Angestachelt durch
vovos Bilder von 2009 stand ein Besuch am lsap Walmberg für mich dieses Jahr fest auf dem Programm. Dem chronisch mürrischen Leser sei vorab gesagt, dass sich zwar das ein oder andere Motiv von 2009 auch wieder bei mir finden wird, aber der Zahn der Zeit hat mittlerweile zu gewissen Veränderungen geführt, sodass die Bilder eventuell doch interessant sind.
So, nach dieser Rechtfertigung noch etwas zum Zustandekommen der kleinen Tour an diesem Tag: meine Begleitung hatte sich während unserer Raftingtour in Lofer einen Paragliding-Tandemflug andrehen lassen, der an diesem Tag praktischerweise vom Unterberg in Kössen vonstattenging. Nachdem ich sie also dort bei Pilot Norbert (so Namen gibts in Österreich? Ich dacht die täten alle Schorsch und Seppl heißen!) an der Talstation der Hochkössenbahn abgeliefert hatte, ging es das kurze Stück zurück nach Reit im Winkl. Aus dem leeren Werbeversprechen, dass
so ein Flug bei entsprechender Thermik auch mal vier Stunden dauern könne, ohne dass der Pilot da was dran ändern könne wurde natürlich nix und nach guten 15 Minuten waren die über 100€ verbraten. Glücklicherweise hatte Frau sich dagegen entschieden ein Handy mitzunehmen, sodass ich bis zur verabredeten Abholzeit (sie waren zu zweit) gute 2,5 Std. Zeit hatte. Dass also letztlich 1,5 Std. auf mich gewartet wurde, da der Flug ja überraschenderweise so schnell vorbei war (bei der Anmeldung hatte man uns vorher noch erzählt, der Pilot hätte an dem Tag den neuen Boden für sein Haus geliefert bekommen und würde uns nur kurz dazwischenschieben können...) war also nicht meine Schuld
Geparkt habe ich auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz am Schwimmbad, an welchem auch die Talstation des noch bestehenden Dorflifts ist. Schon beim Vorbeifahren im Februar war mir dort ein verdächtiger Stadl aufgefallen, den es später auch noch näher zu untersuchen galt. Der entsprechende Bericht lässt sich dann
hier finden.
^Dorflift oberhalb des Schwimmbades, den ich im verlinkten Topic genauer dokumentiert habe.^
^Der angesprochene Stadl, bei dem es sich dank Hinweisen von
seilbahner um die ehem. Talstation des Eckpointlifts handelt. War wohl eine Leitneranlage, die nach knapp 10 Jahren Betrieb Anfang der 1980er abgebaut und nach Berchtedgaden verkauft wurde, wo sie noch heute ihren Runden drehen soll. Weiss jemand, welcher Lift das dort sein könnte?^
^Blick rüber zum Unterberg in Kössen. Paragliding wär ja eher nix für mich...^
^Der erste Blick auf das ehem. Skigelände in Reit im Winkl. In den 1990ern bin ich ein paar Mal mit dem ESL gefahren, im Sommer wie im Winter. Wahrscheinlich trage ich auch eine gewisse Teilschuld an der Stilllegung der Anlage! Ich erinnere mich daran, bei einem Skibesuch 1-2 Mal mit Zustimmung der Liftler nach oben gefahren zu sein, ohne noch Punkte auf meiner Knips-Punktekarte gehabt zu haben... Daher möchte ich diese Dokumentation als Entschuldigung an all diejenigen verstanden wissen, die es heute bereuen (auch wegen mir) nie mit dem Lift gefahren zu sein! Neben dem ESL gab es ja bekanntlich auch noch die 2 SL an diesem Hang, Entfeldener 1 & 2 und eine Hand voll Seillifte, die mich hier aber nicht weiter interessieren.^
^Das Talstationsgebäude hat sich in den letzten 2 Jahren gehörig verändert, nichts ist mehr von seinem ehem. Dasein als Liftstation zu erkennen! Hat sich jemand das alte Pistenpanorama retten können? Wäre doch eine nette Wanddeko für den Partykeller!^
^Geschickt fotografiert, sodass die Trasse in ihrer Gänze zu erkennen ist.^
^Scheinbar bringt man hier jetzt seit kurzem irgendwelche Nutzfahrzeuge unter? Naja, immernoch besser als der Abriß.^
^Reste des alten Tores.^
^Zoom, die Fundamente markieren die alte Trasse auf der auch ich vor Jahren nach oben geschwebt bin.^
^Notdürftig gesichertes Fundament. Entlang der ehem. Trasse ging ich das 1/3 der Strecke querfeldein über die Wiesen, was innerhalb von 15 Minuten gut zu bewältigen war. Erstaunlicherweise störte sich auch niemand daran, nur ein Rentnerehepaar schaute etwas verdutzt von einer Bank aus zu.^
