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Lawinen 2014/15

In Puy-Saint-Vincent in den Hautes Alpes drei Tourengeher von Lawine mitgerissen und verletzt:
http://www.ledauphine.com/hautes-al...e-impliquant-six-personnes-fait-trois-blesses

In Südtirol gleich zwei Lawinen, zwei verletzte Tourengeher in Ratschings:
http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2015/01/18/zwei-verletzte-bei-lawinenabgang-auf-klammalm.html

Am Speikboden Lawinenabgang im Skigebiet trotz vorheriger Sprengung
http://www.stol.it/Artikel/Chronik-im-Ueberblick/Lokal/Lawine-rauscht-zu-Tal-Grosseinsatz-am-Speikboden
 
Gerade eben große Suchaktion auf der Nordseite der Valluga - Quelle ORF:

Chronik 19.01.2015 12:28 Uhr
Suchaktion nach Lawinenabgang in St. Anton

In St. Anton am Arlberg an der Nordseite der Valluga läuft nach einem Lawinenabgang Montagmittag eine großangelegte Suchaktion nach möglichen Verschütteten. Die Einsatzkräfte gehen derzeit von mehreren Verschütteten aus. Die Lawine ist im freien Skiraum abgegangen.
 
Servus!

whiteout schrieb:
vetriolo schrieb:
Am Dienstag im Kitzbühel das gleiche gehört :"Wir sind hier nicht sehr hoch,hier können keine Lawinen abgehen die gefährlich sind".

Die Kitzbüheler Ecke hat vielleicht den in oder anderen Vorteil bezüglich der Lawinenlage als gewisse Ecken im Hochgebirge, aber wer so eine Aussage von sich gib, gehört postwendend an die nächste Wand geklatscht! :twisted:
Mir fallen alleine zwanzig Beispiele aus der Ecke ein die das Gegenteil belegen...
Aber wegen solchen Idioten gerät das Freeriden in Verruf.

Jan
 
Die Lawine an der Valluga ist schon bitter...

Für mich ist das besonders erschütternd, da ich genau dort wo die Lawine abgegangen ist schon oft langgefahren bin.

Ich habe mal meine eigenen Fotos durchsucht und habe ein paar gefunden wo genau dieser Hang drauf ist...
Wenn ich mir die Fotos von den verschiedenen Berichten ansehe ist die Abrisskante nach dem ersten Hang unter der Bergstation genau dort am Grat wo man entweder zur Nord oder zur Westabfahrt runterfahren kann.

Bild3.jpg



Dieser Grat ist der klassische erste Warte/Sammelpunkt nach dem ersten Teil unmittelbar hinter der Valluga Bergstation.

Da wo die Lawine dann runter ist, ist die Nord Variante. Der Hang dort ist wirklich sehr steil. Wenn man dort lang fährt, fährt man wirklich jede Kurve einzeln. Wenn man dort einmal zum Sturz kommt geht es weit nach unten...In den Berichten steht ja auch dass die Skifahrer 800Meter weit mitgerissen wurden.

2. Foto (die dünnen roten Pfeile stellen den Verlauf der Lawine dar...)
Bild1.jpg



In dem bereits oben geposteten Video von tt.com kann man die Lawine am besten sehen: http://www.tt.com/panorama/unfall/9508640-91/gruppe-von-lawine-erfasst-zwei-tote-und-ein-schwerverletzter-in-st.-anton.csp


Ich glaube in dem Gelände würde auch kein ABS Airbag helfen...bzw. weiß man ob die Verschütteten einen Airbag hatten? In den Berichten konnte ich nichts dazu finden.


Grüße,
Piotre
 
Ich weiß nicht in welchem Artikel ich es gelesen hab, aber es gab keine Totalverschüttungen, dementsprechend sind die tödlichen Verletzungen eben durch den
Absturz durch steiles Gelände entstanden. Ein ABS Rucksack hätte in dem Fall dann eben auch nicht geholfen :/
 
Es gibt eben Lawinen,da hilft garnichts mehr.Das sind die 3% die bei ABS als Restrisiko bleiben.Glaube nicht das die unten Rucksäcke hatten,sonst hätten sie zumindest gezogen.
Der Standort der Gruppe war falsch gewählt, der einfahrende Skifahrer kann nicht sehen das gleich der gesamte Hang kommt.Womöglich hat er selbst überlebt und muss nun damit leben seine Kameraden in den Tod gebracht zu haben.

Ab einer gewissen Größe und Wucht reist es dich einfach runter, oder du stürzt über eine Geländekante,wirst gegen einen Stein geklatscht.Da hilft keinerlei Ausrüstung dagegen.Dem Skifahrer der die Lawine ausgelöst hat hätte ein Rucksack sehr sicher geholfen,da er ihn oben gehalten hätte.Den Fahrern die unten erst von der Lawine erfasst wurden,bringt der Rucksack aber so ziemlich nichts.

Dennoch,man hört immer nur von Lawinentoten und Verschütteten.Die vielen Hundert die jährlich,oft auch dank ABS glimpflich davonkommen werden verschwiegen.Durch diese einseitige Berichterstattung gerät das Freeriden in Verruf gefährlich,ja gar idiotisch zu sein.
 
