem Diamanten polierst? Ich konnte da bislang noch keinen Unterschied erfahren.

Ich meinte zumindest vor einigen Wochen in Mayrhofen (da war es so glatt wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe) das ein Ski mit niegelnagelneuer Kante besser gegriffen hätte!?
 
ralleycorse schrieb:
Was heisst für Dich grösser Service? Doch Maschine?

Ja. Weil es jedesmal für den Service eine Riesenarbeit ist, versuche ich, dies so lange wie möglich heraus zu zögern und dann mehrere Ski gleichzeitig zu revidieren. Planschleifen und Struktur bekomme ich halt ohne Maschine nicht hin. Mittlerweile hat mein Shop zwar die Daten von meinen Ski gespeichert, dennoch nimmt er die Arbeit immer genau und macht erst mit ein paar Ski aus dem Verleih ein paar Probeläufe bevor er meine Bretter schleift.

Steinschläge sind das eine Problem, auf der anderen Seite fährt sich der Belag mit zunehmender Nutzung auch rund. Daher entscheide ich nach Augenschein, ob Wachsen und Kantenschleifen noch mal reicht oder ob der Ski von Grund auf neu präpariert werden muss. Also Planschleifen, ggf. vorher ausbessern und anschließend Struktur nach Wahl.

Extremecarver hatte da mal einen Ansatz mit Bandschleifer und Schleifpapier, aber bislang habe ich von solchen Experimenten abgesehen.

ralleycorse schrieb:
Ich meinte zumindest vor einigen Wochen in Mayrhofen (da war es so glatt wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe) das ein Ski mit niegelnagelneuer Kante besser gegriffen hätte!?

Das kann durchaus sein. Andererseits ist die Kante bei Ski aus dem Konsumer-Bereich nur 2mm breit, wovon man effektiv vielleicht 1.5 mm herunter schleifen kann. Andere limitierende Faktoren sind da nachlassende Vorspannung. Idealerweise macht man den Vollservice nur gerade so oft, dass beide EOL Kriterien zeitlich zusammen fallen.
 
IMG_20240309_112707.jpg

Damit lassen sich rennmäßig scharfe Kanten präparieren. Ein wichtiges Utensil ist auf dem Bild nicht drauf. Edding schwarz. Wenn ich den Grad mit Stein abgezogen habe, wird die Kante schwarz gemacht. So sehe ich genau, wo ich schon Material beim schleifen abgenommen wurde.
Kosten Erstausrüstung ca. 160€. Nur fürs Kantentuning.
 
Meine Frage dazu.
Wie oft Belagseitig schleifen?
Nach einer Zeit sind ja nicht mehr 0,5 bzw 0,7 Grad.

Falls ihr einen Planschliff macht. Macht ihr den Belagseitigen Kanten Schliff selber oder sagt ihr gleich auf die 0,? Grad?
 
Winke schrieb:
Wie oft Belagseitig schleifen?
Nach einer Zeit sind ja nicht mehr 0,5 bzw 0,7 Grad.

Doch. Auch, wenn Du 100x mit einem Festwinkel belagseitig nachschleifst, es bleibt immer der selbe Winkel. Du schleifst aber halt jedes Mal ein wenig mehr in den Belag hinein. Wodurch sich im Endeffekt der Abstand von der Spitze der Kante zur gedachten Verlängerung des Belags immer weiter vergrößert. Was IMHO den gleichen Effekt hat wie wenn Du mit einem größeren Winkel belagseitig nachschleifst.

Deswegen schleife ich belagseitig grundsätzlich nicht nach, sondern poliere nur bzw. entferne den Grat, der beim Schleifen der Seitenkante unweigerlich entsteht.

Und je nach Aggressivität des Schnees und Deiner Nutzung wird sich der Belag an den Kanten tendenziell mehr abnutzen als in der Mitte. Er wird also im Lauf der Zeit immer konvexer. Spätestens dann, wenn der Belag oder die Kante nicht vorher bereits völlig vermackt ist, werden ein Planschliff und eine neue Struktur fällig.

Winke schrieb:
Falls ihr einen Planschliff macht. Macht ihr den Belagseitigen Kanten Schliff selber oder sagt ihr gleich auf die 0,? Grad?

Das hängt von der Maschine und dem Servicemann ab. In >99% aller Fälle schleifen sie Dir die Struktur in die Kante. Und polieren sie dann wieder heraus, in dem sie belagseitig weit in den Belag hinhein schleifen. Lediglich mit professionellen Maschinen aus dem Rennservice oder wenn der Vollautomat eine auf Deinen Ski angepasste Struktur aufbringt, ist es überhaupt möglich, belagseitig die Kante so zu schleifen, dass sie auch auf Eis und hartem Schnee optimal greift. Hochwertige Ski werden ab Werk genau so geschliffen. Da sehe ich keinen Grund, einen an sich guten Werksschliff selbst noch zu verschlimmbessern.