^Nächstes Fundament, als Pohlig-Fan ist sowas schon arg traurig anzuschauen.^
^Wäre auch sicher ein gutes Versteck fürs Geocaching!^
^Blick zurück.^
^Schön gelegen ist Reit im Winkl ja schon, nur schade, dass man sich dort (bis auf die paar Benzecklifte und den Dorflift) des alpinen Wintersports entledigt hat. Nur um hässliche Mißverständnisse zu vermeiden: der Berg in Bildmitte und der auf dem nächsten Bild stehen schon in Österreich.^
^Das leichte erste Drittel war geschafft, oben erkennt man den ehem. Zwischeneinstieg und das Waldstück.^
^Über diese Treppe ging es ein Stück im Wald entlang nach oben. Danach war ich erstmal fertig und musste mich ausruhen! Hatte ich das erste Stück in guten 15 Minuten geschafft, so brauchte ich für den Rest gefühlt noch eine Stunde...^
^Blick auf einen der lsap-SL, von der Lage her müsste es der kürzere Entfeldener Lift 1 gewesen.
vovo hat ihn als den längeren 2er identifiziert, ich bin mir da nicht ganz sicher. Auf einer alten AK sieht die Talstation zwar leicht anders aus, aber durch google.maps und meiner eigenen (oftmals falschen) Erinnerung würd ich den 2er weiter drüben vermuten.^
^Irgendwo da war meine Begleitung gerade in der Luft unterwegs.^
^Der ehem. Zwischeneinstieg.^
^Dort irgendwo müsste der längere Entfeldener Lift 2 am Waldrand geendet haben. Dank meiner Eltern bin ich ihn an unserem Skitag in den 1990ern nicht gefahren...^
^Zoom zu den Benzeckliften.^
^Und zum lsap links der Schanze, müsste Steinbachlift geheißen haben.^
^Endlich am Zwischeneinstieg angelangt. Arg zerfallen das ganze!^
^Vergleicht man dieses Bild mit einem entsprechenden von
vovo aus 2009, erkennt man wie stark die Schneise in den 2 Jahren zugewachsen ist!^
^Ich suchte eine Zeit lang nach einem Souvenir (das ich natürlich nicht ohne zu fragen mitgenommen hätte...). Vielleicht in dem kleinen Hüttchen...^
^...dort fand ich aber nur des Liftlers Abort

Ist im tiefsten Winter sicher auch kein vergnüglicher Ort gewesen!^
^Da die Schneise im Wald zu stark zugewuchert war, ging ich entlang der ehem. Abfahrt weiter nach oben. Obwohl es nur ein paar Waldwegkehren sind war es bei Weitem das anstrengendste Stück des Urlaubs. Hinzu kamem allerdings auch die hochsommerlichen Temperaturen an diesem Tag. Leider sieht man hier nur eine Stromleitung und nicht den plötzlich wiederauferstandenen ESL.^
^Ehem. Abfahrt bis zur ersten Kehre. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, aber ausschauen tut es doch recht langweilig.^
^Kehre, danach geht es auf einem etwas breiterem Weg weiter. Was im Winter sicher nur eine blaue Abfahrt gewesen war, machte mich nun ziemlich fertig...^
^Hier gab es wohl mal ein kleines Steilstück, wodurch die langweilige Waldwegabfahrt etwas abgekürzt werden konnte.^
^Nach einigen (sehr anstrengenden) Metern kam dann die erste noch stehende Stütze in Sicht. Auch hier ist der Anblick sehr traurig, aber doch um so viel interessanter als nur eine leere Trasse oder ein Fundament! Froh bin ich zwar, dass ab dem Waldstück bis auf Seil und Sesseln fast noch alles vorhanden ist, ich wunder mich aber darüber. Immerhin hat man hier direkt an der Stütze diesen ausgebauten Waldweg und könnte auch mit schwererem Gerät anrücken?^
^Irgendjemand hatte es mal geschrieben, dieses Prunkstück aus dem Jahre 1954 gehört eigentlich ins Museum!^
^Auch hier war an ein Weitergehen auf der Trasse nicht zu denken, daher ging es zurück zum Waldweg.^
^Kurz vor der Bergstation der Blick zurück. Der Weg wird zum Schluss wirklich nochmal seeehr steil (kommt hier absolut nicht rüber), oben angekommen war ich nun vollends erschöpft.^
^So hatte ich es aus Kindertagen noch in Erinnerung: die einzige Attraktion im Sommer hier oben (neben dem lsap-Restaurant) ist dieser Blick auf den Chiemsee. Schade, dass man die Anlage damals hier aufgestellt hat und nicht auf einen der steileren Hänge weiter Richtung Grenzübergang!^
^Ab jetzt wurde es extrem unheimlich!