Vor allem muss man ja noch dazu sagen, dass am Arlberg gestern scheinbar "nur" ein 2er war. Natürlich gehört jeder Hang dennoch einzeln kritisch beurteilt, aber schon rein von der Einstufung her sieht es zumindest so aus, als ob es dort wesentlich unkritischer gewesen wäre als z.B. Richtung Alpenhauptkamm.
 
Heute aber nicht mehr, klar bei nem 2er würde ich da auch reinfahren. Aber heute ist es eben wieder ein 3er. Von daher dürfte zumindest der Führer (rechtlich) glimpflich davonkommen...

Wir waren am Sonntag in Andermatt, das war schon sehr grenzwertig, war uns aber auch vorher klar, dass wir uns zumindest am Rand des machbaren bewegen. Wummgeräusche und auch ein fernausgelöster Abgang haben das ganze bestätigt. Mit Sicherheit ist auch immer Glück dabei. Vorallem wenn man im Tagesverlauf besser sieht was machbar ist und was nicht. An dem Tag waren es eben die nordexponierten Bereiche, die waren vom Südwind auch in geschützteren Lagen hinter Kuppen brutal eingeblasen und sehr leicht zu stören.
 
Es war doch >2000m eh ein Dreier, hier zählt ja eher der Vorarlberger LLB.
 
whiteout schrieb:
Das sind die 3% die bei ABS als Restrisiko bleiben

Diese ominösen 97% Überlebenswahrscheinlichkeit (oder auch 3% Restrisiko) die man beim Thema ABS gerne mal liest, sind (bzw. waren) vor allem eins: Marketingzahlen!

Diese veralteten Zahlen kommen von einer Studie, deren Inhalt nur die Firma ABS selbst zu 100% kennt und wohl auch selbst in Auftrag gegeben hat, wenn nicht gar selbst durchgeführt hat... (hab ich jetzt nicht mehr genau im Kopf)
Da kann jetzt jeder selbst reininterpretieren was er will, unabhängig ist was anderes.

Deutlich aktueller, aussagekräftiger, realitätsnäher und vor allem unabhängig ist meines Erachtens die SLF-Studie vom letzten Jahr, welche von einer Überlebenswahrscheinlichkeit mit Airbag von 89% und ohne Airbag von 78% spricht.
Also "nur" ca. 10% mehr Sicherheit mit Airbag als ohne, aber auf jeden Fall ein Sicherheitsgewinn (nicht falsch verstehen, ich fahre selbst auch mit Airbag).
Marketingtechnisch könnte man diese Zahlen wiederum als eine Halbierung des Restrisikos und somit eine Verdoppelung der Überlebenschancen ausschlachten(merkt ihr was? Liest sich natürlich deutlich besser).

Hier mal ein Link zu einem sehr gelungen Artikel über das Thema Lawinenairbags, inklusive des sehr interessanten und aus meiner Sicht auch sehr richtigen Verhaltens-Ansatzes "Ski Naked" (was in etwa so viel bedeutet wie, man sollte mit Ausrüstung nichts anderes fahren, was man nicht auch bedenkenlos ohne Ausrüstung fahren würde, denn nur dann ist die Ausrüstung auch ein Sicherheitsgewinn.
Alles andere ist ein (nicht gewünschtes) verschieben der Grenzbereiche...Da ist schon etwas wahres dran!

Wenn ich hier immer wieder mal so Sätze wie "Mit Ausrüstung wäre ich das auch gefahren" lese zeugt das zwar durchaus von Ehrlichkeit, aber nicht unbedingt davon, dass mann die Materie wirklich verstanden hat... (was ich übrigens auch für mich nicht vollkommen in Anspruch nehme, nur um das klar zu stellen...)
 
Wir waren heute auf der Nordkette als Exkursion von der Uni und haben Schneeprofile gegraben, es ist einfach Wahnsinn wieviele Schichten es dieses Jahr hat, besonders auffällig sind dabei 2 Schwachschichten mit extrem lockerem unverbundenen Schnee, welche durch eine Harschkruste getrennt sind, genau in der oberen Schwachschicht ist dann bei dem Belastungstest auch der Block gebrochen. Außerdem hat es ganz unten noch Schwimmschnee, da der Boden beim ersten Schneefall auf der Nordkette noch nicht gefroren war.

Am Arlberg war aber vermutlich Eingeweihter Triebschnee Schuld vermutlich so wie es dort aussah.

Im Übrigen hat sich auf dem Neuschnee am Sonntag auch Oberflächenreif gebildet, der könnte in Zukunft dann problematisch werden.
 
Breze schrieb:
Diese ominösen 97% Überlebenswahrscheinlichkeit (oder auch 3% Restrisiko) die man beim Thema ABS gerne mal liest, sind (bzw. waren) vor allem eins: Marketingzahlen!
Diese Angaben die meiner Ansicht nach den Nutzern eine Sicherheit vorgaukeln die es nicht geben kann würde ich als völlig unqualifizierte und vor allem gefährliche Irreführung bezeichnen.
Völlig unabhängig vom Airbag stellen meiner Meinung nach allein die mechanischen Hindernisse im Bereich einer Lawine ein prozentuell erhebliches Verletzungs - und auch Tötungspotential dar - wenn nicht sogar ein höheres als "nur" von der Lawine begraben zu werden und zu ersticken.
 
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