Und nun zur genauen Funktionsweise
Manche der hier verlinkten Bilder sind extra noch im Anhang zu finden.
Ich beginne bei der Gondeleinfahrt.
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypeHV3X0lPLTRYbkU/view?usp=sharing
Wie links im Bild zu sehen, fährt die Gondel ein und bekommt Führung und Auflage durch eine weiße, im Profil U-förmige Schiene. Genauer gesagt gleitet das Torsionsfedergehäuse der Klemme auf ihr. Leider versäumten es die Modellbauer von Jaegerndorfer, maßstabsgerechte Rollen an den Klemmen zu konstruieren. Weil diese viel zu klein geraten sind, kann man sie nicht als Rollauflage verwenden, was ich persönlich wirklich ärgerlich finde. Auf der oberen Rollfläche der Klemme habe ich eine längere, aufgeraute Rollfläche (weiß) aufgeklebt, damit immer mehr als zwei der (schwarzen) Räder der Station Kontakt mit der Klemme haben. Schließlich sind vergleichsweise hohe Gleitreibungswiderstände zwischen Klemme und U-förmiger Schiene zu überwinden, weil die Rollennachbildung wie gesagt unbrauchbar ist. Schade.
Die Lage der Klemme bei der Einfahrt seht Ihr hier sehr schön:
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypbnJoME1wMVNlSDA/view?usp=sharing
Die Räder der Station schieben die Klemme mit ungefähr der Geschwindigkeit des Seiles talwärts, wie im Original. Nun kommt die Kupplung ins Spiel. Für die Beförderung der Gondeln in diesem Bereich sind die ersten 11 Räder zuständig, die sich alle gleich schnell drehen. Beide Seiten der Station werden über ein Differential aus Lego vom ersten Motor angetrieben. Ihr findet ihn im ersten Bild links. Dort ist auch zu erkennen, dass am Stationsbeginn eine schwarz-rote Schiene mit einer dünnen Plastikplatte unten dran (von Plastikflasche) angebracht ist. Es handelt sich um die Kupplungsschiene, die den mit einem Reißnagel verlängerten Hebelarm der Klemme bei der Einfahrt nach unten drückt und die Klemme öffnet:
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypN3ppYXB2b0NRT1k/view?usp=sharing
An der Stelle, an der die Klemme am weitesten geöffnet ist, wird das Seil horizontal nach innen wegbefördert, und zwar durch zwei kleine, graue Seilscheiben:
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypODlkM3VvYkJNaTA/view?usp=sharing
Die erste der beiden Scheiben ist sehr dünn. Dadurch fährt die geöffnete Klemme an ihr vorbei, ohne sie großartig zu berühren. Das, obwohl die Scheibe mit dem Seil von der Innenseite her weit in das "geöffnete Maul" hineinragt:
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypT1Q3Ymo0b09YSTQ/view?usp=sharing
Dieser Teil der Station sieht geöffnet wunderschön aus, wie ich finde. Zahnräder über Zahnräder. Die kleinen, grauen Zahnräder haben direkt mit den Rädern außen zu tun, die großen Schwarzen verbinden zwei Zahnradsysteme miteinander und in der Mitte seht Ihr gelb-grau das Differentialgetriebe, worunter der Motor Nr. 1 sitzt:
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypQWhiRUVoSDdnb28/view?usp=sharing
Nun folgt der beschleunigende Teil, bei dem die Gondel von 8 Rädern negativ beschleunigt wird. Dieser Teil wird von einem zweiten Motor (diesmal ohne Differential) betrieben. Er ist im folgenden Bild rechts, zwischen den beiden Gondeln zu sehen:
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypeHV3X0lPLTRYbkU/view
Nach den beschleunigenden Rädern wird die Klemme von diesen freigegeben. Die Gondeln bewegen sich nun mit einer langsamen, personenfreundlichen Geschwindigkeit. Sofort übernimmt die Förderkette die Fortbewegung der Gondeln. An dieser Stelle kommt sie aus der Stationsmitte hervor und schiebt die Gondel unterhalb der Klemme vorwärts:
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypVERmWEIxLTY4VDQ/view?usp=sharing
(Einige Bauteile entfernt)
Die Förderkette wird folgendermaßen angetrieben. An der Seilantriebsscheibe befindet sich ein dritter Motor, von dem die Drehzahl "abgezapft" und über eine Kette nach unten übersetzt wird:
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypWko5Nkx1cVREQ2c/view?usp=sharing
Die Förderkette (=Lego Kettenglieder; an jedes Vierte ist ein langes, dünnes Legobauteil geklebt) wird von mehreren Zahnrädern um die Ecken geführt. Eines dieser Zahnräder erhält die Drehzahl vom Motor Nr. 3. Zu sehen links im Bild.