vovo hatte ja 2009 das Gefühl aus dem Gebäude heraus beobachtet worden zu sein. Ich könnte zwar nicht sagen dort jemanden gesehen zu haben, aber allein dieser Gedanke es könnte jemand dort hausen und mir zuschauen machte das Ganze doch sehr unangenehm! Die Situation fühlte sich dadurch irgendwie unwirklich an: ich war mittags im tiefsten Bayern im Wald auf einem (kleineren) Berg unterwegs und hatte diese 'Angst', die man sonst nur in Großstädten hat, wenn man des Nachts durch dunkle Tiefgaragen oder schäbige Bahnhöfe läuft.^
^Abgesehen davon hat man hier oben absolut nicht das Gefühl auf einem bayrischen Berg zu sein. Das ganze entspricht eher der Szenerie eines
starli'schen Trashberichts aus Italien.^
^Erst dachte ich, das letzte Bier am Vorabend sei schlecht gewesen...^
^1954 als Touristenattraktion erstellt und nun dem Verfall preisgegeben. Dass da keiner von den Grünen, die alles mögliche auf der Winklmoos blockieren, hier auf die Barrikaden geht... Wahrscheinlich geht das Gebäude mittlerweile als Pilzgewächshaus durch.^
^Mit dem Inneren des Gebäudes habe ich mich nicht weiter befasst, links im Bild sind aber noch Sonnenschirme zu erkennen. Nach der Schließung hatte man es hier wohl eilig zu verschwinden.^
^Im nächsten Moment war ich den nachlässigen Grünen dann doch wieder dankbar! Welcome to lsapfan's Paradise!^
^Diese Art der Umlenkung habe ich bei einer Pohliganlage sonst auch noch nicht gesehen!^
^Abgang zum Einstieg in die Abfahrt.^
^Selbiger hat wohl auch schon bessere Zeiten gesehen, so wie alles hier oben!^
^Blick in die Stube des Liftlers. Was man hier noch alles findet, aber leider keine alten Prospekte oder Fahrkarten mehr. In der Holztruhe finden sich übrigens auch nur alte Klamotten.^
^Als 'Mahnmal' längst vergangener Zeiten, in denen Reit im Winkl sich (auch auf alten AKs) noch als Wintersportort präsentierte, stehen die beiden Ausstiegsstützen.^
^Motiv aus dem Hause München. Leider vorne unscharf, sonst könnte man noch
Notstop lesen.^
^Da sich der Antrieb im Tal befand sind das hier irgendwelche Heizungsteile des Restaurants?^
^Im Liftlerstüble.^
^Jetzt fehlt nur noch dieses bei lsaps traurig-ironische Schild "Letzte Talfahrt um..."^
^Ach, da wärs ja gewesen...^
^Von der kleinen Plattform weiter unten geschoßen.^
^Gerade, als ich mir die Stützen und RoBas etwas genauer ansah, hörte ich Stimmen hinter mir. Die vorher erwähnte Angst, die ich mittlerweile fast vergessen hatte, kehrte mit einem Schlag zurück! Es war nicht der Ötzi aus dem Restaurant, sondern zwei ältere Ehepaare, die sich bei ihrer kleinen Wanderung wohl zu mir verlaufen hatten. Wer hat wohl das blödere Gesicht gemacht, die vier Alten oder der fotografierende Typ auf der Stütze? Es dauerte dann auch bestimmt 5 Minuten, bis auch der letzte der Vieren endlich wieder hinter dem Gebäude verschwunde war. Wieder so ein toller Zufall: bis hier vorne verirren sich doch pro Monat sicher keine 2 Menschen und genau dann, wenn ich dort rumstöber kommen sie im Viererpack...^
^Nach dem kurzen Schreckmoment machte ich dann noch ein Abschlussfoto der Trasse, bevor es grob in Richtung
Dorflift und Eckpointlift wieder ins Tal ging.^