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Kaprun Prozess

Glaub ich nicht da Die Tunneleinfahrt verschlossen ist und auch kein Seil mehr vorhanden ist
 
Sauerland_6_CLD schrieb:
Würde mich interessieren, eine gewisse Nachnutzung der Bahn fände ich schon richtig.

Keine Nachnutzung der Bahn. Die Brücke wird abgetragen werden (hätte schon heuer im Sommer gemacht werden sollen, wurde aber verschoben), die Leitungen wurden schon von der Brücke entfernt und in einen Kabelgraben umgelegt. Der Tunnel wird also für die Stromversorgung und den Kanal benötigt. Dafür gibt es angeblich einen kleinen Materialwagen im Tunnel. Ansonsten keine Nachnutzung.

MFG Dachstein
 
Die Doku war ganz interessant,hab mir aber ein paar mehr Details zum genauen Unfallhergang und der Ursache zur und Nachforschung erwartet,war aber trotzdem gut gemacht.

Kennt ihr eine gute Dokumentation welche über den Unglückshergang und die Ursachenforschung geht und auch etwas Niveau bietet (Anders wie "Sekunden vor dem Unglück-Der Superbrand von Kaprun",ist zwar ganz gut aber zuviel Actionkitsch) und auch etwas auf die technischen Eigenheiten eingeht?
 
Die Ursache ist inzwischen klar, nur der Schuldige fehlt- weil es den einen Schuldigen nunmal nicht gibt.
Kein Mensch hätte geglaubt das ein so verheerendes Feuer in einer Garnitur ohne eigenen Antrieb ausbrechen könnte.
Wenn mal ein Lager heiß wird, OK. Das hätte dann gekokelt und furchtbar gestunken und gut ist.
Eine hydraulische Notbremse war in der ursprünglichen Konstruktion nicht vorgesehen und ist nachgerüstet worden.
Diese Bremse hat als Hydrospeicher einen Öltank und damit fing das Desaster an.
Dann hat man noch einen Heizlüfter der eigentlich nur ein Heimgerät ist ziemlich unfachmännisch in den Wagen gebaut.
Heizlüfter in Betrieb oder Kurzschluß an selbigen, eine Leckage am Hydrauliksystem und fertig sind die Zutaten zur Katastrophe.
Und weil das alles so niemand vorher sehen konnte, sind jetzt ganz andere Sicherheitsmaßnahmen Gesetz.
In der Standseilbahn an der Rosshütte sind seit dem auch Feuerlöscher, die waren da vorher auch nicht.
Nochmal, ich komme aus der Technik und ich hätte es selber nie für möglich gehalten das eine Garnitur ohne eigenen Antrieb und ohne offensichtliche Brandbeschleuniger derart in Flammen aufgehen kann.
Die bittere Erfahrung das menschengemachte Technik nicht fehlerlos sein kann.
 
Die Bremse war immer schon drin, ein Manometer und dadurch auch entsprechende Hydraulikleitungen kamen später rein. Damit gab es dann halt auch wieder Probleme und die Beseitigung dieser dann zur Katastropfe geführt. Mehr dazu gibt es in einem separaten Topic zum Prozess.
 
skier3000 schrieb:
Die Doku war ganz interessant,hab mir aber ein paar mehr Details zum genauen Unfallhergang und der Ursache zur und Nachforschung erwartet,war aber trotzdem gut gemacht.

Kennt ihr eine gute Dokumentation welche über den Unglückshergang und die Ursachenforschung geht und auch etwas Niveau bietet (Anders wie "Sekunden vor dem Unglück-Der Superbrand von Kaprun",ist zwar ganz gut aber zuviel Actionkitsch) und auch etwas auf die technischen Eigenheiten eingeht?
Sonst kenne ich nur diese beiden Dokus, die Dich vielleicht auch interessieren könnten:

Protokoll einer Katastrophe: erläutert anhand von Augenzeugen den Unfallhergang; danach wird noch etwas zum Prozessverfahren gezeigt
Vertuschen, verschweigen, verharmlosen: dort werden die Ursachenforschung und das Prozessverfahren erläutert

Das Ganze gibt es zusammen hier: https://www.youtube.com/playlist?list=PLC008D3A46E4101BF
 
Werde mir das Buch wohl kaufen.Klingt sehr interesannt das ganze und ich suche noch nach einer ordentlichen Doku über Kaprun.

Vielleicht gibts ja wieder eine ganz nette Disskussion im AF wie damals zum Eiskalten Tod am Stubaier (Auch ein Tipp,dieses Buch sollte man auch mal lesen)
 
Kris schrieb:
:-) Ein schnelles googeln nach der etymologie von Bagage brachte nichts, denn in der Tat weiss ich nicht wie es sich "in Österreich korrekt" schreibt.

Wie du auch sagst, könnte ich mir vorstellen dass das Wort aus dem französischen stammt, vielleicht aus der Zeit der Hugenottenvertreibungen (*) oder als es als Nobel galt in der Aristokratie, sich auf französisch zu unterhalten...