Aber der Grund, warum Ski mit einer so hochwertigen Präparation ab Werk sich nach einem Standard-Service plötzlich völlig anders fahren ist IMHO der, dass sie belagseitig sich nicht die Mühe machen, die Maschine wie bei der Herstellung im Werk extra auf Deinen Ski einzustellen. Und "one size fits all" mag zwar in anderen Bereichen funktionieren, aber nicht beim Skiservice, wo man es mit völlig unterschiedlichen Ski und auch völlig unterschiedlichem Fahrkönnen und Ansprüchen der Nutzer zu tun hat.

Bei Freerider- und Consumerski spielt das keine so große Rolle. Aber wenn Du aus Deinem SL oder Racecarver den optimalen Kantengriff heraus holen möchtest, kommst Du um eine auf den Ski angepasste Struktur nicht herum.

Ob Du dann das Kantentuning der Maschine überlässt oder selbst erledigst, ist eigentlich eine Frage persönlicher Vorlieben. Eine gut auf Deinen Ski eingestellte Maschine kann hier auch akzeptable Ergebnisse abliefern.

Ich persönlich hänge dann die Kanten belagseitig lieber selbst ab. Da endet dann zwar der erste Skitag nach dem Service schon mal in einem Desaster, aber die Anpassung zwischen "optimalem Kantengriff" und "unfahrbar" ist ein schmaler Grat und ein iterativer Prozess. Selbst im Weltcup gelingt dies den Serviceleuten, deren täglich Brot die Präparation ist, nicht immer auf Anhieb.

Die Frage, welchen Winkel man belagseitig schleifen sollte, kann ich Dir pauschal so nicht beantworten. Ich habe schon mit verschiedenen Winkeln experimentiert. Letztendlich hängt das vom Skityp (Freerider, GS, SL), von seiner Steifigkeit und zu einem großen Teil auch von Deinem Anspruch ab. Ein aggressiver Ski hat zwar einen guten Halt auf Eis, kann aber für einen ganzen Skitag auch recht anstrengend sein, weil er wenig Fehler verzeiht und konzentriert gefahren werden will.

Das ist übrigens auch ein Grund, wieso "one size fits all" beim Skiservice bereits im Ansatz zum Scheitern verurteilt ist. Bzw. für jene, welche einen Anspruch an die Arbeit haben, der sich von der Masse abhebt, oft in Frustration endet. Ich kann zwar verstehen, warum die Serviceleute so arbeiten. Für 30€ kann man keinen individuellen Service erwarten. Jedenfalls solange diese komplett ignorante Skiindustrie zu dämlich ist, die Vorteile der Automatisierung zu nutzen, die Ski mit RFID Chips zu kennzeichnen und die Schleifroboter mit einem Lesegerät auszustatten, der anhand der im Chip gespeicherten Daten die Maschine extra auf den Ski einstellt. Was wahrscheinlich immer noch etwas teurer wäre, weil der Stein extra auf den Ski umgeschliffen werden muss. Was aber durch eine Vorselektierung von Ski gleichen oder ähnlichen Typs auch noch zu bewerkstelligen wäre.

Aber es ist für mich völlig inakzeptabel, dass sie Kunden, die im Geschäft klar zu verstehen geben, dass sie konkrete Vorstellungen vom Ergebnis der Präparation haben, trotzdem irgend einen Murks aufschwatzen.

Die Situation hat sich für anspruchsvolle Skifahrer in den letzten Jahrzehnten leider weiter verschlechtert, weil heute kaum noch ein Geschäft den Service selbst erledigt. Da werden dann Deine Ski als loses Schüttgut zu der zentralen Servicestation gekarrt und Du bekommst denjenigen, der Deine Ski präpariert, gar nicht mehr zu Gesicht. Jedes mal, wenn ich auf Ladeflächen die wie bei Mikado lieblos gestapelten Ski sehe, läuft es mir eiskalt den Rücken herunter.

Doch woran erkennt man einen guten Service?

  • Du kannst Deine Wünsche direkt mit dem Servicemann besprechen, der Deine Ski auch präpariert
  • Das Geschäft macht auch den Rennservice für lokale Skiclubs
  • Sie bieten auch eine Präparation per Hand an (wer das kann, der weiß, worauf es ankommt und kann auch eine Maschine entsprechend bedienen)
  • Sie haben neben einem Schleifroboter sogar auch eine Maschine aus dem Rennsport
  • Lass Dir mal einen frisch präparierten SL zeigen. Reicht die Struktur an den Enden bis zur Kante, dann ist es vermutlich der falsche Laden. Außer, der Kunde hat dies explizit so gewollt.
 
