Das mit den vielen Opfern unter den Erfahrenen liegt sicher erstens daran, dass die überproportional häufig freeriden bzw. Touren gehen. Im freien Gelände gibt es immer mal wieder Hangpartien, die dann doch steiler oder ungünstiger sind, als man gehofft hat und wo man dann durch muss. Auch muss man so oft Hänge beurteilen, dass die Fehlerwahrscheinlichkeit zunimmt. Und auch sonst ist es, wie mein vorredner bereits sagte, nie sicher.
Und es liegt auch daran, dass es darunter überproportional viele Adrenalinjunkies gibt.
Man braucht nicht zu glauben, dass Erfahrung automatisch bedeutet, dass die Leute auch vernünftig sind. Sicher gibt es viele Vernünftige, erfahrene Alpinisten (Die Mehrzahl?)
Da sind aber auch viele dabei, bei denen es (vielleicht estwas überspitzt formuliert) so abläuft:
Die sehen den geilen Powderhang, können kaum anders als den mitznehmen, checken ihr LVS, fahren das Avalung vor den Mund, nehmen die Reißleine für den Airbag in die Hand und los gehts, auch wenn der Hang nicht als unkritisch beurteilt wurde.
Vor einiger zeit hat ein erfahrener Alpinist selbst mal geschrieben, dass für viele Freerider die Herabstufung auf LWS3 erstmal bedeutet: Feuer frei. Da braucht man sich nicht zu wundern, dass dabei am meisten passiert.
Zwar mag so jemand dann vielleicht so erfahren sein, dass er auch bei LWS4 ins Gelände geht, ohne sich zu gefährden. Aber wenn jemand Anderes mit der gleichen Erfahrung einfach veranlagt ist, an die Grenzen zu gehen, dann wird dennoch immer wieder etwas passieren.
Ist ja in vielen Sportarten so.