(*) In Berlin haben die ja viel gelassen, von Allé über Bellevue und Charité... :-)


Naja wenn ich in Google Bagage eingebe bekomme ich eine ganze Anzahl Antworten!

Hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Bagage

oder da: http://de.wiktionary.org/wiki/Bagage (Guck mal unter der Überschrift Bedeutungen auf Punkt 2 und unter sinnverwandte Wörter auch unter 2 ....... :-) Na alles klar? :idea:
 
Das Buch "155" ist wirklich interessant. Neben dem genauen Unfallhergang werden die teilweise erschreckenden Zustände in Österreichs Justiz geschildert. Ich habe das Buch in 2 Tagen gelesen, wirklich lesenswert. Gut geht es einem danach aber nicht.
 
Lese das Buch jetzt auch gerade (Gestern gekauft-schon halb durch) und muss sagen es ist wirklich sehr spannend und mitreisend.

Das mit den Lärchenholzbrettern wusste ich auch noch nicht und das der Heizlüfter so extrem reingepfuscht wurde ist mir auch neu.

Beängstigend das ganz normale Heizlüfter noch heute im Pitzexpress montiert sind.Zwar extern und nicht im Pult aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen das wenn Dreck reinkommt auch dieser zu schmoren beginnt.
 
Als aussenstehender ist sehr Interessant welcher Arbeitstätigkeit die Herren heute nachgehen, jeder kann seinen Gedanken selber dazu machen.

Der Hauptverteidiger im Kaprun-Prozess ist seit Dezember 2013 Justizminister in Wien, der Verteidiger des verantwortlichen Betriebsleiters der Gletscherbahn ist seit Juni 2013 Landeshauptmann, also Ministerpräsident, des Bundeslandes Salzburg. Der damalige Chefermittler, seinerzeit Polizeimajor, ist seit Dezember 2008 Polizeigeneral und Leiter des österreichischen Bundeskriminalamtes.
Quelle: http://www.welt.de/geschichte/artic...icher-die-Schuld-auf-Deutsche-abwaelzten.html
 
whiteout schrieb:
Beängstigend das ganz normale Heizlüfter noch heute im Pitzexpress montiert sind.Zwar extern und nicht im Pult aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen das wenn Dreck reinkommt auch dieser zu schmoren beginnt.
Das Problem an sich ist nicht der sowieso unvermeidlich angesaugte und abgelagerte Staub sondern die Billigstüberhitzungsschutzschalter.
Früher wurden in Heizlüftern nämlich noch solche verbaut die man nach einmaliger Abschaltung mechanisch reaktivieren musste um das Gerät wieder in Betrieb nehmen zu können. Die neuere Schaltertype schaltet den Heizlüfter (wenn z. B. durch Schmutz die Motorgleitlager festgehen, die Ventilatorflügel durch Schmutzablagerungen gestoppt werden oder auch das Luftansauggitter durch Staubflusen zugesetzt ist) nach Abkühlung wieder ein und nach erneuter Überhitzung wieder aus; nach einigen Schaltspielen verschweißen sich dann die unzureichend dimensionierten Schutzschalterkontakte durch die Minilichtbogenbildung miteinander, öffnen gar nicht mehr und der Lüfter beginnt aufgrund des Kunststoffgehäuses zu brennen.
Ich weiß dies deshalb so genau weil exakt dieses an einer sehr ähnlichen Heizlüftertype des Herstellers Burg bei mir vor vielen Jahren einen Wohnungsbrand verursachte während ich in der Werkstatt im Erdgeschoß arbeitete...:rolleyes:
Andere Fabrikate (auch Fakir denn ich hatte eine ähnliche Type wie in Kaprun auch in Verwendung und nach dem Vorfall dahingehend untersucht) sind aber leider auch mit denselben Überhitzungsschutzschaltern ausgestattet ausgenommen die deutlich teureren Industrieheizlüfter die nach wie vor noch gottseidank die resetbedürftigen Schalter besitzen - sowas wär mal was für eine absolut vernünftige EU - Vorschrift auch in Bezug auf die Haushaltsheizlüftertypen die ja zu Tausenden in Verwendung stehen...:ja:
 
Kaprun Prozess gleich Thema bei Markus Lanz auf ZDF.
 
jonsson schrieb:
Nicht nur Trauma ohne Ende sondern meiner Ansicht nach ein Justizskandal allerhöchsten Ranges; schade das unter den Opferangehörigen damals offensichtlich niemand war der über genügend Geld verfügte sich nicht nur eine hochklassige und dementsprechend durchsetzungsfähige Anwaltskanzlei samt Privatdedektiven und Sachverständigen zu leisten sondern z. B. auch mit ganzseitigen Zeitungsanzeigen den Ablauf des Gerichtsverfahrens detailliert der Öffentlichkeit zukommen zu lassen. Dann hätte man meines Erachtens seitens der Gerichte es auch nicht gewagt das Unglück mit einem für die Opfer so schäbigen Kuhhandel abzuschließen und alle Angeklagten trotz der ziemlich eindeutigen Faktenlage freizusprechen.
 
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