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Lawinensaison 9/10

Bis jetzt werden 3 Tote und ein zwischen 12 - 30 Verletze angegeben.
Viel schlaues ist in der englischsprachigen Presse auch nicht zu erfahren.
 
Also, wenn das stimmt, dass Warnungen missachtet wurden, dann wäre das wohl eine neue Qualität des Kommerzes um jeden Preis.
Wäre mal interessant, wie das organisiert ist. Ob es da einen festen Veranstalter gibt, der dann eben die Warnungen ignoriert hat und ob die Teilnehmer sich der Gefahr bewusst waren.
Es fällt mir gerade schwer zu glauben, dass dort wirklich so gehandelt wurde.
 
Das ist wieder mal guter Journalismus Revelstoke liegt nicht in den Rockies siehe Karte.
Revelstoke-Banff-Karte.jpg


Nachtrag:
Weiter Infos bei CTV.
 
"Bei der derzeitigen Lage schaue ich so einen Hang nicht einmal hinunter."
Wenn das dort war, wo ich es vermute, dann war das deutlich steiler als die eigentliche Gamsleiten-Abfahrt. Wenn da jetzt irgendein Jungspunt reingefahren wäre, würds mich ja nicht weiter wundern. Aber was bewegt einen 45-jährigen (ich unterstelle: erfahrenen) Skilehrer, der ja auch die Verantwortung für seine Schüler hat, so einen Hang runterzufahren?
 
Es verunglücken ja oft angeblich erfahrene Skifahrer und manchmal auch Rettungskräfte. Warum bloss ?
Na gut, unerfahrene Leute - so wie ich - trauen sich erst gar nicht ins offene Gelände.
 
Klar - das liegt daran, dass die "erfahrenen" Leute natürlich versuchen - unter Berücksichtigung von Erkenntnissen vor Ort - das machbare auszuloten und das geht halt manchmal schief. In diesem Fall sind die Faktoren, die man aus der Ferne beurteilen kann, aber schon so eindeutig negativ (Lawinenlagebericht: fetter 3er, explizite Nennung von kammnahen Steillagen in südöstlicher Richtung; sehr steiles Gelände; zahlreiche Lawinenabgänge in der Region, auch spontan), dass vor Ort schon ganz erhebliche positive Einflüsse vorliegen müssten, dass man noch halbwegs ruhigen Gewissens da runter kann.

Ich betone das Ganze, weil ich auch öfter mit Bergführer oder Skilehrer im Gelände unterwegs bin. Und da verlasse ich mich auf deren Erfahrung. Ich erwarte, dass sie das Risiko in einem vertretbaren Rahmen halten, wohl wissend, dass es im Gelände keine absolute Sicherheit gibt. Aber in diesem Fall scheint mir (zumindest aus der Ferne betrachtet), die Grenze zum Leichtsinn deutlich überschritten. Und damit fange ich mich an zu fragen, ob ich dieses blinde Vertrauen in Skilehrer/Bergführer noch haben sollte.
 
Das mit den vielen Opfern unter den Erfahrenen liegt sicher erstens daran, dass die überproportional häufig freeriden bzw. Touren gehen. Im freien Gelände gibt es immer mal wieder Hangpartien, die dann doch steiler oder ungünstiger sind, als man gehofft hat und wo man dann durch muss. Auch muss man so oft Hänge beurteilen, dass die Fehlerwahrscheinlichkeit zunimmt. Und auch sonst ist es, wie mein vorredner bereits sagte, nie sicher.
Und es liegt auch daran, dass es darunter überproportional viele Adrenalinjunkies gibt.
Man braucht nicht zu glauben, dass Erfahrung automatisch bedeutet, dass die Leute auch vernünftig sind. Sicher gibt es viele Vernünftige, erfahrene Alpinisten (Die Mehrzahl?)
Da sind aber auch viele dabei, bei denen es (vielleicht estwas überspitzt formuliert) so abläuft:
Die sehen den geilen Powderhang, können kaum anders als den mitznehmen, checken ihr LVS, fahren das Avalung vor den Mund, nehmen die Reißleine für den Airbag in die Hand und los gehts, auch wenn der Hang nicht als unkritisch beurteilt wurde.
Vor einiger zeit hat ein erfahrener Alpinist selbst mal geschrieben, dass für viele Freerider die Herabstufung auf LWS3 erstmal bedeutet: Feuer frei. Da braucht man sich nicht zu wundern, dass dabei am meisten passiert.
Zwar mag so jemand dann vielleicht so erfahren sein, dass er auch bei LWS4 ins Gelände geht, ohne sich zu gefährden. Aber wenn jemand Anderes mit der gleichen Erfahrung einfach veranlagt ist, an die Grenzen zu gehen, dann wird dennoch immer wieder etwas passieren.
Ist ja in vielen Sportarten so.
 
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