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Lech Zürs 2018/2019

Arlbergfan schrieb:
Dieses Jahr liefs unglaublich mies für uns!
Ich will ja kein Öl ins Feuer gießen, aber wie viele solcher "Openings" muss es denn noch geben, damit sich ein Lernerfolg einstellt?

2009/2010: https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=4653862#p4653862
2010/2011: https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=4724999#p4724999
2011/2012: https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=4799247#p4799247
2012/2013: https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=4873847#p4873847
2014/2015: https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=5002400#p5002400
2016/2017: https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?p=5096605#p5096605

Wie geschrieben nicht böse gemeint, lediglich eine Reflektion der letzten Jahre Ende November.
 
Danke für die Zusammenfassung! Es scheint echt so zu sein, als ob uns der Föhn regelmäßig im Nov/Dez den Saisonstart vermießen würde.

Offene Frage an die Arlberg-Kenner: Sollen wir Snowfaring anfangen um 3 Pisten mehr zum Saisonstart betreiben zu können, oder soll man die Natur so wie sie ist, akzeptieren. Ein Modell ala Ischgl, ist bei der Bevölkerung nicht mehrheitsfähig!
 
Wurde die letzten Jahre eigentlich groß in die Beschneiung investiert?

Die einzige Schlagzeile die mir spontan einfällt ist der Kauf von 12 Supersnow Kanonen in 2017?
 
Einzeln wird schon investiert. Die meisten Dinge passieren ohne große News. Aber generell ist es schon so, dass man sich auf Naturschnee ausruht. Der worst case ist einfach noch nie eingetreten!
 
Arlbergfan schrieb:
Danke für die Zusammenfassung! Es scheint echt so zu sein, als ob uns der Föhn regelmäßig im Nov/Dez den Saisonstart vermießen würde.

Offene Frage an die Arlberg-Kenner: Sollen wir Snowfaring anfangen um 3 Pisten mehr zum Saisonstart betreiben zu können, oder soll man die Natur so wie sie ist, akzeptieren. Ein Modell ala Ischgl, ist bei der Bevölkerung noch nicht mehrheitsfähig!

ich hab das mal entsprechend angepasst.
 
Arlbergfan schrieb:
Einzeln wird schon investiert. Die meisten Dinge passieren ohne große News. Aber generell ist es schon so, dass man sich auf Naturschnee ausruht. Der worst case ist einfach noch nie eingetreten!
Naja, was ist denn der worst case?
Wenn es so blibt wie bisher in den nächsten Wochen haben wir doch den worst case fast erreicht und vor 2 Jahren war es doch noch schlimmer. Da kam der große Schnee ja erst im Januar.
 
Ich denke ebenfalls. es ist eine Definition der Begrifflichkeit "Worst Case".

Für mich war das vor einigen Jahren (2014 oder 2016), wo es kurz vor Weihnachten über 13 Grad hatte und obendrein der reichliche Niederschlag in flüssiger Form herunter kam. Bei den Bedingungen half allerdings auch die beste Beschneiung nix und im Regen fahren ist auch nicht mein Favorit. Wandern fiel dadurch natürlich auch ins "Wasser" ...
Das was mich aber nach wie vor dazu bringt, sich dem Risiko im Dezember immer wieder auszusetzen, ist das Hotel und nicht das Gebiet. Dass es im Dezember soviel Schnee hatte, dass man wg. dem Gebiet (z.B. der Varianten) dort hinfährt ist mM schon ein paar Jährchen her.

Ob ich dieses Jahr das gesamte Material mitschleppe oder die Ski für 1-2 Tage vor Ort leihe, überlege ich mir kurzfristig noch... Aber "Zustände" zu haben, wie in Ischgl, würden meine Entscheidung bzgl. Hotel definitiv überlegen lassen. Es tut mir Leid, ich halte nichts davon, für 1-2 Pisten mehr, die 1-2 Wochen früher aufgehen, Unsummen an Investitionen auszugeben, die ich am Ende wieder über den sowieso schon teuren Skipass finanziere.

Apropro Ticketpreise und "Worst Case" auf den man Einfluss hat, wenn das Angebot nicht zum Preis passt, führt das tatsächlich dazu, mir bei entsprechend überteuertem Preis kein Ticket zu kaufen. Und das wäre wohl auch für die Bergbahnen der "Worst Case", denn betreiben müssen sie die Bahnen ja trotzdem. Da bin ich dieses Jahr mal gespannt, wielange die reduzierten Tarife gelten...