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypWko5Nkx1cVREQ2c/view?usp=sharing
So befördert die Förderkette die Gondeln mit einer Geschwindigkeit, die immer direkt proportional mit der Seilgeschwindigkeit zusammenhängt.
Die Klemmen gleiten noch immer auf der U-förmigen Schiene. Da diese jedoch nicht für den Umlauf geeignet ist (man kann sie ja wegen der Form nicht biegen), fahren die Klemmen nun auf eine andere, weiße Schiene, die sie um die Station herumbringt. Unter dieser Schiene spannt sich eine zweite Schiene auf, die die Förderkette aufspannt. Links erkennt man zusätzlich die Seilantriebsscheibe:
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypWVNDQU13VFJKYXc/view?usp=sharing
Die Klemme gleitet während des Umlaufes also nicht auf dem Torsionsfedergehäuse, sondern in einer schmalen Rinne zwischen den Rollennachbildungen und dem Klemmelement:
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypd3JxU0hTV0FxNlk/view?usp=sharing
Nach dem Umlauf gleitet die Klemme wieder zurück auf die U-förmige Schiene:
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypeklCR21OdEJYRGc/view?usp=sharing
In dem Moment, in dem die Räder des Beschleunigungsteils die Gondelbewegung übernehmen, verschwindet die Förderkette nach innen, zur anderen Seite, wo die ausgekuppelten Gondeln ankommen und wo sich auch das antreibende Zahnrad befindet.
Nun steht die Gondel wieder im alleinigen Kontakt mit den Rädern, die sie beschleunigen. Dabei drehen sich immer zwei Räder mit der selben Drehzahl. Die nächsten beiden drehen sich dann schneller usw.:
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypZVN5ZTRHWDBURFk/view?usp=sharing
Nach 4 solcher Räderpaare übernehmen die "Kupplungsräder", die sich wie bei der Einfahrt alle gleich schnell drehen.
Die Ausfahrt beginnt. Die Klemme fährt auf die Kupplungsschiene zu.
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypUmJwdm9WSV96b2M/view?usp=sharing
Diese Schiene drückt den Klemmenarm langsam nach unten, sodass sich die Klemme öffnet.
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypQnl0SUYyYWoxaTQ/view?usp=sharing
Am Ende der Station wird das Seil von der Mitte her an die offene Klemme herangeführt. Da das Einkuppeln im Gegensatz zum Auskuppeln etwas komplizierter ist, bleibt die Klemme während dieser Phase über einige Zentimeter maximal geöffnet, da die Kuppelarmschiene hier waagerecht verläuft:
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypT3JuOUhiY25aRkk/view?usp=sharing
Nun befindet sich das Seil an der richtigen Stelle im geöffneten "Maul" der Klemme. Nachdem die Klemme an der Seileinführ-Einrichtung vorbei ist, schnappt sie zu, indem die Kuppelarmschiene endet. Es ist vollbracht:
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypS3hldmZubjV3cms/view?usp=sharing
Die Gondel hängt nun am Seil und fährt aus der Station. Die U-förmige Schiene, auf der sie glitt, endet. Gute Fahrt!
https://drive.google.com/file/d/0B9iw4Mv3j6ypZWdnU0ZBclJzeXc/view?usp=sharing
Die Seilrollen sind neuerdings mit schwarzem Silikon gefüllt. Das sieht ganz nett aus, hat aber ehrlich gesagt keinen technischen Nutzen, wenn die Gondel passiert.
Hier noch nicht-öffentliche Videos zum Ein-und Auskuppeln.
Auskuppeln:
Einkuppeln:
Hoffe, meine Ausführungen gefallen Euch und inspirieren den einen oder anderen, an neuen Modellinstallationen zu tüfteln.
Für mich ist es immer ein Wunsch gewesen, eine funktionierende, kuppelbare Seilbahn aus Lego zu bauen. Aber der Weg dahin hat mich sehr viel Zeit und Mühen (und auch Geld!) gekostet. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall! :lol:
Wer Fragen hat, kann sie hier sehr gerne äußern!