NeusserGletscher schrieb:
Doch woran erkennt man einen guten Service?
Und wo findet man die??
Ist es vielleicht eine Idee das man hier eine Auflistung macht von gute fachmännische Geschäften wo man gute Erfahrungen gemacht hat?
Jeder der ein guter Tipp hat, stellt die hier ein.
Nicht nur das Geschäft bei dir um die Ecke aber gerne auch die in die verschiedene Skigebiete/ Täler.
 
Ron schrieb:
NeusserGletscher schrieb:
Doch woran erkennt man einen guten Service?
Und wo findet man die??
Ist es vielleicht eine Idee das man hier eine Auflistung macht von gute fachmännische Geschäften wo man gute Erfahrungen gemacht hat?
Jeder der ein guter Tipp hat, stellt die hier ein.
Nicht nur das Geschäft bei dir um die Ecke aber gerne auch die in die verschiedene Skigebiete/ Täler.

@NeusserGletscher
Es handelt sich um verschiedene Skier
SL/GS..
Mit welchen Geilen feilst du bei welchen Schnee verhätnissen?

Ich lasse Sie gerne in Nassfeld/ Kärnten machen.
Sage aber dazu ist egal wann es gemacht.
Habe Belagseitig mal nachmessen lassen war unterschied von +/- 0,2 mm auf die ganze Seite.

Habe mir letztens einen Service zeigen lassen von einem neuen Ski. (Noch an keiner Maschine 90 Grad Winkel Seiten Wangen noch nicht ausgenommen..

Struktur muss ich schauen wie Sie es bei dem Ski gemacht haben.
Sobald ausgebürstet wird kommen Bilder.
 
Winke schrieb:
Mit welchen Feilen feilst du bei welchen Schnee verhältnissen?

Seitenkante: je nach gewünschtem Abtrag starte ich mit einer groben / mitteleren / feinen Kantenfeile, dann poliere ich mit Diamantfeilen hoch bis um die 800. Ab und an nehme ich auch mal für den ersten Schliff eine hangeführte Maschine (Band / Topfscheibe)

Belagseitig: grundsätzlich nur die feinste Feile, danach mit dem Diamanten.

Schleifgrat wird mit Arkansas-Stein entfernt.

Winke schrieb:
Habe Belagseitig mal nachmessen lassen war unterschied von +/- 0,2 mm auf die ganze Seite.

Wie hast Du das gemessen und vor allem: Was?

Den belagseitigen Winkel zu messen ist reichlich schwierig. Der Übergang zwischen "plan" und "abgehängt" ist oft nur zu erahnen, wenn in den Belag geschliffen wurde. Man muss da schon sehr mit dem Licht spielen. Ich nutze gerne ein Haarlineal und eine Fühlerlehre. Damit messe ich zwar keinen Winkel, aber letztendlich kommt es mir mehr auf den Abstand zwischen der Spitze der Kante und dem Planum an.

0,2mm ? Rechnerisch ergibt eine im Winkel von 0.5° auf 2mm Breite abgehängte Kante eine Distanz von 17 um = 0,017 mm. Aber ein Kunststoffbelag bietet keine ideale Voraussetzungen für präzise Winkelmessungen in diesem Bereich. Zumal ich davon ausgehe, dass der Belag nur für wenige Schrecksekunden, nach dem er aus der Maschine kommt, wirklich plan ist.
 
Winke schrieb:
Habe ihn auf 0,3 abhängen lassen und auf die ganze Länge war der Maximum unterschied von 0,02mm.
Glaube so war es

Also war es vermutlich ein Handschliff. Die Winkellehre zeigt zwar "mm" an, aufgrund der Winkelfunktionen ist dies aber bei kleinen Winkeln identisch mit dem Winkel selbst. Zwischen +/- 0,2° und +/- 0,02° liegt aber schon ein kleiner Unterschied. 0,3° +/- 0,02°, klar, kann man schleifen, macht vor allem für Renn-SL Sinn. Ich vermute, das dies bei Dir der Fall ist.
 
War ein Maschinenschliff mit den 0,3.
Hatte den nur mit zum nachmessen.
Da er mir dort zeigte wie ein Ski von Grund auf geschliffen wird mit den ganzen vorbereitungen ..
(Rennfertig)

Ja es war ein SL RD von Head den GS hab ich auf 0,5.
Der mit 0,3 ging durch die Maschine in Nassfeld war auf Wunsch mit den 0,3.
 
Ron schrieb:
NeusserGletscher schrieb:
Doch woran erkennt man einen guten Service?
Und wo findet man die??
Ist es vielleicht eine Idee das man hier eine Auflistung macht von gute fachmännische Geschäften wo man gute Erfahrungen gemacht hat?
Jeder der ein guter Tipp hat, stellt die hier ein.
Nicht nur das Geschäft bei dir um die Ecke aber gerne auch die in die verschiedene Skigebiete/ Täler.

Per PN gerne, aber nicht öffentlich.
 
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