Nocheinmal zurück zur Beschneiung, was mich vor ein paar Jahren verstört hat, war die Information, dass - glücklicherweise nicht am Arlberg, ich glaub, es war im Zillertal - Schnee per Heli verfrachtet wurde, nur um eine wichtige Verbindung herzustellen. Das geht mir dann doch einwenig zu weit. Auch die Verfrachtung per LKW finde ich schon arg grenzwertig, was ich tatsächlich am Arlberg schon erlebt habe. Aber das ist tatsächlich immer eine Frage der Abwägung zwischen wirtschalftlich Notwendigem (wenn sonst die Anfängerkurse nicht stattfinden) und technisch machbaren. Das ist mM nicht immer eindeutig und offensichtlich entscheidbar bzw. eine Frage der Abbwägung des - da war es wieder - "Worst Case".

In diesem Sinne, Daumen Drücken... :wink:
 
Ich finde technische Beschneiung sollte nicht zentrales Betriebskonzept einer Bergbahn sein. Mir ist auch klar, dass ohne Beschneiung nicht dieses Pistenangebot geben würde an was ich mich gewohnt hatte. In den letzten Jahren habe ich mir öfters 100% Kunstschnee-Openings gegeben. Oft mit schlechter Qualität, begrenztem Angebot und zu vielen Menschen auf zu wenig Fläche. Resultat: Ich habe viel Geld ausgegeben für wenig Erlebnis.
Ich schätze auch beim Wintersport sollten wir uns wie beim Essen auch auf Nachhaltigkeit setzen. Warum soll ich Milch und Eier aus den Niederlanden kaufen wenn der Bauer um die Ecke so viel hat das er es verkaufen muss. Das heißt Skifahren wenn es Schnee hat.
 
Was soll die Aufregung, auch SiMo bringt nur ein Schmalspurangebot hin.
 
Die Ansprüche der Gäste haben sich in den letzten 25 Jahren sehr stark verändert.
In den 90er Jahren als die Beschneiung vielerorts nur rudimentär und für vereinzelte Pisten ausgebaut war, war die Erwartung noch, dass ab Januar Vollbetrieb bei ausreichender Schneemenge möglich ist. Der frühe Dezember war immer ein Lotteriespiel und auch an Weihnachten war es normal, dass nicht immer alles offen hat bzw. manchmal nur einschränkt Schnee lag.
Heute ist die Erwartung vieler Skifahrer, dass ab Anfang Dezember alle Pisten und Lifte offen sein sollen, was oft, wenn überhaupt, nur mit massiver Kunstschneeproduktion geht.
 
Ja das ist richtig. Die Frage ist ob man da mitgehen muss.
Aus heutiger Sicht hat man leider den Weg eingeschlagen und sich ein bisschen die Alleinstellung nehmen lassen, mit Verbindung etc. ist man zwar bei den ganz großen wieder dabei, aber wird dann halt auch mit den Ansprüchen konfrontiert. Ich glaube Lech-Zürs hätte eine Chance gehabt genau diese Nachhaltigkeit die weiter oben angesprochen wurde zu zelebrieren, weil die Wertschöpfung eben recht hoch ist und das Publikum im Ort auch die Atmosphäre schätzt (ok das trifft nur auf Lech zu....) Ändert aber nix für die Bergbahnen, die trotzdem im Wettbewerb stehen. Ich stelle mich mal auf einen massiven Ausbau der Beschneiung ein.
 
Mt. Cervino schrieb:
Die Ansprüche der Gäste haben sich in den letzten 25 Jahren sehr stark verändert.
In den 90er Jahren als die Beschneiung vielerorts nur rudimentär und für vereinzelte Pisten ausgebaut war, war die Erwartung noch, dass ab Januar Vollbetrieb bei ausreichender Schneemenge möglich ist. Der frühe Dezember war immer ein Lotteriespiel und auch an Weihnachten war es normal, dass nicht immer alles offen hat bzw. manchmal nur einschränkt Schnee lag.
Heute ist die Erwartung vieler Skifahrer, dass ab Anfang Dezember alle Pisten und Lifte offen sein sollen, was oft, wenn überhaupt, nur mit massiver Kunstschneeproduktion geht.

Ich bin mir nicht sicher ob das wirklich der allgemeine Anspruch ist, oder ob uns das nur so vorkommt, da hier (im AF) nunmal hauptsächlich Vielfahrer vertreten sind, die auch gerne schon im Oktober und November fahren und dann spätestens im Dezember quasi vollbetrieb erwarten/herbeisehnen.
Wenn ich vor Weihnachten Skifahre sehe ich auch nur sehr wenige Leute auf der Piste und diese fahren im Schnitt deutlich besser als der Durchschnitt in den Ferien das tut. Also für den großteil der Gäste ist es (meiner Meinung nach) weiterhin wichtig, dass zwischen Weihnachten und Ende Februar (mit bis Anfang April) gute Bedingungen herrschen. Und ab Weihnachten hatte man (auch in den schlechten Jahren) zumindest ein ganz passables Angebot, spätestens ab Neujahr war es dann gut.
 
Arlbergfan schrieb:
Offene Frage an die Arlberg-Kenner: Sollen wir Snowfaring anfangen um 3 Pisten mehr zum Saisonstart betreiben zu können, oder soll man die Natur so wie sie ist, akzeptieren. Ein Modell ala Ischgl, ist bei der Bevölkerung nicht mehrheitsfähig!

Die Frage verstehe ich nicht ganz. In Ischgl wird nämlich doch gar kein Snowfarming betrieben.
Ansonsten fällt mir nur ein signifikanter Unterschied auf: In Ischgl hat man durchgängig und massiv investiert und ist vorausschauenderweise schon in Richtung nahezu Vollbeschneiung gegangen, als man in anderen Großgebieten die Schneekanonen noch an einer Hand abzählen konnte. Und das, obwohl Ischgl auch seit jeher als absolut schneesicher galt. (Natürlich steckt da in Ischgl aufgrund der Unternehmensphilospohie, keine Gewinne auszuschütten, sondern alles zu investieren, eine große finanzielle Potenz dahinter; aber das braucht mich als Besucher ja erstmal nicht zu interessieren.)
Am Arlberg habe ich oft den Eindruck, dass man es sich auf dem Arlberg-Mythos sehr bequem eingerichtet hat und sich in etwas arroganter Verkennung der Umstände immer noch für das beste und schneesicherste Gebiet der Welt hält.
Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen - ich will jetzt hier ja keinen Glaubenskrieg lostreten, aber trotzdem mal meinen ganz persönlichen Endruck schildern: Als ich als langjähriger Ischgl-Gast mit großen Erwartungen das erste Mal am Arlberg war, war ich in vielen Punkten doch etwas enttäuscht, weil vieles einfach nicht zeitgemäß ist. Klar, man kann jetzt wieder sagen, "aber dafür sind wir ja der Arlberg, wir haben den Mythos"; auf Dauer wird das aber nicht reichen, fürchte ich. Grüne Weihnachten gibt's woanders auch; und das mit wesentlich mehr und besseren Kunstschneepisten zu günstigeren Preisen.
 
Arlbergfan schrieb:
Danke für die Zusammenfassung! Es scheint echt so zu sein, als ob uns der Föhn regelmäßig im Nov/Dez den Saisonstart vermießen würde.

Offene Frage an die Arlberg-Kenner: Sollen wir Snowfaring anfangen um 3 Pisten mehr zum Saisonstart betreiben zu können, oder soll man die Natur so wie sie ist, akzeptieren. Ein Modell ala Ischgl, ist bei der Bevölkerung nicht mehrheitsfähig!

Ich weiß nicht obs in der Gesamtbetrachtung ressourcenschonender ist, aber würde ich am Arlberg für sinnvoller erachten als ein brachialer Beschneiungsausbau, einfach weils eignetlich am Saisonende noch jedes Jahr genug Schnee hatte... Gibt genug Ecken, die im Sommer nicht so einsehbar sind und nicht mit Schönheit glänzen. Täli, Muggengrat...
 
In Ischgl stehen vor allem Lanzen, dazu Pistenpräparation ala egal wie, könnte man sich auch gleich sparen. Und immer wieder Steine auf Pisten. Wenn schon Vorbild bezüglich Beschneiung - dann Hochgurgl oder Sölden, Dolomiti Superski oder St Moritz (ja nicht Obergurgl, auch alles voll mit Lanzen Rotz und ala Ischgl der Meinung ob Eis oder Schnee, ist eh alles dasselbe).
ABER - am Arlberg ist es inzwischen einfach so voll, dass es mir kaum mehr Spaß macht. Anfang der 2000er Jahre hab ich den Arlberg geliebt - letztes Jahr nicht mal meine kostenlosen Tage mit Freizeitticket ausgenutzt - da April viel zu warm (im Dezember hätte ich ruhig noch einen Tag mehr fahren können - aber hab ja auf guten April gewartet und es gab gute Alternativen) - und außer April bzw vor Weihnachten werde ich nicht mehr zum Arlberg fahren. Gute Pisten sind dort IMHO auch eher Mangelware (sei es weil zu voll, weil zu wenig Pistenfläche pro Lift, zu viel Ziehweg für Wiederholungs Fahrt, oder nur flach mit viel Fläche, bzw beim walzen halt meist auch nicht hohe Qualität) - und im Tiefschnee viel zu voll geworden.

In Lech hab ich dazu früher öfters meinen Skipass verloren - daher auf Sperrliste für mich. Nur noch Stuben ist am Arlberg im Prinzip interessant - und wenn man dort die DSBs mit KSBs ersetzt wars dass dann auch. Also wenn schon eher doch bitte an St. Moritz oder Sölden orientieren. Grad St. Moritz hat seinen Charme halbwegs behalten, immer gute Pisten, nicht zu viel los (da auf ersten Blick teuer, was mit dem Hotelskipass aber nicht stimmt) und eben auch super Beschneiung. Sölden hat auch intelligent investiert. Ballermann ala Ischgl und Skifahren nur als Nebensache - dass kann halt Ischgl und sollte man ihnen lassen.
 
extremecarver schrieb:
...Ballermann ala Ischgl und Skifahren nur als Nebensache - dass kann halt Ischgl und sollte man ihnen lassen.
Die guten alten Klischees halt; das ärgert mich immer ein bisschen. Ich sehe das zu 100% anders und behaupte, das nach über zwanzig Jahren Paznaun-Erfahrung auch beurteilen zu können. Aber so hat halt jeder seine Ansichten.
 
extremecarver schrieb:
- letztes Jahr nicht mal meine kostenlosen Tage mit Freizeitticket ausgenutzt - da April viel zu warm

Im großen Ganzen stimme ich Dir vollkommen zu, auch wir sind nur noch zum Saisonende am Arlberg.. :-)
(sobald es die zum Saisonende ermässigten Tickets gibt..)
Vor 1 Jahr hatte man Mitte April noch einmal Tiefschnee wie im Januar und keine Wartezeiten an den Liften... man konnte fahren bis die Oberschenkel brennen.. :D

Dieses Jahr zum Saisonende Sonne pur und Firnschnee vom feinsten... ( dort oben war es noch lange nicht zu warm.. )

Der Arlberg hatte letzten Winter soviel Schnee, da war selbst Mitte April noch alles weiß... :-)
( ein Bild vom 14. April )

da kann ich nur sagen selber Schuld wer dieses verpasst hat.. :)
DSC_0439.JPG
 
Firn hatte es sicherlich keinen - Firn gibts nur auf Gletschern. Und im April 2018 war mir die Sonneneinstrahlung am Arlberg verbunden mit den Temperaturen einfach zu hoch. Da bin ich lieber in Sölden abseits gefahren - weil dort mehr Nordhänge, etwas höher und abseits gar nix los. 2017 war Arlberg im April sehr nett, aber leider lange nicht auf dem Niveau was man am Krippenstein, Sella Nevea, Raxseilbahn, Val D'Anniviers, Madesimo oder anderen einfach exquisiteren Freeridedestinationen anfinden kann - da halt vergleichsweise noch immer viel zu voll (definitiv abseits 2x so voll wie Anfang der 2000er im Februar!). Und ja - Pisten können mir am Arlberg auch im April eher gestohlen bleiben. Kein/kaum ein Gebiet in den Alpen hat so ein Freeridepotential wie der Arlberg - aber kein anderes ist halt auch nur annähernd so voll mit Freeridern.
 
Voll ist immer ätzend, egal ob Piste oder abseits, kann der Arlberg natürlich nichts dafür. Dem Ballermann-Publikum ist es eh egal, was auf der Piste liegt, da könnte man auch Crash-Eis aus dem Supermarkt nehmen und verteilen, ab einem gewissen Alkoholpegel merken die sowieso nichts mehr. Das Problem mit bestimmten "Freeridern" sehe ich darin, dass die sich gerne oberhalb von Felskannten rumhangeln, blöd die Hänge queren oder drin rumstehen und bevorzugt Lawinengefahren suchen und zuweilen auch finden. Die können dann wirklich echte Spaßkiller sein, vor allem wenn sie in Horden auftauchen. Wo es generell viele Leute hat, sind eben meistens auch viele von dieser Sorte Spezialisten da. Wenn man früh genug aufsteht und vor der Masse da ist, geht es meistens immer. Klar, dass nach spätestens 2 Tagen alles zerstört ist, Freeride und Masse verträgt sich schlecht, nicht nur am Arlberg. .
 
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